Deutschlandkarte Die Pius-Kirchen
Wo die umstrittene Bruderschaft der katholischen Kirche in Deutschland vertreten ist, sehen Sie auf unserer Karte

© Jörg Block
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Die Gegenden, in denen der deutsche Papst aufwuchs und lehrte, sind anfällig für eine erzkonservative Variante des Katholizismus: Marktl am Inn, Hufschlag, Tübingen, Regensburg – überall in der Nähe finden sich Zentren der Pius-Bruderschaft, jener umstrittenen Gemeinschaft, die 1970 von Marcel Lefebvre in Frankreich gegründet wurde.
Richard Williamson, einer ihrer Bischöfe, leugnet den Holocaust. Die Pius-Brüder vertreten einen erzkonservativen Katholizismus, und viele von ihnen verachten Schwule, Muslime und Juden. Ihr Gedankengut verbreiten sie vor allem in Bayern und Baden-Württemberg. Im Norden und Osten, wo Deutschland überwiegend protestantisch ist, sind die Brüder so gut wie gar nicht vertreten. Oft haben sie sich, etwa im Süden, in kleinen Orten eingenistet, wo sie ihren Glauben weitab vom verhassten Zeitgeist praktizieren.
Und sie hätten es vermutlich noch eine ganze Weile unbemerkt getan, hätte der Papst nicht den Blick auf sie gelenkt.
Redaktion: Matthias Stolz; Recherche: Nina Pauer
- Datum 16.06.2009 - 09:39 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 19.02.2009 Nr. 09
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Mit der Pius - Bruderschaft zurück ins finsterste Mittelalter
[...]
Dass es sich bei der Leugnung der Piusbruderschaft nicht um innerkatholische Nebensächlichkeiten, sondern um zentrale und vom Konzil beschlossene Glaubenspositionen handelt, macht der emeritierte Tübinger Dogmatik Professor Peter Hünermann mit folgenden Worten deutlich: [...]
Wenn man den Text eines Vortrages vom 9. April 1989 von P. Franz Schmidberger, dem Leiter der deutschen Pius-Bruderschaft, liest, bekommt man eine Ahnung davon, dass hier Leute am Werke sind, die sich nicht der jesuanischen Barmherzigkeit verschrieben haben, sondern es sind Wölfe, die alle in der Neuzeit - oft unter enormem Blutzoll - herbeigeführten Errungenschaften wieder niederkämpfen wollen, und eine Gottesherrschaft auf Erden errichten wollen. Religionsfreiheit, Gewissensfreiheit und Meinungsfreiheit werden zu menschlichen Irrwegen der Aufklärung und Französischen Revolution und somit als Teufelswerk verdammt.
In besonderer Weise betonen die Pius-Brüder ihre antisemitische und antikonziliare Einstellung . In einem am 9. April 1989 gehaltenen Vortrag formuliert P. Franz Schmidberger seine Position gegenüber den Juden wie folgt:
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Seine Meinung zum 2. Vatikanum fasst Schmidberger in den Worten zusammen:
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Der Bonner Politikwissenschaftler und Parteienforscher Gerd Langguth hält die Pius-Bruderschaft für einen "Fall für den Verfassungsschutz". Die Bruderschaft strebe einen "katholischen Gottesstaat an", sagte Langguth im ZDF. "Es ist eine Frage des Verhältnisses dieser Organisation zur freiheitlichen und demokratischen Grundordnung. Und dieses sehe ich hier infrage gestellt. Deswegen glaube ich, dass es eine Aufgabe des Verfassungsschutzes ist, sich darum zu kümmern."
[...]
Dass der Papst sich von den Konzilsleugnern an der Nase herumführen lässt, andererseits aber die das Konzil vehement verteidigenden Mitglieder von Donum vitae als Mitglieder in katholischen Laienorganisationen mit Nachdruck und ohne zeitliche Verzögerung relegieren will, spricht Bände hinsichtlich der Position, die dieser Papst zum Konzil offensichtlich einnimmt.
[...]
[Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf das großflächige Kopieren fremder Texte (beachten Sie hierzu bitte die hier geltenden Regeln). Danke. /Die Redaktion pt.]
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