Die Parteien der Besserverdiener
Gunhild Lütge: »Die Parteien und ihre Gönner« ZEIT Nr. 7
Haben Sie vielen Dank für den Abdruck der Großspenden an die Bundestagsparteien. Das Bild ist erschreckend, wenn man daran denkt, was die Parteien im Blick auf die drohende Klimakatastrophe tun. Die Grünen, die sich besonders engagieren, werden nur von der Allianz-Versicherung bedacht, die als Großaktionär der Münchener Rück schon mit den Folgen der Klimaveränderung zu tun hat. Alle anderen Spenden gehen an Parteien, die sich nicht ernsthaft darum kümmern.
Eine zweite erschreckende Beobachtung ist die einseitige Bevorzugung der Parteien, die die Besserverdienenden unterstützen, zum Beispiel trotz aller Staatsschulden ausgerechnet jetzt Steuererleichterungen fordern. Für die kleine FDP 50 Prozent mehr als für die SPD und für die Unionsparteien mehr als fünfmal so viel! Haben die Firmen, die solche Spenden vergeben, denn keine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die weniger verdienen und eher von der SPD vertreten werden? Ist die einseitige Bevorzugung der Wohlhabenden bei Unionsparteien und FDP auf diese Spenden zurückzuführen? Was unterscheidet das dann vom Kauf politischer Entscheidungen?
Die Liste der Großspenden gibt jedenfalls Anlass zum Nachdenken.
Ulrich Finckh, Bremen
- Datum 19.02.2009 - 07:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 19.02.2009 Nr. 09
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