MEINUNG HEUTE: 15.02.2009 Jung und jünger
Alleinherrscher herrschen nie ganz allein. Denn im Hintergrund, meist direkt hinter ihrem Rücken, aber manchmal auch unter ihrem zum Siegesgruß erhobenen Arm wartet schon der Umstürzler. Bei Hugo Chávez ist es ein zartes Enkelsöhnchen, das unbeachtet von dem mächtigsten Großvater Venezuelas neugierig einen Blick über den Tellerrand der Macht, das Geländer des bolivarianischen Sozialismus riskiert. Was wird es im Jahr 2024 über die soeben beschlossene Verfassungsänderung denken, die dem Präsidenten das Recht auf ewige Wiederwahl einräumt? Opa Hugo könnte dann seine sechste Amtszeit antreten, er wäre dann 70 und immer noch jung genug für einen linken Führer (Fidel Castro ist jetzt 82; Stalin war 74, als er nach schier endloser Diktatorschaft starb). Wenn Chávez Glück hat, wird der Enkel dann nicht nach der Macht trachten, die bestehenden Wahlgesetze zu ändern. Ef
- Datum 19.02.2009 - 07:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 19.02.2009 Nr. 09
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