Architektur Stellas Haus
Der Architekt des Berliner Stadtschlosses hat vor 15 Jahren schon in Potsdam gebaut. Aber was? Eine Spurensuche
Wie findet man ein Haus? Ein Haus, von dem man nur weiß, wer es vor fünfzehn Jahren entworfen hat? Es war eine Randnotiz in einem Artikel über den Architekten Franco Stella, der demnächst das Berliner Schloss wieder aufbauen darf : Zum sehr überschaubaren Werk des 65-jährigen Italieners gehöre auch ein Wohnhaus in Potsdam. Eine knappe Stunde Fahrzeit vom künftigen Humboldt-Forum entfernt könnte ich mir also ein Bild von der Meisterschaft dieses Architekten machen! Eines Architekten, den bis zum 28. November 2008, dem Tag der Wettbewerbsentscheidung, kaum jemand kannte. Nicht einmal einen Eintrag bei Wikipedia hatte der Mann, der nun in Berlin den symbolträchtigsten Bau des nächsten Jahrzehnts verantworten soll.
Doch wo steht das Potsdamer Haus? In den Zeitungsarchiven und im Internet findet sich keine Spur. Die Architektenkammern wissen keinen Rat, genauso wenig wie die Stadtverwaltung Potsdam oder das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung. Auch den Architekten selbst fragte ich per E-Mail, er antwortete umgehend und ausführlich in einem elaborierten Deutsch. Doch den Standort seiner "Stadtvilla" wollte er nicht preisgeben. Stattdessen schickte er ein Buch über sein Gesamtwerk per Post. Mit gelben Klebezetteln hatte Stella vier seiner Bauten markiert, die man sich statt des Potsdamer Hauses anschauen sollte. Doch ich wollte nicht die Messe in Padua und auch keine Grundschule in Piovene besuchen. Ich wollte sehen, wie der designierte Schlossbaumeister auf preußischem Boden agiert.
Glücklicherweise fand sich im Appendix seines Buches eine casa plurifamiliare, die 1995 entworfen und ein Jahr später in Potsdam gebaut wurde. Auch hier fehlt die Adresse, aber immerhin wird der Stadtteil genannt. Und es gibt ein kleines Schwarz-Weiß-Foto von einem Haus, dessen Ecken aus stilisierten Türmen bestehen.
Mit diesem Fahndungsfoto fuhr ich also nach Potsdam-Kirchsteigfeld. Kirchsteigfeld ist eine kleine Retortenstadt, die nach der Wende aus dem gleichen Geist heraus entstand, der auch zur Rekonstruktion von Schlossfassaden führt. Nach dem Masterplan des antimodernistischen Architekten Rob Krier entstand im Südosten von Potsdam ein Viertel, das von Anfang an alt aussehen sollte. So, als sei es über Jahrhunderte gewachsen und nicht erst Mitte der neunziger Jahre auf die grüne Wiese gestellt worden. Die von Krier eingeladenen Architekten haben die Häuser mit Giebeldächern und Rundfenstern versehen und dann in italienischen Altstadtfarben bemalen lassen: Ocker, Orange, Karminrot. Im Zentrum von Kirchsteigfeld steht – wie in alten Städten so üblich – eine Kirche. Ihre Fassade ist gestreift wie Schichtnugat, davor öffnet sich ein leerer Marktplatz mit Karateschule und einem Otto-Shop, der gerade einen "Total Räumungsverkauf" veranstaltet. Ich zeige das Fahndungsfoto einem Rentnerpaar. "Ist uns noch nie aufgefallen."
Kein Wunder, denn es gibt hier viele Häuser mit kleinen Türmchen. Ich laufe eine gekrümmte Straße entlang, komme an einem Groschen-Markt vorbei, biege mal hier, mal dort ab und nähere mich schon dem an das Viertel grenzenden Kiefernwald, als ich es endlich sehe – Stellas Haus. Die Stadtvilla ist so grau wie der Himmel über Potsdam an diesem kalten Februarnachmittag. Es ist ein dreistöckiges, frei stehendes Mehrfamilienhaus, im Vergleich zu manch schweinchenfarbenem Bau in der Nachbarschaft besticht es durch eine gewisse Schlichtheit. Der zwischen die grauen Türme eingekeilte Mittelteil der Fassade erinnert an die kleinmütige Architektur der fünfziger Jahre in westdeutschen Vorstädten. Haben die Schloss-Juroren dieses Haus in der Marie-Juchacz-Straße 11 gesehen?
In der Wohnung im Erdgeschoss rechts läuft ein Fernseher, das kann man durch die Fenster sehen, trotz der weißen Spitzengardinen. Ich klingle. Eine ältere Dame meldet sich durch die Gegensprechanlage. Wie wohnt es sich in dem Haus? "Ick hab leider keene Zeit. Dringende Erledigungen!" Ob sie wisse, dass der Schlossbaumeister aus Italien auch ihr Haus entworfen habe? "Und wat kann ick mir davon jetzt koofen? Tut mir leid, es drückt! Auf Wiedersehn." Ein freundlicher Pensionär aus dem ersten Stock öffnet mir schließlich die Tür. Er trägt Jogginghose und beschwert sich über die hohe Miete. Ist er nicht ganz bewusst in dieses altertümelnde Haus mit dem engen Treppenhaus gezogen? "Nein, das hat sich so ergeben. Unsere alte Wohnung wurde saniert, wir mussten raus." Den Namen Franco Stella hat er noch nie gehört. "Ich bin übrigens gegen das Schloss. Wissen Sie, was das kostet?" Er möchte jetzt gar nicht mehr weiterreden.
Ich laufe noch einmal um das Haus mit den kleinen Fenstern und den düsteren Loggien in den trutzigen Türmen, dann gehe ich zurück zur Nugat-Kirche. Auf dem Weg komme ich an einem Stromkasten vorbei, der so bemalt ist, dass er wie verputztes Gemäuer anmutet. Auf das pseudoitalienische Orange hat jemand mit blauem Lack einen Hammer und eine Sichel gesprüht.
- Datum 24.02.2009 - 12:51 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 19.02.2009 Nr. 09
- Kommentare 9
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...Symmetrie.
Allerdings Symmetrie der eher schlichten Art.
Ein Architekt aus Speyer, mit dem ich einige Male zu tun hatte, bemerkte des öfteren, wenn er sich zum Thema Symmetrie in der Architektur ausserte:
Symmetrie ist die Kunst der Primitiven. ;-))
Leute die da "bauend herrschen" wollen und und unter dem Vorwand des "Todesasbestes" Hony´s Lampenladen abgerissen haben, verdienen Herrn Stella!
Die wieder, oder vielmehr neu, zu errichtende Fassade des Stadtschlosses spiegelt den alten preußischen Ordnungsgeist wieder. Berlin- Stilljestanden! Richt Euch! Die Augen zur Meldung links!
Ich verstehe nicht, warum die Öffentlichkeit den Betrug so widerstandslos hinnimmt: Uns wurde versprochen, den Palast der Republik, gute, modernistische Architektur ohne Wenn und Aber, dazu noch kunsthistorisch eine Besonderheit in ihrer DDR-spezifischen Ausformung und auch nicht mehr asbestverseucht als alle anderen DDR-Regierungsbauten, die teilweise noch genutzt werden (da ist es anscheinend nicht so schlimm), abzureißen, weil man DAS BERLINER STADTSCHLOSS wiederaufbauen wolle.
Nun gut, man akzeptiert den Verlust eines wichtigen Wahrzeichens Berlins und bekommt dafür das Stadtschloß zurück.
Jetzt ist der Palast abgerissen, und plötzlich ist vom Wiederaufbau des Stadtschlosses gar nicht mehr die Rede.
Also wenn ich die Wahl hätte zwischen einem Wiederaufbau des Palasts der Republik ohne Asbest und einer Shopping Mall, die traurig die Fassade des ehemaligen Stadtschlosses imitiert, da ein Wiederaufbau des Stadtschlosses plötzlich zu teuer ist, dann fällt mir meine Wahl nicht schwer.
Es entspricht offensichtlich dem Geist der Zeit in Deutschland, sich einer überdies langweiligen Nachmoderne zu zuwenden. 'Beherzte' Schritte zurück allerorten.
Bei allem, was man unter ästhetischen Gesichtspunkten gegen den Palast der Republik haben konnte - ich halte es schon für eine eigentlich sehr demokratische Idee, ein Regierungsgebäude auch für Kultur, Tanz und Unterhaltung zu nutzen. Und den Abriss für einen Bildersturm und einen Skandal, wie auch für eine Ohrfeige für die Ostdeutschen - die mochten ihn nämlich, ihren Palast.
Wurde auch andernorts gemacht:
http://www.suhlermoderne....
Das neue Ding sieht halt genauso aus wie andere Dinger überall.
Mein Vater hat am Palast der Republik mitgebaut (als extra dafür abgestelleter Bausoldat). Einen Teil seiner Lebensgeschichte gibts jetzt nimmer.
war so potthässlich, daß ich mich schon beim Gedanken daran übergeben müsste, wenn ich nicht so furchtbar wohlerzogen wäre. Das ist meine persönliche ästhetische Wertung - und genau darum kann es bei einem Gebäude wie diesem eben nicht gehen, jedenfalls nicht vorrangig.
Man hätte den Palast, wie Sie sehr zurecht schreiben, tatsächlich stehen lassen sollen, ja müssen denn so grausam er auch anzusehen war, so war er doch ein steingewordener Teil der Geschichte dieses Landes. Ihn durch ein - gerade wegen der vollkommenen Synthetik noch viel unästhetischeres - neo-bombastisches Einerlei zu ersetzen, ist in der Tat mit schlimmsten Übergriffen der Ikonoklasten vergleichbar. Sowie das alte Stadtschloß nicht hätte abgerissen werden sollen, hätte man das SED-Schloß nicht aus dem Weg räumen dürfen, gerade weil der Boden so geschichtlich ist, von dem wir hier reden.
Der alte Geheimrat sagte mal, die Baukunst sei zu Stein gewordene Musik. Sollte das so sein, dann darf man bei uns gerne weghören.
Wurde auch andernorts gemacht:
http://www.suhlermoderne....
Das neue Ding sieht halt genauso aus wie andere Dinger überall.
Mein Vater hat am Palast der Republik mitgebaut (als extra dafür abgestelleter Bausoldat). Einen Teil seiner Lebensgeschichte gibts jetzt nimmer.
war so potthässlich, daß ich mich schon beim Gedanken daran übergeben müsste, wenn ich nicht so furchtbar wohlerzogen wäre. Das ist meine persönliche ästhetische Wertung - und genau darum kann es bei einem Gebäude wie diesem eben nicht gehen, jedenfalls nicht vorrangig.
Man hätte den Palast, wie Sie sehr zurecht schreiben, tatsächlich stehen lassen sollen, ja müssen denn so grausam er auch anzusehen war, so war er doch ein steingewordener Teil der Geschichte dieses Landes. Ihn durch ein - gerade wegen der vollkommenen Synthetik noch viel unästhetischeres - neo-bombastisches Einerlei zu ersetzen, ist in der Tat mit schlimmsten Übergriffen der Ikonoklasten vergleichbar. Sowie das alte Stadtschloß nicht hätte abgerissen werden sollen, hätte man das SED-Schloß nicht aus dem Weg räumen dürfen, gerade weil der Boden so geschichtlich ist, von dem wir hier reden.
Der alte Geheimrat sagte mal, die Baukunst sei zu Stein gewordene Musik. Sollte das so sein, dann darf man bei uns gerne weghören.
Wurde auch andernorts gemacht:
http://www.suhlermoderne....
Das neue Ding sieht halt genauso aus wie andere Dinger überall.
Mein Vater hat am Palast der Republik mitgebaut (als extra dafür abgestelleter Bausoldat). Einen Teil seiner Lebensgeschichte gibts jetzt nimmer.
war so potthässlich, daß ich mich schon beim Gedanken daran übergeben müsste, wenn ich nicht so furchtbar wohlerzogen wäre. Das ist meine persönliche ästhetische Wertung - und genau darum kann es bei einem Gebäude wie diesem eben nicht gehen, jedenfalls nicht vorrangig.
Man hätte den Palast, wie Sie sehr zurecht schreiben, tatsächlich stehen lassen sollen, ja müssen denn so grausam er auch anzusehen war, so war er doch ein steingewordener Teil der Geschichte dieses Landes. Ihn durch ein - gerade wegen der vollkommenen Synthetik noch viel unästhetischeres - neo-bombastisches Einerlei zu ersetzen, ist in der Tat mit schlimmsten Übergriffen der Ikonoklasten vergleichbar. Sowie das alte Stadtschloß nicht hätte abgerissen werden sollen, hätte man das SED-Schloß nicht aus dem Weg räumen dürfen, gerade weil der Boden so geschichtlich ist, von dem wir hier reden.
Der alte Geheimrat sagte mal, die Baukunst sei zu Stein gewordene Musik. Sollte das so sein, dann darf man bei uns gerne weghören.
Na, lieber Viscount, hören Sie mal genau hin und das ist jetzt bloß ein klein bißchen Berlin...
Kuppel des Reichstags
Jüdisches Museum
Bundespräsidialamt
Ein weiterer Skandal in Berlin ist allerdings der Abriss der Topografie des Terrors von
Peter Zumthor (die Felsentherme besuche ich demnächst und freue mich jetzt schon!)
Na, lieber Viscount, hören Sie mal genau hin und das ist jetzt bloß ein klein bißchen Berlin...
Kuppel des Reichstags
Jüdisches Museum
Bundespräsidialamt
Ein weiterer Skandal in Berlin ist allerdings der Abriss der Topografie des Terrors von
Peter Zumthor (die Felsentherme besuche ich demnächst und freue mich jetzt schon!)
Der Jammer ist groß. Öffentlich und privat wird zu wenig vorbildlich neu gebaut und eine große Gegenbewegung konservativer und biederer Zeitgenossen flüchtet daher lieber in die Märchenwelt und möchte Deutschland in Fachwerk und mit Butze, oder eben als "Demokratenschloss" wieder herrichten.
Denn, um es rundheraus zu sagen, die Bürger sind ästhetisch nicht anspruchsvoller als ihre Bürokratie und ihre Volksvertreter.
Regelmäßig, zur Zeit gerade wieder heftig in Wiesbaden und Frankfurt, beklagen Bürgerinitiativen die fatale Wirkung, die von Architekturen ausgehen, die solitär geplant, ohne Rücksicht auf den Rest der Straßen und Plätze, hochgezogen wurden.
Aber, wer ihnen beim eigenen individuellen Bauen entgegen tritt, die furchtbar überhöhten, aber genehmigten Fenster-Giebel ankreidet, Fensterlöcher beklagt und stopfen möchte, wer all´ die falschen Loggien, die überdimensionierten Balkone, die ortsuntypischen Materialien, die Säulchen am falschen Ort, die riesigen Wintergärten, die schrecklichen Garagen und Hofeinfahrten, die scheußliche Bepflanzungen und die völlige Aufgabe, mit künstlerischen Außenwerken einfallsloser Architektur noch ein wenig auf die Sprünge zu helfen, ankreidet, der wird bestenfalls ausgelacht und schlimmstenfalls mit Beschimpfungen weg getrieben.
Eines der größten Heiligtümer in Gemeinde- und Stadträten mit Planungshoheit ist die Ausnahmegenehmigung und die Folge davon, die weitere Ausnahme in der nächsten Sitzung.
Sind allerdings die wenigen verbliebenen Intellektuellen und die sich intelligent nennenden Medien, sofern sie sich überhaupt der Materie annehmen, besser?
Bei Holtzbrinck werden doch höchstens die Inneneinrichtungen der Chefs und der Geschäftsführer auf Repräsentanz hin gestaltet, sowie die Eingangsbereiche entsprechend aufgemotzt. - Allenfalls lebt man vom glücklichen Geschick, wenigstens ein historisches Gebäude im Firmenbesitz ererbt zu haben. - Der Trend gilt, vom Entrée der Möbelhäuser der Republik in den Industrie- und Gewerbeparks, bis zu den Eingängen von Krankenhäusern und Dienstleistern aller Art. Es muss glänzend und/oder ordentlich sauber aussehen, mehr wird nicht verlangt.
Selbst eine traditionsreiche Redaktion, -es gab einmal tatsächlich Architekturkritiker bei der ZEIT-, heute macht das ein Feuilletonist, in Zukunft testiert
Florian Illies oder gleich einer der sonstigen Chefredakteure, Architektur wie Automobile, Musik, Prominenz und Eminenz, wird es nicht mehr fertig bringen, ihre eigenen Arbeitsräume zu gestalten. Es herrscht allerorten das "Flurwesen" und die Steckerleiste. Das wird, mit der Begründung es sei effizient und man habe sowieso keine Zeit, weiterhin gepflegt. Zeitungsredaktionen müssten eben so aussehen.
Doch, wer seine eigene Umgebung weder gestalten noch ästhetisch beurteilen will, dem fehlen wichtige Erfahrungen und am Ende auch jeglicher Maßstab.
Woher kommt die Misere? - Ästhetische Bildung wird klein geschrieben und klein gedruckt, schon von Kindesbeinen an. Beurteilungskriterien, sofern sie überhaupt noch bei den Investoren-Architekturen oder beim repräsentativen öffentlichen Bau gefordert wären, liegen in den Tiefen der Experten-Findungskommissionen verborgen. Sie sind kein Allgemeingut, obwohl dazu einmal Absichten im Pflichtenkatalog der Kulturpolitiker und der Pädagogen formuliert wurden, und nicht einmal bei Abiturienten oder Hochschulabsolventen darf man heute zumindest ästhetische Grundkenntnisse erwarten.
Andererseits biegen sich die Kaffeetische in den besseren Vorstädten unter der Last der Schöner -Wohnen -Kataloge und der opulenten Bildbände. Aber, das ist ja nur zum Ansehen und der Text sollte möglichst so klein gehalten werden wie der Kontext.
Berlin ist nicht zu beneiden. Denn gerade bei so mit Bedeutung aufgeladenen Objekten verstecken sich selbst namhafte Architekten gerne hinter den Ausschreibungskriterien und den Kollektiventscheidungen einer Jury. So war es bei dem, mittlerweile für jeden Hinsehenden deutlich schlecht und schlicht alternden und furchtbar steril wirkenden Kanzleramtsbau, -im Inneren mag die Atmosphäre noch so angenehm sein-, so wird es bei der vierten Fassade des Neubau-Schlosses, so ist es bei den Hochhausriegeln des neuen Hauptbahnhofs, die der ingenieurstechnisch meisterlichen Halle schon viel Wirkung wegnahmen, die der verantwortliche Architekt erfolgreich und zäh für die Decke des "Tiefbahnhofs" dann noch nachträglich einklagte.
Was offenbart Stellas Mehretagenhaus im Festungs- und Kasernenstil? - Blicken wir auf Anklänge preußischer Traditionen? Definieren turmartigen Vorbauten als markante Schattenlöcher die Scharte als Gestaltungsmittel? - Geben wir Leser uns keiner Illusion hin, in der Nachbarschaft dieses Gebäudes stehen zu 95% genau solche Bauten. Einige älter, einige jünger, einige mit Versatzstücken aus der Bauhausmoderne, einige postmodern, einige ganz ohne jeden Anspruch nach einer stillen Ortsnorm gebaut und einmal bewohnt, auch geliebt.
Denn Eines gilt an allen Orten der Republik. Der eigene Ort ist, selbst wenn er furchtbar ist, niemals eine solche Hölle, wie der "Bauschrott" des Nachbarn und der Nachbarstadt.
Grüße
Christoph Leusch
Na, lieber Viscount, hören Sie mal genau hin und das ist jetzt bloß ein klein bißchen Berlin...
Kuppel des Reichstags
Jüdisches Museum
Bundespräsidialamt
Ein weiterer Skandal in Berlin ist allerdings der Abriss der Topografie des Terrors von
Peter Zumthor (die Felsentherme besuche ich demnächst und freue mich jetzt schon!)
Die positiven Beispiele, die Sie nennen, gehen alle auf internationale Architektur-Wettbewerbe zurück, die mit einigen wenigen Parametern auskamen. Wenn aber ein Wettbewerb ausgerufen wird, in dem es explizit um den Wiederaufbau eines "Stadtschlosses" geht, mit möglichst originalgetreuer Wiederherstellung der Fassade, dann kann man sicher sein, dass dabei Murx rauskommt. Wegweisende Architekten nehmen an solchen Wettbewerben gar nicht Teil, denn sie wissen, dass sich bei gelungener Architektur Form, Funktion und Symbolik nicht grundlegend widersprechen dürfen.
Ein Trauerspiel, ebenso wie die Nichtrealisierung der Topografie des Terrors. Da hätte man mal was gehabt, das vielleicht teuer gewesen wäre, aber einen sinnvollen Gegenpol zu diesem widerlichen Checkpoint-Charly-Tourismus abgegeben hätte. Langfristig wäre es ein enormer Gewinn für die Stadt gewesen.
Wenn man sich den Begriff der Symmetrie einmal architekturtheoritisch näher bringt, stellt man fest, dass Spiegelsymmetrie nicht viel mit dessen eigentlicher Bedeutung, die eher mit "das harmonische Zusammenspiel aller Teile" zu übersetzen ist, zu tun hat. Bei spiegelsymmetrische denkenden Architekten ist auf jeden Fall Vorsicht geboten!
Die positiven Beispiele, die Sie nennen, gehen alle auf internationale Architektur-Wettbewerbe zurück, die mit einigen wenigen Parametern auskamen. Wenn aber ein Wettbewerb ausgerufen wird, in dem es explizit um den Wiederaufbau eines "Stadtschlosses" geht, mit möglichst originalgetreuer Wiederherstellung der Fassade, dann kann man sicher sein, dass dabei Murx rauskommt. Wegweisende Architekten nehmen an solchen Wettbewerben gar nicht Teil, denn sie wissen, dass sich bei gelungener Architektur Form, Funktion und Symbolik nicht grundlegend widersprechen dürfen.
Ein Trauerspiel, ebenso wie die Nichtrealisierung der Topografie des Terrors. Da hätte man mal was gehabt, das vielleicht teuer gewesen wäre, aber einen sinnvollen Gegenpol zu diesem widerlichen Checkpoint-Charly-Tourismus abgegeben hätte. Langfristig wäre es ein enormer Gewinn für die Stadt gewesen.
Wenn man sich den Begriff der Symmetrie einmal architekturtheoritisch näher bringt, stellt man fest, dass Spiegelsymmetrie nicht viel mit dessen eigentlicher Bedeutung, die eher mit "das harmonische Zusammenspiel aller Teile" zu übersetzen ist, zu tun hat. Bei spiegelsymmetrische denkenden Architekten ist auf jeden Fall Vorsicht geboten!
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