Verkehr Der Rächer der Geblitzten

Seit 50 Jahren wachen Radarfallen über Nordrhein-Westfalens Straßen. Einen Osnabrücker Rentner bringt das in Fahrt

Der Mann, der den Radarfallen den Krieg erklärt hat, schnauft, dann lässt er sich auf eine Eckbank im Parkhotel Osnabrück fallen und packt seine Flugblätter auf den Tisch – bunte, unübersichtliche Zettel mit vielen Ausrufezeichen und Fettungen. "Blitzer-Abzocke für marode Kommunenkassen ist Obrigkeitsstaat", steht da. "Kampf dieser unverschämten Ausbeutung!" Und: "Blitzer verhindern keine Unfälle!" Und: "Man kann doch Autofahrer nicht kriminalisieren – nur weil sie ein Auto haben und autofahren wollen!"

Herzlich willkommen in der Welt von Werner Erdhaus, 70, Rächer der Geblitzten, nach eigenem Verständnis "bestinformiertester" Verkehrsexperte und Bundesvorsitzender der Autofahrer-Schutzvereinigung, abgekürzt ASV. Seit zwölf Jahren kämpfen Erdhaus und seine Mitstreiter gegen Geschwindigkeitskontrollen und bieten Rasern an, ihre Bußgeldbescheide kostenlos überprüfen zu lassen. Angefangen haben sie in Osnabrück und Münster, heute reicht ihr Einsatzgebiet vom Ruhrgebiet bis nach Bremen. 25 Millionen Flugblätter will Erdhaus verteilt haben. Und Mal um Mal ist er in der Show "Mann gegen Staat" ein Held des Privatfernsehens. Auch heute, im Parkhotel.

"Mein hundertdreiundfünfzigstes Interview", sagt Erdhaus. – "Du, Werner, wir können jetzt anfangen", sagt der junge Redakteur. Man kennt sich, man duzt sich. "Dann wollen wir mal", sagt Erdhaus und erhebt sich.

Er kämpft den Kampf eines Rentners gegen Polizei und Ordnungsamt. Zu Zeiten sei er Unternehmensberater gewesen und gut fünf Millionen Kilometer gefahren, unfallfrei! Als Vielfahrer habe er erlebt, wie der Verkehr immer gefährlicher geworden sei: Verschleiß der Fahrbahnen, schlecht ausgebildete Neulinge, miserable Zustände der Autobahnraststätten, auf denen sich die Lastwagen an Wochenenden bis in die Auffahrspur zurück stauten! Ernste Themen, allesamt. Doch für Erdhaus sind sie nur das Präludium zu seinem Lieblingsthema: "Radarfallen", ruft er, "haben nicht einen einzigen Unfall verhindert!"

Immerhin haben sie vor einer Woche einen Rücktritt erzwungen. Der Verkehrsminister von Nordrhein-Westfalen, Oliver Wittke, war mit Tempo 109 durch Meschede im Sauerland gebraust. Er gab zu, dass er für seine Wähler kein Vorbild mehr sein könne, und versprach, "künftig noch vorsichtiger zu fahren".

Der zu schnelle CDU-Mann kann nun wie Erdhaus den 15. Februar 1959 verfluchen – damals stellte Nordrhein-Westfalen als erstes Bundesland stationär Radarfallen auf. Seitdem blitzt es in der Republik. Wittkes Rücktritt gehe schon in Ordnung, sagt Erdhaus. Nur die Art, wie man ihm aufgelauert habe, sei "unter aller Sau". Die Radarfalle, die Wittke zum Verhängnis wurde, sei in einer Mülltonne versteckt gewesen!

Erdhaus sitzt nun in einem Sessel im Parkhotel, weit vorgebeugt. "Denk dran, Werner", sagt der Redakteur, "immer mich anschauen und nicht die Kamera." – "Weiß ich doch", sagt Erdhaus und erzählt noch schnell, dass heute Geräte benutzt würden, die schon in der DDR verwendet worden seien, um Republikflüchtlinge zu erwischen. So schlimm sei es mittlerweile! Im Interview sagt er: "Straßen sind doch die Lebensadern der Volkswirtschaft. Durch die Blitzerei werden unbescholtene Bürger zu Verdachtstätern gemacht!" Die Sätze gehen ihm flüssig raus. Das mögen die Fernsehleute an ihm.

Nach dem Interview, draußen vor dem Hotel, kommt Erdhaus so richtig in Fahrt: "Die Blitzerei ist Abzocke und Überwachung. Wir wollen hier doch kein Honecker-Regime. Nicht im Osnabrücker Land."

Gewiss sind Radarfallen ein Thema, das zu Fragen Anlass gibt. Die Stadt Osnabrück hat im Jahr 2007 gut 88.000 Verfahren wegen Geschwindigkeitsüberschreitung eingeleitet und 2,5 Millionen Euro an "Bußgeldern im fließenden Verkehr" einkassiert. "Nicht ein einziger Cent wird für Verkehrssicherheit eingesetzt", schimpft Erdhaus. Die Stadt Osnabrück dementiert.

Aber es geht es ihm auch nicht so sehr um Argumente. Erdmann versteht sich als Macher, der Taten sprechen lässt. Gewohnheitsmäßig lauert er mit seinen Freunden den Tempokontrolleuren auf, gern in Begleitung eines Kamerateams. Da gibt es diese Fernsehszene: Erdhaus & Co. belagern den Messwagen einer städtischen Angestellten so lange, bis es der Frau zu viel wird und sie Reißaus nimmt.

"Wir brauchten eigentlich einen zusätzlichen Pressereferenten, der sich nur um die Sache Erdhaus kümmert", heißt es aus dem Osnabrücker Rathaus. Erdhaus kürte Osnabrück eigenmächtig, aber medienwirksam zur Unfallhauptstadt Deutschlands, dann zur Blitzer-Hauptstadt und schließlich zur autofahrerfeindlichsten Stadt. Das kratzt am Selbstwertgefühl einer Stadt, in der laut einer Umfrage doch die glücklichsten Menschen Deutschlands leben sollen.

Auch heute wird Erdhaus das Kamerateam zum Rathaus führen und einen Pressesprecher zum Schlagabtausch herausfordern. Der junge Redakteur freut sich schon auf das, was er den "Showdown" nennt. Und Erdhaus verlängert seine lange Liste der TV-Auftritte: Kabel Eins Abenteuer Auto, Spiegel TV Extra, Spiegel TV Reportage, Sat.1 Automagazin, Guten Abend RTL, ARD Brisant, ARD-exclusiv , ZDF drehscheibe Deutschland.

Die Sendungen feiern ihn als den Rächer der kleinen Leute. Endlich mal einer, der aufbegehrt. Dem Publikum ist er ein Sympathieträger. Selten fallen kritische Worte – wenn überhaupt, dann in Zeitungen. Erdhaus hatte dem Weser-Kurier mal erläutert, woher das Geld für seine Kampagnen kommt. Sein Verein, die ASV, kooperiere mit Rechtsanwälten bei der Prüfung der Bußgeldbescheide. Ergebe sich aus der kostenlosen Vorberatung ein Mandantenverhältnis, erhalte er als Vermittler eine kleine Provision. So ist es verständlich, dass sich der eine oder andere Rechtsanwalt an seine Hacken klemmt, denn die ASV will in den vergangenen 13 Jahren 35.000 Bußgeldbescheide überprüft haben. Da kämen schon ein paar Provisionen zusammen. Der Weser-Kurier schrieb deshalb über Erdhaus: "Ein Idealist? Vielleicht. Aber gewiss einer, der weiß, dass ohne Geld nichts geht."

Werner Erdhaus ist gegen die Grünen und gegen die Roten, gegen die Fremden in Deutschland und gegen die Ämter und gegen alles, was Autofahrer bremsen könnte. Er versteht seine ASV als Bürgerrechtsbewegung und preist seine Kooperation mit amnesty international.

Amnesty international sagt aber: "Es gibt keine Form der Zusammenarbeit." Die Wahrheit, so scheint es, bleibt bei Werner Erdhaus gelegentlich auf der Strecke.

 
Leser-Kommentare
  1. Ist diesem Wahnsinnigen eigentlich mal irgendwann der Gedanke gekommen, dass die Blitzampeln Geschwindigkeitsverstöße ahnden? Und man kann die auch mit einem ganz perfiden Trick austricksen – einfach so schnell fahren wie auf dem Schild angegeben ist.

  2. 2. Wieso

    fährt er nicht einfach genau so schnell wie angegeben? So dumm muss man erst mal sein. Wer zu schnell fährt, riskiert Leben und Geld, wer das nicht will, fährt so, wie angegeben. Einfachere Regeln kann man nun wirklich nicht aufstellen.

    Was ist daran so schwer? Vieleicht sollte dieser Herr nochmal in die Grundschule gehen.

    • Chaled
    • 21.02.2009 um 11:40 Uhr

    tun sich hier auf allen Seiten Kund.
    Es hat bestimmt niemand etwas dagegen, wenn an Gefahrenstellen, insbesondere in der Nähe von Kindergärten, Schulen usw. geblitzt wird. Diese Stellen sind aber für die Gemeinden nicht von großem Interesse. "Da ist nicht so viel zu holen." sagte mein Ortsbaumeister neulich zu mir. Das ist auch verständlich da niemand einen anderen verletzen möchte, schon gar nicht ein Kind mit dem Auto.
    Leider ist es deshalb so, dass vor allem an breiten gut ausgebauten übersichtlichen Strassen, die in keinster weise eine Gefahrenquelle darstellen, zu Zeiten an denen quasi kein Verkehr stattfindet, geblitzt wird. "Das ist eine fixe Größe in unseren Haushalt, das Geld brauchen wir, dringend." sagte der oben Genannte zu meinem Erstaunen zu mir. Die Diskussion fand statt, da ca. alle 2 Wochen auf einer breiten Zubringerstrasse auf der locker vier Fahrzeuge nebeneinander fahren könnten, die Gehwege von bis zu 4 (vier !) Meter breite hat, geblitzt wurde. Da die Strasse im Kurgebiet liegt ist sie beschränkt auf 30km/h . Der Nutzen der Blitzerei für die Verkehrssicherheit war gleich Null, da die Einnahmen wie schon erwähnt, über Jahre hinaus konstant steigend, in Abhängigkeit durch das erhöhte Verkehrsaufkommen und die höheren Bußgelder waren. Leider führt die Strasse auch in ein großes Wohngebiet und eines noch nicht allzulangen Tages machten sich einige Jugendliche auf, die Ordnungshüter aus ihrem Fahrzeug zu zerren, sie mit einer Tracht prügel Richtung Rathaus zu schicken und das Fahrzeug zu zerlegen.
    Sowas geht in einer Kurgemeinde ja gar nicht und um solche Vorfälle in Zukunft zu vermeiden, wird an dieser Stelle jetzt einfach nicht mehr geblitzt. Um aber weiterhin gut fließende Einnahmen zu haben, wird nun eine andere Zubringerstrasse ins Kurgebiet (auch gut ausgebaut, breite von der Fahrbahn durch Grünstreifen getrennte Gehwege) von bisher 70km/h auf 30km/h beschränkt. Ein Schelm ist, wer denkt es ginge um etwas anderes als die Verkehrssicherheit.
    Mein Vorschlag, Abgabe aller Bußgeldgebühren an das Land oder den Bund. Dadurch würden alle Gemeinden sofort nur noch an den echten Gefahrenstellen messen.
    Und noch als Sahnehäubchen: Auch in unserer Gemeinde wird immer mit dem Argument, "Die Anwohner möchten die Messungen." gearbeitet. Ich möchte dann immer die Schreiben sehen und bekomme meistens die Antwort, dass es entweder mündlich vorgebracht wurde oder die Schreiben wegen mir (eines FDPlers) nicht herausgesucht würden. Eines Tages machte ich dann den Test. Ich ging von Haus zu Haus an einer der Strassen und befragte wirklich jede Familie und jeden Bürger. Da war nichts, wirklich gar nichts. Im Gegenteil, die Anwohner sagten, sie leben nun mal im Kurgebiet und da hat man eben viel Kurverkehr. Der sei zwar störend aber nicht zu vermeiden und die Gemeinde hätte durch die (schon vor Jahren durchgeführte) Beschränkung auf 30 km/h gut gearbeitet. Maßnahmen zur Verkehrberuhigung wie Insel, Bäume, Blumenkästen, Säulen oder Wellen (ja wir haben Alles !) wurden rundweg abgelehnt.
    Meiner (subjektiven) Meinung geht mindestens die Hälfte aller Geschwindigkeitsmessungen auf das Konto der Gemeinden- und Städtefinanzierung.

  3. Hat es dieser gelangweilte Rentner doch tatsächlich wieder in die Presse.

    Zunächst aber bleibt festzustellen: Osnabrück, ebenso wie das gesamte Osnabrücker Land liegen in Niedersachsen! Lediglich im Westen grenzt diese Stadt an das Bundesland NRW.

    Gern stellt dieser Mensch ja Osnabrück als Hauptstadt der Starenkästen dar, wobei er ein Detail aber gern dabei auslässt. Diese Kästen sind zum überwiegenden Teil (ca. 90 %) leer und fungieren daher lediglich zur Abschreckung (sehr erfolgreich übrigens), nicht aber zur Abzocke.

    Auch was die mobilen Blitzer angeht, bleibt für mich, der immerhin 8 Jahre in dieser Stadt gewohnt hat und öfters ROT gesehen hat, nur festzustellen: jeder einzelne Blitz war gerechtfertigt, seien es Blitze in uneinsehbaren Kurvenbereichen gewesen oder die indiskutable Überschreitung von 50 km/h (in diesem Fall wird übrigen in Osnabrück normalerweise überhaupt erst bei ca. 61 km/h ausgelöst). Für mich kann ich heute nur feststellen: jeder einzelne Blitz war berechtigt.

  4. Hallo,
    mit ca. 80 Tkm Jahreskilometer würde ich mich als Vielfahrer bezeichnen, einen Unfall wg. überhöhter Geschwindigkeit wurde von mir noch nie verursacht.

    Ich habe kein Problem, wenn am Ortseingang, an Durchgangsstrassen oder anderen gefährlichen Stellen die Geschwindigkeit kontrolliert wird.

    Wofür ich kein Verständnis aufbringen kann sind solche Dinge:
    - nach 3 Monaten gibt es auf der A81 auf einem sonst freigegebenen Abschnitt eine Beschränkung mit dem Zusatz "neuer Fahrbanbelag"
    - auf der B33 gibt es sowohl Abschnitte, die über ca. 3 km gut einsehbar sind und auch ausreichend breit, und Abschnitte mit 2+1 Spuren. Da darf man 80 fahren. Die LKW auf der rechten Spur fahren auch 80, aber die Muttis, die die Kinder in die Schule bringen, fahren links nur 78.
    - es gibt unzählige Bauprojekte, bei denen Baustellen vorübergehend still gelegt sind, keine Verkehrsbeeiträchtigung oder Gefährdung der Arbeiter erfolgt. Zu Beginn aufgestellte Begrenzungen (oft 40er oder 60er Zonen) werden aber nicht aufgehoben.
    - ich kenne eine Vielzahl von Abschnitten auf Bundesstrassen, wo sich für mich eine Geschwindigkeitsbegrenzung nicht nachvollziehen lässt. Und andere, wo diese fehlen.

    An diesen Stellen wird aber oft und gern geblitzt. Der aufmerksame und mitdenkene Autofahrer kann das nicht nachvollziehen. Wissen alle Leser immer, vor allem auch auf Stecken, welche sie nicht so oft befahren, welche Geschwindigkeit erlaubt ist?

    Es wäre für mich angenehm, wenn sich wenigstens ein großer Teil der Begrenzungen sich für jedermann erschließen würde. Langsamer darf ja gefahren werden. Auch wenn entweder zu Verkehrsbehinderungen, Staus oder gefährlichen Situationen durch Überholmanöver führt. Da sind dann wieder die Raser schuld.

    Allzeit gute und sichere Fahrt.

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    • rtff
    • 21.02.2009 um 14:30 Uhr

    ... macht nicht aus jedem Deutschen gleich einen Verkehrssicherheitsexperten, auch nicht mit der Fahrpraxis von 2,5 Mio km. Genauso macht die Sportschau noch keinen Bundestrainer aus den Zuschauern.

    - nach 3 Monaten gibt es auf der A81 auf einem sonst freigegebenen Abschnitt eine Beschränkung mit dem Zusatz "neuer Fahrbanbelag"

    Da wurde vielleicht etwas spät bemerkt, dass die Anfangsgriffigkeit des Fahrbahngbelages zu niedrig ist? Weniger Griffigkeit = geringere zugelassene Höchstgeschwindigkeit.

    - auf der B33 gibt es sowohl Abschnitte, die über ca. 3 km gut einsehbar sind und auch ausreichend breit, und Abschnitte mit 2+1 Spuren. Da darf man 80 fahren. Die LKW auf der rechten Spur fahren auch 80, aber die Muttis, die die Kinder in die Schule bringen, fahren links nur 78.

    Weil deren Tacho mit 80 km/h zufällig nicht Ihrem Tacho bei 80 km/h entspricht? Wollen Sie sich wegen der "Sekunden", die so "verloren" werden, aufregen? Schonen Sie Ihr Herz, das bringt Jahre im Vergleich mit der Mehrzeit bei etwas langsamarer Fahrt.

    - es gibt unzählige Bauprojekte, bei denen Baustellen vorübergehend still gelegt sind, keine Verkehrsbeeiträchtigung oder Gefährdung der Arbeiter erfolgt. Zu Beginn aufgestellte Begrenzungen (oft 40er oder 60er Zonen) werden aber nicht aufgehoben.

    Baustellen sind nicht zufällig mit etwas schmaleren Fahrbahnen gesegnet? Haben meist keinen Standstreifen? Dann sind diese Bereiche automatisch weniger sicher als deie normale Strecke. Und für die paar Wochen, in denen ein Reiherpaar an der Baustelle in Ruhe ihre unge ausbrüten darf und daher Baustopp herscht, werden nicht extra alle Schilder ausgetauscht.

    - ich kenne eine Vielzahl von Abschnitten auf Bundesstrassen, wo sich für mich eine Geschwindigkeitsbegrenzung nicht nachvollziehen lässt.

    Wenn Sie die wesentlichen baulichen, streckengeometrischen, lärm- und
    verkehrsstärkerelevanten Bedingungen der Strecke kennen, und dazu die Verkehrssicherheitslage an dieser Stelle, dann können Sie einigermaßen einschätzen, welche Geschwindigkeit dort höchstens gefahren werden sollte. Was Ihnen hinter der Windschuzscheibe für richtig erscheint, hat da Gott sei Dank keine Relevanz.

    Allzeit gute Fahrt!

    • SeppD
    • 21.02.2009 um 15:25 Uhr

    Da gibt es am Rand so runde Schilder mit rotem Rand auf denen eine Zahl, z.B. 100, steht. Diese Schilder geben die erlaubte Geschwindigkeit an. Wer diese nicht überschreitet, wird auch nicht geblitzt. So einfach ist das!

    • rtff
    • 21.02.2009 um 14:30 Uhr

    ... macht nicht aus jedem Deutschen gleich einen Verkehrssicherheitsexperten, auch nicht mit der Fahrpraxis von 2,5 Mio km. Genauso macht die Sportschau noch keinen Bundestrainer aus den Zuschauern.

    - nach 3 Monaten gibt es auf der A81 auf einem sonst freigegebenen Abschnitt eine Beschränkung mit dem Zusatz "neuer Fahrbanbelag"

    Da wurde vielleicht etwas spät bemerkt, dass die Anfangsgriffigkeit des Fahrbahngbelages zu niedrig ist? Weniger Griffigkeit = geringere zugelassene Höchstgeschwindigkeit.

    - auf der B33 gibt es sowohl Abschnitte, die über ca. 3 km gut einsehbar sind und auch ausreichend breit, und Abschnitte mit 2+1 Spuren. Da darf man 80 fahren. Die LKW auf der rechten Spur fahren auch 80, aber die Muttis, die die Kinder in die Schule bringen, fahren links nur 78.

    Weil deren Tacho mit 80 km/h zufällig nicht Ihrem Tacho bei 80 km/h entspricht? Wollen Sie sich wegen der "Sekunden", die so "verloren" werden, aufregen? Schonen Sie Ihr Herz, das bringt Jahre im Vergleich mit der Mehrzeit bei etwas langsamarer Fahrt.

    - es gibt unzählige Bauprojekte, bei denen Baustellen vorübergehend still gelegt sind, keine Verkehrsbeeiträchtigung oder Gefährdung der Arbeiter erfolgt. Zu Beginn aufgestellte Begrenzungen (oft 40er oder 60er Zonen) werden aber nicht aufgehoben.

    Baustellen sind nicht zufällig mit etwas schmaleren Fahrbahnen gesegnet? Haben meist keinen Standstreifen? Dann sind diese Bereiche automatisch weniger sicher als deie normale Strecke. Und für die paar Wochen, in denen ein Reiherpaar an der Baustelle in Ruhe ihre unge ausbrüten darf und daher Baustopp herscht, werden nicht extra alle Schilder ausgetauscht.

    - ich kenne eine Vielzahl von Abschnitten auf Bundesstrassen, wo sich für mich eine Geschwindigkeitsbegrenzung nicht nachvollziehen lässt.

    Wenn Sie die wesentlichen baulichen, streckengeometrischen, lärm- und
    verkehrsstärkerelevanten Bedingungen der Strecke kennen, und dazu die Verkehrssicherheitslage an dieser Stelle, dann können Sie einigermaßen einschätzen, welche Geschwindigkeit dort höchstens gefahren werden sollte. Was Ihnen hinter der Windschuzscheibe für richtig erscheint, hat da Gott sei Dank keine Relevanz.

    Allzeit gute Fahrt!

    • SeppD
    • 21.02.2009 um 15:25 Uhr

    Da gibt es am Rand so runde Schilder mit rotem Rand auf denen eine Zahl, z.B. 100, steht. Diese Schilder geben die erlaubte Geschwindigkeit an. Wer diese nicht überschreitet, wird auch nicht geblitzt. So einfach ist das!

  5. Es sind viel zu wenige die aufbegehren, die darauf hinweisen, dass es nur um Abzocke geht. Es sind viel zu wenige, die den Finger in die Wunde der Stadtverwaltungen und Straßenbauverwaltungen legen. Es geht im Allgemeinen nicht um Verkehrssicherheit und Ordnung. Es geht fast nur ums Kassieren.

    Daher bravo.

    Bravo auch wenn ich nicht in allen Details mit Herrn Erdhaus übereinstimme.

    Bravo für dessen Einsatz. Und auch dessen Mut.

    Und man sieht es tut sich was. Deutschlands Blitzhauptstadt regt sich zumindest mal auf.

  6. man muß nur einmal darauf achten, wo die radarfallen aufgestellt sind und zu welchen uhrzeiten, auf geraden freien strecken in gutem zustand uns weit einsehbar, nicht dort, wo bäume oder kinder sind oder bekannt ist, daß jeden monat einer von der straße fliegt oder kollisionen stattfinden.

    die knöllchenpreise würde ich bei weitem nciht so hoch ansetzen, dafür aber die strafen für den fall eines unfalls drastisch erhöhen.
    es sind schlechte, unachtsame fahrer und selbstüberschätzung, die unfälle verursachen, nicht schnelle fahrer.

    • rtff
    • 21.02.2009 um 14:30 Uhr

    ... macht nicht aus jedem Deutschen gleich einen Verkehrssicherheitsexperten, auch nicht mit der Fahrpraxis von 2,5 Mio km. Genauso macht die Sportschau noch keinen Bundestrainer aus den Zuschauern.

    - nach 3 Monaten gibt es auf der A81 auf einem sonst freigegebenen Abschnitt eine Beschränkung mit dem Zusatz "neuer Fahrbanbelag"

    Da wurde vielleicht etwas spät bemerkt, dass die Anfangsgriffigkeit des Fahrbahngbelages zu niedrig ist? Weniger Griffigkeit = geringere zugelassene Höchstgeschwindigkeit.

    - auf der B33 gibt es sowohl Abschnitte, die über ca. 3 km gut einsehbar sind und auch ausreichend breit, und Abschnitte mit 2+1 Spuren. Da darf man 80 fahren. Die LKW auf der rechten Spur fahren auch 80, aber die Muttis, die die Kinder in die Schule bringen, fahren links nur 78.

    Weil deren Tacho mit 80 km/h zufällig nicht Ihrem Tacho bei 80 km/h entspricht? Wollen Sie sich wegen der "Sekunden", die so "verloren" werden, aufregen? Schonen Sie Ihr Herz, das bringt Jahre im Vergleich mit der Mehrzeit bei etwas langsamarer Fahrt.

    - es gibt unzählige Bauprojekte, bei denen Baustellen vorübergehend still gelegt sind, keine Verkehrsbeeiträchtigung oder Gefährdung der Arbeiter erfolgt. Zu Beginn aufgestellte Begrenzungen (oft 40er oder 60er Zonen) werden aber nicht aufgehoben.

    Baustellen sind nicht zufällig mit etwas schmaleren Fahrbahnen gesegnet? Haben meist keinen Standstreifen? Dann sind diese Bereiche automatisch weniger sicher als deie normale Strecke. Und für die paar Wochen, in denen ein Reiherpaar an der Baustelle in Ruhe ihre unge ausbrüten darf und daher Baustopp herscht, werden nicht extra alle Schilder ausgetauscht.

    - ich kenne eine Vielzahl von Abschnitten auf Bundesstrassen, wo sich für mich eine Geschwindigkeitsbegrenzung nicht nachvollziehen lässt.

    Wenn Sie die wesentlichen baulichen, streckengeometrischen, lärm- und
    verkehrsstärkerelevanten Bedingungen der Strecke kennen, und dazu die Verkehrssicherheitslage an dieser Stelle, dann können Sie einigermaßen einschätzen, welche Geschwindigkeit dort höchstens gefahren werden sollte. Was Ihnen hinter der Windschuzscheibe für richtig erscheint, hat da Gott sei Dank keine Relevanz.

    Allzeit gute Fahrt!

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