AfrikaTerror und Moderne

Mussolinis Kolonialstadt Asmara in Eritrea soll wegen ihrer avantgardistischen Architektur Weltkulturerbe werden. Die düstere Geschichte dahinter wird gern verschwiegen von Aram Mattioli

Das Fiat Tagliero Gebäude in Asmara, geformt wie ein Flugzeug

Das Fiat Tagliero Gebäude in Asmara, geformt wie ein Flugzeug  |  © Nicolas Germain/AFP/Getty Images

Kaum eine Architekturausstellung hat Wissenschaftlern und Journalisten in den vergangenen Jahren solche Superlative des Lobes entlockt wie die Fotoschau Asmara, Afrikas heimliche Hauptstadt der Moderne, die seit 2006 durch Deutschland und Europa tourt und von einigen Goethe-Instituten auch in Afrika gezeigt wurde; zuletzt war sie in Turin und im Herbst 2008 in Tübingen zu sehen. Rezensenten der Ausstellung, die von der Stiftung Bauhaus Dessau und dem eritreischen Denkmalpfleger Naigzy Gebremedhin zusammengestellt worden ist, schwärmen von der »schönsten Stadt auf dem afrikanischen Kontinent«, von einer »Art Gesamtkunstwerk« und einem urbanen »Kleinod«, das so rasch wie möglich in die Unesco-Liste des Weltkulturerbes aufzunehmen sei. Nur der Welterbe-Status und das durch ihn zu erwartende Touristeninteresse könnten dieses einzigartige Ensemble vor dem Verfall bewahren.

In der Hauptstadt des seit 1993 unabhängigen Staates Eritrea am Horn von Afrika hat sich in der Tat eine bemerkenswerte City aus den dreißiger Jahren erhalten. Asmaras Innenstadt birgt eine der dichtesten und intaktesten Ansammlungen von Gebäuden der klassischen Moderne. Und so verdienen die Bemühungen, diesen Schatz ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit zurückzuholen, alle Sympathie.

Jedoch sticht ins Auge, dass bislang nur von der Ästhetik die Rede war. Wo immer die Ausstellung gastierte, blieb der historische Kontext sträflich unterbelichtet. Einige wenige Kritiker haben dies bemerkt, wie der Berliner Kunsthistoriker Christian Welzbacher, der mit seiner Rezension der Schau nicht in den Jubelchor über »Africa’s secret modernist city« einstimmte. Stattdessen warf er den Ausstellungsmachern eine Kapitulation vor der Geschichte vor.

Zu Recht. Denn tatsächlich handelt es sich bei Asmara nicht nur um eine jener Planstädte des faschistischen Diktators Benito Mussolini, die selbst noch auf afrikanischer Erde von Roms restaurierter Macht und Größe künden sollten. Ihre Errichtung ist auch vor dem Hintergrund des brutalen Eroberungsfeldzugs gegen das Kaiserreich Äthiopien 1935/36 zu sehen: Asmara, der Mittelpunkt der seit 1890 bestehenden italienischen Kolonie Eritrea, bildete die Hauptnachschubbasis für Roms Kriegsmaschine. Vor allem aber gehörte die auf 2350 Metern über dem Meer gelegene Stadt mit ihrem angenehmen Klima zu den Zentren eines Kolonialregimes, das der schwarzen Mehrheitsbevölkerung eine faschistische Lebensorganisation aufzwingen wollte.

Der mit Giftgas und Luftbombardements geführte Abessinienkrieg war in eine blutige Besatzungsherrschaft gemündet, die Eritrea, Äthiopien und ausgedehnte Landstriche an der Somaliküste umfasste; Italien gebot jetzt – Libyen und Teile der Ägäis hinzugerechnet – über das drittgrößte Kolonialreich der Welt. Unter dem Jubel seiner Landsleute verkündete Mussolini den Italienern am 9. Mai 1936 nichts weniger als die Wiedererrichtung des antiken Imperiums »auf den schicksalhaften Hügeln Roms«. »L’Italia ha finalmente il suo impero. Impero fascista [], impero di pace [], impero di civiltà e di umanità« – so redete der »Duce« die Italiener in einer landesweit übertragenen Ansprache schwindlig. Im Konzert der Mächte trat sein Kriegsregime fortan als zweites Imperium Romanum auf, das in Ostafrika – wie einst die Römer rund um das Mittelmeer – eine Zivilisierungsmission zu erfüllen hätte. Die Propaganda wurde nicht müde, die Italiener als selbstlose Pioniere zu feiern, die eine vergessene Weltgegend mit Straßen, Schulen und Spitälern beglücken und Wüsten in blühende Gärten verwandeln würden.

Doch allem Propagandagedröhn zum Trotz existierten im Frühsommer 1936 nur wenige Vorgaben für das italienische empire building am Horn von Afrika. Mussolini gab nicht nur einer direct rule unter Ausschluss der alten amharischen Eliten den Vorzug, sondern ließ bald schon ein System der Rassentrennung einführen. Africa Orientale Italiana sollte zur Siedlungskolonie für bis zu 6,5 Millionen Italiener ausgebaut werden.

Um einen Bevölkerungstransfer dieser Größenordnung überhaupt in Gang setzen zu können, mussten im künftigen »spazio vitale« (wie »Lebensraum« auf Italienisch heißt) zuallererst die verkehrs- und kommunikationstechnischen, aber auch die wirtschaftlichen und städtebaulichen Voraussetzungen geschaffen werden. Das war schon deshalb schwierig, weil es der Besatzungsmacht trotz der brutalen Repression, der Zehntausende Menschen zum Opfer fielen, nie gelang, das gesamte Territorium militärisch zu kontrollieren. Die Faschisten selbst sahen ihr Lebensraumprojekt indes als titanisches Unternehmen – es schlug die Stunde der Ingenieure, der Architekten und Stadtplaner.

Nur eine Woche nach der Proklamation des »Impero« im Mai 1936 wandte sich Marcello Piacentini, der einflussreichste Architekt des Regimes, an Mussolini. Er schlug vor, alle Bauvorhaben in einem einzigen Generalplan für die ostafrikanischen Gebiete zu koordinieren. Niemals zuvor in der Geschichte habe sich die Gelegenheit geboten, die architektonische und urbane Entwicklung eines »völlig jungfräulichen, von jeder vorgängigen Zivilisationsinitiative unberührten Territoriums« planerisch zu steuern.

Zwar wurde aus dieser Idee am Ende nichts, doch immerhin ließ der Diktator eine »Consulta per l’edilizia e l’urbanistica« einsetzen, ein Gremium, das in der Folge alle Vorhaben im »Impero« überwachte und die vorgelegten Bebauungspläne bewertete. In der freudigen Erwartung, dass es in Ostafrika bald sehr viel Arbeit gebe, rief Piacentini, der Albert Speer Italiens, seine Berufskollegen dazu auf, sich zu engagieren. Italiens Baumeister und Stadtplaner sollten sich endgültig in Erfüllungsgehilfen des Regimes verwandeln.

Dass Italienisch-Ostafrika ein attraktives Feld für Architekten mit urbanistischen Ambitionen war, glaubte eine Zeit lang auch Le Corbusier, einer der bedeutendsten Baukünstler des 20. Jahrhunderts. Schon nach dem Ersten Weltkrieg hatte er mit dem Plan für Aufsehen gesorgt, die Innenstadt von Paris abzureißen und die Menschen in 18 Wolkenkratzern unterzubringen – glücklicherweise blieb dieser bizarre Vorschlag Idee. 1934 hatte sich Le Corbusier dann als Baumeister für die Planstadt Pontinia in den trockengelegten Pontinischen Sümpfen bei Rom ins Gespräch gebracht, wiederum erfolglos, da das Regime dieses Prestigeprojekt keinem Ausländer anvertrauen wollte. Immer wieder bemühte er sich, eine Audienz beim »Duce« zu erhalten, um diesem seine Visionen zu erläutern, darunter einen Plan für die nördliche Banlieue von Rom. Beunruhigt über Presseberichte, dass sich die Umgestaltung von Addis Abeba an der kapitalistischen Gartenstadtidee orientieren werde, arbeitete Le Corbusier im Spätsommer 1936 ungefragt einen imperialen Gegenentwurf mit den dazugehörigen Skizzen aus.

»Kolonisation«, schrieb er an den italienischen Botschafter in Brasilien, der den Brief an Mussolini weiterleitete, »muss ein Nachweis von Ordnung, Kraft und modernem Geist sein.« Le Corbusier riet dazu, mit dem traditionellen Gefüge von Addis Abeba auch die gewachsene Sozialstruktur der 1886 gegründeten kaiserlichen Residenzstadt zu zerschlagen. Konkret sah er für die Kapitale eine Zentralachse vor, welche die Wohnquartiere der Europäer strikt von denen der Einheimischen trennte. Folgerichtig enthielt sein Projekt zwei Bahnhöfe und zwei Busterminals – je einen für Schwarze und Weiße. Selbst im neuen Sportstadion waren zwei getrennte Zonen für europäische und afrikanische Besucher vorgesehen. Diese auf strenger Apartheid basierende Grobplanung nahm keinerlei Rücksicht auf lokale Gegebenheiten. Dem opportunistischen Avantgardisten ging es einzig darum, Addis Abeba zum repräsentativen Machtzentrum von Italienisch-Ostafrika umzugestalten. Zum Glück für Le Corbusiers spätere Karriere zeigte ihm der Diktator erneut die kalte Schulter.

Was die Organisation des kolonialen Raums anging, unterschied sich das Konzept des Franzosen für Addis Abeba jedoch nicht grundlegend von jenen seiner italienischen Kollegen. Auch Mussolinis Männer dachten über Projekte nach, welche die kleineren und größeren ostafrikanischen Siedlungszentren als Tabula rasa behandelten. Die Menschen dort waren ja nur »Barbaren« ohne wirkliche Städte, richtige Häuser und Kultur. Bis Italien an der Seite Deutschlands in den Zweiten Weltkrieg eintrat, wurden zahlreiche Bebauungspläne (piani regolatori) in Kraft gesetzt. Nur weil die ostafrikanischen Länder bereits 1941 von alliierten Truppen befreit werden konnten, kam die Umsetzung über Anfänge nicht hinaus.

In den piani regolatori ging es längst nicht nur um Wohnungsbau und neue Gewerbe- und Industriezonen an den Stadträndern. Die Kolonie wurde als gigantisches Testfeld für die faschistische Zukunftsgesellschaft gesehen, die nach imperialen, militärischen und rassischen Prinzipien aufgebaut werden sollte. Das Regime in Rom pumpte viel Geld nach Ostafrika, um dort, wie der amerikanische Historiker Alexander De Grand feststellte, ein paralleles Übersee-Italien zu schaffen, von allen Zwängen befreit. Eine faschistische Idealgesellschaft sollte am Horn von Afrika entstehen, ohne jene Einschränkungen und Kompromisse, wie sie der totalitären Entfaltung des Regimes im Mutterland mit seinen kirchenfreundlichen Eliten und seinen staatsskeptischen, viel zu weichherzigen Bürgern immer noch entgegenstanden.

Die neuen Städte des »Impero« standen für Dominanz, Ordnung und Rassentrennung. Dafür mussten das Regierungsviertel und der »Viale Mussolini« samt den faschistischen Repräsentationsgebäuden stets im Zentrum liegen, in gut sichtbarer Lage. Ähnlich wie Le Corbusier sahen die Stadtplaner für Italiener und Einheimische nicht nur getrennte Wohnviertel und Märkte vor, sondern auch nach Rassen getrennte Restaurants, Kinos, Spitäler, Kirchen, Bordelle und zuweilen gar getrennte Zufahrtswege zu den verschiedenen Funktionszonen der Städte. Fortan hatten die Einheimischen nur sehr beschränkt Zugang zur City, eigentlich nur als Hausbedienstete und billige Arbeitskräfte.

Bei der Neugestaltung gingen die italienischen Besatzer rücksichtslos vor. Sie zögerten nicht, ganze Stadtteile abzureißen, genauso wie sie das in Italien nach Bedarf auch taten, etwa um in Brescia die Piazza della Vittoria zu verwirklichen. In Addis Abeba ließen sie ein Quartier mit Tukuls (aus Ton gebauten Strohdachhäusern), die in konzentrischen Kreisen angeordnet waren, dem Erdboden gleichmachen. Mit der Zerstörung des traditionellen Quartiers wollten sie die äthiopische Gesellschaftsstruktur in ihrem Kern treffen, bauten sie die Tukuls doch in einer streng rechtwinkligen und damit besser beherrschbaren Ordnung andernorts wieder auf. Auf diese Weise verloren Tausende von Afrikanern ihre Häuser. Die neuen Tukuls standen in den »Eingeborenenvierteln«, den città indigene, die durch Grüngürtel von den Quartieren der Europäer abgeschottet wurden. Allein in Addis Abeba sollen 100.000 Menschen von der Ghettoisierung betroffen gewesen sein, während in Mogadischu 60.000, in Asmara 45.000 und in Gondar 18.000 Afrikaner das nämliche Schicksal erlitten.

Innerhalb weniger Jahre stampften die Italiener Wohnhäuser, Ladengeschäfte und Parteigebäude aus dem Boden, dazu Bank- und Versicherungshäuser, Restaurants, Hotels, Spitäler, Kinos und Tankstellen. So stürmisch wie in Asmara jedoch verlief die Entwicklung nirgendwo sonst in Africa Orientale Italiana. Bis 1939 verwandelte sich der Ort in eine pulsierende Verwaltungs- und Handelsstadt europäischen Zuschnitts; 53.000 Italiener lebten hier und 45.000 Einheimische. Die Umgestaltung Asmaras, das bald schon als piccola Roma galt, verschlang Unsummen. Der Ort, so stand 1938 in einem Reiseführer zu lesen, präsentiere sich als »anmutigste italienische Stadt von mittlerer Bevölkerungsgröße, aber vollständig neu und voller jugendlicher Energien, die auf eine wahrhaft imperiale Zukunft gerichtet« seien. Neben der Regierung in Rom und dem Stadtplaner Vittorio Cafiero (1901 bis 1981) hatten daran noch viele weitere Architekten und Ingenieure ihren Anteil.

Schon vor dem großen Boom waren vier streng voneinander getrennte Zonen festgelegt worden: die (übervölkerte) città indigena im Norden, die Industriezone, die gewerbliche Mischzone rund um den Markt und das grüne Villenquartier der Europäer im Süden. An dieser Grundstruktur hatte man nach 1936 nichts grundlegend verändert. Zügig entstand im Zentrum ein städtisches Ensemble, wie es sich im Afrika der späten dreißiger Jahre nirgends sonst fand. Der Katalog zur Asmara-Ausstellung spricht von der »fortschrittlichsten Stadt des Kontinents« und von einem »einzigartigen Manifest der Moderne«. Tatsächlich sind hier auf einer Fläche von vier Quadratkilometern die avancierten Stile der Zeit konzentriert, vom Art déco und Novecento bis hin zum Neofuturismus und Rationalismus.

Unter den rund 400 Neubauten findet sich viel Aufsehenerregendes: das 1937 von Mario Messina entworfene Cinema Impero; die einem U-Boot gleichende Agip-Tankstelle von Carlo Marchi und Carlo Montalbetti; das Selam-Hotel; die einem Flugzeug nachempfundene Fiat-Tagliero-Tankstelle von Giuseppe Pettazzi; das Warenhaus Spinelli oder die Bar Zilli. Neben Repräsentationsbauten und einem Schwimmbad gibt es in Asmara eine Reihe beachtlicher Mehrfamilienblocks, Villen, Geschäftshäuser, Kinos und Fabriken.

Allerdings darf dies nicht zu falschen Schlüssen verleiten. Die eritreische Kapitale heute als eine »mysteriöse, leicht zerbröckelnde Idealstadt der Moderne« oder als ein »städtebauliches Gesamtkunstwerk« zu beschreiben ist, gelinde gesagt, historisch naiv. Im Tabula-rasa-Städtebau des Faschismus stellten Neustädte und umgestaltete centri storici gebaute Allmachtsfantasien dar. Von einer geglückten »Fusion moderner europäischer Architektur mit afrikanischer Hochlandkultur« zu fantasieren, wie das in einer Begleitpublikation zur Ausstellung allen Ernstes geschieht, spottet der grausigen Realität. In Asmara ging es nicht um eine Verschmelzung unterschiedlicher Kulturen und schon gar nicht um eine schöpferische Rezeption der europäisch geprägten Moderne durch afrikanische Baukünstler, sondern um ein imperiales, rassistisches Gesellschaftsexperiment, das sich einer modernen Formensprache bediente.

So war das elegante, verschwenderisch ausgestattete Cinema Impero am Viale Mussolini für Schwarze selbstverständlich verboten. Vergnügen durften sich diese nur im hässlichen Zweckbau des Cinema Hamasien in ihrem Ghetto. Hier gab es keinen Glanz der Avantgarde und keine kühne Moderne. Hier gab es weder Wasserversorgung noch Strom in den Wohnungen, noch existierte eine Kanalisation. Die – nicht asphaltierten – Straßen indes trugen stolze Namen: Viale 3 Ottobre, Viale De Bono, Via 9 Maggio, Corso del Re Imperatore. Sie sollten den Einheimischen ein für allemal klarmachen, dass sie jetzt in einem Land lebten, das nicht mehr das ihre war.

Die historische Realität zeigt Asmara als eine Hauptstadt der Moderne ganz anderer Art: als stadtgewordenen Rassismus und Nationalismus. »Bauwerke sind keine autonomen, abstrakten Objekte«, hat der Amerikaner Daniel Libeskind, der in Berlin das Jüdische Museum entwarf, unlängst mit Blick auf die entfesselte Tätigkeit westlicher Stararchitekten für die Volksrepublik China in Erinnerung gerufen. »Sie sind Teil des Lebens, Teil eines Kontexts. Wir können das Kolosseum in Rom bewundern, weil wir es aus dem Kontext der Gladiatorenkämpfe lösen, in denen Menschen ermordet wurden. Aber wenn Sie den Kontext mit einbeziehen, denken Sie über so ein Bauwerk ein wenig anders.«

In diesem Sinne sollte die Unesco, die 1979 das KZ Auschwitz zum Weltkulturerbe erklärt hat, Asmara eben nicht nur als einen Ort der Kunst unter ihren besonderen Schutz stellen – sondern auch als einen Ort des Wahns und des Schreckens.

Der Autor ist Historiker und lehrt Zeitgeschichte an der Universität Luzern. Mehr zum Thema in dem Buch »Architektur und Städtebau im Italien Mussolinis«, das er zusammen mit dem Innsbrucker Zeithistoriker Gerald Steinacher herausgibt und das im Herbst beim Orell Füssli Verlag, Zürich, erscheinen wird

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Leserkommentare
  1. Es ist zu kurz gegriffen, Asmara alsd "Mussolinis Kolonialstadt" zu bezeichnen. Eritrea und seine Hauptstadt haben eine lange und traurige Geschichte NACH Mussolini, die in dem beschriebenen Kontext nicht fehlen darf.
    Nämlich: daß die Briten Mussolini das Land abnehmen wollten, was einen blutigen Krieg entzündete - natürlich auf Kosten der Bevölkerung. Vor der Entkolonisierung nahmen die Briten wesentliche Teile der von den Italienern geschaffenen Infrastruktur bis hin zu ganzen Fabrikeinrichtungen einfach mit.
    Anders als die anderen Kolonien wurde das derart ausgeplünderte Eritrea nicht frei, sondern fiel aus übergeordnetem Interesse der Weltpolitik an den äthiopischen Diktator Haile Sellassie.
    Der Grundkonflikt zum längsten Freiheitskrieg in Afrika (30 Jahre!!!) war gelegt, vor den Augen der vereinten Nationen, die sich um das Schicksal des kleinen Landes nicht kümmerten. USA und später Sowjetunion lieferten massenhaft Waffen nach Äthiopien und wie Eritrea unter diesen Umständen unter unsagbaren Opfern den Krieg gewinnen konnte, ist bis heute ein Rätsel.
    Ich habe das Land oft bereist und kann feststellen, daß sich der Westen in keinster Weise um das Land schert, um das so hart gekämpft wurde. Es ist heute isoliert und arm.
    Die Kulturbehörden des Landes bemühen sich bei aller Armut sehr darum, das einzigartige Stadtbild zu erhalten. Eine Anerkennung Asmaras als Welkulturerbe würde dem Land den verdienten Gewinn aus seiner kolonialen Last bescheren - endlich einmal zugunsten seiner Menschen. Sie haben es verdient.

    Eine Leserempfehlung

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  • Schlagworte Afrika | Benito Mussolini | Italien | Unesco | Eritrea | Addis Abeba
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