Schule Alle zum Einzeltraining

Die Unterschiede zwischen Schülern wachsen, die Vorstellung von homogenen Klassen ist überholt. In Zukunft sollen die Lehrer mehr moderieren, weniger dozieren – und die Fähigkeiten jedes Einzelnen fördern

In ihrem Alter ist es nicht cool, aufgeregt zu sein. Aber ein bisschen nervös sei sie schon, sagt Lena. Schließlich trägt man mit elf Jahren nicht alle Tage ein Theaterspiel vor – auf Englisch und Französisch, vor mehr als 50 Zuschauern. Fast zwei Monate lang haben das Mädchen und ihre drei Klassenkameraden den Auftritt vor Eltern, Lehrern und Mitschülern vorbereitet: Informationen gesammelt, die Dialoge geschrieben, an den fremden Vokabeln gefeilt. »In der Woche vor der Aufführung haben wir fast nichts anderes gemacht«, sagt das Mädchen. Für das Rollenspiel gibt es nicht einmal Zensuren. »Doch für die Schüler ist die Präsentation wichtiger als jedes Zeugnis«, sagt Schulleiterin Ortrud Meyhöfer.

Sie selbst hat ganz ähnliche Prioritäten. Wenn die Schüler der Voltaire-Schule vor Publikum ihr »Monatsthema« vorstellen, dann präsentieren sie zugleich das Ergebnis eines pädagogischen Experiments: So stellen sich die Lehrer der Potsdamer Gesamtschule den Unterricht der Zukunft vor. »Wir müssen den Schülern mehr Chancen geben, ihre individuellen Talente zu entfalten«, sagt Meyhöfer. Seit einiger Zeit erprobt die Voltaire-Schule in den unteren Klassen deshalb ein neues Konzept. Mehrmals im Jahr stimmen Lehrer ihre Stunden aufeinander ab und einigen sich auf ein gemeinsames Thema. »Berlin – London – Paris« hieß das Motto vor Kurzem, das Deutsch, Französisch, Englisch und Kunst verband. Die Schüler erarbeiten ihr Projekt über mehrere Wochen weitgehend eigenständig. »Unterricht, in dem alle das Gleiche machen, wird immer mehr der Vergangenheit angehören«, sagt die Rektorin.

Die Schule entdeckt den einzelnen Schüler. Ob auf Fortbildungen oder Lehrerkonferenzen, in bildungspolitischen Statements oder wissenschaftlichen Vorträgen: Kein Thema steht derzeit so häufig im Mittelpunkt wie die »Individualisierung des Unterrichts«. Was bislang nur an Vorzeigeschulen und einigen deutschen Grundschulen gelingt, sollen bald alle Lehranstalten des Landes können: die Unterschiede der Schüler als Vorteil anstatt als Belastung zu betrachten.

Nicht mehr der »imaginäre Durchschnittsschüler«, sagt der Schulforscher Andreas Helmke, gelte als Leitbild der Lehrer. In Zukunft soll ihr Unterricht die Talente und Interessen des Einzelnen fördern. In Nordrhein-Westfalen könnten Eltern seit Kurzem sogar einen solchen Unterricht für ihr Kind einklagen. Gleich im ersten Satz verspricht das neue Schulgesetz des Landes »individuelle Förderung« für jeden.

Wenn es nur so einfach wäre! Hinter dem bildungspolitischen Appell steckt der Aufruf zu einer Revolution im Klassenraum. Bisher gilt dort das Gesetz der pädagogischen Einfalt. Vorn steht ein Lehrer, der nach einem Lehrplan und einem Notenraster eine Gruppe beschult. Nun soll der Unterricht plötzlich der Vielfalt frönen. »Das ist ein Generationenprojekt«, sagt Kurt Reusser, Didaktikprofessor an der Universität Zürich.

Manche können lesen, andere erkennen nicht einmal einzelne Buchstaben

Der Ruf nach stärker differenziertem Lernen hat viele Gründe. Das gute Abschneiden der deutschen Grundschulen durch individualisiertes Lernen bei internationalen Leistungstests gehört dazu; ebenso Veränderungen der Schulstruktur in einigen Bundesländern . Auch Befunde der modernen Lernpsychologie stützen die Erkenntnis, dass Lehrer am erfolgreichsten sind, wenn sie Schüler zur Eigenständigkeit anregen.

Am stärksten stellt die wachsende Vielfalt im Klassenzimmer das alte Pauken im Gleichschritt infrage. Schon bevor Kinder die Schule betreten, sind die Unterschiede enorm. Zwischen Jungen und Mädchen, schnellen und langsamen Lernern, Einwandererkindern und Einheimischen. Während die einen bereits lesen können, erkennen die anderen nicht einmal einzelne Buchstaben. Von Jahr zu Jahr driften die Schüler weiter auseinander. Diese wachsende Heterogenität, meint der Pisa-Forscher Jürgen Baumert, sei die größte pädagogische Herausforderung der Zukunft.

Hundert Jahre Reformpädagogik haben den Unterricht kaum verändert

In der Vergangenheit kannte die deutsche Schule vor allem eine Antwort auf die Ungleichheit der Schüler: ihre frühe Aufteilung auf Gymnasium, Real- und Hauptschule. Bis heute leben viele Lehrer mit der Illusion, vor einer homogenen Klasse zu stehen. Fast zwangsläufig ergibt sich daraus das didaktische Mittel der Wahl: klassischer Frontalunterricht, der alle Schüler gleichzeitig anspricht.

Mehr als hundert Jahre Reformpädagogik – von Jenaplan über Montessori bis hin zu Waldorf – haben dem lehrergeführten Ganzklassenunterricht wenig anhaben können. Wissenschaftliche Abhandlungen über »Binnendifferenzierung« und »kooperative Lernformen«, die seit den siebziger Jahren die didaktische Literatur beherrschen, haben die traditionelle Unterrichtsform kaum erschüttert.

Dabei zeigten schon immer einzelne Schulen, wie es auch anders geht. Jedes Jahr krönt der Deutsche Schulpreis die besten Werkstätten der Neugier. Die Bodensee-Schule in Friedrichshafen zum Beispiel, wo sich die Schüler morgens selbst mit dem Lernstoff versorgen. Oder die Montessori-Schule in Potsdam, in der Lehrer die Tafeln aus den Klassenräumen verbannt haben, da sie Pädagogen zu zeigefingersteifer Belehrung verführen.

Bislang jedoch strahlen diese Leuchttürme des Lernens einsam vor sich hin. Das legen Videostudien von typischen Unterrichtssituationen nahe. Schulforscher vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften in Kiel dokumentierten den Physikunterricht an Gymnasien und Realschulen. Dabei habe man eine »überaus starke Dominanz des Lehrers« festgestellt, berichtet Tina Seidel, Mitautorin der Studie. Egal wie groß die Klasse war oder wie weit die Leistungen der Schüler auseinanderlagen – die Monokultur des Lehrers als Alleinunterhalter zog sich durch alle Aufnahmen. Eine Studie zum Englischunterricht ergab, dass pro Unterrichtsstunde alle Schüler zusammen genommen nur elf Minuten reden. Die Hälfte der 45 Minuten spricht der Lehrer.

Die Befunde werden von der Osnabrücker Schulforscherin Claudia Solzbacher bestätigt. Sie befragte Lehrer zu ihrem Unterrichtsstil. Zwar bezeichnen alle Pädagogen die »individuelle Förderung« als wichtiges Ziel. Doch die meisten probieren alternative Unterrichtsformen allenfalls »hin und wieder« aus. Noch am weitesten verbreitet scheinen Nachhilfestunden für lernschwache Kinder und Jugendliche zu sein. Sie stehen in vielen Bundesländern mittlerweile auf dem offiziellen Lehrplan. Sämtliche Schüler individuell zu fördern halten jedoch rund 90 Prozent der Befragten für unmöglich. »Von einer veränderten Lernkultur sind wir noch weit entfernt«, resümiert Solzbacher.

Doch nun machen die Bildungsministerien Druck. Als wichtiges Instrument des Wandels dient ihnen die Schulinspektion. In vielen Bundesländern bewerten seit einiger Zeit Inspektoren – Kultusbeamte, ehemalige Schulleiter oder Lehrer – die Schulen. Auch die Voltaire-Schule in Potsdam erhielt vor zwei Jahren Besuch. Drei Tage lang streiften die Experten durch Klassen und Lehrerzimmer. Mit dem anschließenden Zeugnis konnte die Gesamtschule zufrieden sein. Das Schulklima und die Zusammenarbeit mit den Eltern erhielten Bestnoten, das Engagement der Lehrkräfte sei vorbildlich. Nur einen Kritikpunkt gab es: Die Schule, hieß es im Inspektionsbericht, berücksichtige »Niveauunterschiede der Schüler« zu wenig. Zu häufig langweilten sich gute Schüler, oder Leistungsschwächere kämen nicht mit.

»Völlig überraschend kam das Urteil nicht«, sagt Schulleiterin Meyhöfer. Zwar bietet die Schule seit Langem Nachhilfe in Mathematik und Deutsch an, für die Besten gibt es Zusatzstoff am Nachmittag. Im Unterricht jedoch hatte sich nur wenig getan. Das sollte sich nun ändern, die neuen Klassen machten den Anfang.

Schon der Fünftklässler weiß, wann er reif ist für die Prüfung

Montagmorgen, in der Sechsten steht Englisch auf dem Stundenplan. Der erste Schultag nach dem großen Auftritt. Die Schüler müssen ihre Arbeit der vergangenen sechs Wochen bewerten: Kann ich jetzt auf Englisch einen Weg beschreiben? Beherrsche ich das present perfect? Was muss ich bei meiner nächsten Präsentation anders machen? Lena beantwortet die Fragen auf Englisch, ihr Nachbar schafft es nur auf Deutsch. »Gerade in Englisch sind die Unterschiede riesig, mit denen die Kinder aus der Grundschule kommen«, sagt Lehrerin Stefany Hummel. Da verbiete es sich, allen das identische Programm anzubieten.

Nach 20 Minuten sind die Ersten mit der Auswertung fertig und wenden sich den Übungen zu. Stefany Hummel hat dafür unterschiedlich schwierige Aufgaben erstellt und auf verschiedene Schachteln verteilt. Immer wieder gehen die Kinder nach vorn und nehmen sich einen neuen Zettel. Obwohl die Schüler ständig in Bewegung sind, bleibt es erstaunlich ruhig. Nur ganz selten muss die Lehrerin jemanden zum Weitermachen ermahnen. Denn jeder weiß: Wer das Mindestpensum an Aufgaben nicht schafft, muss zu Hause nacharbeiten.

Nicht alle Stunden verlaufen so selbstbestimmt, erklärt Stefany Hummel. Muss sie ein neues Kapitel englischer Grammatik einführen, erklärt sie es allen Schülern klassisch an der Tafel. Als es jedoch nach neunzig Minuten zur großen Pause klingelt, hat kaum eines der 25 Kinder zum gleichen Zeitpunkt das Gleiche gemacht.

Mit zwei Schülern hat Hummel im Nebenraum sogar einen mündlichen Englischtest absolviert. Schon Fünftklässler lernen sich selbst einzuschätzen, dabei helfen ihnen sogenannte Kompetenzraster. Sie führen detailliert das Lernpensum in einem Halbjahr auf. Fühlen die Kinder sich in einer Lektion sicher, melden sie sich zur Prüfung. »Das erfordert von ihnen viel Selbstständigkeit«, erklärt Hummel – und von den Lehrern einen guten Überblick. »Manchmal möchte man sich dreiteilen, um alle Schüler genau zu beobachten.«

Der individualisierte Unterricht stellt hohe Anforderungen an die Lehrer. Sie müssen nicht nur neue didaktische Methoden beherrschen, sondern auch die einzelnen Schüler richtig einschätzen können. Warum erfasst der eine Textaufgaben in Mathematik nicht angemessen? Wer soll in einer Kleingruppe gemeinsam Aufgaben bearbeiten, und wer lernt besser allein? Wo sind bei wem Schwerpunkte in der Förderung zu setzen? »Viele Lehrer sind mit solchen Fragen überfordert«, glaubt Rainer Watermann, Schulforscher von der Universität Göttingen. So waren nur wenige Schüler, die bei Pisa weit unter dem Durchschnitt abschnitten, zuvor von ihren Lehrern als schlechte Leser identifiziert worden.

Ohnehin wird die Bedeutung des Lehrers im individualisierten Unterricht häufig unterschätzt. Er sei nur ein Moderator, heißt es, er halte sich zurück. »Dabei ist er höchst aktiv«, sagt der Kasseler Erziehungswissenschaftler Frank Lipowsky. Der Lehrer steuert die Stunde im Hintergrund, passt die Methoden den Schülern an, wechselt immer wieder von Phasen der Freiarbeit zum Lehrergespräch.

In ihrer Ausbildung lernen deutsche Pädagogen all dies bis heute kaum. Schulbücher und Unterrichtsmaterial, die verschiedene Aufgabenniveaus bedienen, gibt es bislang nur für die Grundschule. Die Lehrer müssen sie häufig selbst erstellen. Das geht am besten im Team. Denn im traditionellen 45-Minuten-Takt, isoliert nach einzelnen Fächern, funktioniert das individualisierte Lernen nur schwer. Steht an der Voltaire-Schule etwa ein Monatsthema an, bedeutet dies für die betroffenen Kollegen viele Sitzungen an Nachmittagen und Zusatzarbeit am Wochenende. »Der Aufwand ist gerade in den ersten Jahren enorm«, bestätigt Schulleiterin Ortrud Meyhöfer.

Klassen mit mehr als 30 Schülern machen das Fördern schwer

Zudem erfordert das neue Lernen gute Bedingungen. Kleine Klassen lassen sich einfacher im Blick behalten als große. Gruppenarbeit lässt sich besser organisieren, wenn ein zweiter Raum zur Verfügung steht. Die Voltaire-Schule hat besondere Ressourcen und die besten Lehrer in die Anfangsklassen gesteckt. Doch wenn die Erneuerung des Lernens in den höheren Stufen gelingen soll, muss dies unter normalen Bedingungen geschehen – nicht nur in Potsdam, sondern in allen Schulen. Mit Klassen von 30 Schülern und nur durchschnittlich engagierten Pädagogen, deren Routinen sich über Jahrzehnte eingeschliffen haben und die nicht daran glauben, dass man jedem Schüler gerecht werden kann.

»Individuelle Förderung setzt eine professionelle Haltung voraus«, sagt Claudia Solzbacher. »Fehlt diese, wird es schwer.« Auf eines jedoch können sich die Reformer verlassen: Schüler, die selbstständigeres Lernen kennen, werden es später einfordern. Weil es sie ernst nimmt und anregender ist. »Unser Unterricht ist fast nie langweilig«, findet Lena. Ein größeres Lob kann eine Elfjährige kaum aussprechen.

Weitere Informationen
Bundesministerium für Bildung und Forschung:
Individuelle Förderung und An den Stärken ansetzen
Netzwerk: Lehren und Lernen in heterogenen Gruppen

 
Leser-Kommentare
  1. Pardon, wenn ich diesem neuen, überkonstruierten Perfektionismus meinen Respekt versage. Hier wird der DRUCK nur sublimer verteilt und spannt den Menschen noch mehr in ein noch perfekter scheinendes System. Genau wie man früher in die alten Strukturen gepresst wurde, wird man nun in die neuen gepresst, und wenn man sich nicht fügt, wird man abgewertet und ausgesondert.
    Die hier so bejubelten Fortschritte habe ich - und viele andere - schon vor dreißig Jahren erzielt, nur anders herum: nicht mit sublim überpefektem Druck sondern mit einer auf die menschlichen Bedürfnisse abgestimmten SOGwirkung. Ich der neuen Ich-kann-Schule gehe ich mit den Seelen- und Geisteskräften der an Schule Beteiligten so fein um, dass sie sich fein entwickeln und über sich hinauswachsen können - und nicht in Schablonen hinein.
    Wenn da eine Tafel steht, dann nutzen wir sie kreativ miteinander. So habe ich z.B. in denn 70er Jahren mit meinen Schülern an der Tafel die Diktattexte gemeinsam in der Form von Fortsetzungsgeschichten entwickelt. Wir haben 5-mal im Jahr die Sitzplätze neu verlost, um zu lernen, mit neuen Situationen umzugehen, und wir haben von Frontal zur Tafel über Konferenz- bis Gruppentische alles durchprobiert. Auf meinem Buch ist ein Bild, wo die Tische in U-Form stehen. Dazu hat mir ein "Reformer" dieser Tage mitgeteilt, das sei nicht akzeptabel, für ihn gebe es nur noch die Arbeit in Gruppen. Dass die Kinder auf dem Bild glücklich und konzentriert bei der Arbeit waren, hat er nicht gesehen.
    Da muss ich an eine außergewöhnlich erfolgreiche Kollegin denken, H.Prem, die sagte: "Nur wenn es in den Augen der Kinder verständnisvoll blitzte, behielt ich eine Sache bei." Diese sensible Feinabstimmung ist für mich der Weg und nicht das noch perfektere Überstülpen noch perfekterer Schablonen. Leben ist original und wirkliches Lernen auch. Ich grüße freundlich.
    Franz Josef Neffe

  2. Von Seiten der Bildungspolitik wird stets so getan, als müsste man nur die didaktischen Konzepte verändern und schon hätten wir eine schöne heile Welt. Mit Verlaub, dass ist Schwachsinn. Das Problem ist nur sekundär die Didaktik oder die Lehrerausbildung usw. - sondern primär die bescheidenen Rahmenbedingungen. Es ist mehr wie anerkennenswert wie gut das System trotz der offensichtlichen Mängel funktioniert - was dem Engagement der Lehrer zuzuschreiben ist, nicht der Konzepte der Politiker. Jene Lehrer, die den größten Fluchtreflex vor den Schülern haben verschwinden am schnellsten in den Schulämtern und Kultusministerien, wo sich (weit ab von der Front) eine schöne idealisierte pädagogische Scheinwelt aufrecht erhalten lässt. Bevor irgendein Bildungspolitiker auch nur ein Wort über didaktische Konzepte verliert, sollte er mal aufgezeigt haben, was getan wurde um vernünftige Lehrbedingungen an den Schulen zu schaffen. Dazu gehört eine vernünftige Personaldecke genauso wie eine sehr gute Ausstattung. Und mit Ausstattung meine ich nicht jene PCs die als Beschäftigungsmaterial bereitgetsellt wurden, im Rahmen von Programmen wie "Schulen ans Netz", sondern Werkstatt- und Laborausrüstungen, sowie Lehrbücher etc.

    Ja, auch didaktisch muss sich einiges tun. Aber der damit verbundene Dogmatismus (früher war alles schlecht) ist ein Hohn gegenüber denen die an Schulen arbeiten, oder in "alten" Unterrichtsformen erfolgreich ausgebildet wurden. Ich bin sehr für einen lebensnahen handlungsorientierten Unterricht. Dafür müssen aber die Grundlagen gelegt sein - und an dieser Stelle spricht nichts gegen den alten fachsystematischen Ansatz. Das man dann zur Vertiefung von Inhalten andere methodische Wege nutzen kann und sollte ist wahr und richtig - aber eben nur wenn es die Ausstattung auch ermöglicht.

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    • Anonym
    • 28.02.2009 um 15:54 Uhr

    ...
    Nun ja, bestimmt autoritärer, man rufe sich die Tagebuchnotiz Einsteins in Erinnerung.
    Aber was die Bildung "damals" anbelangt, war das deutsche Schulsystem im europäischen Vergleich mehr als bewährt - Nietzsche ging aus ihm hervor und war der künste Philosoph, der durch seine Aphorismen Schrecken erregen konnte. Übrigens ging Nietzsche zusammen mit seinem Freund Erwin Rhode auf eine Eliteschule. Was gäbe ich drum, würden sie heute noch leben, einmal beim Gespräch im Wohnzimmer, ihren Witzeleien zu lauschen, wenn sie sich über die Bildungsmisere der Deutschen lustig machten.

    Unser Heute: Die Welt hat sich total verändert. Die Erfindung des Internet, Handys, der Informationsfluß ...

    Pfarrer, Lehrer und Polizist waren "damals" hoch geachtete Berufe. Und heute?

    Aus unserem alt bewährten dreigliedrigen Schulsystem eine neue Form zu gestalten mag interessant klingen, birgt aber Gefahren. Der Schulstoff kann m. E. in einer homogenen Klasse wesentlich schneller und leistungsorientierter durchgearbeitet werden als in anderen Klassen.
    Letztlich wird die gegenwärtige Hoch-Technologie im Kontext des globalen Informationsflusses und der globalen Datenverarbeitung darüber den ausschlaggebenden Grund liefern, worauf die Politik die Bildung gegenwärtig setzen wird.
    Es gibt Lern-Software, die Lehrerfunktionen zum Teil ersetzen. Wie sähe es dann in zehn Jahren aus?

    Das Grundübel: Bildung und Wissen werden zunehmend funktionalisiert. Das Individuum spielt immer weniger eine Rolle. Das war "damals" auch anders. Eine Tendenz, die eine heutige noch aktive Philosophie und auch Theologie kritisieren müsste. Wo sind ihre Sprecher bzw. Sprecherinnen?

    Gesellschaft im Wandel. Ein Experiment mit Gelehhrten...

    • Anonym
    • 28.02.2009 um 15:54 Uhr

    ...
    Nun ja, bestimmt autoritärer, man rufe sich die Tagebuchnotiz Einsteins in Erinnerung.
    Aber was die Bildung "damals" anbelangt, war das deutsche Schulsystem im europäischen Vergleich mehr als bewährt - Nietzsche ging aus ihm hervor und war der künste Philosoph, der durch seine Aphorismen Schrecken erregen konnte. Übrigens ging Nietzsche zusammen mit seinem Freund Erwin Rhode auf eine Eliteschule. Was gäbe ich drum, würden sie heute noch leben, einmal beim Gespräch im Wohnzimmer, ihren Witzeleien zu lauschen, wenn sie sich über die Bildungsmisere der Deutschen lustig machten.

    Unser Heute: Die Welt hat sich total verändert. Die Erfindung des Internet, Handys, der Informationsfluß ...

    Pfarrer, Lehrer und Polizist waren "damals" hoch geachtete Berufe. Und heute?

    Aus unserem alt bewährten dreigliedrigen Schulsystem eine neue Form zu gestalten mag interessant klingen, birgt aber Gefahren. Der Schulstoff kann m. E. in einer homogenen Klasse wesentlich schneller und leistungsorientierter durchgearbeitet werden als in anderen Klassen.
    Letztlich wird die gegenwärtige Hoch-Technologie im Kontext des globalen Informationsflusses und der globalen Datenverarbeitung darüber den ausschlaggebenden Grund liefern, worauf die Politik die Bildung gegenwärtig setzen wird.
    Es gibt Lern-Software, die Lehrerfunktionen zum Teil ersetzen. Wie sähe es dann in zehn Jahren aus?

    Das Grundübel: Bildung und Wissen werden zunehmend funktionalisiert. Das Individuum spielt immer weniger eine Rolle. Das war "damals" auch anders. Eine Tendenz, die eine heutige noch aktive Philosophie und auch Theologie kritisieren müsste. Wo sind ihre Sprecher bzw. Sprecherinnen?

    Gesellschaft im Wandel. Ein Experiment mit Gelehhrten...

    • zeralf
    • 28.02.2009 um 15:37 Uhr

    Warum dürfen sich alle Reformer an unseren Kindern auslassen. Klar sind die Kinder individuel, die Schule soll aber auch auf das Leben vorbereiten. Im Leben werden sich unsere Kinder auch oft anpassen müssen.

    Gebt den Kindern durch eine gute Vorschule und eine gute Hortbetreuung endlich die Chancen sich in einer normalen Schule zurecht zu finden.

    Ralf Zeretzke

    • Anonym
    • 28.02.2009 um 15:54 Uhr

    ...
    Nun ja, bestimmt autoritärer, man rufe sich die Tagebuchnotiz Einsteins in Erinnerung.
    Aber was die Bildung "damals" anbelangt, war das deutsche Schulsystem im europäischen Vergleich mehr als bewährt - Nietzsche ging aus ihm hervor und war der künste Philosoph, der durch seine Aphorismen Schrecken erregen konnte. Übrigens ging Nietzsche zusammen mit seinem Freund Erwin Rhode auf eine Eliteschule. Was gäbe ich drum, würden sie heute noch leben, einmal beim Gespräch im Wohnzimmer, ihren Witzeleien zu lauschen, wenn sie sich über die Bildungsmisere der Deutschen lustig machten.

    Unser Heute: Die Welt hat sich total verändert. Die Erfindung des Internet, Handys, der Informationsfluß ...

    Pfarrer, Lehrer und Polizist waren "damals" hoch geachtete Berufe. Und heute?

    Aus unserem alt bewährten dreigliedrigen Schulsystem eine neue Form zu gestalten mag interessant klingen, birgt aber Gefahren. Der Schulstoff kann m. E. in einer homogenen Klasse wesentlich schneller und leistungsorientierter durchgearbeitet werden als in anderen Klassen.
    Letztlich wird die gegenwärtige Hoch-Technologie im Kontext des globalen Informationsflusses und der globalen Datenverarbeitung darüber den ausschlaggebenden Grund liefern, worauf die Politik die Bildung gegenwärtig setzen wird.
    Es gibt Lern-Software, die Lehrerfunktionen zum Teil ersetzen. Wie sähe es dann in zehn Jahren aus?

    Das Grundübel: Bildung und Wissen werden zunehmend funktionalisiert. Das Individuum spielt immer weniger eine Rolle. Das war "damals" auch anders. Eine Tendenz, die eine heutige noch aktive Philosophie und auch Theologie kritisieren müsste. Wo sind ihre Sprecher bzw. Sprecherinnen?

    Gesellschaft im Wandel. Ein Experiment mit Gelehhrten...

    Antwort auf "Rahmenbedingungen!"
    • lef
    • 28.02.2009 um 19:48 Uhr

    Alle bisherigen pädagogischen Theorien waren wirklich völlig falsch,

    dieser Ansatz bringt endlich die Realität zutage:
    Die LehrerInnen, die immer noch meinen, mit ihrem altbackenen Allgemeinwissen ihre Schüler beeindrucken zu können (oft viele Jahrzehnte alte falsche Weisheiten!) oder gar meinen, das einzige Recht auf die Wahrheit zu besitzen (und alle kritischen Stimmen einfach abwürgen - das tun besonders gern die angeblich progressiven Lehrer!)),
    die werden jetzt endlich mal blossgestellt - Schüler sind oft weit über deren Horizont hinaus, sind individuell, können individuell weit besser lernen!!

    Es ist ein längst anachronistisches Schema, alle Menschen als von Geburt an gleich anzusehen, als leere Beutel, die die Schule mit Wissen füllen muss.
    Das ist einfach grundfalsch - jeder Mensch ist schon von Geburt an anders und hat differenzierbare Qualitäten,
    das weiß jede Mutter schon beim zweiten Kind - scheinbar nicht jedoch gutmenschartige Pädagogen.

    Ja, lasst Schüler Einzegruppen bilden, mit selbst gewählten Themen und Vorgangsweise - nur das sehr allgemein gehaltene Lernziel soll für Alle gleich sein. Und da darf es ruhig Quialifikationen und Zensuren geben - was der/die Eine hier nicht gut kann, wird sie da dann woanders zeigen.

    Hoffentlich landen solche Schüler auch bald auf den Universitäten und lüften da endlich den Muff unter den (inzwischen Alt-68er-Typen umgehängten) Talaren,
    da ist die Gängelei und Borniertheit nämlich weitaus furchtbarer, als in den Schulen.

    Ein weiteres Lernziel allerdings fehlt hier völlig:
    Zur Lernen von Individualität (es ist nämlich eine FÄHIGKEIT!! nur Identität ist angeboren!) bedarf es einer weiteren:
    Nämlich der Empathiefähigkeit - nur diese erlaubt es, Individualität zu lernen.

    Das wäre eine schöne Aufgabe für KindergartenerzieherInnen,
    die gängeln und füllen die Kinder mit Binsenweisheiten nämlich immer noch weit furchtbarer, als auf den Schulen. Bereits da wird Empathie und Individualität gründlich gestört.

    Übrigens ist dieses Konzept (für Kindergärten, Schulen und Universitäten) arbeitserLEICHTERND!
    Sicher müssen die ErzieherInnen, LehrerInnen und DozentInnen völlig neues Denken lernen - deren falscher Ansatz ist neurolinguistisch festgeprägt.

    das macht Arbeit, stimmt.

    Aber das ist ganz bestimmt kein Grund, alles weiterhin so falsch zu machen, wie bisher!!

  3. @Lef:

    Gottseidank kennen Sie den Stein der Weisen und sind sich auch nicht zu schade, jedes noch so abgeschmackte Klischee gegen die Pädagogenzunft (oder soll ich sagen: faulen Säcke?) rauszuhauen. Bravo! Mit dieser Einstellung könnten sie selbst Frau Schavan den Rang ablaufen...

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    • lef
    • 01.03.2009 um 11:28 Uhr

    und Ihre Art der "Kommunikation" ist genau die, die ich meinte.
    Und natürlich reichlich kenne (mit zwei Söhnen auf dem Gymnasium).

    Interessant ist tatsächlich, dass solche "faulen Säcke" sogar genau die Ergebnisse vieler Studien selbst bestätigen - wer Pädagoge wird, hat seine Gründe...
    (Ausnahmen: siehe unten)

    In der "Wirtschaft" sind neue Erkenntnisse über die unabdinglichen Vorzüge von Individualität (nämlich: Motivation, Kreativität, Innovatives Denken) längst Selbstverständlichkeit - ohne diese praktisch umgesetzten Erkenntnisse gäbe es den Wirtschaftsstandort Deutschland nicht.
    Auch in der gesellschaftlichen Realität ist längst eine Emergente Ordnung das hauptbestimmende Element unserer dynamischen Demokratie, und die wiederum basiert nur auf Empathie und Individualität.

    Nur an den Schulen und Universitäten herrscht noch das Denken des 19.Jhdts. vor.
    Es wird interessant werden, wie lange wir uns einen solchen anachronistischen, fortschrittsfeindlichen (und zudem teuren) Apparat noch leisten können.

    Das Furchtbare ist, dass es durchaus viele ErzieherInnen und LehrerInnen gibt, die Empathie und Individualität entwickeln helfen. Erstere werden mangels Benotung von Älteren gehindert, Letztere können aber hervorragende Ergebnisse in ihren Klassen vorzeigen.

    Diese werden jedoch ganz brutal vom "Schulsystem" dafür sogar bestraft:
    Weil ihre Quote zu hoch ist (zu viele Gymnasialempfehlungen) werden sie dazu gezwungen, intelligente Kinder den Zutritt zum Gymnasium zu verweigern (Beweis wird gern nachgeliefert!).

    SO funktioniert unser völlig festgefahrenes + anachronistisches Schulsystem!

    • lef
    • 01.03.2009 um 11:28 Uhr

    und Ihre Art der "Kommunikation" ist genau die, die ich meinte.
    Und natürlich reichlich kenne (mit zwei Söhnen auf dem Gymnasium).

    Interessant ist tatsächlich, dass solche "faulen Säcke" sogar genau die Ergebnisse vieler Studien selbst bestätigen - wer Pädagoge wird, hat seine Gründe...
    (Ausnahmen: siehe unten)

    In der "Wirtschaft" sind neue Erkenntnisse über die unabdinglichen Vorzüge von Individualität (nämlich: Motivation, Kreativität, Innovatives Denken) längst Selbstverständlichkeit - ohne diese praktisch umgesetzten Erkenntnisse gäbe es den Wirtschaftsstandort Deutschland nicht.
    Auch in der gesellschaftlichen Realität ist längst eine Emergente Ordnung das hauptbestimmende Element unserer dynamischen Demokratie, und die wiederum basiert nur auf Empathie und Individualität.

    Nur an den Schulen und Universitäten herrscht noch das Denken des 19.Jhdts. vor.
    Es wird interessant werden, wie lange wir uns einen solchen anachronistischen, fortschrittsfeindlichen (und zudem teuren) Apparat noch leisten können.

    Das Furchtbare ist, dass es durchaus viele ErzieherInnen und LehrerInnen gibt, die Empathie und Individualität entwickeln helfen. Erstere werden mangels Benotung von Älteren gehindert, Letztere können aber hervorragende Ergebnisse in ihren Klassen vorzeigen.

    Diese werden jedoch ganz brutal vom "Schulsystem" dafür sogar bestraft:
    Weil ihre Quote zu hoch ist (zu viele Gymnasialempfehlungen) werden sie dazu gezwungen, intelligente Kinder den Zutritt zum Gymnasium zu verweigern (Beweis wird gern nachgeliefert!).

    SO funktioniert unser völlig festgefahrenes + anachronistisches Schulsystem!

    • lef
    • 01.03.2009 um 11:28 Uhr

    und Ihre Art der "Kommunikation" ist genau die, die ich meinte.
    Und natürlich reichlich kenne (mit zwei Söhnen auf dem Gymnasium).

    Interessant ist tatsächlich, dass solche "faulen Säcke" sogar genau die Ergebnisse vieler Studien selbst bestätigen - wer Pädagoge wird, hat seine Gründe...
    (Ausnahmen: siehe unten)

    In der "Wirtschaft" sind neue Erkenntnisse über die unabdinglichen Vorzüge von Individualität (nämlich: Motivation, Kreativität, Innovatives Denken) längst Selbstverständlichkeit - ohne diese praktisch umgesetzten Erkenntnisse gäbe es den Wirtschaftsstandort Deutschland nicht.
    Auch in der gesellschaftlichen Realität ist längst eine Emergente Ordnung das hauptbestimmende Element unserer dynamischen Demokratie, und die wiederum basiert nur auf Empathie und Individualität.

    Nur an den Schulen und Universitäten herrscht noch das Denken des 19.Jhdts. vor.
    Es wird interessant werden, wie lange wir uns einen solchen anachronistischen, fortschrittsfeindlichen (und zudem teuren) Apparat noch leisten können.

    Das Furchtbare ist, dass es durchaus viele ErzieherInnen und LehrerInnen gibt, die Empathie und Individualität entwickeln helfen. Erstere werden mangels Benotung von Älteren gehindert, Letztere können aber hervorragende Ergebnisse in ihren Klassen vorzeigen.

    Diese werden jedoch ganz brutal vom "Schulsystem" dafür sogar bestraft:
    Weil ihre Quote zu hoch ist (zu viele Gymnasialempfehlungen) werden sie dazu gezwungen, intelligente Kinder den Zutritt zum Gymnasium zu verweigern (Beweis wird gern nachgeliefert!).

    SO funktioniert unser völlig festgefahrenes + anachronistisches Schulsystem!

    Antwort auf "Vorschlag für Lef"
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    Ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen, aber die Arbeitswirklichkeit in vielen Berufen hat nichts mit Individualität und (wenig) mit Kreativität zu tun. Man erwartet, dass die Leute konstruktiv in einem Team arbeiten können. Das bedeutet eben auch, dass man mal die eigene Meinung hinten anstellt und einfach nur das umsetzt was gefordert ist. Innovationen müssen betriebswirtschaftlich und personal-technisch mit vertretbarem Aufwand umsetzbar sein. Es wird von den Mitarbeitern erwartet, dass sie in ihrem Fachbereich professionell arbeiten und auftretende Probleme möglichst selbstständig lösen.

    Vor kurzer Zeit habe ich mit einem Ausbilder aus dem Handwerk gesprochen, der entsetzt war, dass Bewerber teilweise nicht mehr in der Lage sind einfache rechnerische Problemstellungen zu lösen. Wir reden nicht über Mathematik, sondern über Rechnen. Dem nutzt ein Freigeist nix, wenn selbiger mehrmals zur Baustelle pendeln muss, weil er das benötigte Material nicht kalkulieren konnte.

    Natürlich macht es Sinn, dass Schule junge Menschen zu mündigen Bürgern erziehen soll (vgl. z.B.: Adorno), aber primär soll Schule jungen Menschen ermöglichen ein erfolgreiches Berufsleben zu absolvieren. Das junge Menschen Raum für Individualität benötigen - auch in der Schule, dafür bieten sich sicherlich Fächer wie Kunst, Musik und Sport an. Dort könnte ich mir sogar gut vorstellen, dass man von der Leistungsbewertung abgeht. Womöglich könnte man einiges sinnvoll in Wahlpflicht-Veranstaltungen anbieten, aber da scheitert es dann wieder an der von mir bereits oben bemängelten Ausstattung (personell und materiell).

    Das System Schule ist verbesserungsbedürftig. Aber an vielen Stellen halte ich methodisch-didaktische "Höhenflüge" für völlig unangemessen, da das existierende System gut ist - nur besser ausgestattet werden müsste. Dazu kommt, dass gesellschaftliche Probleme auf dem Rücken der Schule ausgetragen werden, die andernorts verursacht wurden, z.B.: ist das System der Hauptschule nicht per se schlecht - nur sind heute mit dem Abschluss nur schlechte Berufsperspektiven verbunden, was zu einer extremen Demotivation der Schüler führen kann. Die Ursachen dafür sind aber in der modernen Arbeitswelt zu finden - die eben kaum mehr entsprechende Arbeitsplätze bietet, da diese entweder durch Automation oder durch Verlagerung verschwunden sind. Das ist aber eine gänzlich andere Diskussion die man an dieser Stelle führen müsste. Das Einprügeln auf das Schulsystem, oder Teilen davon - erinnert an einen Beisreflex.

    Ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen, aber die Arbeitswirklichkeit in vielen Berufen hat nichts mit Individualität und (wenig) mit Kreativität zu tun. Man erwartet, dass die Leute konstruktiv in einem Team arbeiten können. Das bedeutet eben auch, dass man mal die eigene Meinung hinten anstellt und einfach nur das umsetzt was gefordert ist. Innovationen müssen betriebswirtschaftlich und personal-technisch mit vertretbarem Aufwand umsetzbar sein. Es wird von den Mitarbeitern erwartet, dass sie in ihrem Fachbereich professionell arbeiten und auftretende Probleme möglichst selbstständig lösen.

    Vor kurzer Zeit habe ich mit einem Ausbilder aus dem Handwerk gesprochen, der entsetzt war, dass Bewerber teilweise nicht mehr in der Lage sind einfache rechnerische Problemstellungen zu lösen. Wir reden nicht über Mathematik, sondern über Rechnen. Dem nutzt ein Freigeist nix, wenn selbiger mehrmals zur Baustelle pendeln muss, weil er das benötigte Material nicht kalkulieren konnte.

    Natürlich macht es Sinn, dass Schule junge Menschen zu mündigen Bürgern erziehen soll (vgl. z.B.: Adorno), aber primär soll Schule jungen Menschen ermöglichen ein erfolgreiches Berufsleben zu absolvieren. Das junge Menschen Raum für Individualität benötigen - auch in der Schule, dafür bieten sich sicherlich Fächer wie Kunst, Musik und Sport an. Dort könnte ich mir sogar gut vorstellen, dass man von der Leistungsbewertung abgeht. Womöglich könnte man einiges sinnvoll in Wahlpflicht-Veranstaltungen anbieten, aber da scheitert es dann wieder an der von mir bereits oben bemängelten Ausstattung (personell und materiell).

    Das System Schule ist verbesserungsbedürftig. Aber an vielen Stellen halte ich methodisch-didaktische "Höhenflüge" für völlig unangemessen, da das existierende System gut ist - nur besser ausgestattet werden müsste. Dazu kommt, dass gesellschaftliche Probleme auf dem Rücken der Schule ausgetragen werden, die andernorts verursacht wurden, z.B.: ist das System der Hauptschule nicht per se schlecht - nur sind heute mit dem Abschluss nur schlechte Berufsperspektiven verbunden, was zu einer extremen Demotivation der Schüler führen kann. Die Ursachen dafür sind aber in der modernen Arbeitswelt zu finden - die eben kaum mehr entsprechende Arbeitsplätze bietet, da diese entweder durch Automation oder durch Verlagerung verschwunden sind. Das ist aber eine gänzlich andere Diskussion die man an dieser Stelle führen müsste. Das Einprügeln auf das Schulsystem, oder Teilen davon - erinnert an einen Beisreflex.

  4. Ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen, aber die Arbeitswirklichkeit in vielen Berufen hat nichts mit Individualität und (wenig) mit Kreativität zu tun. Man erwartet, dass die Leute konstruktiv in einem Team arbeiten können. Das bedeutet eben auch, dass man mal die eigene Meinung hinten anstellt und einfach nur das umsetzt was gefordert ist. Innovationen müssen betriebswirtschaftlich und personal-technisch mit vertretbarem Aufwand umsetzbar sein. Es wird von den Mitarbeitern erwartet, dass sie in ihrem Fachbereich professionell arbeiten und auftretende Probleme möglichst selbstständig lösen.

    Vor kurzer Zeit habe ich mit einem Ausbilder aus dem Handwerk gesprochen, der entsetzt war, dass Bewerber teilweise nicht mehr in der Lage sind einfache rechnerische Problemstellungen zu lösen. Wir reden nicht über Mathematik, sondern über Rechnen. Dem nutzt ein Freigeist nix, wenn selbiger mehrmals zur Baustelle pendeln muss, weil er das benötigte Material nicht kalkulieren konnte.

    Natürlich macht es Sinn, dass Schule junge Menschen zu mündigen Bürgern erziehen soll (vgl. z.B.: Adorno), aber primär soll Schule jungen Menschen ermöglichen ein erfolgreiches Berufsleben zu absolvieren. Das junge Menschen Raum für Individualität benötigen - auch in der Schule, dafür bieten sich sicherlich Fächer wie Kunst, Musik und Sport an. Dort könnte ich mir sogar gut vorstellen, dass man von der Leistungsbewertung abgeht. Womöglich könnte man einiges sinnvoll in Wahlpflicht-Veranstaltungen anbieten, aber da scheitert es dann wieder an der von mir bereits oben bemängelten Ausstattung (personell und materiell).

    Das System Schule ist verbesserungsbedürftig. Aber an vielen Stellen halte ich methodisch-didaktische "Höhenflüge" für völlig unangemessen, da das existierende System gut ist - nur besser ausgestattet werden müsste. Dazu kommt, dass gesellschaftliche Probleme auf dem Rücken der Schule ausgetragen werden, die andernorts verursacht wurden, z.B.: ist das System der Hauptschule nicht per se schlecht - nur sind heute mit dem Abschluss nur schlechte Berufsperspektiven verbunden, was zu einer extremen Demotivation der Schüler führen kann. Die Ursachen dafür sind aber in der modernen Arbeitswelt zu finden - die eben kaum mehr entsprechende Arbeitsplätze bietet, da diese entweder durch Automation oder durch Verlagerung verschwunden sind. Das ist aber eine gänzlich andere Diskussion die man an dieser Stelle führen müsste. Das Einprügeln auf das Schulsystem, oder Teilen davon - erinnert an einen Beisreflex.

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