Blickfang Südafrika in Schwarz-Weiß

Jürgen Schadeberg war 19 Jahre alt, als er 1950 nach Südafrika auswanderte, um dort als Fotoreporter Karriere zu machen. Er lichtete Elend und Unterdrückung in den Townships ab und fing die Momente überbordender Freude in Sophiatown ein (unser Bild). Sophiatown war der einzige Stadtteil von Johannesburg, in dem Schwarze und Weiße zusammenlebten, 1955 wurde er auf Anweisung der Behörden zerstört. Ein opulenter Bildband weist Schadeberg aber nicht nur als Chronisten der Apartheid aus. Seine Schwarz-Weiß-Fotografien zeigen eine Expedition in die Kalahari-Wüste, eine Reise zu den Ureinwohnern vom Stamm der San sowie Aufnahmen aus New York, London und Málaga, wo Schadeberg die Einsamkeit des Einzelnen in der modernen Gesellschaft ausleuchtete. Südafrika lässt den geborenen Berliner jedoch bis heute nicht los. Auch seine jüngsten Bilder spüren der Ungleichheit nach, die am Kap der Guten Hoffnung noch immer zum Alltag gehört. CS

Ralf-P. Seippel (Hrsg.): »Jürgen Schadeberg«; Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2008; 288 S., 58 Euro

 
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