Auslandssemester Wie ich hier wegkomme

Die wichtigsten Fragen und Antworten

Warum sollte ich ins Ausland gehen?
Weil man nirgendwo eine Fremdsprache so gut perfektioniert wie in der Fremde. Weil es Selbstsicherheit gibt, sich in einer anderen Sprache und einer anderen Kultur zurechtzufinden. Weil Auslandserfahrungen den Horizont erweitern. Weil die zusätzlichen Spezialisierungsmöglichkeiten einen Gewinn für die Berufsausbildung darstellen können. Weil es Arbeitgeber gern sehen, wenn Bewerber Fremdsprachenkenntnisse haben und über Auslandserfahrung verfügen. Und: Weil es nie wieder so einfach sein wird, für ein halbes Jahr oder länger sein »deutsches Leben« zu unterbrechen.

Will ich ein Teil- oder Vollstudium machen?
Wer nur ein oder zwei Semester ins Ausland gehen will, hat den Vorteil, dass er sich zunächst an einer deutschen Hochschule fachlich orientieren kann, ob das Studium wirklich seinen Interessen entspricht und welche Schwerpunkte er legen möchte. Eine weitere Möglichkeit ist, mit dem deutschen Abschluss für ein Aufbau- oder Vertiefungsstudium ins Ausland zu gehen. Wer schon genau weiß, was er will, kann auch ein Vollstudium im Ausland erwägen.

Wie finanziere ich mein Auslandsstudium?
Der DAAD hat zahlreiche Stipendienangebote in seiner Datenbank (www.daad.de/ausland) – für alle Länder und Studienfächer. Bafög-Berechtigte können auf Auslands-Bafög hoffen, das mindestens sechs Monate im Voraus beantragt und nicht zurückbezahlt werden muss (www.das-neue-bafoeg.de). Der Höchstsatz liegt bei 584 Euro monatlich plus Zulagen (Krankenversicherung, Reisekosten). Viele Auslandssemester in Europa werden mit Erasmus-Stipendien (bis zu 300 Euro monatlich) gefördert. Schließlich gibt es die Möglichkeit eines Bildungskredits. Dafür verleiht das Bundesverwaltungsamt bis zu 7200 Euro für einen effektiven Jahreszins von derzeit 6,55 Prozent (www.bildungskredit.de).

Wie gut muss ich die Sprache schon können?
Gewisse Grundlagen müssen vorhanden sein, wenn man den Lehrveranstaltungen folgen, sich mündlich und schriftlich verständlich äußern will. Sprachkurse parallel zum Auslandsstudium helfen. Schon vor der Abreise sollte man Auffrischungs- oder Aufbausprachkurse belegen. Wenn noch genügend Zeit ist, kann eine vorgeschaltete Sprachreise sinnvoll sein. Um die eigenen Kenntnisse beurteilen zu können, empfiehlt sich ein Sprachtest – bei vielen Bewerbungen werden sie sogar gefordert (Übersicht unter www.studis-online.de/Karriere/sprachtests.php).

Wo wird »mein« Studiengang angeboten?
Einen Überblick über entsprechende Suchmaschinen bietet der Deutsche Bildungsserver (www.bildungsserver.de/zeigen.html?seite=501).

Wie lange im Voraus muss ich mich bewerben?
Anderthalb Jahre vor dem Auslandsaufenthalt sollte man beginnen, sich über das Hochschulsystem des Gastlandes zu informieren, über die Zugangsvoraussetzungen, Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen, Unterkunftsmöglichkeiten und nicht zuletzt die Anerkennung der im Ausland erbrachten Studienleistungen Bescheid wissen. Detailliert informiert der DAAD in seinem Internetangebot unter dem Punkt »Länderinformationen und Studienbedingungen« sowie »Tipps vorab«. Die Einschreibfristen der Wunsch-Uni beachten!

Wie bewerbe ich mich?
Die meisten Unis unterhalten Partnerschaften mit Hochschulen in aller Welt. Das hat Vorteile für den Bewerber, weil viele Verfahren und der Zugang zur Hochschule vereinfacht werden können. So findet man an seiner Hochschule Berater, die sich mit den Details auskennen. Es gibt aber auch Agenturen, die den Papierkrieg für die Bewerber erledigen und von der Zielhochschule eine Provision bekommen oder vom Studenten ein Honorar verlangen (zum Beispiel: www.college-contact.com, www.ieconline.de). Grundsätzlich kann man sich auch an jeder Uni individuell bewerben. Doch schon die Bewerbung ist in der Regel mit einer Gebühr verbunden.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Claudius Habbich vom DAAD empfiehlt: »Beim Bachelor das vierte oder fünfte Semester, beim Master das dritte, bei den klassischen Studiengängen das fünfte bis siebte.

 
Leser-Kommentare
  1. Da kann ich nur zustimmen! Ich bin zur Zeit für ein Jahr im Ausland und für mein Studium ist es das dritte und vierte Semester. Diesen Zeitpunkt finde ich perfekt, da man nach einer gewissen Grundlagenvermittlung in den ersten beiden Semstern einen Anknüpfungspunkt im Ausland hat und für sein weiteres Studium in Inland die Sprachkenntnisse optimal nutzen kann. Auch für eine gewisse Schwerpunktbildung im weiteren Studienverlauf finde ich einen recht frühen Auslandsaufenthalt extrem praktisch. Allerdings muss man entweder eine sehr gute Finanzierung haben, um die erwarteten Leistungen erbringen zu können oder auf Unikurse verzichten, um einem Nebenjob nachzugehen. Ich bin in Paris und musste das aus Kostengründen so machen. Ich kann demnach nicht viele Kurse nachweisen, allerdings sehr gute Sprach- und Kultur- bzw. Gepflogenheitskenntnisse!
    Außerdem sollte man sich genau überlegen, wie man wohnt. Ich habe viele kennengelernt, die entweder allein wohnen, in Studentenwohnheimen oder mit anderen Deutschen. Auch wenn das der einfachste Weg ist, um eine Wohnung zu finden, ist es meiner Meinung nach die Mühe wert eine WG mit Leuten des jeweiligen Landes zu suchen. Es ist sicherlich auch nicht überall so kompliziert wie in Paris und am Ende merkt man schnell seinen Vorteil, wenn es um Sprachkompetenz und allgemeine Zufriedenheit geht. Ganz allein irgendwo zu sein ist sicher nicht so schön wie durch nette Menschen schnell Anschluss zu finden. Dieser Rat gilt vor allem Leuten, die die entsprechende Fremdsprache studieren und das Risiko eingehen, ein Semester länger zu studieren, dafür aber eine Sprache wirklich zu beherrschen.

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