Diskothek Jazz
Bugge Wesseltoft: Playing
Nach den Jahren als selbst ernannter Erneuerer des Jazz, der mit wummernden Housebeats die Kluft zur Clubszene zu schließen versuchte, hat sich Bugge Wesseltoft offenbar eine musikalische Fastenzeit auferlegt. Als Bettelmönch seiner Kunst, ausgestattet nur mit dem großen Klavier (und einem kleinen Arsenal elektronischer Helferlein), begibt er sich nun auf seine Pilgerfahrt in die Innerlichkeit. Auf Playing, seinem zweiten Soloalbum in Folge, kehrt Wesseltoft die romantische Seite seiner Musik nach außen. Mal knüpft er ein feines Harmonienetz im Geiste Bill Evans’, dann folgt er den Bögen einer Melodie bis in ihre Untergründe, lässt sich kurz in einem Groove dahintreiben und kommt dann zu einem fast schon naiven Schluss: Am Ende siegt die Melodie, schlicht und ergreifend.
Stefan Hentz
Jazzland/Universal
- Datum 26.02.2009 - 07:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 26.02.2009 Nr. 10
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