ERFORSCHT UND ERFUNDEN
Pulver gegen Nuss
Ausgerechnet mit Erdnusspulver haben britische Ärzte erfolgreich vier Kinder behandelt, die gegen Erdnüsse allergisch waren. Über einen Zeitraum von sechs Monaten verabreichten sie den jungen Patienten täglich Erdnussmehl, dabei steigerten sie langsam die Dosis. Anfangs erhielten die Kinder fünf Milligramm, am Ende 800 Milligramm – das entspricht mehr als fünf Erdnüssen. Trotzdem kam es zu keinen Beschwerden, berichten die Forscher des Addenbrooke’s Hospital in Cambridge ( Allergy, online) . Es ist das erste Mal, dass Erdnussallergiker auf diese Weise desensibilisiert werden konnten.
Mitteilsame Wurzelzellen
Die Zellen in den Wurzeln von Mais kommunizieren untereinander mit elektrischen Signalen. An der Wurzelspitze finden regelmäßig spontane elektrische Entladungen statt, die von Zelle zu Zelle weitergegeben werden, berichten Botaniker in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift PNAS (online) . So können Informationen viel schneller transportiert werden als mithilfe von chemischen Botenstoffen. Den Forschern zufolge könnten die Messungen erklären, wie die Pflanze innerhalb weniger Sekunden zum Beispiel ihre Wuchsrichtung verändern kann.
Licht schont Nerven
Mit einer neuen Methode lassen sich Nerven im Hirngewebe schonend und naturgetreu anregen. Bisher untersuchte man die Funktionsweise des Hirns mit Metallelektroden, in die Gleichstrom eingeleitet wurde. Das schädigte jedoch das Gewebe. Nun haben Forscher eine mit Halbleiter-Nanopartikeln beschichtete Mikropipette entwickelt, in der sich mit Licht Spannungspulse auslösen lassen. Das hat wenig Nebenwirkungen und ist natürlichen Stimuli ähnlicher als die herkömmliche Methode ( Angewandte Chemie, Bd.121, Nr.13) .
- Datum 26.02.2009 - 07:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 26.02.2009 Nr. 10
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