Banken Eine Bad Bank ist sinnvoll – und bereits vorhandenSeite 2/2
Der Staat ist nicht der beste Banker – aber er kann die Krise aussitzen
Der Clou an dieser Lösung: Die KfW muss keine zusätzlichen Mittel am Kapitalmarkt aufnehmen. Sie kann mit eigenen Wertpapieren zahlen. Die Banken können im Tausch gegen die KfW-Papiere zum Beispiel Wertpapiere souveräner Staaten loswerden, die an sich ein geringes Risiko darstellen, aber derzeit mit stark schwankenden Abschlägen gehandelt werden. Die KfW könnte die Wertpapiere verwalten, in einer Abteilung oder in einer Tochtergesellschaft, und ohne Zwang, sie ständig zum Marktwert bewerten zu müssen.
Der Staat ist nicht der beste Banker. Doch die Hauptaufgabe ist es jetzt, die Banken von den Kosten der Unsicherheit und der Illiquidität zu entlasten, damit das Kreditwesen wieder funktioniert. Dafür ist der Staat in einer guten Position, er kann die Marktschwankungen in der Krise aussitzen. Und über die Bankenaufsicht kann er auf die Erfahrung und die Expertise der besten Risikomanager in den Banken zurückgreifen, um die Erwartungswerte zu übernehmender Papiere schnellstmöglich zu ermitteln. Auf diese Weise würde vorhandenes Wissen genutzt, das bisher brachliegt, weil jede Bank ihre Einschätzung aus gutem Grund für sich behält. Zugleich muss der Bund nicht die gesamten Probleme des Bankensektors alleine schultern. Während er die Bad Bank angemessen mit zusätzlich nötigem Eigenkapital ausstattet, verbleiben die bereits heute zu erwartenden Verluste bei denen, die das unternehmerische Risiko und die unternehmerischen Chancen hatten.
Thomas von Lüpke war Chefstratege bei der WestLB und leitete die Analyse der deutschen Banken bei Fitch Ratings. Heute arbeitet er als Bankenberater
- Datum 10.03.2009 - 11:50 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 26.02.2009 Nr. 10
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