Internet Entwischt
Ein Leben ohne Google. Wie kann das gelingen? Die Nutzer der Community von ZEIT ONLINE haben ihre Vorschläge aufgeschrieben

© Scott Olson/Getty Images
Google ist nicht unvermeidlich
Millionen Menschen nutzen die populäre Suchmaschine und andere kostenlose Programme des Internetkonzerns Google: die Landkarten (GoogleMaps), die Textverarbeitung (GoogleDocs), den Internetbrowser (GoogleChrome), den Google-Kalender, die Fotoalben (Picasa) und noch vieles mehr.
Ein Leben ohne Google? Diese Frage entstand in der Redaktion während der Recherche für die Titelgeschichte Google. Der Spion, den wir lieben, die vor drei Wochen erschienen ist ( ZEIT Nr. 7/09). Sie handelte davon, wie hartnäckig der Konzern versucht, gigantisch viele Nutzerdaten zu sammeln. Den nächsten Schub wird das neue Google-Handy bringen.
Ein Leben ohne Google? Die ZEIT hat diese Frage an ihre Leser gestellt. An der daraufhin einsetzenden Debatte haben sich Dutzende beteiligt. Herausgekommen ist eine ebenso nützliche wie beeindruckende Liste von Vorschlägen, wie man Google vermeidet oder die Suchmaschine nutzt, ohne dort Spuren zu hinterlassen. Wir dokumentieren rechts die besten Ideen.
Am wenigsten bekannt, aber für den Schutz der Privatsphäre überaus prekär, ist das Programm Google Analytics. Im Internet benutzen es inzwischen viele Unternehmen. Das Programm dient zur Analyse von Surfern und ihrem Verhalten auf firmeneigenen Internetseiten. Unter Datenschützern ist das Programm umstritten, da die Informationen alle in die Google-Datenbank fließen.
Bei aller Kritik weisen Experten wie Stefan Richter, Programmierer und Gründer des Unternehmens Freiheit.com, darauf hin, dass Google indirekt auch viel dazu beiträgt, die Privatsphäre zu schützen. Denn seit Jahren fördert der Konzern die freie Entwicklerszene. Nicht zuletzt lebt die Mozilla-Stiftung, die den Internetbrowser Firefox entwickelt hat, vor allem von Google. Entscheidend ist das, weil Firefox die momentan beste Plattform bietet, um ungestört zu surfen. Passend zum Browser haben frei schaffende Entwickler nämlich schützende Zusatzfunktionen entwickelt (Add-ons), die auch Google-Dienste blockieren.
Hier einige Beispiele unserer User:
Persönliche Daten schützen
»Ich habe Tipps für alle Firefox-Nutzer (das ist ein Internetbrowser, eine Alternative zum Internet-Explorer von Microsoft): Ich selber nutze seit längerer Zeit ein kleines, aber wirkungsvolles Plug-in (ein leicht zu installierendes Zusatzprogramm) für den Firefox: TrackMeNot. Es sendet in definierbaren Abständen zufällige Suchanfragen an gängige Suchmaschinen wie Google oder Live Search (von Microsoft). Das Programm läuft einfach neben der ganz normalen Browsernutzung und nimmt Google die Möglichkeit, auf Persönlichkeit, Suchverhalten und Sonstiges zu schließen.«
Empfohlen von: superwolf
»Wenn man Google weiter benutzen möchte, empfehle ich als Firefox-Plug-in www.customizegoogle.com/de-DE. Dadurch lässt sich zum Beispiel die eingeblendete Werbung entfernen, man unterbindet das Senden von Cookies (kleine Spähberichte) an GoogleAnalytics und anonymisiert die Benutzerkennung von Google.«
Empfohlen von: guenter.netzer
»1. Mein Browser löscht ALLE Daten, wenn das Programm beendet wird (dazu muss man in den Einstellungen des Browsers ausschließen: Cookies zulassen, Passwörter speichern, besuchte Seiten speichern).
2. E-Mail: Ich habe zwei ›richtige‹, sprich irgendwas mit meinem Namen, und jede Menge ›falsche‹, sprich anonymisierte. Die Falschen kommen und gehen, werden gelöscht, nicht mehr benutzt, die Richtigen bleiben, aber nur für Freunde, Geschäftspartner. Und, ich zahle für die richtigen Adressen. Genau genommen tun wir das alle, die einen mit Informationen, die anderen mit Geld… Mir ist Letzteres lieber, weil ich den Wechselkurs kenne.«
Empfohlen von: ospf
Google Suchmaschine
»Ich benutze metager2 (http://www. metager2.de/). Die Metasuchmaschine zeigt gewichtete Ergebnisse aus vielen verschiedenen Suchmaschinen und speichert nach eigenen Angaben weder Ihre IP-Adressen noch andere personenbezogene Daten.«
Empfohlen von: derberliner
»Da Google doch eine der besten Suchmaschinen ist, nutzt man am besten Scroogle (http://scroogle.org), welche die Suchanfragen anonym zu Google weiterleitet.«
Empfohlen von: Red_Riding_Hood
»Als Alternative ist mein persönlicher Favorit für den Moment: www.ixquick.com«
Empfohlen von: Red_Riding_Hood
»www.afroo.de. Co-Production aus Yahoo, GoogleMaps, Wikipedia, Wörterbuch leo, YouTube und Amazon – und pro Suche gehen gleich ein paar Cents an Unicef. P.S.: Datenlöschung«
Empfohlen von: fevrier
GoogleDocs, GoogleMail und GoogleKalender
»Benutzt überhaupt jemand Google-Software? Falls ja, kann sie zum Beispiel leicht durch OpenOffice ersetzt werden, und zwar gratis. Es steht Microsoft Office in nichts nach.«
Empfohlen von: iDog
GoogleAnalytics
»Für die Webbrowser gibt es in der Regel unter all den nützlichen Add-ons (frei wählbaren Zusatzfunktionen, sehr leicht zu installieren) auch eines, das die Ausführung etwa von GoogleAnalytics verhindert. Add-ons filtern aber auch viele andere Elemente weg, die eventuell erwünscht sind und die dann wieder aktiviert werden müssen. Für den Browser Firefox ist NoScript zu empfehlen! Es verhindert die automatische Ausführung aller Programme, die sonst unbemerkt im Hintergrund der Website ablaufen. Dadurch wird z. B. auch die nervende Blink-Werbung gar nicht erst angezeigt.« Empfohlen von: Googlehupf
GoogleAnalytics
»Wie kann ich GoogleAnalytics stoppen, mein Surf-Verhalten zu protokollieren? Es gibt ein kleines Programm, zwar nicht kostenfrei, aber sehr zuverlässig: Ad-Muncher. Hat genau 58 Google-Dienste im Filter!«
Empfohlen von: freerk
- Datum 26.02.2009 - 11:50 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | 4 | Auf mehreren Seiten lesen
- Quelle DIE ZEIT, 26.02.2009 Nr. 10
- Kommentare 8
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Ein bisschen mehr Professionalität von Seiten der Redaktion hätte diesem Artikel sehr gut getan.
Es gibt eine Reihe gute Tipps und Hinweise in dieser Liste (etwa die Hinweise auf hilfreiche Firefox Add-Ons und auf die versteckten Kosten bei "kostenlosen" Emailadressen). Allerdings fehlt dann doch manches, was einer professionellen Recherche bedurft hätte.
Die meisten Leserinnen und Leser zum Beispiel, die noch keines der genannten Add-Ons benutzen, bräuchten vielleicht zuerst einmal grundsätzliche Hinweise zur allgemeinen Nutzung des Add-On Systems.
Außerdem sind manche Beiträge schlicht falsch. "Wer benutzt schon Google Kalender?" - ziemlich viele. Weil es unglaublich praktisch ist, einen Kalender (oder auch einen RSS Feed Reader, oder eine einfache Textverarbeitung) im Internet zu haben, auf den man von überall zugreifen kann, und der über das Internet automatisch mit vielen verschiedenen Geräten und lokalen Kalenderprogrammen synchronisiert werden kann. Auch die Möglichkeit, über die Online-Officeprogramme gemeinsam mit mehreren Personen an einem Dokument zu arbeiten (und sich darauf verlassen zu können, dass die online erreichbare Version immer die aktuellste ist!) wird durchaus genutzt.
Hier wäre ein gut recherchierter Hinweis auf Alternativen ("kostenfrei" und kostenpflichtig) eine Menge wert gewesen.
Sehr geehrter sv1en,
die Redaktion hat in diesem Fall nur die Ideen unserer User zusammengetragen – darunter sind, meinem bescheidenen Empfinden nach, einige gute. Dass die Details fehlen, ist dem Platz geschuldet (vielleicht möchten Sie sich die grafische Darstellung in der aktuellen Ausgabe der ZEIT, Seite 24, ansehen).
Vielleicht möchten Sie sich auch an der Debatte weiter beteiligen und den entsprechenden Usern Rückfragen stellen. Die Diskussion läuft jedenfalls noch.
Ich persönlich freue mich jedenfalls, dass die Ideen aus unserer Community nun auch in gedruckter Form zu lesen sind. Vielen Dank an alle Beteiligten!
Mit freundlichen Grüßen,
Johannes Kuhn, Redaktion ZEIT ONLINE
Ich kann der Kritik von 'sv1en" nicht zustimmen. Aus meiner Sicht sind viele nützliche Methoden erwähnt worden, um die Suchmaschine zu umgehen, die auch bei mir bereits seit langem angewendet werden.
Was wirklich sehr gelungen ist, sind die gedruckten Kommentare von 'Zeit-Online' Usern. Das ist beispielhaft!
Ein großes Lob von mir an die Zeit-Online- und Printredaktion!
Ich kann der Kritik von 'sv1en" nicht zustimmen. Aus meiner Sicht sind viele nützliche Methoden erwähnt worden, um die Suchmaschine zu umgehen, die auch bei mir bereits seit langem angewendet werden.
Was wirklich sehr gelungen ist, sind die gedruckten Kommentare von 'Zeit-Online' Usern. Das ist beispielhaft!
Ein großes Lob von mir an die Zeit-Online- und Printredaktion!
...haben Google inzwischen einige Alternativsucher:
scroogle (Google-Ergebnisse, nur Cache fehlt)
ixquick (Meta-Suchmaschine, fragt mehrere Suchmaschinen ab)
clusty (sortiert nach Begriffskategorien)
Außerdem gibt es inzwischen spezialisierte Suchmaschinen für Nachrichten, Adressen etc.
Google nutze ich seitdem fast gar nicht mehr.
Ich kann der Kritik von 'sv1en" nicht zustimmen. Aus meiner Sicht sind viele nützliche Methoden erwähnt worden, um die Suchmaschine zu umgehen, die auch bei mir bereits seit langem angewendet werden.
Was wirklich sehr gelungen ist, sind die gedruckten Kommentare von 'Zeit-Online' Usern. Das ist beispielhaft!
Ein großes Lob von mir an die Zeit-Online- und Printredaktion!
Ich moechte hier noch Wikia Search empfehlen (weiss nich mehr ob ichs schon mal gemacht habe):
http://search.wikia.com/i...
Wie auch immer ... das gute an Wikia Search ist dass sich jeder daran beteiligen kann. Es funktioniert im Prinzip wie SETI@home.
Gruss,
pu
mit einfachen Mitteln lässt sich vieles abschalten, ZB mittels Firefox-Plugin "No-Script!"
Mit einfachem Klick lässt sich auch sehen welche Skripte laufen, zB google-analytics.
ABER:
auch das von der Zeit selbst eingesetzte double-click gehört längst zu google:
http://de.wikipedia.org/w...
Es macht also eher eine Diskussion über die Verwendung von solchen Datensammlern auf Serverseite Sinn, anstatt den user erst mal anzuzapfen und dann zu beraten was anders gemacht werden kann.
Würde die Zeit sich nicht daran beteiligen, auch ivwbox.de und nuggad.net sammeln hier schön einige Daten, könnten die Berichterstattungen darüber an Glaubwürdigkeit hinzugewinnen.
Auch über das Online-Angebot der ZEIT kann man anscheinend google-analytics schnell ein paar Informationen über sein Surfverhalten schenken - einfach "Schluss mit dem Autowahn" lesen und vielleicht zwei, drei Mal auf die hübsche Klicki-Bunti-Präsentation "created with vuvox" klicken: voila!
Vielleicht ist ein script-strotzendes Online-Angebot tatsächlich nicht die vertrauenserweckendste Verbreitungsform für Kritik an "der Datenkrake".
Wie wäre es mit einer Diskussion über privatsphärenbewarende und sichere Alternativen des Webdesigns / Contentmanagements?
Auch über das Online-Angebot der ZEIT kann man anscheinend google-analytics schnell ein paar Informationen über sein Surfverhalten schenken - einfach "Schluss mit dem Autowahn" lesen und vielleicht zwei, drei Mal auf die hübsche Klicki-Bunti-Präsentation "created with vuvox" klicken: voila!
Vielleicht ist ein script-strotzendes Online-Angebot tatsächlich nicht die vertrauenserweckendste Verbreitungsform für Kritik an "der Datenkrake".
Wie wäre es mit einer Diskussion über privatsphärenbewarende und sichere Alternativen des Webdesigns / Contentmanagements?
Auch über das Online-Angebot der ZEIT kann man anscheinend google-analytics schnell ein paar Informationen über sein Surfverhalten schenken - einfach "Schluss mit dem Autowahn" lesen und vielleicht zwei, drei Mal auf die hübsche Klicki-Bunti-Präsentation "created with vuvox" klicken: voila!
Vielleicht ist ein script-strotzendes Online-Angebot tatsächlich nicht die vertrauenserweckendste Verbreitungsform für Kritik an "der Datenkrake".
Wie wäre es mit einer Diskussion über privatsphärenbewarende und sichere Alternativen des Webdesigns / Contentmanagements?
Also Ich persönlich versuche google zu umgehen, wann immer ich kann. Da die Themensuche bei google im laufe der letzten Jahre stark an Qualität abgenommen hat. In jedem Internetbrowser sollte es am unterem Rand so eine Art statuszeile geben, wo gezeigt wird, ob auf der Seite fehler sind usw... dort zeigt er auch an, von welcher Seite er Daten lädt und wohin er sie Sendet. Es ist erschreckend, bei wievielen Internetseiten da googleanalytics auftaucht.
Vielleicht sollte es auf Internetseiten Hinweise geben, dass daten an google gesendet werden.
little by little we gave you everything you ever dreamed of
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