Liebeskolumne Muss ich seinen Fetisch mögen?

Jede Woche beantwortet der Paartherapeut Wolfgang Schmidbauer eine große Frage der Liebe. Diesmal: Muss sie im Bett immer schwarze Stiefel tragen?

Die Frage: Antonio ist mit Ela frisch liiert. Die Beziehung der beiden ist sexuell sehr rege. Antonio gesteht seiner Freundin, dass er es mag, wenn sie im Bett schwarze Stiefel trägt. Ela findet das erst etwas seltsam, aber auch aufregend. Nach einigen Monaten kommen ihr erste Zweifel. Antonio will, dass sie beim Beischlaf möglichst immer Stiefel trägt. Das beginnt sie zu belasten. Eines Tages hat sie Geburtstag, und Antonio schenkt ihr – Überraschung! – ein paar extrahohe schwarze Stiefel. Ela freut sich nicht so recht darüber, will es sich aber nicht anmerken lassen. "Was ist eigentlich, wenn wir mal unterwegs sind und einfach mal Lust bekommen, miteinander zu schlafen?", fragt Ela. "Wir müssen eben darauf achten, dass wir nie ohne Stiefel aus dem Haus gehen", sagt Antonio. "Das ist es nicht, was ich meinte", sagt Ela.

Wolfgang Schmidbauer antwortet: Die Beziehungsweisheit gebietet, nicht nur das größere Gut zu suchen, sondern auch mit dem kleineren Übel vorliebzunehmen. Angesichts der sich hier ankündigenden Uneinigkeit über sexuelle Spiele sollten wir uns vergegenwärtigen, dass die Erotik in einer Beziehung ein komplexes Geschehen ist. Zu dessen Pflege sind krumme Wege nützlicher als Sackgassen. Ich halte Elas Zögern für weise, aber vielleicht muss sie noch mehr Einfühlung in Antonios Tick entwickeln, um herauszufinden, wie sie ihn für sich genießbar machen kann. Die Stiefel steigern seine Lust, vermitteln ihr aber den Eindruck, das Leder sei wichtiger als sie. Sie sollten ein Spiel finden, bei dem Ela sich gemeint fühlt, ohne dass er aussteigt. Jedenfalls sollte Ela nicht mit der Perversionskanone auf einen schwarzen Stiefelspatzen schießen.

Wolfgang Schmidbauer, 67, ist einer der bekanntesten deutschen Paartherapeuten, von ihm erschien u.a. "Das Mobbing in der Liebe", Gütersloher Verlagshaus

Haben Sie auch eine "große Frage der Liebe"? Schicken Sie eine E-Mail an liebeskolumne@zeit.de .

Welchen Problemen Wolfgang Schmidbauer in seiner täglichen Praxis begegnet, erzählt er im Interview mit ZEIT ONLINE.

 
Leser-Kommentare
  1. Wann immer ich bisher Äußerungen dieses "Paartherpeuten" gelesen habe: immer fühlt es sich für mich so an, als raffe der gar nix und dementsprechend wertvoll ist dann auch sein Rat.

    "Wir müssen eben darauf achten, dass wir nie ohne Stiefel aus dem Haus gehen"
    DAS SOLL NICHT PATHOLOGISCH SEIN????

    Sein Urteil zum nochmal geniessen:

    "Die Beziehungsweisheit gebietet, nicht nur das größere Gut zu suchen, sondern auch mit dem kleineren Übel vorliebzunehmen. Angesichts der sich hier ankündigenden Uneinigkeit über sexuelle Spiele sollten wir uns vergegenwärtigen, dass die Erotik in einer Beziehung ein komplexes Geschehen ist. Zu dessen Pflege sind krumme Wege nützlicher als Sackgassen. Ich halte Elas Zögern für weise, aber vielleicht muss sie noch mehr Einfühlung in Antonios Tick entwickeln, um herauszufinden, wie sie ihn für sich genießbar machen kann. Die Stiefel steigern seine Lust, vermitteln ihr aber den Eindruck, das Leder sei wichtiger als sie. Sie sollten ein Spiel finden, bei dem Ela sich gemeint fühlt, ohne dass er aussteigt. Jedenfalls sollte Ela nicht mit der Perversionskanone auf einen schwarzen Stiefelspatzen schießen."

    Ela ist nicht "weise", sondern ehrlich: das will sie nicht! Sie fühlt sich nicht gemeint, weil es ihn z. B. nicht interessiert, dass das für sie erstmal ziemlich unbequem ist (wer das bestreitet solls man probieren!) und dann auch noch erniedrigend auf Dauer. Er KANN sie nicht "lieben" ohne Stiefel. Entschuldigung, Herr Psychologe, dass sie offenbar noch keinen Weg gefunden hat sich für ihn "GENIESSBAR" zu machen (was für ein Schrott!). Fragen Sie in Ihren Gesprächen auch nach, wie erfüllend die Sexualität für die Frau ist? Ich lese hier keinen Satz darüber, ich vermute, dass interessierte hier nicht (warum?).

    Liebe Ela (und Frauen mit ähnlichen Problemen):

    es war gut, dass Du das mal ausprobiert hast. Für Dich hat das zwar keinen zusätzlichen Reiz, aber es war anfangs angenehm zu sehen, wie "leicht" sich diesem Mann seine Wünsche erfüllen lassen. Was ist mit Deinen Wünschen? Wie häufig bringt er Dich zum Orgasmus, hast Du überhaupt was davon? Jetzt ist Dein Wunsch, er möge sich nicht so versteifen auf eine unpraktische Praktik, er möge Dich auch noch "einfach so" lieben können. Bleib da bloß hart! Entweder wenigstens gelegentlich auch mal ohne, oder gar nicht! Sonst tust Du weder ihm noch Dir einen Gefallen.

    MUSS ICH SEINEN FETISCH MÖGEN??? Nein, sister, sicher nicht, verschaff Dir wieder den R-E-S-P-E-K-T den Du verdienst (vielleicht rafft das sogar dieser Stiefelliebhaber?)!

    In der Theorie sind Theorie und Praxis immer dasselbe, in der Praxis sind sie es nie!

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    • Anonym
    • 01.03.2009 um 19:06 Uhr

    was Partner immer glauben alles fordern zu dürfen, nur um die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Vor allem auch welche Art... tzz
    Mich würde dann aber mal die Partnerschaft interessieren. Wie kann sowas länger gut gehen?

    Über ihren Ärger - auch wenn ich nicht ganz übereinstimme- hat mich köstlich amüsiert. Das wäre die gesunde Reaktion, die man erwarten würde!
    Die hätte einfach das Repertoire erweitern sollen, und ihm ne Hundemaske aufsetzen und dann gibts Peitschenhiebe! *haha* Auch in der Öffentlichkeit! *hihi*

    • Anonym
    • 02.03.2009 um 11:49 Uhr

    Die entscheidende Frage ist die nach dem Motiv der Partnerin in diesem Zusammenhang.

    Fühlt sich die Partnerin unwohl, weil sie verunsichert ist, dass nicht sie gemeint ist, oder weil sie die Stiefel stören.

    Sie interpretieren Letzteres und hätten recht, wenn das stimmt. Der Autor geht von Ersterem aus, und hätte dann ebenfalls recht.

    Also auch bei Verrücktheiten kommt es immer auf Topf und Deckel an und bekloppt sind wir letztlich alle, nur nicht immer so offensichtlich.

    Berthold Grabe

    • Anonym
    • 01.03.2009 um 19:06 Uhr

    was Partner immer glauben alles fordern zu dürfen, nur um die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Vor allem auch welche Art... tzz
    Mich würde dann aber mal die Partnerschaft interessieren. Wie kann sowas länger gut gehen?

    Über ihren Ärger - auch wenn ich nicht ganz übereinstimme- hat mich köstlich amüsiert. Das wäre die gesunde Reaktion, die man erwarten würde!
    Die hätte einfach das Repertoire erweitern sollen, und ihm ne Hundemaske aufsetzen und dann gibts Peitschenhiebe! *haha* Auch in der Öffentlichkeit! *hihi*

    • Anonym
    • 02.03.2009 um 11:49 Uhr

    Die entscheidende Frage ist die nach dem Motiv der Partnerin in diesem Zusammenhang.

    Fühlt sich die Partnerin unwohl, weil sie verunsichert ist, dass nicht sie gemeint ist, oder weil sie die Stiefel stören.

    Sie interpretieren Letzteres und hätten recht, wenn das stimmt. Der Autor geht von Ersterem aus, und hätte dann ebenfalls recht.

    Also auch bei Verrücktheiten kommt es immer auf Topf und Deckel an und bekloppt sind wir letztlich alle, nur nicht immer so offensichtlich.

    Berthold Grabe

    • Anonym
    • 01.03.2009 um 18:44 Uhr

    Ist der Artikel nicht doch ein Faschingsscherz gewesen?

    W. Sch. beantwortet jede Woche eine große Frage der Liebe: Muss sie im Bett immer schwarze Stiefel tragen?

    Hä, dachte ich mir - was ist denn das - eine große Frage der Liebe und schwarze Stiefel?

    "Wir müssen eben darauf achten, dass wir nie ohne Stiefel aus dem Haus gehen!"

    Ja, logo. Also der Herr kann also nur noch, wenn sie Stiefel anhat. Wenn das mal nichts pathologisches ist, dann fress' ich einen Besen.

    Aber die Antwort vom Psychoanalytiker (seine website ist nicht schlecht gemacht und lässt Rückschlüsse zu) übertrifft alles:

    "Die Beziehungsweisheit gebietet, nicht nur das größere Gut zu suchen, sondern auch mit dem kleineren Übel vornehmen." Da schau' her, also nur mit Stiefeln und das ist dann das kleinere Übel. Weiter wird Schmidbauer zitiert: "Ich halte Elas Zögern für weise, aber vielleicht muss sie noch mehr Einfühlung in Antonios Tick entwickeln, um herauszufinden, wie sie ihn für sich genießbar machen kann."

    Genau, das brauchen wir Frauen. Samma halt wieder verständig mit freundlicher Empfehlung des Paartherapeuten. Und ganz besonders für einen pathologisch kranken Typen, der nur noch mit Stiefeln kann. Jessas Maria! Und damit er für sie genießbar machma aus einer Tollkirsche ganz schnell eine Hochpotenz: Bella donna D 6 (sorry in der Homöopathie heißt das wirklich so) für Depperte.

    Nix für unguad, aber das nächste Mal bitte mit mehr Fachkompetenz!
    mareazurro

    • Anonym
    • 01.03.2009 um 19:06 Uhr

    was Partner immer glauben alles fordern zu dürfen, nur um die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Vor allem auch welche Art... tzz
    Mich würde dann aber mal die Partnerschaft interessieren. Wie kann sowas länger gut gehen?

    Über ihren Ärger - auch wenn ich nicht ganz übereinstimme- hat mich köstlich amüsiert. Das wäre die gesunde Reaktion, die man erwarten würde!
    Die hätte einfach das Repertoire erweitern sollen, und ihm ne Hundemaske aufsetzen und dann gibts Peitschenhiebe! *haha* Auch in der Öffentlichkeit! *hihi*

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    "Die hätte einfach das Repertoire erweitern sollen, und ihm ne Hundemaske aufsetzen und dann gibts Peitschenhiebe! *haha* Auch in der Öffentlichkeit! *hihi*"

    Vielleicht laufen seine geheimsten Wünsche ja tatsächlich in die Richtung, und er fährt unbewusst eine Strategie damit Sie genug Wut aufbaut um sich dies auch zu wünschen? Sehr um die Ecke gedacht, natürlich. Ob das gut geht? Naja, stressfreier ist es wohl einen sexuell weniger gestörten zu suchen (das war politisch inkorrekt und bezog sich nur auf den dargestellten Fall. Ich behaupte nicht, dass ein solcher Fetisch nicht generell mal ausgelebt werden dürfte, bei jeder anderen - also nicht sexuellen - derart zwanghaften Handlung würde ein Therpeut jedoch versuchen die Ursachen herauszufinden um sie zu therapieren). Auf keinen Fall aber sollte sich die Partnerin eines Fetischisten (laut Forschung zu über 90 % männlich) ein schlechtes Gewissen einreden lassen, weil sie seinen Fetisch nicht teilt.

    Ich bin übrigens auf Ursachensuche, weshalb ich mit den Ratschlägen des Herrn Schmidbauer so wenig anfangen kann. Der erste biographische Hinweis von seiner Homepage: "Ich bin 1941 geboren, erinnere mich noch an Bombenangriffe, wuchs in einer Welt von Soldatengeschichten auf und habe als kleines Kind den Soldatentod meines Vaters ohne bewusste Trauer hingenommen. So war es auch mir eigentlich selbstverständlich, mich nicht der “wehleidigen” Beschäftigung mit den Traumen des Krieges hinzugeben."

    In der Theorie sind Theorie und Praxis immer dasselbe, in der Praxis sind sie es nie!

    "Die hätte einfach das Repertoire erweitern sollen, und ihm ne Hundemaske aufsetzen und dann gibts Peitschenhiebe! *haha* Auch in der Öffentlichkeit! *hihi*"

    Vielleicht laufen seine geheimsten Wünsche ja tatsächlich in die Richtung, und er fährt unbewusst eine Strategie damit Sie genug Wut aufbaut um sich dies auch zu wünschen? Sehr um die Ecke gedacht, natürlich. Ob das gut geht? Naja, stressfreier ist es wohl einen sexuell weniger gestörten zu suchen (das war politisch inkorrekt und bezog sich nur auf den dargestellten Fall. Ich behaupte nicht, dass ein solcher Fetisch nicht generell mal ausgelebt werden dürfte, bei jeder anderen - also nicht sexuellen - derart zwanghaften Handlung würde ein Therpeut jedoch versuchen die Ursachen herauszufinden um sie zu therapieren). Auf keinen Fall aber sollte sich die Partnerin eines Fetischisten (laut Forschung zu über 90 % männlich) ein schlechtes Gewissen einreden lassen, weil sie seinen Fetisch nicht teilt.

    Ich bin übrigens auf Ursachensuche, weshalb ich mit den Ratschlägen des Herrn Schmidbauer so wenig anfangen kann. Der erste biographische Hinweis von seiner Homepage: "Ich bin 1941 geboren, erinnere mich noch an Bombenangriffe, wuchs in einer Welt von Soldatengeschichten auf und habe als kleines Kind den Soldatentod meines Vaters ohne bewusste Trauer hingenommen. So war es auch mir eigentlich selbstverständlich, mich nicht der “wehleidigen” Beschäftigung mit den Traumen des Krieges hinzugeben."

    In der Theorie sind Theorie und Praxis immer dasselbe, in der Praxis sind sie es nie!

  2. Bislang habe ich die Ratschläge von Herrn Schmidbauer immer für sehr lebensklug gehalten. Aber wenn die bedauernswerte Frau der aktuellen Konstellation für ihren Partner nur dann sexuell attraktiv ist, wenn sie im Bett Stiefel trägt, kniehohe auch noch (wie unbequem...), dann hat sie nicht die geringste Chance, »sich [anderweitig] genießbar zu machen«, ganz abgesehen von der Kränkung, die sie dadurch erfährt, als Person ohne Gimmicks nicht attraktiv genug zu sein. Der einzige richtige Rat, den man hier geben kann, müßte lauten: wenn ein Partner auf eine Weise sexuell deviant ist, dem der andere nicht zu entsprechen vermag oder es auch nur nicht will, dann ist eben Schluß. Wenn's schon in der Anfangsphase auf diesem wichtigen Gebiet nicht klappt, sollte man ein Ende mit Schrecken vorziehen. Soviel an dem, was Liebe (nicht Sex) ausmacht, dürfte noch gar nicht entstanden sein - das heißt, man überlebt's.
    Schmidbauer ist auch nur ein Mann - und hat sich hier sehr vergriffen.

  3. der Mann im Interesse der Liebe besser über seine geheimsten sexuellen Wünsche schweigen und am Ende regelmäßig zu einer bezahlten Dienstleisterin gehen?
    Nur ein weiterer Kompromiss in diesem Leben.
    Oder müssen alle Fetischisten in Therapie? Wo beginnt Fetisch? Bei roten Haaren?

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    zwischen
    a) SCHWEIGEN über die geheimsten Wünsche und
    b) zwanghaftes Ausleben eines Fetischs gegen das erklärte Interesse des Partners, und zwar im strengsten Sinn: NUR NOCH SO!

    ???

    "Oder müssen alle Fetischisten in Therapie? Wo beginnt Fetisch? Bei roten Haaren?"

    Meine Meinung: Fetischisten müssen dann in Therapie, wenn ihr Verhalten ihnen, ihrem Partner und/oder der Beziehung schadet. Ist so ähnlich wie bei der griffigen Alkoholiker-Definition: "Wenn Alkohol Probleme macht ist Alkohol das Problem"

    In der Theorie sind Theorie und Praxis immer dasselbe, in der Praxis sind sie es nie!

    zwischen
    a) SCHWEIGEN über die geheimsten Wünsche und
    b) zwanghaftes Ausleben eines Fetischs gegen das erklärte Interesse des Partners, und zwar im strengsten Sinn: NUR NOCH SO!

    ???

    "Oder müssen alle Fetischisten in Therapie? Wo beginnt Fetisch? Bei roten Haaren?"

    Meine Meinung: Fetischisten müssen dann in Therapie, wenn ihr Verhalten ihnen, ihrem Partner und/oder der Beziehung schadet. Ist so ähnlich wie bei der griffigen Alkoholiker-Definition: "Wenn Alkohol Probleme macht ist Alkohol das Problem"

    In der Theorie sind Theorie und Praxis immer dasselbe, in der Praxis sind sie es nie!

  4. "Die hätte einfach das Repertoire erweitern sollen, und ihm ne Hundemaske aufsetzen und dann gibts Peitschenhiebe! *haha* Auch in der Öffentlichkeit! *hihi*"

    Vielleicht laufen seine geheimsten Wünsche ja tatsächlich in die Richtung, und er fährt unbewusst eine Strategie damit Sie genug Wut aufbaut um sich dies auch zu wünschen? Sehr um die Ecke gedacht, natürlich. Ob das gut geht? Naja, stressfreier ist es wohl einen sexuell weniger gestörten zu suchen (das war politisch inkorrekt und bezog sich nur auf den dargestellten Fall. Ich behaupte nicht, dass ein solcher Fetisch nicht generell mal ausgelebt werden dürfte, bei jeder anderen - also nicht sexuellen - derart zwanghaften Handlung würde ein Therpeut jedoch versuchen die Ursachen herauszufinden um sie zu therapieren). Auf keinen Fall aber sollte sich die Partnerin eines Fetischisten (laut Forschung zu über 90 % männlich) ein schlechtes Gewissen einreden lassen, weil sie seinen Fetisch nicht teilt.

    Ich bin übrigens auf Ursachensuche, weshalb ich mit den Ratschlägen des Herrn Schmidbauer so wenig anfangen kann. Der erste biographische Hinweis von seiner Homepage: "Ich bin 1941 geboren, erinnere mich noch an Bombenangriffe, wuchs in einer Welt von Soldatengeschichten auf und habe als kleines Kind den Soldatentod meines Vaters ohne bewusste Trauer hingenommen. So war es auch mir eigentlich selbstverständlich, mich nicht der “wehleidigen” Beschäftigung mit den Traumen des Krieges hinzugeben."

    In der Theorie sind Theorie und Praxis immer dasselbe, in der Praxis sind sie es nie!

    Antwort auf "schon krass"
  5. zwischen
    a) SCHWEIGEN über die geheimsten Wünsche und
    b) zwanghaftes Ausleben eines Fetischs gegen das erklärte Interesse des Partners, und zwar im strengsten Sinn: NUR NOCH SO!

    ???

    "Oder müssen alle Fetischisten in Therapie? Wo beginnt Fetisch? Bei roten Haaren?"

    Meine Meinung: Fetischisten müssen dann in Therapie, wenn ihr Verhalten ihnen, ihrem Partner und/oder der Beziehung schadet. Ist so ähnlich wie bei der griffigen Alkoholiker-Definition: "Wenn Alkohol Probleme macht ist Alkohol das Problem"

    In der Theorie sind Theorie und Praxis immer dasselbe, in der Praxis sind sie es nie!

    Antwort auf "Sollte "
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    macht es selbstredend einen Unterschied.

    Es schadet doch schon im gängigen Geschlechterdisput der Beziehung, wenn er die Woche 5x und sie nur 1x will. Und wer muss hier in Therapie. Er – weil er die das geforderte Gardemaß von 1,80 m um 10 cm unterschreitet?

    90% der Fetischisten sind Männer – wer sagt das? Die Frauengeschlechterforschung?

    macht es selbstredend einen Unterschied.

    Es schadet doch schon im gängigen Geschlechterdisput der Beziehung, wenn er die Woche 5x und sie nur 1x will. Und wer muss hier in Therapie. Er – weil er die das geforderte Gardemaß von 1,80 m um 10 cm unterschreitet?

    90% der Fetischisten sind Männer – wer sagt das? Die Frauengeschlechterforschung?

  6. macht es selbstredend einen Unterschied.

    Es schadet doch schon im gängigen Geschlechterdisput der Beziehung, wenn er die Woche 5x und sie nur 1x will. Und wer muss hier in Therapie. Er – weil er die das geforderte Gardemaß von 1,80 m um 10 cm unterschreitet?

    90% der Fetischisten sind Männer – wer sagt das? Die Frauengeschlechterforschung?

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    "Es schadet doch schon im gängigen Geschlechterdisput der Beziehung, wenn er die Woche 5x und sie nur 1x will. Und wer muss hier in Therapie."

    Bei diesem Problem bin ich ganz klar der Ansicht: wenn Frauen keinen Bock auf mehr Sex (mehr) haben muss man sich die fiesen, intimen Details anschauen. Die Wissenschaft sagt uns ja, dass der Geschlechtsakt nur 3-5 Minuten dauert bevor der Mann abspritzt, und das ist - ebenfalls laut Wissenschaft - mindestens 7 Minuten zu kurz um damit weibliche Befriedigung zu erreichen (zu ihrer Beruhigung: ich habe noch nie nachgemessen, weder Zeit noch Geschlechtsteillänge). Männern ist das unangenehm, aber wie unangenehm wäre es ihnen wohl, wenn SIE nahezu jedesmal leer ausgehen würden? Wenn sie gerade in Rage wären und sich die Frau dann zufrieden wegdrehte? Glauben Sie, das würden Männer über Jahre und Jahrzehnte mitmachen ohne sich zu beschweren? Ich bin mir ziemlich sicher: NIEMALS!

    "90% der Fetischisten sind Männer – wer sagt das? Die Frauengeschlechterforschung?"

    Ich hatte da zwar mal irgendwo ne Studie zu, bin aber jetzt zu faul zum suchen, deshalb mal die neutralere Formulierung von wiki:
    "Trotz fehlender genauer Zahlen und der Tatsache, dass mit Ausnahme der Theorie Krafft-Ebings alle Theorien auf männlichem heteronormativem Sexualverhalten beruhen, ist durch mehrere bestätigte Diagnosen gesichert, dass Fetischismus nicht nur bei Männern, sondern auch bei Frauen auftritt. Dies gilt analog für homosexuelle Fetischisten beiderlei Geschlechts. Verschiedene Indizien deuten allerdings an, dass Fetischismus häufiger bei Männern auftritt als bei Frauen; dazu gehören die Geschlechterverteilung in Chatrooms und stationäre Krankenhausaufenthalte aufgrund von Fetischismus bedingten Unfälle"

    Der typische Frauenfetisch ist übrigens der Masochismus, was für mich auch ziemlich logisch ist.

    Aber nur mal so als Denkanstoss: Wenn ich das richtig sehe lehnen sie alle wissenschaftlichen Erkenntnisse ab die von Frauen sind und/oder eine feministische These belegen. Das kann ich emotional irgendwie nachvollziehen, geht es mir doch inzwischen ähnlich. Auch ich vertraue ebenfalls eher meinem Geschlecht, aber leider konnte ich und darf ich auch in Zukunft das nicht so konsequent ausleben wie Sie. Sie sind da ganz klar im Vorteil, bloß, weil Ihre prähistorischen Geschlechtsgenossen so martialisch waren. Ist das ein Grund Stolz zu sein?

    In der Theorie sind Theorie und Praxis immer dasselbe, in der Praxis sind sie es nie!

    "Es schadet doch schon im gängigen Geschlechterdisput der Beziehung, wenn er die Woche 5x und sie nur 1x will. Und wer muss hier in Therapie."

    Bei diesem Problem bin ich ganz klar der Ansicht: wenn Frauen keinen Bock auf mehr Sex (mehr) haben muss man sich die fiesen, intimen Details anschauen. Die Wissenschaft sagt uns ja, dass der Geschlechtsakt nur 3-5 Minuten dauert bevor der Mann abspritzt, und das ist - ebenfalls laut Wissenschaft - mindestens 7 Minuten zu kurz um damit weibliche Befriedigung zu erreichen (zu ihrer Beruhigung: ich habe noch nie nachgemessen, weder Zeit noch Geschlechtsteillänge). Männern ist das unangenehm, aber wie unangenehm wäre es ihnen wohl, wenn SIE nahezu jedesmal leer ausgehen würden? Wenn sie gerade in Rage wären und sich die Frau dann zufrieden wegdrehte? Glauben Sie, das würden Männer über Jahre und Jahrzehnte mitmachen ohne sich zu beschweren? Ich bin mir ziemlich sicher: NIEMALS!

    "90% der Fetischisten sind Männer – wer sagt das? Die Frauengeschlechterforschung?"

    Ich hatte da zwar mal irgendwo ne Studie zu, bin aber jetzt zu faul zum suchen, deshalb mal die neutralere Formulierung von wiki:
    "Trotz fehlender genauer Zahlen und der Tatsache, dass mit Ausnahme der Theorie Krafft-Ebings alle Theorien auf männlichem heteronormativem Sexualverhalten beruhen, ist durch mehrere bestätigte Diagnosen gesichert, dass Fetischismus nicht nur bei Männern, sondern auch bei Frauen auftritt. Dies gilt analog für homosexuelle Fetischisten beiderlei Geschlechts. Verschiedene Indizien deuten allerdings an, dass Fetischismus häufiger bei Männern auftritt als bei Frauen; dazu gehören die Geschlechterverteilung in Chatrooms und stationäre Krankenhausaufenthalte aufgrund von Fetischismus bedingten Unfälle"

    Der typische Frauenfetisch ist übrigens der Masochismus, was für mich auch ziemlich logisch ist.

    Aber nur mal so als Denkanstoss: Wenn ich das richtig sehe lehnen sie alle wissenschaftlichen Erkenntnisse ab die von Frauen sind und/oder eine feministische These belegen. Das kann ich emotional irgendwie nachvollziehen, geht es mir doch inzwischen ähnlich. Auch ich vertraue ebenfalls eher meinem Geschlecht, aber leider konnte ich und darf ich auch in Zukunft das nicht so konsequent ausleben wie Sie. Sie sind da ganz klar im Vorteil, bloß, weil Ihre prähistorischen Geschlechtsgenossen so martialisch waren. Ist das ein Grund Stolz zu sein?

    In der Theorie sind Theorie und Praxis immer dasselbe, in der Praxis sind sie es nie!

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  • Quelle DIE ZEIT, 26.02.2009 Nr. 10
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