Hinter dem Schleier

Eine der Tragödien der Geschichte sei es, schreibt Homi Bhabha, Literaturprofessor der Havard University, dass manchmal ganze Länder, Kulturen hinter einem Schleier verschwinden. So ist es mit Iran, uns verhüllt durch Dogmen, Zwänge, auch westliche Vorurteile. Diese Anthologie öffnet den Blick für das Werk von 36 iranischen Fotografen, zeigt Arbeiten von so renommierten Künstlern wie der Filmemacherin Shirin Neshat, entfaltet vor uns aber auch junge Talente wie den 1980 geborenen Amirali Ghasemi, der gerne multimedial experimentiert und in Teheraner Coffee Shops die sich im Geheimen entfaltende Lebenslust mit dokumentarischen Bildern einfängt. Es sind Aufnahmen tanzender, feiernder junger Leute, deren Identität Ghasemi durch die ausgeschnittenen weißen Stellen zu schützen versucht, was ihnen nichts von ihrer Eleganz nimmt, dem heimlichen Triumph, den wilden Träumen von Freiheit.

 
Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    • Quelle DIE ZEIT, 05.03.2009 Nr. 11
    • Versenden E-Mail verschicken
    • Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
    • Artikel Drucken Druckversion | PDF
    • Schlagworte Fotografie | Dogma | Shirin Neshat | Anthologie | Iran | Künstler | Traum
    • Artikel-Tools präsentiert von:

    Service