Wasser marsch!
Wir sind Wasserwesen. Wasser hüllt uns ein, füllt uns aus, macht, dass uns heiß und kalt wird. In diesem Heft folgen wir seinem Weg vom Regentropfen bis zum Wasserfall, von der Quelle bis in den Ozean.
Wo Wasser ist, da ist Leben. Wir verraten, wie ein Mensch beim Apnoetauchen ein paar Minuten lang zum Fisch werden kann. Auf welcher Kreuzfahrt man Anakondas beim Mittagsschlaf stört. Und warum Thunfisch das Rinderfilet der Japaner ist.
Wasser ist heilig. Wir treffen in einem Oasenhotel eine reiche Inderin, die ihrem Kind Wasser einflößt, als wäre jeder Tropfen ein Himmelsgeschenk. Wir blicken ins »Auge Gottes«, den See Genezareth. Und verstehen, dass mancher blumige Bibelspruch schlicht die Sehnsucht durstiger Menschen beschreibt.
Wasser bekehrt: vom Warm- zum Kaltduscher bei der Kneippkur. Wasser beruhigt: Spaziergänger, denen das Sprudeln der römischen Brunnen den Weg durch die Nacht weist. Wasser trennt: zwei Orte mit dem Namen Selters, die darum streiten, wer das Original ist. Wasser verbindet: ein aufblühendes und ein sterbendes Land an den Ufern des Sambesi.
Wasser ist nicht zu fassen; ständig wechselt es seine Gestalt. Und doch erscheint es uns vertraut – gerade dort, wo sonst alles fremd ist. Vielleicht reisen wir Wasserwesen darum gern an Flüsse, Seen und Meere. Der Schriftsteller John von Düffel sagte es einmal so: »Wir kehren immer zum Wasser zurück.«
- Datum 05.03.2009 - 07:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 05.03.2009 Nr. 11
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