ERFORSCHT UND ERFUNDEN Ein Test für Kuhglück

Ob auch Bio drin ist, wo Bio draufsteht, lässt sich zumindest bei Milch überprüfen. Joachim Molkentin vom Kieler Max-Rubner-Institut hat ein Testverfahren entwickelt, mit dem von der chemischen Zusammensetzung der Milch auf das Futter der Kühe geschlossen werden kann ( Agricultural and Food Chemistry, Bd. 57, S. 785). Konventionell gehaltene Kühe fressen in erster Linie Silomais, der einen höheren Anteil von schweren gegenüber leichten Kohlenstoffatomen (Isotope) aufweist als andere Futterpflanzen. Daher enthält auch die Milch dieser Kühe mehr schwere Kohlenstoffisotope als diejenige von Biokühen. Zudem hat Biomilch auch eine höhere Konzentration einer bestimmten Omega-3-Fettsäure. Beide Parameter zusammen erlaubten es, 99 Prozent der untersuchten Proben richtig einzuordnen. Als Routinetest eignet sich das Verfahren noch nicht.

Stammzellen jetzt sicherer

Die Verwandlung von Körperzellen in Stammzellen ist um eine wichtige Stufe sicherer geworden. Zwei Forscherteams aus Großbritannien und Kanada ist es erstmals gelungen, die Zellen ohne Verwendung eines Virus zu reprogrammieren. Bislang waren Viren hierbei unverzichtbar, da sie die notwendigen Gene in den Zellkern befördern können wie Fähren. Der Einsatz von Viren als Genfähren geht jedoch mit einem erhöhten Krebsrisiko einher. Nun nutzten die Wissenschaftler zum Transport der Gene ein Plasmid. Das ist ein DNA-Ring, wie er im Erbgut von Bakterien vorkommt. Nach der Reprogrammierung der Zellen gelang es sogar, das vorher eingebrachte Erbmaterial wieder zu entfernen. Die so erzeugten Stammzellen sind pluripotent, können sich also in beliebige Gewebe verwandeln. Und sie weisen ein deutlich niedrigeres Krebsrisiko auf als bisher.

 
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    • Quelle DIE ZEIT, 05.03.2009 Nr. 11
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    • Schlagworte Test | Wissenschaft | Virus | Kanada | Großbritannien | Erbgut
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