Bangen bei GM
Ob General Motors (GM), die Muttergesellschaft von Opel, überlebt, wird in den kommenden vier Wochen entschieden. Der Autobauer hofft wie auch Chrysler auf eine Milliarden-Rettungsaktion durch die amerikanische Regierung. Doch noch ist offen, wie und unter welchen Umständen diese helfen wird. Denn die Notlage bei den Autobauern stellt den amerikanischen Präsidenten, der mit starker Hilfe der Gewerkschaften gewählt wurde, vor fast unlösbare Konflikte. Um überleben zu können, müssten GM und Chrysler viele Tausend Arbeiter entlassen – und sollen gleichzeitig mit Milliarden für ihr Überleben vom Staat »belohnt« werden? Das widerspricht Obamas Credo. Schließlich hat der versprochen, vier Millionen Jobs zu schaffen oder zu erhalten. Doch die Alternative, ein Insolvenzverfahren, würde Hunderttausende Jobs kosten und eine Pleitewelle bei den Zulieferern auslösen.
Trotzdem mehren sich die Vorzeichen für eine staatlich gestützte Insolvenz. Ein wichtiger Faktor dürfte dabei GMs katastrophaler Verlust im vergangenen Jahr sein: Ein Minus von 30,9 Milliarden Dollar. Dieses Jahr dürfte es kaum besser werden. Denn der schärfste Einbruch auf dem amerikanischen Automarkt in 30 Jahren lässt sich auch durch brutalste Kürzungsaktionen nicht auffangen. buc
- Datum 05.03.2009 - 07:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 05.03.2009 Nr. 11
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