Wirtschaftskrise Exportweltmeister, ade!

Deutschland lebte in den vergangenen Jahren vom Außenhandel. Lange hat das gut funktioniert – jetzt aber braucht das Land ein neues Wachstumsmodell

Eigentlich haben die Deutschen alles richtig gemacht. Sie lebten nicht auf Pump, kauften nicht wie wahnsinnig Immobilien, auch als Unternehmer wirtschafteten sie solide – wenn man einmal die Banken beiseitelässt –, und selbst ihr Staat nahm in den vergangenen zwei Jahren kaum noch neue Schulden auf. Dennoch trifft die globale Krise Deutschland jetzt härter als manche andere Industrienation.

An den Arbeitslosenzahlen ist das – noch – nicht abzulesen, aber am Wachstum der Wirtschaft. Besser: an ihrem Schrumpfen. Um 2,1 Prozent sank die Wirtschaftsleistung in Deutschland zuletzt, binnen drei Monaten. Das entspricht mehr als dem normalen Wachstum eines ganzen Jahres. So rasant bergab ging es kaum irgendwo sonst. Selbst das auf Depression gestimmte Großbritannien verzeichnete zur gleichen Zeit ein deutlich geringeres Minus, in anderen Krisenländern wie Ungarn oder Spanien war es nicht einmal halb so groß. Und eine Prognose des Internationalen Währungsfonds besagt, dass es auch in diesem und im nächsten Jahr nicht gut aussieht für die Bundesbürger: Ihre Wirtschaft dürfte sich weiterhin schlechter entwickeln als die der meisten anderen großen Industriestaaten. Das bedeutet weniger Arbeitsplätze und weniger Wohlstand.

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Die Ursache dafür liegt ausgerechnet in den deutschen Erfolgen. Seit etwa einem Jahrzehnt liefern hiesige Firmen Jahr für Jahr mehr Autos und Maschinen ins Ausland. Wenn etwas wuchs in der deutschen Volkswirtschaft, dann war es der Export – 2004 und 2005 ging praktisch das gesamte Wachstum auf sein Konto, in den Jahren danach noch knapp die Hälfte. Bis Ende vergangenen Jahres. Da wurde der Export zur Last, der Welthandel brach ein. Seither werden die Bestellungen aus dem Ausland immer weniger. Und viele Experten fürchten: Dieser Rückgang ist kein vorübergehendes Phänomen. Das wird so bleiben, auch wenn die akute Krise überwunden ist.

Die USA werden auf Jahre hinaus nicht mehr so viel importieren können

»Es war gut, dass wir dieses Exportwachstum hatten«, sagt Kai Carstensen, Konjunkturexperte des ifo Instituts in München, »und es ist grundsätzlich auch richtig, wenn ein von seiner Demografie her alterndes Volk eher wenig konsumiert und mehr exportiert, denn dadurch bildet es gegenüber dem Ausland Ersparnisse.« Aber, fügt der Wirtschaftsprofessor an, die Exporterfolge der vergangenen Jahre seien auf absehbare Zeit nicht mehr zu erreichen. »Wir hatten einen Boom der Weltwirtschaft wie noch nie in den vergangenen 50 Jahren.« Dahinter steckte unter anderem der immense Konsum der Amerikaner. »Es war klar«, sagt Carstensen, »dass das nicht nachhaltig sein kann, und das zeigt sich jetzt.« Soll heißen: Die US-Bürger können so nicht weitermachen. Sie müssen sparen und weniger importieren. Nicht nur vorübergehend, sondern auf Jahre hinaus. Ähnlich geht es Ländern wie Griechenland, Spanien, Portugal und vielen osteuropäischen Staaten. Ihre Sorgen werden nun zu einer Sorge für Deutschland. »Es ist so etwas wie eine Exportblase entstanden«, sagt Henning Klodt, Ökonom am Kieler Institut für Weltwirtschaft. »Die ist jetzt geplatzt.«

Das Problem ist nicht die besonders starke Verflechtung der deutschen Wirtschaft mit dem Welthandel. Auch nicht ihre Position als sogenannter Exportweltmeister. Genauer gesagt: Vizemeister. Denn zählt man Güter und Dienstleistungen, dann rangiert die Bundesrepublik seit vielen Jahren beim Export auf Platz zwei, hinter den USA. Ebenso wie die Bundesbürger auch Importvizemeister sind. Nur die Amerikaner holen sich mehr ausländische Güter und Serviceleistungen in ihr Land als die Deutschen.

Was zum Problem geworden ist, sind die Überschüsse. 2007 lag der Wert der von Deutschland ausgeführten Waren 179 Milliarden Euro über dem der Importe, 2008 betrug das Plus immer noch 164 Milliarden. Das entspricht der jährlichen Wirtschaftsleistung von Staaten wie Ungarn, Estland, Lettland und Bulgarien – alle zusammengenommen.

Leser-Kommentare
    • suraf
    • 09.03.2009 um 13:31 Uhr

    Herr Rudzio hat einen der komischsten Artikel verfasst, die ich an dieser Stelle gelesen habe. In den letzten 18 Jahren versucht die Bundesregierung mit stark schwankenden Erfolg der ostdeutschen Wirtschaft zu einem selbsttragenden Wirtschaftswachstum zu verhelfen. Sie hat dabei festgestellt, daß ohne die Etablierung industrieller Kerne als ökonomische Basis, welche die Einkommen schafft, die die Inanspruchnahme von Dienstleistungen ermöglicht - und somit die Unternehmen des tertiären Sektors überhaupt unterhält, ein nachhaltiger Wirtschaftsaufschwung nicht zu erreichen ist. Länder wie Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern deren Industrie zu schwach entwickelt ist, können diesen Mangel nicht durch die Dienstleistungsbranche ersetzen; warum sollte der Bundesrepublik als Ganzes dieses gelingen?
    Eine Dienstleistungsgesellschaft konnte sich in den USA nur aufgrund eines immensen Kapitalimports aus Ostasien entwickeln, falls dieser wegfiele, womit sollten die Amerikaner die importierten Industriegüter bezahlen? Durch die Entwicklung von Computersoftware? Dies wird kaum ausreichen - zumal absehbar ist, daß die Konkurrenz aus Südasien immer härter wird. Trotz exzellenter Hochschulen, die vermarktbares Wissen generieren, haben Dienstleistungsgesellschaften negative Leistungsbilanzen und sind daher wegen ihres Kapitalbedarfs genauso Abhängig von der internationalen Wirtschaftsentwicklung wie die Bundesrepublik; allerdings sind die großen Volkswirtschaften "too big to fail", sie werden ebenso wie die Finanzinstitutionen vor der Insolvenz durch die Länder mit den größten Devisenreserven geschützt - sonst wäre ihr Negativwachstum noch weit größer. Sollte Deutschland wirklich diesen Weg gehen?
    Auch in Zukunft wird der Weltmarkt wohl schneller wachsen als der nationale Binnenmarkt einer entwickelten, demographisch schrumpfenden Volkswirtschaft, bei der Stagnation schon Wachstum pro Kopf bedeutet. Falls nicht, landen wir zweifelsohne, wie vor 80 Jahren, in einer großen Derpression.
    Daher wird sich die deutsche Industrie (hoffentlich) auch in Zukunft bemühen ihren Weltmarktanteil zu halten.

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    Der Weltmarkt wurde ja erst durch massivste Kredite geschaffen, nicht nur in den USA. Wie sich zeigt haben nun etliche Länder zuwenig Geld, um weiterhin den Lebensstandard der durchKredite und Importe vorgetäuscht wurde aufrecht zue rhalten. Als Beispiel etwa mag Ungarn dienen das sich strengste Sparmassnahmen aufbürden muss um den IMF Krediterichtlinen zu entsprechen... Gespart wird da mal u.a. zuerst bei den Löhnen...

    Mit Konsum ist da für dich nächsten Jahre nicht's mehr... Ausserdem, wenn diese Länder einigermassen schlaue Politiker haben (was hie und da zu bezweifeln ist) dann sollten die zuerst mal sehen das diese sich eigene Standbeine in Form einer fundamental starken Binnenwirktschaft aufbauen...

    Wenn nicht, wie sollen die dann anders die von uns produzierten Waren finanzieren können wenn nicht wieder durch neue Kredite... aber das Ende dieser Strategie erleben wir ja soeben. Ich kann mir ebenfalls gut vorstellen das bereits so mancher sich im stillen Kämmerlein wünscht, den Binnenmarkt nicht so abgewürgt zu haben...

    Ein bischen Import, ein bischen Export, viel Binnemarkt und dann darf man relativ gefahrlos auf den Weltmärkten Monopoly spielen.

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara

    Der Weltmarkt wurde ja erst durch massivste Kredite geschaffen, nicht nur in den USA. Wie sich zeigt haben nun etliche Länder zuwenig Geld, um weiterhin den Lebensstandard der durchKredite und Importe vorgetäuscht wurde aufrecht zue rhalten. Als Beispiel etwa mag Ungarn dienen das sich strengste Sparmassnahmen aufbürden muss um den IMF Krediterichtlinen zu entsprechen... Gespart wird da mal u.a. zuerst bei den Löhnen...

    Mit Konsum ist da für dich nächsten Jahre nicht's mehr... Ausserdem, wenn diese Länder einigermassen schlaue Politiker haben (was hie und da zu bezweifeln ist) dann sollten die zuerst mal sehen das diese sich eigene Standbeine in Form einer fundamental starken Binnenwirktschaft aufbauen...

    Wenn nicht, wie sollen die dann anders die von uns produzierten Waren finanzieren können wenn nicht wieder durch neue Kredite... aber das Ende dieser Strategie erleben wir ja soeben. Ich kann mir ebenfalls gut vorstellen das bereits so mancher sich im stillen Kämmerlein wünscht, den Binnenmarkt nicht so abgewürgt zu haben...

    Ein bischen Import, ein bischen Export, viel Binnemarkt und dann darf man relativ gefahrlos auf den Weltmärkten Monopoly spielen.

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara

    • Piepe
    • 09.03.2009 um 17:50 Uhr

    Geithner der während der Asienkrise 1997 Kapitalbilanz und Leistungsbilanz verwechselt hat. Mit der Folge, dass China seine Währungsreserven immer höher türmt.
    Sinn und Franz und andere die glauben der Arbeitsmarkt sei dann im Gleichgewicht wenn die Löhne unter das Existenzminimum fallen.
    Herr Franz bezeichnet sich als Nicht-Gutmensch.

    Wir stimmen zu!!!!!!!!

    • TyRell
    • 09.03.2009 um 18:38 Uhr

    Der Artikel ist ganz nett, aber dass Deutschland eine Exportnation wurde, ist das Ergebnis der globalen Arbeitsteilung. Deutschland exportiert Chemieerzeugnisse, Maschinen und Autos, um sich Elektronik und Öl importieren zu können.

    Hegt man den Gedanken, Deutschlands Modell zu ändern, so müsste man ein globales Konzept entwickeln. Ist das koordinierbar und realistisch? Wohl kaum.

    Wer mehr hierzu erfahren möchte, empfehle ich ganz persönlich:

    Adam Smith: Reichtumg der Nationen
    William J. Bernstein: Splendid Exchange

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    ... Adam Smith. Er ist einer der Urheber dieser ganzen Globalisierungsschei**e. Zu dumm, dass heutige Ökonomen sich immer nur herauspicken was sie wollen und das Denken verlernt haben. Ich kann mit nicht vorstellen, dass Adam Smith eine "Arbeitsteilung" (was für ein alberner Euphemismus) nach derzeitigem Muster vorschwebte, mit Währungsmanipulationen, riesigen Leistungsbilanzüberschüssen und Defiziten. Mit Lohn-, Umwelt- und Steuerdumping.

    In der Version von Herrn Smith profitieren beide Seiten, weil sie jeweils das produizieren, was sie am besten können. In der Realität produizieren die einen, weil sie niedrigere Löhne haben und die anderen sind arbeitslos, verlieren KnowHow, Infrastruktur und Investitionen.

    • otto_B
    • 09.03.2009 um 22:09 Uhr

    Die Liste was wir importieren, ist nicht ganz vollständig.
    Bananen fehlen noch, und Textilien. Erdgas. Kohle. Und der Auslandstourismus? Geht der unter Fernerliefen, oder sind es bedeutsame Summen, die da von deutschen Einkommensbeziehern ausgegeben werden, von Santo Domingo bis Bali (.....und nicht im Inland.....)?
    Nach dem Ende der DDR wurden bei uns die Plantagen runtergeholzt. Quadratkilometerweise. Statt dem "grünen Grässlichen" (golden delicious auf westdeutsch, Gelber Köstlicher auf DDR-deutsch), hatten wir ja jetzt Bananen. Und den Golden delicious aus Südtirol, die Tafelbirnen aus Chile......
    Wo kommen das her? Kein Problem. Das Geld kommt aus dem Außenhandel. Chemie, Autos, Maschinen. Der Rest der Welt reißt das uns ja aus den Händen.
    Was da im Supermarkt liegt, Bananen, Videorecorder, T-shirts ....... da stecken die von Costa Rica bis China üblichen Stundenlöhne drinn. Die Zeiten, wo sich die Schere zwischen diesen und "unseren" immer weiter öffnet, die scheinen ja vorbei zu sein.
    Wieder Äpfel statt Bananen? Bayern statt Bali? Ruhrkohle statt Importkohle? Und die Alternative zu steigendem Gaseinsatz (aus Rußland, Norwegen....) in der Stromerzeugung wagt man sich ja kaum auszusprechen.......( daß mehr Gas gebraucht wird, wird ja nichtmal von Befürwortern der Windkraft und des A....... in Abrede gestellt)
    Wenn jetzt die Geldquellen des westlichen (speziell des westdeutschen) Wohlstandes bedroht sind, dann riecht mir die Alternative ein bischen nach DDR. Aber warum so schreckhaft? Mit Westpaket ließ sich das zwar alles ein bischen leichter ertragen - aber es ging auch ohne, und "ohne" lebte ein bedeutamer Teil der Leute im Osten. Zwar "einfach", aber nicht im Elend. Sogar mit Äpfeln im Winter. Aber Kofferradio und Fernseher waren quasi Vermögenswerte, und keine Wegwerfartikel. Schadet uns das sosehr, wenn es wieder ein Stück in diese Richtung gehen sollte?

    ... Adam Smith. Er ist einer der Urheber dieser ganzen Globalisierungsschei**e. Zu dumm, dass heutige Ökonomen sich immer nur herauspicken was sie wollen und das Denken verlernt haben. Ich kann mit nicht vorstellen, dass Adam Smith eine "Arbeitsteilung" (was für ein alberner Euphemismus) nach derzeitigem Muster vorschwebte, mit Währungsmanipulationen, riesigen Leistungsbilanzüberschüssen und Defiziten. Mit Lohn-, Umwelt- und Steuerdumping.

    In der Version von Herrn Smith profitieren beide Seiten, weil sie jeweils das produizieren, was sie am besten können. In der Realität produizieren die einen, weil sie niedrigere Löhne haben und die anderen sind arbeitslos, verlieren KnowHow, Infrastruktur und Investitionen.

    • otto_B
    • 09.03.2009 um 22:09 Uhr

    Die Liste was wir importieren, ist nicht ganz vollständig.
    Bananen fehlen noch, und Textilien. Erdgas. Kohle. Und der Auslandstourismus? Geht der unter Fernerliefen, oder sind es bedeutsame Summen, die da von deutschen Einkommensbeziehern ausgegeben werden, von Santo Domingo bis Bali (.....und nicht im Inland.....)?
    Nach dem Ende der DDR wurden bei uns die Plantagen runtergeholzt. Quadratkilometerweise. Statt dem "grünen Grässlichen" (golden delicious auf westdeutsch, Gelber Köstlicher auf DDR-deutsch), hatten wir ja jetzt Bananen. Und den Golden delicious aus Südtirol, die Tafelbirnen aus Chile......
    Wo kommen das her? Kein Problem. Das Geld kommt aus dem Außenhandel. Chemie, Autos, Maschinen. Der Rest der Welt reißt das uns ja aus den Händen.
    Was da im Supermarkt liegt, Bananen, Videorecorder, T-shirts ....... da stecken die von Costa Rica bis China üblichen Stundenlöhne drinn. Die Zeiten, wo sich die Schere zwischen diesen und "unseren" immer weiter öffnet, die scheinen ja vorbei zu sein.
    Wieder Äpfel statt Bananen? Bayern statt Bali? Ruhrkohle statt Importkohle? Und die Alternative zu steigendem Gaseinsatz (aus Rußland, Norwegen....) in der Stromerzeugung wagt man sich ja kaum auszusprechen.......( daß mehr Gas gebraucht wird, wird ja nichtmal von Befürwortern der Windkraft und des A....... in Abrede gestellt)
    Wenn jetzt die Geldquellen des westlichen (speziell des westdeutschen) Wohlstandes bedroht sind, dann riecht mir die Alternative ein bischen nach DDR. Aber warum so schreckhaft? Mit Westpaket ließ sich das zwar alles ein bischen leichter ertragen - aber es ging auch ohne, und "ohne" lebte ein bedeutamer Teil der Leute im Osten. Zwar "einfach", aber nicht im Elend. Sogar mit Äpfeln im Winter. Aber Kofferradio und Fernseher waren quasi Vermögenswerte, und keine Wegwerfartikel. Schadet uns das sosehr, wenn es wieder ein Stück in diese Richtung gehen sollte?

    • ADoria
    • 09.03.2009 um 20:25 Uhr

    ... nach Aussage des Eigners das größte Containerschiff der Welt ist, dann hat er Herrn Rudzio gelinkt. Aber ich würde die Bildunterschrift deswegen nicht ändern, im Artikel stecken noch viel mehr falsche Aussagen.

  1. Der Weltmarkt wurde ja erst durch massivste Kredite geschaffen, nicht nur in den USA. Wie sich zeigt haben nun etliche Länder zuwenig Geld, um weiterhin den Lebensstandard der durchKredite und Importe vorgetäuscht wurde aufrecht zue rhalten. Als Beispiel etwa mag Ungarn dienen das sich strengste Sparmassnahmen aufbürden muss um den IMF Krediterichtlinen zu entsprechen... Gespart wird da mal u.a. zuerst bei den Löhnen...

    Mit Konsum ist da für dich nächsten Jahre nicht's mehr... Ausserdem, wenn diese Länder einigermassen schlaue Politiker haben (was hie und da zu bezweifeln ist) dann sollten die zuerst mal sehen das diese sich eigene Standbeine in Form einer fundamental starken Binnenwirktschaft aufbauen...

    Wenn nicht, wie sollen die dann anders die von uns produzierten Waren finanzieren können wenn nicht wieder durch neue Kredite... aber das Ende dieser Strategie erleben wir ja soeben. Ich kann mir ebenfalls gut vorstellen das bereits so mancher sich im stillen Kämmerlein wünscht, den Binnenmarkt nicht so abgewürgt zu haben...

    Ein bischen Import, ein bischen Export, viel Binnemarkt und dann darf man relativ gefahrlos auf den Weltmärkten Monopoly spielen.

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara

  2. ... Adam Smith. Er ist einer der Urheber dieser ganzen Globalisierungsschei**e. Zu dumm, dass heutige Ökonomen sich immer nur herauspicken was sie wollen und das Denken verlernt haben. Ich kann mit nicht vorstellen, dass Adam Smith eine "Arbeitsteilung" (was für ein alberner Euphemismus) nach derzeitigem Muster vorschwebte, mit Währungsmanipulationen, riesigen Leistungsbilanzüberschüssen und Defiziten. Mit Lohn-, Umwelt- und Steuerdumping.

    In der Version von Herrn Smith profitieren beide Seiten, weil sie jeweils das produizieren, was sie am besten können. In der Realität produizieren die einen, weil sie niedrigere Löhne haben und die anderen sind arbeitslos, verlieren KnowHow, Infrastruktur und Investitionen.

    • otto_B
    • 09.03.2009 um 22:09 Uhr

    Die Liste was wir importieren, ist nicht ganz vollständig.
    Bananen fehlen noch, und Textilien. Erdgas. Kohle. Und der Auslandstourismus? Geht der unter Fernerliefen, oder sind es bedeutsame Summen, die da von deutschen Einkommensbeziehern ausgegeben werden, von Santo Domingo bis Bali (.....und nicht im Inland.....)?
    Nach dem Ende der DDR wurden bei uns die Plantagen runtergeholzt. Quadratkilometerweise. Statt dem "grünen Grässlichen" (golden delicious auf westdeutsch, Gelber Köstlicher auf DDR-deutsch), hatten wir ja jetzt Bananen. Und den Golden delicious aus Südtirol, die Tafelbirnen aus Chile......
    Wo kommen das her? Kein Problem. Das Geld kommt aus dem Außenhandel. Chemie, Autos, Maschinen. Der Rest der Welt reißt das uns ja aus den Händen.
    Was da im Supermarkt liegt, Bananen, Videorecorder, T-shirts ....... da stecken die von Costa Rica bis China üblichen Stundenlöhne drinn. Die Zeiten, wo sich die Schere zwischen diesen und "unseren" immer weiter öffnet, die scheinen ja vorbei zu sein.
    Wieder Äpfel statt Bananen? Bayern statt Bali? Ruhrkohle statt Importkohle? Und die Alternative zu steigendem Gaseinsatz (aus Rußland, Norwegen....) in der Stromerzeugung wagt man sich ja kaum auszusprechen.......( daß mehr Gas gebraucht wird, wird ja nichtmal von Befürwortern der Windkraft und des A....... in Abrede gestellt)
    Wenn jetzt die Geldquellen des westlichen (speziell des westdeutschen) Wohlstandes bedroht sind, dann riecht mir die Alternative ein bischen nach DDR. Aber warum so schreckhaft? Mit Westpaket ließ sich das zwar alles ein bischen leichter ertragen - aber es ging auch ohne, und "ohne" lebte ein bedeutamer Teil der Leute im Osten. Zwar "einfach", aber nicht im Elend. Sogar mit Äpfeln im Winter. Aber Kofferradio und Fernseher waren quasi Vermögenswerte, und keine Wegwerfartikel. Schadet uns das sosehr, wenn es wieder ein Stück in diese Richtung gehen sollte?

    • MKer
    • 09.03.2009 um 22:11 Uhr

    Auf jeden Fall müssen Ungleichgewichte ausgeglichen werden. Es ist völlig richtig, dass Deutschland nicht hundert(e) Milliarden jährlich an Exportüberschüssen anderen Ländern als Kredit geben kann.

    Um einen Binnenmarkt wieder flott zu bekommen, müsste man wieder Ungleichgewichte abbauen und die Einkommensverteilung schrittweise ändern.

    Auch Produktivitätssteigerungen erzeugen einen Druck aus der Industrie heraus, wenn nicht ständig mehr Produkte abgenommen werden. Natürlich können wir nicht alle davon leben uns gegenseitig die Haare zu schneiden. Eine nachfragende Industrie braucht man immer, aber die Bedeutung könnte z. B. durch die Demographie nachlassen (Altenpflege etc.).

    P. S.: Die Colombo Express war 2005 nach Tons Deadweight All Told das größte Containerschiff der Welt. Es gibt heute deutlich größere Schiffe, was nichts an der Qualität des Artikels ändert.

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    Es spielt keine Rolle, ob Opel an Magna-Russland verkauft oder an China. Wenn die Krise vorbei ist, wird alles wieder fast wie vorher sein, nur die Besitzverhältnisse dürften sich ein wenig verschoben haben. Das Abendland wird wieder ein Stückchen weiter untergegangen sein, und die europäischen Kolonialmächte, die einst die anderen vier Erdteile ausbeuteten, werden mit den vormals Unterdrückten an einem Tisch sitzen müssen.

    Es spielt keine Rolle, ob Opel an Magna-Russland verkauft oder an China. Wenn die Krise vorbei ist, wird alles wieder fast wie vorher sein, nur die Besitzverhältnisse dürften sich ein wenig verschoben haben. Das Abendland wird wieder ein Stückchen weiter untergegangen sein, und die europäischen Kolonialmächte, die einst die anderen vier Erdteile ausbeuteten, werden mit den vormals Unterdrückten an einem Tisch sitzen müssen.

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