Atommüll "Asse war die falsche Standortwahl"

Deutschlands Atomwirtschaft hat ein neues Problem: Das katastrophale Scheitern des Endlagers Asse II stellt ihre Glaubwürdigkeit infrage

Braunschweig -  Im Streit um die sichere Lagerung radioaktiven Atommülls ging es bislang vor allem um geologische Fragen. Bietet, beispielsweise, ein unterirdischer Salzstock wie in Gorleben die Gewähr dafür, eine strahlende Abfallmasse eine Million Jahre lang sicher abzuschirmen? Wäre ein Granitvorkommen oder ein Lager aus Ton nicht doch die bessere Lösung?

Seit einigen Wochen aber werden diese Fragen durch eine andere verdrängt: Wem in Deutschland kann man Atommüll auch nur für einige Jahrzehnte gefahrlos anvertrauen? Die Frage stellt sich, weil aus einem ersten Atommülllager, dem südlich von Braunschweig gelegenen Salzstock Asse II, Unglaubliches bekannt geworden ist. Seit Jahrzehnten dringt Wasser in den Salzstock. Inzwischen ist es durch den Kontakt mit dem lediglich in Stahlfässern verpackten Atomabfall radioaktiv belastet, während die ausgelaugten Wände der Lagerstätte einzustürzen drohen – und die Betreiber des Atommülllagers hielten die am schwersten wiegenden Befunde geheim. Schlimmer noch: Eine Aufsichtsbehörde, das niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie in Clausthal-Zellerfeld, wusste Bescheid – und sah keinen Anlass, das Umweltministerium oder die Öffentlichkeit zu warnen.

Anzeige

Was hat man sich in Clausthal-Zellerfeld bei dieser Art Informationspolitik gedacht? Das Bergamt verweist an das niedersächsische Umweltministerium, wo lediglich zu erfahren ist, dass man die Vorgehensweise des Bergamts missbillige und einen Referatsleiter versetzt habe. Und was hat das Münchner Helmholtz Zentrum, der Betreiber des Lagers, zu seiner Rechtfertigung vorzubringen? Man habe seinerzeit ja immerhin das Bergbauamt informiert, heißt es, und dass man sich nun »konsequent für die Aufarbeitung« dieser Angelegenheit einsetze.

Kann man solchen Betreibern trauen? Der Schrecken ist auch in den Reihen der Wissenschaftler angekommen, die sich mit Kernenergie und Atommüll beschäftigen. Bisher verließ man sich auf die Ergebnisse der Kollegen. Nach den Erfahrungen aus der Asse fällt das nicht mehr so leicht. »Was da passiert ist, das ist vielen von uns in die Knochen gefahren«, sagt Klaus-Jürgen Röhlig von der TU Clausthal. Als die neu formierte Entsorgungskommission der Bundesregierung zur neuerlichen Erörterung möglicher Atommüllendlager zusammentrat, »haben wir uns gegenseitig tief in die Augen geschaut«.

Seit 1968 wurden in dem ehemaligen Salzbergwerk in Ostniedersachsen radioaktive Abfälle in Fässern eingelagert. Offiziell ging es um die Erprobung dieser Lagertechnik. Wer aber einmal die chaotisch aufgehäuften Fässer zu Gesicht bekommen hat, wird bezweifeln, dass in der Asse je etwas anderes als die endgültige Lagerung dieses Abfalls vorgesehen war. Das kerntechnische Forschungszentrum in Karlsruhe musste seinen Atommüll loswerden; das Lager in der Asse nahm ihn auf. 1978 wurde die Einlagerung beendet, nachdem eine Änderung des Atomrechts in Kraft getreten war, die für die Unterbringung weiterer Fässer ein aufwendiges Genehmigungsverfahren erfordert hätte. 126000 Fässer mit strahlender Substanz liegen seither in dem unterirdischen Salzstock.

Leser-Kommentare
  1. Bizarrer Untertitel der Überschrift: "...stellt ihre Glaubwürdigkeit infrage."

    Ähhh, welche Glaubwürdigkeit?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • navy
    • 08.03.2009 um 19:30 Uhr

    Warum werdem diese Politischen Verbrecher und Lobbyisten nicht verhaftet, sollte die Frage sein. Da fälschen diese Leute Jahre lang Gutachten im Auftrage von Siemens und der Atom Lobby und verursachen eine Milliarden Schaden aus reiner Profit Gier.

    Hallo,

    Folgendes: Ich habe Geologie studiert und im Rahmen einer Exkursion schon 2005 das Lager in Asse besichtigt. Fast alles, was danach öffentlich wurde, hat man mir damals bereits gesagt:
    - Dass das Bergwerk, welches zu nahe an den Rand des Salzstockes reicht, keine gute Wahl war, und das Wasser eindringt, abgepumpt werden muss, und dass dieses Wasser auch radioaktive Elemente lösen kann. Und, dass es absehbar wäre, dass das passiert.
    Das abgepumpte Wasser endet übrigens weit unter dem Bergwerk im Salzstock, in etwa 1000 m Tiefe.
    - Das der Atommüll niemals wieder entnommen werden sollte, das die implizite Absicht des sogenannten Forschungsbergwerkes in Wahrheit nur die Endlagerung sein sollte. Die Forschung wurde übrigens bereits in den 90ern gestoppt, da Niedersachsen die Einfuhr einer hochradioaktiven Substanz verhinderte, und somit kein Ergebnis über die Verträglichkeit von Salz mit stark radioaktivem Müll erzielt werden konnte.

    Ich schätze, die Neuigkeit, die all das Aufsehen erregte, muss gewesen sein, dass das Wasser dann irgendwann tatsächlich das gemacht hat, wovor die für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlichen Leute (die unsere Führung veranstalten haben und diese Broschüren geschrieben haben) schon lange gewarnt hatten...
    Irgendwie verstehe ich das alles nicht richtig. Eines ist jedenfalls klar: Es wird alles ziemlich verzerrt dargestellt.

    Dann noch eine letzte Information: Natürlich gibt es ein Endlager in Deutschland im Salz:
    http://de.wikipedia.org/w...

    schöne Grüße,
    elke

    • navy
    • 08.03.2009 um 19:30 Uhr

    Warum werdem diese Politischen Verbrecher und Lobbyisten nicht verhaftet, sollte die Frage sein. Da fälschen diese Leute Jahre lang Gutachten im Auftrage von Siemens und der Atom Lobby und verursachen eine Milliarden Schaden aus reiner Profit Gier.

    Hallo,

    Folgendes: Ich habe Geologie studiert und im Rahmen einer Exkursion schon 2005 das Lager in Asse besichtigt. Fast alles, was danach öffentlich wurde, hat man mir damals bereits gesagt:
    - Dass das Bergwerk, welches zu nahe an den Rand des Salzstockes reicht, keine gute Wahl war, und das Wasser eindringt, abgepumpt werden muss, und dass dieses Wasser auch radioaktive Elemente lösen kann. Und, dass es absehbar wäre, dass das passiert.
    Das abgepumpte Wasser endet übrigens weit unter dem Bergwerk im Salzstock, in etwa 1000 m Tiefe.
    - Das der Atommüll niemals wieder entnommen werden sollte, das die implizite Absicht des sogenannten Forschungsbergwerkes in Wahrheit nur die Endlagerung sein sollte. Die Forschung wurde übrigens bereits in den 90ern gestoppt, da Niedersachsen die Einfuhr einer hochradioaktiven Substanz verhinderte, und somit kein Ergebnis über die Verträglichkeit von Salz mit stark radioaktivem Müll erzielt werden konnte.

    Ich schätze, die Neuigkeit, die all das Aufsehen erregte, muss gewesen sein, dass das Wasser dann irgendwann tatsächlich das gemacht hat, wovor die für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlichen Leute (die unsere Führung veranstalten haben und diese Broschüren geschrieben haben) schon lange gewarnt hatten...
    Irgendwie verstehe ich das alles nicht richtig. Eines ist jedenfalls klar: Es wird alles ziemlich verzerrt dargestellt.

    Dann noch eine letzte Information: Natürlich gibt es ein Endlager in Deutschland im Salz:
    http://de.wikipedia.org/w...

    schöne Grüße,
    elke

    • Anonym
    • 08.03.2009 um 16:01 Uhr

    Die Probleme mit der Lagerung des Atommülls sind politisch gewollt - eine sachliche Debatte über ein Endlager hätte schon längst zu einem vernünftigen, sicheren und dauerhaften Ergebnis geführt.
    Doch da, bei Existenz eines sicheren Endlagers, auch sachlich über die weitere Nutzung des Atomstroms debattiert werden könnte, betreibt besonders das Umweltministerium hier weiterhin eine Verzögerungs- und Vermeidungsstrategie.
    So nimmt man lieber in Kauf, dass der Müll unsicher gelagert wird, bevor man mit einem vernünftigen Endlager am Ende noch der ominösen 'Atomlobby' zuspielt.

    Das Prinzip ist ähnlich, wie bei den Anti-Castor-Demonstrationen; man verschärft gezielt die Probleme des Atomstroms um ihn so untragbar zu machen, ohne Rücksicht auf eventuelle Risiken.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ... wird ein Schuh draus.

    Hier war, siehe die Aussagen im Artikel, wohl die Aufsicht nicht ausreichend, bzw. eigentlich notwendige Meldungen und Reaktionen sind unterblieben. Das recht späte Bekanntwerden von Missständen ist -- wenn denn angenommen politisch motiviert -- dann doch eher ein Hinweis auf den Schutz der Atomlobby.

    Ausserdem schert sich Radioaktivität weder um Politik, noch um wirtschaftliche Interessen. Sie lässt sich deshalb schlecht wegdiskutieren, fordert aber auch keine Unschuldsvermutung für sich ein.

    Alles Gute
    Kai Hamann

    • friedl
    • 08.03.2009 um 16:29 Uhr

    So ein quatsch habe ich auch selten gelesen. Genau, Atomkraftgegner sind nur aus dem Zweck gegen irgendwas, um gegen irgendwas zu sein und nicht gegen eine Sache, die sachlich offensichtlich ist, wie das es weltweit noch kein Entlager gibts und wenn es mal eines geben sollte ist doch sehr zu bezweifeln, dass es über Jahrhunderte sicher wäre. Aber wie gesagt, ich bin nicht aus Selbstzweck gegen etwas, dass ist absurd, also wenn sie ein Entlager wissen, dann bitte diskutieren wir sachlich und sagen sie mir WO?! Immer diese Verschwörungstheoriescheiße. Genau, und die fast pleite gehende Autoindustrie hält den super Antrieb zurück, um weiterhin ÖL verkaufen zu können.... oh man ... und das Umweltministerium hält die Entlager zurück, weil es das will das möglichts viel verstrahlt ist im schönen Deutschland. Man kann niemandem trauen und immer diese Umweltschützer, die die Lebensgrundlage schützen wollen....so was.....SONST IST BEI IHNEN ALLLES KLAR?!?!

    -----------------------------------------------------
    www.globalmarshallplan.org

    balance the world
    with an ecosocial market economy
    -----------------------------------------------------

    das ist doch nicht Dein Ernst, oder? Wie viele der Asse-Jahre waren denn Ausstiegsjahre? Und wie viele davor waren billig-weg-Jahre?

    ... wird ein Schuh draus.

    Hier war, siehe die Aussagen im Artikel, wohl die Aufsicht nicht ausreichend, bzw. eigentlich notwendige Meldungen und Reaktionen sind unterblieben. Das recht späte Bekanntwerden von Missständen ist -- wenn denn angenommen politisch motiviert -- dann doch eher ein Hinweis auf den Schutz der Atomlobby.

    Ausserdem schert sich Radioaktivität weder um Politik, noch um wirtschaftliche Interessen. Sie lässt sich deshalb schlecht wegdiskutieren, fordert aber auch keine Unschuldsvermutung für sich ein.

    Alles Gute
    Kai Hamann

    • friedl
    • 08.03.2009 um 16:29 Uhr

    So ein quatsch habe ich auch selten gelesen. Genau, Atomkraftgegner sind nur aus dem Zweck gegen irgendwas, um gegen irgendwas zu sein und nicht gegen eine Sache, die sachlich offensichtlich ist, wie das es weltweit noch kein Entlager gibts und wenn es mal eines geben sollte ist doch sehr zu bezweifeln, dass es über Jahrhunderte sicher wäre. Aber wie gesagt, ich bin nicht aus Selbstzweck gegen etwas, dass ist absurd, also wenn sie ein Entlager wissen, dann bitte diskutieren wir sachlich und sagen sie mir WO?! Immer diese Verschwörungstheoriescheiße. Genau, und die fast pleite gehende Autoindustrie hält den super Antrieb zurück, um weiterhin ÖL verkaufen zu können.... oh man ... und das Umweltministerium hält die Entlager zurück, weil es das will das möglichts viel verstrahlt ist im schönen Deutschland. Man kann niemandem trauen und immer diese Umweltschützer, die die Lebensgrundlage schützen wollen....so was.....SONST IST BEI IHNEN ALLLES KLAR?!?!

    -----------------------------------------------------
    www.globalmarshallplan.org

    balance the world
    with an ecosocial market economy
    -----------------------------------------------------

    das ist doch nicht Dein Ernst, oder? Wie viele der Asse-Jahre waren denn Ausstiegsjahre? Und wie viele davor waren billig-weg-Jahre?

  2. ... wird ein Schuh draus.

    Hier war, siehe die Aussagen im Artikel, wohl die Aufsicht nicht ausreichend, bzw. eigentlich notwendige Meldungen und Reaktionen sind unterblieben. Das recht späte Bekanntwerden von Missständen ist -- wenn denn angenommen politisch motiviert -- dann doch eher ein Hinweis auf den Schutz der Atomlobby.

    Ausserdem schert sich Radioaktivität weder um Politik, noch um wirtschaftliche Interessen. Sie lässt sich deshalb schlecht wegdiskutieren, fordert aber auch keine Unschuldsvermutung für sich ein.

    Alles Gute
    Kai Hamann

    Antwort auf "Politisch gewollt"
    • friedl
    • 08.03.2009 um 16:29 Uhr

    So ein quatsch habe ich auch selten gelesen. Genau, Atomkraftgegner sind nur aus dem Zweck gegen irgendwas, um gegen irgendwas zu sein und nicht gegen eine Sache, die sachlich offensichtlich ist, wie das es weltweit noch kein Entlager gibts und wenn es mal eines geben sollte ist doch sehr zu bezweifeln, dass es über Jahrhunderte sicher wäre. Aber wie gesagt, ich bin nicht aus Selbstzweck gegen etwas, dass ist absurd, also wenn sie ein Entlager wissen, dann bitte diskutieren wir sachlich und sagen sie mir WO?! Immer diese Verschwörungstheoriescheiße. Genau, und die fast pleite gehende Autoindustrie hält den super Antrieb zurück, um weiterhin ÖL verkaufen zu können.... oh man ... und das Umweltministerium hält die Entlager zurück, weil es das will das möglichts viel verstrahlt ist im schönen Deutschland. Man kann niemandem trauen und immer diese Umweltschützer, die die Lebensgrundlage schützen wollen....so was.....SONST IST BEI IHNEN ALLLES KLAR?!?!

    -----------------------------------------------------
    www.globalmarshallplan.org

    balance the world
    with an ecosocial market economy
    -----------------------------------------------------

    Antwort auf "Politisch gewollt"
    • Anonym
    • 08.03.2009 um 16:59 Uhr

    Zunächst: belasten sie bitte Ihre Caps-Taste nicht übermäßig, Grossbuchstaben sind im Internet als lautstarkes schreien zu deuten ...

    Desweiteren: Von 'aus Selbstzweck gegen etwas sein' habe ich ebenso wenig geschrieben wie von irgendwelchen Verschwörungtheorien.

    Ich habe lediglich die Vermutung geäußert, das die Suche nach dem Endlager aus gewissen Überlegungen heraus verzögert wird;
    Schließlich wird ein Endlager nicht irgendwo 'gefunden' - es wird von fachkundigen Menschen ein geeignetes Gebiet ausgesucht, welches dann zu einem Endlager 'gemacht wird' - ebenfalls von Menschen (von den dazu autorisierten).
    Der Grund dafür, dass das noch nicht passiert ist, ist also ganz klar bei den Menschen zu suchen.
    Und da ich den Fachkundigen mehr vertraue als den Autorisierten, stellt sich die Sache für mich wie geschildert dar.

    (und ich bin überzeugt das in China die Suche nach dem Endlager kein Problem darstellen wird - wenn auch aus dem eher unangenehmen Grund, dass dort die Autorisierten keine Rücksicht auf Interessengruppen nehmen müssen)

    __________________________________
    "Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut."

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Können Sie mir bitte einmal darlegen was Sie genau mit Fachkundig meinen?

    Bis zum Bekanntwerden des offensichtlichen Versagens galten die Autorisierten als eben solche.

    Es gab aber jedoch schon in der Planungsphase für die Asse Gutachten, die, im Gegensatz zu denen anderer Fachkundiger, vor diesem Szenario gewarnt haben.
    Warum haben diese keine Beachtung gefunden?
    Wer garantiert denn, das bei einer neuen Endlagersuche nicht ebenso, wie im Fall der Asse, die Fehlprognosen zur Beurteilung herangezogen werden?
    Fachkundige vertreten Interessengruppen, die diese für ihre Einschätzung bezahlen. Nicht die Sache im Sinne von der besten Lösung.
    So bekommt immer die Gruppe den Fachkundigen, den sie gerade für ihre Argumente braucht.
    Der Rest wird ausgeblendet.

    Das einzig Gute an der Situation ist, dass man sich weder in Vermutungen oder Verschwörungstheorien ergehen muss, sondern dass die unstrittigen Fakten für sich sprechen: die Betreiber eines Atommülllagers, denen man alles unterstellen kann, nur keine Gegnerschaft zur Atomindustrie, haben ein Desaster herbeigeführt. Dass es sich bei den Betreibern um staatliche bzw. staatlich kontrollierte und staatsnahe Organisationen handelt, macht die Lage erst richtig prekär. Das alleine reicht, die Bekundungen und Maßnahmen ähnlicher Organisationen sehr kritisch zu verfolgen. Nun, quasi in einem dreifachen Salto Mortale, daraus Gewinn für die Atomindustrie ziehen zu wollen, scheint mir besonders in Anbetracht Ihrer Fußnote mehr als unangemessen. Denn "jenseits der Freiheit scheint der Übermut zu wohnen".

    Unser Leben ist das, was unsere Gedanken aus ihm machen. (M. Aurel)

    Es ist sicher kein Zufall, das in Sweden Granit als geeignet gilt, in der Schweiz Ton und in Deutschland Salz. Natürlich findet dort eine greichtete Suche statt, deren Ergebnis zumindest ansatzweise realisierbar sein muss (geologisch und politisch).

    In diesem Zusammenhang wird es interessant zu beobachten, was passiert, wenn die Schweiz wirklich anfangen sollte, in den Alpen einzulagern. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die deutsche Endlagergemeinde aufgrund der schweizer Erkentnisse dann auf der Suche nach einem eigenen Endlager nach Bayern wendet.

    Aber egal, wie schwierig der Prozess, ein Endlager oder auch ein forschungslager zu finden auch sein mag, ändert das alles nichts an der Tatsache, dass sich die Betreiber der Standorte, die es nun mal gibt, nicht korrekt verhalten haben.

    Und gerade unter Wissenschaftlern ist es wirklich uebel, wenn man nicht auch offen die Probleme benennt, vollkommen egal, wie man zur Kernenergie steht.

    • nils86
    • 08.03.2009 um 19:25 Uhr

    Sie schreiben ganz richtig, dass kein Endlager "gefunden" wird, sondern dieses dazu gemacht wird. Ich sehe bloß einen kleinen Fehler mit großer Bedeutung in ihrer Argumentationskette.
    Salzstöcke galten bisher immer als die besten und sichersten Lager. Es hieß immer, der "Müll" sei da unten sicher bis ans Ende der Menschheit. Welcher "Fachman" ist bitte heutzutage in der Lage eine Prognose über diesen Zeitraum zu stellen, mit Seriösität hat das nichts zu tun. Es spielen einfach viel zu viele Faktoren, die sich nur sehr ungenau berechnen lassen, hinein.
    Oder anders gesagt, sichere Endlager wird es in abehbaren Zeiträumen nicht geben. Genau aus diesem Grund versuchen natürlich alle Länder den Atommüll bei anderen abzuladen. Es ist ja sowieso schon fragwürdig, wieso der Staat das Problem der Enlagerung (mal abgesehen von Forschungsmüll) schultern soll. Liegt das vielleicht daran, dass der "superbillige" Atomstrom ansonsten vielleicht gar nicht so billig ist. Mal abgesehn davon, dass es egal ist, ob der "Experte" von der Wirtschaft oder dem Staat bezahlt wird, wenn es keine wirklichen Endlager gibt, wird keine Seite es schaffen, welche zu "erschaffen".

    Es lässt sich also festhalten, dass die häufig belächelte und verspottene Anti-Atom-Bewegung gar nicht so falsch lag. Leider hat diese Erkenntnis bei denen, die an den Machthebeln sitzen, etwas lange gedauert...Geld regiert halt die Welt.
    Man kann nur hoffen, dass bald eine vernünftige Lösung gefunden wird, da das Problem ja nun besteht.
    Ich hoffe, dass nun auch dem Letzten bewusst wird, dass Atomstrom keine Zukunft haben kann und darf!

    Können Sie mir bitte einmal darlegen was Sie genau mit Fachkundig meinen?

    Bis zum Bekanntwerden des offensichtlichen Versagens galten die Autorisierten als eben solche.

    Es gab aber jedoch schon in der Planungsphase für die Asse Gutachten, die, im Gegensatz zu denen anderer Fachkundiger, vor diesem Szenario gewarnt haben.
    Warum haben diese keine Beachtung gefunden?
    Wer garantiert denn, das bei einer neuen Endlagersuche nicht ebenso, wie im Fall der Asse, die Fehlprognosen zur Beurteilung herangezogen werden?
    Fachkundige vertreten Interessengruppen, die diese für ihre Einschätzung bezahlen. Nicht die Sache im Sinne von der besten Lösung.
    So bekommt immer die Gruppe den Fachkundigen, den sie gerade für ihre Argumente braucht.
    Der Rest wird ausgeblendet.

    Das einzig Gute an der Situation ist, dass man sich weder in Vermutungen oder Verschwörungstheorien ergehen muss, sondern dass die unstrittigen Fakten für sich sprechen: die Betreiber eines Atommülllagers, denen man alles unterstellen kann, nur keine Gegnerschaft zur Atomindustrie, haben ein Desaster herbeigeführt. Dass es sich bei den Betreibern um staatliche bzw. staatlich kontrollierte und staatsnahe Organisationen handelt, macht die Lage erst richtig prekär. Das alleine reicht, die Bekundungen und Maßnahmen ähnlicher Organisationen sehr kritisch zu verfolgen. Nun, quasi in einem dreifachen Salto Mortale, daraus Gewinn für die Atomindustrie ziehen zu wollen, scheint mir besonders in Anbetracht Ihrer Fußnote mehr als unangemessen. Denn "jenseits der Freiheit scheint der Übermut zu wohnen".

    Unser Leben ist das, was unsere Gedanken aus ihm machen. (M. Aurel)

    Es ist sicher kein Zufall, das in Sweden Granit als geeignet gilt, in der Schweiz Ton und in Deutschland Salz. Natürlich findet dort eine greichtete Suche statt, deren Ergebnis zumindest ansatzweise realisierbar sein muss (geologisch und politisch).

    In diesem Zusammenhang wird es interessant zu beobachten, was passiert, wenn die Schweiz wirklich anfangen sollte, in den Alpen einzulagern. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die deutsche Endlagergemeinde aufgrund der schweizer Erkentnisse dann auf der Suche nach einem eigenen Endlager nach Bayern wendet.

    Aber egal, wie schwierig der Prozess, ein Endlager oder auch ein forschungslager zu finden auch sein mag, ändert das alles nichts an der Tatsache, dass sich die Betreiber der Standorte, die es nun mal gibt, nicht korrekt verhalten haben.

    Und gerade unter Wissenschaftlern ist es wirklich uebel, wenn man nicht auch offen die Probleme benennt, vollkommen egal, wie man zur Kernenergie steht.

    • nils86
    • 08.03.2009 um 19:25 Uhr

    Sie schreiben ganz richtig, dass kein Endlager "gefunden" wird, sondern dieses dazu gemacht wird. Ich sehe bloß einen kleinen Fehler mit großer Bedeutung in ihrer Argumentationskette.
    Salzstöcke galten bisher immer als die besten und sichersten Lager. Es hieß immer, der "Müll" sei da unten sicher bis ans Ende der Menschheit. Welcher "Fachman" ist bitte heutzutage in der Lage eine Prognose über diesen Zeitraum zu stellen, mit Seriösität hat das nichts zu tun. Es spielen einfach viel zu viele Faktoren, die sich nur sehr ungenau berechnen lassen, hinein.
    Oder anders gesagt, sichere Endlager wird es in abehbaren Zeiträumen nicht geben. Genau aus diesem Grund versuchen natürlich alle Länder den Atommüll bei anderen abzuladen. Es ist ja sowieso schon fragwürdig, wieso der Staat das Problem der Enlagerung (mal abgesehen von Forschungsmüll) schultern soll. Liegt das vielleicht daran, dass der "superbillige" Atomstrom ansonsten vielleicht gar nicht so billig ist. Mal abgesehn davon, dass es egal ist, ob der "Experte" von der Wirtschaft oder dem Staat bezahlt wird, wenn es keine wirklichen Endlager gibt, wird keine Seite es schaffen, welche zu "erschaffen".

    Es lässt sich also festhalten, dass die häufig belächelte und verspottene Anti-Atom-Bewegung gar nicht so falsch lag. Leider hat diese Erkenntnis bei denen, die an den Machthebeln sitzen, etwas lange gedauert...Geld regiert halt die Welt.
    Man kann nur hoffen, dass bald eine vernünftige Lösung gefunden wird, da das Problem ja nun besteht.
    Ich hoffe, dass nun auch dem Letzten bewusst wird, dass Atomstrom keine Zukunft haben kann und darf!

  3. zeigt nur mit wieviel krimmineller Energie gearbeitet wird , wenn es ums Geld geht.
    Die riesen Gewinne der Energiemonopole sollten sofort eingezogen werden um Ihren Dreck beseitigen zu können. Die nicht handelnden (vielleicht Bestechung) Beamten aus ihren Dienst entlassen ohne irgendwelche Ansprüche und hinter Gitter. Ist nur so, eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Das sind schon italienische Verhältnisse!

  4. Können Sie mir bitte einmal darlegen was Sie genau mit Fachkundig meinen?

    Bis zum Bekanntwerden des offensichtlichen Versagens galten die Autorisierten als eben solche.

    Es gab aber jedoch schon in der Planungsphase für die Asse Gutachten, die, im Gegensatz zu denen anderer Fachkundiger, vor diesem Szenario gewarnt haben.
    Warum haben diese keine Beachtung gefunden?
    Wer garantiert denn, das bei einer neuen Endlagersuche nicht ebenso, wie im Fall der Asse, die Fehlprognosen zur Beurteilung herangezogen werden?
    Fachkundige vertreten Interessengruppen, die diese für ihre Einschätzung bezahlen. Nicht die Sache im Sinne von der besten Lösung.
    So bekommt immer die Gruppe den Fachkundigen, den sie gerade für ihre Argumente braucht.
    Der Rest wird ausgeblendet.

    Antwort auf "Durchaus"
  5. Während aus Bequemlichkeit wieder mit längst wiederlegten "Optionen" sicherer und zuverlässiger atomarer Energiequellen gespielt wird, werden die Aufgaben des nicht mehr zu umgehenden Aufbruchs mit neuen Energieträgern solange aufgeschoben, bis sie zu einem überwältigenden Berg geworden sind, den man dann achselzuckend an die Enkel weiterschiebt. Diese werden auf eine Geschichte hektischer Betriebsamkeit zurückschauen können, aus der sie bestenfalls lernen können, falls das dann noch einen Sinn macht.
    Die komfortable Distanz von einer ernst zu nehmenden demokratischen Kontrolle lässt sich unsere politischen Vertreter in einer Sicherheit wiegen, die sich in absehbarer Zeit als gefährliche Illusion entpuppen kann.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service