DIE ZEIT: Seit zwei Spieler aus Hoffenheim verspätet zur Dopingkontrolle antraten, diskutiert Fußballdeutschland über Doping. Steckt die Bundesliga in einem ähnlichen Drogensumpf wie der Radsport?

Wilhelm Schänzer: Nein, wir haben keine Hinweise darauf, dass es ein vergleichbares Dopingproblem im Fußball gibt. Unsere Kontrollen zeigen, dass die Fallzahlen hier sehr niedrig sind.

ZEIT: Was sagen Sie zum Verstoß von Christoph Janker und Andreas Ibertsberger?

Schänzer: Das Verfahren läuft ja noch. Wir müssen abwarten, was der Kontrolleur vermeldet und was die beiden Spieler zum Testablauf sagen.

ZEIT: Sie gingen nicht direkt vom Spielfeld aus zur Dopingkontrolle, sondern erst zehn Minuten später – angeblich wegen einer Mannschaftsbesprechung.

Schänzer: Das könnte als Verstoß gegen das Dopingreglement ausgelegt werden. Die Vorschriften der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) schreiben vor, dass sich ein Athlet nach der Bekanntgabe, dass er kontrolliert wird, nicht mehr ohne Aufsicht bewegen darf. Dadurch will man Manipulationen oder Vorbereitungen zu Manipulationen verhindern.

ZEIT: An welche Art der Manipulation denken Sie?