MACHER + MÄRKTE Rückschläge für die Gen-Lobby

Der Anbau von genetisch verändertem Gemüse und Getreide bleibt in der Europäischen Union umstritten. Österreich und Ungarn dürfen den Anbau von Genmais weiter verbieten. Diesen Beschluss fassten die EU-Umweltminister am Montag. Die Europäische Kommission wollte beide Länder zwingen, das Verbot aufzuheben. »Ich kann den gesellschaftlichen Mehrwert der Produkte von Monsanto nicht erkennen«, begründete Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) seine Unterstützung für die beiden Länder. Auch in Deutschland könnte der Anbau des Maises der Firma Monsanto bald verboten werden. In den nächsten Wochen prüft das Ministerium von Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU, Foto) die Genehmigung. Auch Aigner hatte den Sinn dieser Produkte bereits infrage gestellt. In der EU droht zudem der von BASF gentechnisch veränderten Kartoffel Amflora das Aus. Zwar rechnet der Konzern von 2010 an mit der kommerziellen Nutzung. Die ist aber nach wie vor ungewiss. EU-Umweltkommissar Stavros Dimas bat im vergangenen Jahr die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) um eine Stellungnahme, die seine Mitarbeiter für Ende März erwarten. Doch selbst wenn die EFSA zu dem Schluss kommen sollte, dass der Anbau nicht die Gesundheit gefährdet, »behält sich der Kommissar eine Zustimmung vor«, sagte seine Sprecherin. TAT

 
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