Krise Staatsbankrott!

Was passiert, wenn ein Land Pleite macht: Ein Horrorszenario

Warnzeichen: Droht auch dem deutschen Adler der Absturz?

Warnzeichen: Droht auch dem deutschen Adler der Absturz?

In den Nachrichten entschuldigen sich jetzt jeden Abend die Bankenmanager beim Volk. Die Reisebüros bieten fünftägige »Anti-Depressions-Bustouren« ins benachbarte Ausland an. Ein Manager hat angekündigt, sich ein Gewehr zu kaufen, um sich und seine Familie zu schützen. In den hippen Restaurants im Bankenviertel gibt es den »Krisen-Burger«, mit einer halben Portion Speck und extra wenig Käse. Die Aura des Erfolges hat sich verflüchtigt, das Geld schon länger. Es riecht jetzt nach Fritten.

Willkommen in Musterland! Musterland liegt in Europa, es ist EU-Mitglied. In Musterland stehen mehrere große Banken vor dem Ruin – und zahllose Unternehmen. Wahlen sind angesetzt.

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In Musterland gibt es jetzt Krisen-Burger wie in Dublin, bewaffnete Bankmanager wie in London, Angst wie überall. Die Zustände und die Ereignisse in Musterland sind zwar fiktiv, sie basieren jedoch auf Tatsachen anderswo. Musterland ist nicht Deutschland, nicht Irland, nicht Ungarn und nicht Großbritannien. Was in Musterland passiert, könnte aber auch hier und dort passieren. In Musterland kann man Weggabelungen erkennen, Haltemarken sehen. In Musterland kann man erfahren, was es heißt, wenn Sicherungsnetze reißen. Wenn die Politik versagt. Und was es bedeutet, wenn ein Land kippt.

Der Staat ist in Musterland zum entscheidenden ökonomischen Akteur geworden. Nicht weil er wollte: weil er musste. Er hat Milliarden in die Banken gesteckt, Milliarden in Konjunkturprogramme, Milliarden direkt in Unternehmen. Der Staat will retten – und stürzt sich in immer höhere Schulden. Auf das Zehnfache der jährlichen Wirtschaftsleistung beläuft sich die Bilanzsumme der Banken. Wie in Irland. Die Experten der Regierung sind sich einig: Wenn man die Banken pleitegehen lässt, bricht die gesamte Wirtschaft zusammen.

Also retten. Das kostet Geld. Ein Vielfaches des jährlichen Staatshaushalts. Anfangs hofft man noch, dass es gut angelegtes Geld ist. Dass die Wirtschaft wieder in Fahrt kommt, die Einkommen steigen und die Schuldenlast dadurch erträglicher wird. Dass das Land aus seinen Schulden herauswachsen kann.

Doch es kommt anders. Die Finanzmärkte reagieren nervös auf die Nachricht von der Bankenrettung. Musterland hatte bislang einen tadellosen Ruf. Es konnte problemlos den Kapitalmarkt anzapfen – die Investoren konnten ja sicher sein, ihr Geld zurückzubekommen. Bei den Rating-Agenturen, den globalen Bonitätswächtern, hatte Musterland stets die Bestnote AAA. Die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls lag bei nahezu null. Das ist jetzt anders. Die Agenturen stufen Musterland herab. Die Investoren machen plötzlich einen Bogen um die bislang so beliebten Staatspapiere. Die Krise trifft zwar alle Staaten. Doch noch gibt es Länder, die als sicherer gelten. Und die ersten Analysten raten den Anlegern bereits, überhaupt kein Geld mehr an Staaten zu verleihen. Sondern Gold zu kaufen.

Wenn die Investoren fliehen, werden sie als »Spekulanten« beschimpft

Musterlands Schuldentitel werden wöchentlich im Rahmen einer Auktion angeboten, zu den Käufern gehören Banken, Pensionsfonds, Privatinvestoren. Es ist auch das Geld der Sparer, das auf dem Spiel steht. Die letzte Auktion wird mangels Bieterinteresse verschoben. Musterland geht das Geld aus.

Dabei muss nicht nur das Bankenrettungspaket finanziert werden. Der Staat hat sich viele Hundert Milliarden Dollar geliehen, ein Großteil davon im Ausland. Jedes Jahr werden Kredite fällig, die verlängert werden müssen. Jedes Jahr muss Musterland die Kapitalmärkte davon überzeugen, dass es sich rechnet, ihm Geld zu geben.

Der Finanzminister telefoniert mit den großen Investoren. Er erklärt ihnen die Stärken seines Landes, verweist auf die gut ausgebildete Bevölkerung, das stabile politische System, die moderne Industrie. Die Regierung werde ihre Schulden bedienen, versichert er. Man könne die Ausgaben kürzen. Oder die Steuern erhöhen. Dann sei wieder Geld da. Doch die Investoren bleiben skeptisch. Wer soll Steuererhöhungen durchsetzen, wenn jetzt immer mehr Menschen immer weniger haben?

Die Regierung will die Investoren mit höheren Zinsen locken. Doch diese wissen genau, dass die höhere Zinslast den Etat zusätzlich belastet. Dass der Staat dann noch weniger fähig sein wird, seine Schulden zu bedienen. Musterland ist in einer Abwärtsspirale gefangen.

Eine hitzige Debatte bricht los. War die Schuldenlast schlicht zu groß, oder hat erst die Panik der Investoren – »Spekulanten« werden sie jetzt in Musterland genannt – den Absturz ausgelöst? Fest steht: Das Land hat immer weniger Geld für seine Schulen, für den Straßenbau, für das soziale Netz.

Dabei war Musterland lange Jahre eine der erfolgreichsten Volkswirtschaften in Europa. Zu Beginn der neunziger Jahre hat es sich grundlegend reformiert. Seine Manager haben die Dynamik der Finanzmärkte in einer globalisierten Welt früh erkannt und den Finanzsektor systematisch ausgebaut. Zugleich waren seine Politiker klug genug, die traditionellen Industriezweige, die Automobilbranche, die Stahlindustrie, nicht aufzugeben.

Das hilft jetzt nicht weiter. Das stolze Musterland braucht andere. Die Regierung wendet sich an den Internationalen Währungsfonds (IWF). Der hält eine Art Sicherheitsnetz für die Weltwirtschaft bereit. Bevor es ihn gab, trieben Krisenländer oft in die Hände dubioser Finanziers. So wandte sich die gebeutelte Weimarer Republik 1930 gezwungenermaßen an den schwedischen Zündholzgiganten Ivar Kreuger. Kreuger gewährte einen Anleihe über 125 Millionen Dollar und erhielt dafür das Zündwarenmonopol in Deutschland. Der Retter als Erpresser – Musterland erfährt das nun in einer anderen Variante.

Die Verhandlungen mit dem Fonds gestalten sich schwierig. Seine Ressourcen sind knapp, viele Ländern brauchen Hilfe. Die gibt es nur unter Auflagen. Eine IWF-Delegation reist aus Washington an. Sie spricht mit der Zentralbank und dem Finanzministerium, analysiert Wirtschaftsindikatoren. Ihr Verdikt: Musterland bekommt nur Geld, wenn es den Haushalt konsolidiert. Die Regierung weigert sich. Es sei ökonomisch unsinnig und politischer Selbstmord, in der Krise die Steuern zu erhöhen. Dem Diktat des IWF werde man nicht folgen.

Musterland versucht es an anderer Stelle. In Brüssel. Doch die EU ist nicht bereit einzugreifen. Egoismen haben sich dort ausgebreitet, Sarkozys Nationalpopulismus wirkte stilprägend. Die Regierungschefs kennen nur noch Länder, sie kennen keine Union mehr. Musterland verhandelt daraufhin mit Saudi-Arabien, China und Russland. Doch die haben genug eigene Probleme. Musterland steht allein da.

Als die Märkte das erfahren, ziehen Scharen von Investoren ihr Kapital ab, die Zinsen steigen. Die Wirtschaft stürzt ab. Die Preise fallen. Tödlich ist das für das hoch verschuldete Land. Wenn die Preise sinken, steigt der Wert der Verbindlichkeiten.

Musterland hat seine eigene Währung. Nun fällt sie, denn an den Devisenmärkten bricht Panik aus. Wie viele Länder in Osteuropa hat Musterland sich auch in ausländischer Währung verschuldet. Deshalb wird es nun immer teurer, diese Schulden zu bedienen. Die Anleihen von Musterland gelten jetzt an den Finanzmärkten als junk, als Schrott. Niemand will sie mehr haben.

Die Menschen in Musterland sind wütend. Sie sind wütend auf die Banken, weil sie in ihrem globalen Monopoly sich selbst, traditionsreiche Unternehmen, ja ganze Länder an den Rand der Insolvenz geführt haben. Sie sind wütend auf die Bankmanager, die sich für ihr Leben in den Prachtvillen der Schlossallee nun scham- und ehrlos weitere Bonuszahlungen zuschustern. Sie sind wütend auf die Vorgängerregierung, die in Zeiten neoliberaler Glücksverheißungen den Finanzmarkt Markt sein ließ – und den Sozialstaat in mehreren Reformrunden so klein schredderte, dass er jetzt nur noch Almosen spenden kann. Sie sind wütend auf die Regierung, weil sie den Großen, den Banken, den Schuldigen – so sehen die Menschen das – die Milliarden ohne Zögern in den Rachen wirft, während sie selbst, die Unschuldigen, bitten und betteln müssen, dass der Staat ihre Arbeitsplätze retten möge. Und sie sind wütend, so ziellos kann Wut sein, auf die Regierung, weil sie mit Blick auf die nächsten Wahlen nun immer mehr Unternehmern immer mehr Direkthilfen zukommen lässt und dadurch Schulden aufhäuft, die alle überfordern. Die Wut treibt die Menschen auf die Straßen und lässt sie Parolen schreien. Gegen Ausländer, die ihnen hier die Jobs wegnähmen. Gegen die EU, die in der Stunde der Bewährung versage. Gegen internationale Finanzorganisationen.

Die Staatskasse leert sich jetzt immer schneller. Innerhalb weniger Wochen wird das Geld so knapp, dass die Regierung vor der Wahl steht, wie immer am Monatsende die Löhne an die Beamten auszuzahlen oder die Kredite ausländischer Gläubiger zu bedienen. Sie entscheidet sich für die Beamten. Musterland bezahlt seine Schulden nicht mehr fristgerecht. So wie Russland im Jahr 1998, Argentinien 2002 oder Island 2008. Musterland ist pleite.

An den Finanzmärkten gilt es jetzt als Paria, es bekommt kein Geld mehr. Der Kapitalverkehr wird streng kontrolliert, damit wenigstens das Geld, das noch da ist, im Land bleibt.

Kurz vor der Wahl ist die Regierung heillos zerstritten. Wer ist schuld an der Pleite? Die einen, die gegenüber dem IWF hart geblieben waren? Oder die anderen, die nach den Banken auch große Firmen retten wollten – und so die gesamte Regierung mit einem Helfervirus infiziert haben? Mit dem Geld, das er nicht hatte, unterstützte der Staat alles und jeden. Und ist jetzt ökonomisch am Ende.

Die Besonnenen im Land machen sich Sorgen um anderes, um Größeres. Wie werden die Menschen auf das Desaster reagieren? Werden die Demonstrationen zu Krawallen ausarten? Wann brennen die ersten Autos? Werden die Leute bei der Wahl die Extremen stärken, rechts wie links – oder werden sie einfach zu Hause bleiben? Aus Frust, aus Enttäuschung, weil sie an nichts mehr glauben. Nicht an die Politik, nicht an die Wirtschaft, nicht an den Markt – und auch nicht an die Demokratie.

Es gibt Schlimmeres als Schuldenberge

Der Staatsbankrott von Musterland hat die Weltwirtschaftskrise noch einmal verschärft. Viele Banken im Ausland haben Musterland Geld geliehen. Diese Forderungen müssen sie jetzt abschreiben – und ihre Regierungen müssen Löcher in den Bankenbilanzen stopfen. Immer neue.

In Musterland selbst nimmt die Verunsicherung der Firmen zu, weil niemand weiß, wie sich die Pleite auswirkt. Erhalten die Soldaten noch ihren Sold? Verrottet die Infrastruktur? Bezahlt der Staat auch seinen Bürgern kein Geld mehr für ihre Staatsanleihen? Verlieren die Sparer das, was sie investiert haben? Und was passiert politisch und gesellschaftlich, wenn all das eintritt?

Doch es muss nicht eintreten. So bitter die Zahlungsunfähigkeit ist: Sie ist nicht zwingend das Ende für einen Staat. In der Krise ist sie zuweilen, so skurril kann Ökonomie sein, gar die einzige Rettung. So wie ein Insolvenzverfahren manchmal ein überschuldetes Unternehmen retten kann, weil es nicht mehr alle Energie darauf verwenden muss, Rechnungen zu bezahlen, und vor den Gläubigern geschützt ist. In Argentinien hat sich die wirtschaftliche Lage nach dem Bankrott sogar etwas verbessert.

Doch Argentinien ist nicht überall. Anfangs scheint zwar auch Musterland auf einem guten Weg. Die Exportwirtschaft jubelt, denn die Abwertung der Währung verschafft ihr Wettbewerbsvorteile. Die Zentralbank senkt die Zinsen. Die Kredite werden billiger. Und die Notenbanker kommen dem Staat zur Hilfe. Sie kauften ihm die Anleihen ab, die sich auf dem Markt nicht mehr platzieren lassen. Weil die Investoren ihr Geld horten, druckt die Zentralbank einfach neues. So füllen sich die Staatskassen, ein neues Konjunkturprogramm wird aufgelegt, der völlige Zusammenbruch der Wirtschaft kann vorerst abgewendet werden. Darauf setzen zurzeit die Zentralbanken in den USA und in Großbritannien. Sie haben längst die Notenpresse angeworfen. Die Europäische Zentralbank zögert noch.

Aber die Krise ist noch längst nicht überwunden. Die Wirtschaft schrumpft noch immer, eine Rückkehr zu den Wachstumsraten der Boomjahre ist nicht in Sicht.

Die Geschichte könnte an dieser Stelle zu Ende sein. Musterland wäre geschwächt, aber nicht erledigt. Es könnte jetzt versuchen, sich allmählich aus der Krise zu arbeiten, den verbleibenden Schuldenberg abzutragen. Die Regierung könnte Verhandlungen mit den Gläubigern aufnehmen und ihnen anbieten, einen Teil der Schulden zurückzuzahlen. Sie hätten in den guten Jahren von den Zinsen profitiert, so könnte die Regierung argumentieren, und müssten jetzt einen Teil der Last tragen. Musterland könnte wieder zurückfinden in die Staatengemeinschaft.

Doch da ist die Wut der Bevölkerung. Da ist die Erwartung, dass der Staat den alten Wohlstand wiederbringe – und zwar schnell. Und da ist die Politik, die so viele Erwartungen geweckt hat. Noch nie ist es Politikern in westlichen Wohlstandsländern gelungen, den Leuten klarzumachen, dass sie künftig mit weniger zufrieden sein sollen. Dass es mit der Zeit besser wird, nicht schlechter, galt bislang als systemimmanent. Wer Wahlen gewinnen will, so denken die Parteien, muss an dieser Lehre festhalten. Und die Menschen in Musterland sind nur allzu bereit, das zu glauben.

Also gibt die Regierung Geld aus. Immer mehr. Sie erhöht die Löhne, die Renten, die Sozialleistungen. Das Geld holt sie sich von der Zentralbank. Die Notenpresse läuft auf Hochtouren. So heizt die Regierung einen künstlichen Boom an. Die Nachfrage steigt immer schneller, doch die Produktion kommt nicht hinterher. Die Preise ziehen an, erst langsam, dann immer stärker. Mehrmals täglich werden in den Supermärkten die Preisschilder gewechselt. Jeder versucht, sein Geld so schnell wie möglich loszuwerden. Nach wenigen Monaten ist die Währung praktisch wertlos. Das Geldvermögen der Sparer ist vernichtet. Das hat nur einen Vorteil: Auch die Schulden sind ausgelöscht, die gesamte Staatsschuld hatte zuletzt den Gegenwert einer Tageszeitung.

Musterland steht nun an der wichtigsten Weggabelung. Bleibt es demokratisch – oder erliegt es der Versuchung einer linken oder rechten Diktatur? »Zum Sturz einer bestehenden Gesellschaftsordnung«, so warnte einst der britische Ökonom John Maynard Keynes, »gibt es kein besseres Mittel als die Ruinierung ihrer Währung.«

 
Leser-Kommentare
  1. Sichtlich bemüht, es so erscheinen zu lassen, als wäre der Satz von Keynes nicht der eigentliche Anlass des Artikels, wird frivol dessen Inhalt als „Horrorszenario“ tituliert. Aber wenn schon der Staatsbankrott Chancen des Neuanfangs in sich birgt, warum dann unkend nach Diktaturen rufen? Das Aneinanderreihen von apokalyptisch gemeinten Zeitabläufen verbirgt hinter pseudo-volkswirtschaftlichem Ductus, dass den Autoren die Einsichtsfähigkeit in den Hauptmechanismus von Krise und Bewältigung in der globalisierten Welt völlig abgeht: Den der Nivellierung sämtlicher Märkte (einschl. der sog. „humanen Ressourcen“) gegen- und untereinander. Politisch wird in diesem Kontext das gekocht, was ohnehin jeder für sich kredenzt, infla- oder deflationär. Erkenntnisgewinn kann man dem Artikel also nicht nachsagen. Und das ist noch milde ausgedrückt.

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    Es wird darum gebeten, Tatsachen zu unterdrücken, um die Meinungen nicht zu stören (Marco Travaglio)

  2. Leider denken die ZEITautoren nicht über die wirklichen Ursachen dieser Apokalypse nach sondern beten nach: "Die Experten der Regierung sind sich einig: Wenn man die Banken pleitegehen lässt, bricht die gesamte Wirtschaft zusammen."

    Das ist insofern richtig, als daß die Banken mit der Regierung in einer Public-Private-Partnership (PPP) die Geschicke der Republik lenken, also quasi mitregieren. Nun sollte in einer Demokratie allerdings JEDE Machtausübung unter Kontrolle der Öffentlichkeit stehen, also auch durch direkte Wahl legitimiert sein. Im Widerspruch dazu, wurde das Rückrat der Ökonomie, quasi die Autobahnen und Wege des gemeinsamen Wirtschaftens, vom Beginn der deutschen Demokratie 1919 an, nicht in die gesamtgesellschaftliche Kontrolle mit eingebracht, sondern blieb außen vor und undurchsichtig strukturiert, vergleichbar z.B. mit "Tollcollect", die Autobahnüberwachung und der Autobahngebühreneinzug, dessen Vertrag dem deutschen Parlament nicht vorliegt.

    Das Bankensystem regelt und kontrolliert nun das Maß an SCHULD, das unser Gemeinwesen und jeder Bürger hat. Wer sich dessen nicht bewußt ist, der informiere sich über die Tatsache, daß Banknoten Schuldscheine sind und es "unser" Geld ohne daß jemand sich verschuldet nicht gibt.

    Trotzdem ist der Satz falsch "Wenn man die Banken pleitegehen lässt, bricht die gesamte Wirtschaft zusammen", denn unsere Wirtschaft hört ja nicht auf zu produzieren: Die Wertschöpfung von Arbeit und Maschinen geht weiter, nur würde eben getauscht wie nach dem Kriege.

    Nur etwas wäre anders, wenn es die Banken nicht mehr gäbe: Die Schulden wären weg. Ein Neugeborenes wäre also wirklich ein Freier Bürger und "erbte" nicht ca. 30.000 € Schulden. Womit wir des "Pudels Kern" erkennen, warum die Elite die Banken schützt: Ohne Schuldenvererbung gibt es auch keine Vererbung von "Vermögen".

    Eine Generalinsolvenz würde also zu wahrer Chancengleichheit und damit zu einem freien Wirtschaften führen KÖNNEN -- vorausgesetzt man schafft das entsprechende Regelwerk.

    Gegen dieses Übermaß an Freiheit und Gleichheit in einer deutschen Republik wird sich die Elite und ihre Gefolge mit allen Mitteln wehren.

    Die Verbreitung von ANGST durch Schreckensvisionen über die Medien ist eines davon. Denn Angst ist der Komplize der Schuld.
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    Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]

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    • LJA
    • 08.03.2009 um 11:39 Uhr

    aber das ist weitgehend Unfug. Wer so etwas verbreitet zeigt, dass er keine Ahnung von den Grundlagen des Wirtschaftens hat. Auf das Geld als universelles Tauschmittel werden wir nicht verzichten können, egal auf welcher Grundlage einmal unsere Eigentumsverhältnisse organisiert sein mögen.
    Tauschwirtschaft ist viel zu zeitaufwendig und dazu noch uneffektiv, um uns auch nur den Lebensstandard des 19. Jahrhunderts ermöglichen zu können. Die Produktion, speziell im industriellen Sektor, würde sehr bald zu Erliegen kommen.

    • LJA
    • 08.03.2009 um 11:39 Uhr

    aber das ist weitgehend Unfug. Wer so etwas verbreitet zeigt, dass er keine Ahnung von den Grundlagen des Wirtschaftens hat. Auf das Geld als universelles Tauschmittel werden wir nicht verzichten können, egal auf welcher Grundlage einmal unsere Eigentumsverhältnisse organisiert sein mögen.
    Tauschwirtschaft ist viel zu zeitaufwendig und dazu noch uneffektiv, um uns auch nur den Lebensstandard des 19. Jahrhunderts ermöglichen zu können. Die Produktion, speziell im industriellen Sektor, würde sehr bald zu Erliegen kommen.

  3. Ein Artikel, der sich einreiht in eine ganze Serie masochistischer Beiträge der letzten Zeit, die sich in Schwarzmalerei suhlen. Selbst wenn es so kommen sollte, wie das "Horrorszenario" beschreibt, was würde besser, wenn man vorher möglichst kräftig Panik schürt? Wem hilft es, in Ohnmachtsphantasien abzutauchen? Übersteht man die Apokalypse besser, wenn man sie vorher in kräftigen Farben an die Wand malt?

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    Es sind ja in dem Szenario verschiedene Stellen, an denen durch alternative Handlungen verschiedener Akteure die Weichen anders gestellt wuerden. Da muss man sich eben drauf fokussieren und versuchen, dieses Handeln zu beeinflussen, also zB jeglichem "Wachstum"-Gerede von vornherein eine Absage erteilen.

    Es sind ja in dem Szenario verschiedene Stellen, an denen durch alternative Handlungen verschiedener Akteure die Weichen anders gestellt wuerden. Da muss man sich eben drauf fokussieren und versuchen, dieses Handeln zu beeinflussen, also zB jeglichem "Wachstum"-Gerede von vornherein eine Absage erteilen.

  4. Nachdem sich die Presse auf Wunsch der Regierung (und aus Vernunft) von Angstszenarien zurückgehalten hat, werden nun auch diese Möglichkeiten diskutiert. Da niemand die Lage unter Kontolle hat, ist es sinnvoll, auch einmal das Worst Case Szenario anzusprechen um die Bevölkerung auf den Katastrophenfall vorzubereiten. Sonst zerbricht auch das Vertrauen in die Politik, sollte dieser eintreten.
    Es ist schön wenn dieses behutsam passiert, dass dabei keine Panik entsteht und damit Lawinen erst ausgelöst werden. Deshalb ist es nun an der Zeit sich mit dem Plan B auseinander zu setzen. Selbst der Bundesfinanzminister spricht nun inzwischen gelegentlich von möglichen Inflationsgefahren.
    Mein Grossvater hat zwei Währungskrisen überlebt, und war vorher und nachher arm. Selbst Worst Case Wirtschafts Szenarien sind im Vergleich zum Elend der Kriege und Krankheit und Hunger, wie Sie im Moment in Afrika stattfinden, Peanuts. Um damit wieder auf die Sprache der Banker zurückzukehren.
    Natürlich gibt es immer ein paar Glückliche die solche Wirtschaftskrisen als Gewinner verlassen, meist ist es so: wer mehr hat, kann mehr verlieren.
    Vermutlich haben etliche Bankmanager ihre großen Boni in Ihren eigenen Produkten investiert. Wenn Sie sich selbst geglaubt haben, haben Sie auch schon etliches verloren. Um die Schadenfreude zu begrenzen und zur Balance ist noch zu erwähnen daß es viele Manager gibt die sich Ihr Gönnerkostüm angezogen haben und wie Bill Gates große Summen in Stiftungen investiert haben.
    So mancher Neider noch keinen Cent.
    kwer-denker

  5. Kaum zu glauben, dass die Mechanismen, die "elchgesicht" in seinem Kommentar beschreibt, in den Sektoren, wo jetzt Weichen stellende Massnahmen anstehen, nicht bekannt sind. Die Angst vor der Verantwortung zieht immer auch dieses verhängnisvolle Zögern im Handeln nach sich, die sich vielleicht rechtfertigen, aber selten wieder gut machen lässt. Und das ist entscheidend.
    Der Mut, Fehler einzugestehen, ist der Boden, auf dem Mut zum Handeln wachsen kann. Das wird gerade denen nicht neu sein, die im Moment ein Ausweichmanöver nach dem anderen versuchen,bis sie merken, dass ein Problem einen unheimlichen Sog entwickeln kann.

  6. warum es ein "Sakrileg" sein soll wenn einige Banken verstaatlicht werden können wo doch quasi unter der Hand der komplette Staat privatisiert wird.

  7. Es sind ja in dem Szenario verschiedene Stellen, an denen durch alternative Handlungen verschiedener Akteure die Weichen anders gestellt wuerden. Da muss man sich eben drauf fokussieren und versuchen, dieses Handeln zu beeinflussen, also zB jeglichem "Wachstum"-Gerede von vornherein eine Absage erteilen.

    Antwort auf "Angstmache"
    • LJA
    • 08.03.2009 um 11:39 Uhr

    aber das ist weitgehend Unfug. Wer so etwas verbreitet zeigt, dass er keine Ahnung von den Grundlagen des Wirtschaftens hat. Auf das Geld als universelles Tauschmittel werden wir nicht verzichten können, egal auf welcher Grundlage einmal unsere Eigentumsverhältnisse organisiert sein mögen.
    Tauschwirtschaft ist viel zu zeitaufwendig und dazu noch uneffektiv, um uns auch nur den Lebensstandard des 19. Jahrhunderts ermöglichen zu können. Die Produktion, speziell im industriellen Sektor, würde sehr bald zu Erliegen kommen.

    Antwort auf "Geld als Schuld"
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    Nur weil jemand jenseits Ihres Wissenshorizontes denkt hat er "keine Ahnung" und "redet Unsinn"?

    Ich habe nicht Geld als Tauschwert in Frage gestellt, sondern

    1) in seiner Dualität als Wertaufbewahrungsmittel UND Tauschmittel -- was ein Widerspruch in sich ist

    2) die autoritäre, undemokratische Weise, wie der Wert des Geldes von elitären Kreisen für ihre Zwecke manipuliert wird.

    Für 2) hat Lietaer* hat eine Terra genannte zukünftige Weltwährung vorgeschlagen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Terra_(W%C3%A4hrung)

    Die Währung Terra soll auf einem Warenkorb aus den zwölf wichtigsten Waren und Dienstleistungen (gemessen an ihrer Bedeutung im Welthandel) basieren. Das Grundkonzept wurde erstmals am 1. Januar 1933 in der französischen Zeitung Le Fédériste veröffentlicht. Damals wurde die Idee geboren, eine „L'Europa – monnaie de la paix“ – zu deutsch „Europa–Geld des Friedens“ – zu schaffen.

    * Lietaer hatte über 25 Jahre die unterschiedlichsten Positionen im Geld- und Finanzwesen inne: Er war leitender Angestellte bei der Belgischen Zentralbank und professioneller Währungsspekulant, Berater von multinationalen Konzernen wie von Regierungen in Entwicklungsländern und Präsident eines elektronischen Zahlungssystems.
    _______________________________________________________
    Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]

    "Auf das Geld als universelles Tauschmittel werden wir nicht verzichten können"

    ... glaube nicht, dass er das generell als Zukuntskonzept gesehen hat, auch wenn es missverständlich ausgedrückt war. Ich denke eher, dass es zeigen sollte, dass Geld lediglich ein Hilfsmittel zum Warentausch ist und keinesfalls der Dreh- und Angelpunkt all unserer Aktionen, vielen Leuten ist dies nämlich aus dem Blickfeld geraten. Man könnte schliesslich tatsächlich vollkommen ohne Geld auskommen, wenn man Waren gegen Waren tauschen würde, nur ist das in einer hoch arbeitsteiligen Gesellschaft natürlich nicht mehr vorstellbar und sinnvoll. Aber gelegentlich ist es nützlich an die Basis unseres Wirtschaftens zu erinnern: die Menschen und ihre Arbeitsleistung.

    Nur weil jemand jenseits Ihres Wissenshorizontes denkt hat er "keine Ahnung" und "redet Unsinn"?

    Ich habe nicht Geld als Tauschwert in Frage gestellt, sondern

    1) in seiner Dualität als Wertaufbewahrungsmittel UND Tauschmittel -- was ein Widerspruch in sich ist

    2) die autoritäre, undemokratische Weise, wie der Wert des Geldes von elitären Kreisen für ihre Zwecke manipuliert wird.

    Für 2) hat Lietaer* hat eine Terra genannte zukünftige Weltwährung vorgeschlagen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Terra_(W%C3%A4hrung)

    Die Währung Terra soll auf einem Warenkorb aus den zwölf wichtigsten Waren und Dienstleistungen (gemessen an ihrer Bedeutung im Welthandel) basieren. Das Grundkonzept wurde erstmals am 1. Januar 1933 in der französischen Zeitung Le Fédériste veröffentlicht. Damals wurde die Idee geboren, eine „L'Europa – monnaie de la paix“ – zu deutsch „Europa–Geld des Friedens“ – zu schaffen.

    * Lietaer hatte über 25 Jahre die unterschiedlichsten Positionen im Geld- und Finanzwesen inne: Er war leitender Angestellte bei der Belgischen Zentralbank und professioneller Währungsspekulant, Berater von multinationalen Konzernen wie von Regierungen in Entwicklungsländern und Präsident eines elektronischen Zahlungssystems.
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    Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]

    "Auf das Geld als universelles Tauschmittel werden wir nicht verzichten können"

    ... glaube nicht, dass er das generell als Zukuntskonzept gesehen hat, auch wenn es missverständlich ausgedrückt war. Ich denke eher, dass es zeigen sollte, dass Geld lediglich ein Hilfsmittel zum Warentausch ist und keinesfalls der Dreh- und Angelpunkt all unserer Aktionen, vielen Leuten ist dies nämlich aus dem Blickfeld geraten. Man könnte schliesslich tatsächlich vollkommen ohne Geld auskommen, wenn man Waren gegen Waren tauschen würde, nur ist das in einer hoch arbeitsteiligen Gesellschaft natürlich nicht mehr vorstellbar und sinnvoll. Aber gelegentlich ist es nützlich an die Basis unseres Wirtschaftens zu erinnern: die Menschen und ihre Arbeitsleistung.

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