Der Knaller der Woche

Auch diesen Sonnabend schießen Fans wieder Leuchtraketen in den Fußballhimmel. Die Notzeichen signalisieren einerseits Idiotie. Andererseits erinnern sie an einen Regelungsbedarf, der im Wassersport bereits befriedigt ist. Denn der deutsche Segler darf Raketen nur an Bord führen mit einem Nachweis seiner Sachkunde gemäß den Waffen- und Sprengstoffgesetzen, »Pyroschein« genannt. Die Prüfungsgebühr liegt bei 23,50 €, inkl. Mehrwertsteuer. Wer in Seenot gerät und mit einer Fallschirm-Signalrakete auf sich aufmerksam machen möchte, braucht einen Pyroschein. Sollte er es vorziehen, ohne Pyroschein unterzugehen, wäre dies tragisch, aber juristisch korrekt. Beim Fußball hingegen dürfen alle Dummköpfe Raketen abfeuern, ohne dass die Wasserpolizei kommt. Doch was spricht dagegen, den Stadionbesuch abhängig zu machen vom Besitz eines Pyroscheins? Das Abschießen von Leuchtraketen würde dann fachgerecht erfolgen. Außerdem könnte Finanzminister Peer Steinbrück kurz vor dem nächsten Silvester die Idee eines gebührenpflichtigen Pyroscheins für das Verballern aller Raketensorten aufgreifen, ausgenommen vielleicht Interkontinentalraketen. Allerdings hat er kürzlich gesagt, dass er nicht »in jede Hose springen würde«, die man ihm hinhalte. Was meinte er damit? Dachte er an Wind- oder Wasserhosen? Dass der Politiker – wie die ganze Nation – mit ziemlich schwerer See kämpft, ist ja inzwischen bekannt.

 
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    • Quelle DIE ZEIT, 05.03.2009 Nr. 11
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    • Schlagworte Peer Steinbrück | Staatsfinanzen | Wassersport
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