Islam Endlich Recht bekommen

Warum Menschen von Pakistan bis Somalia die Scharia wollen

Taliban im Swat-Tal im Nordwesten Pakistans

Taliban im Swat-Tal im Nordwesten Pakistans

Als die pakistanische Regierung vor kurzem im Swat-Tal die Scharia, das islamische Religionsgesetz, als gültiges Recht einführte, löste das Entsetzen im Ausland aus. Dieser Schritt wird gleichgesetzt mit Talibanisierung. Tatsächlich fordern die pakistanischen Taliban die Einführung der Scharia und versuchten sie mit Waffengewalt durchzusetzen. Mehr als ein Jahr lang kämpfte die pakistanische Armee gegen die Taliban, ohne dass es ihr gelungen wäre, das Swat-Tal wieder unter ihre Kontrolle zu bringen. Schließlich bot sie den Taliban die Scharia an, wenn diese im Gegenzug ihre Kämpfe einstellten. Das wird im Kontext des Krieges weithin als Kapitulation vor dem Terror empfunden.

Bei genauerer Betrachtung allerdings erweist sich, dass die Sache mit der Scharia im Swat-Tal etwas differenziertere Begriffe als Sieg oder Niederlage verlangt. Pakistan steht seit 2001 aufseiten der USA im Kampf gegen den Terror. 2002 ließ die Regierung einen Mann namens Sufi Mohammed Khan im Swat-Tal verhaften. Er hatte 1992 die Tehrik-e-Nifaz-Shariah-Mohammadi (TNSM, Bewegung zur Einführung der Scharia) gegründet. Die Regierung schickte paramilitärische Truppen, um die TNSM zu bekämpfen. Nach der Verhaftung Sufi Mohammeds radikalisierte sich die Bewegung. Sein Schwiegersohn Maulana Fazlullah übernahm die Führung. Er verkündete über eine Radiostation den Dschihad und praktizierte ihn auf brutale Weise. Mehr als 1500 Menschen starben in den Kämpfen seit dem Juli 2007, Hunderttausende flüchteten. Fazlullah hatte im Namen der Scharia unter anderem angeordnet, dass Frauen ihre Arbeit aufgeben und zu Hause bleiben müssen. Er verbot Bildung für Mädchen, und seine Männer brannten Schulen nieder.

Als aber nun die Regierung im Swat-Tal die Scharia zuließ, brachen viele Menschen in Jubel aus. Warum? Weil sie zum einen hoffen, dass damit die grausamen Kämpfe ein Ende finden werden. Zum anderen haben die Behörden Sufi Mohammed, den historischen Führer der TNSM, freigelassen. Er vertritt eine – jedenfalls nach der Einigung mit der Regierung in Islamabad – mildere Variante der Scharia als sein Schwiegersohn. Sie sieht keine Enthauptungen vor, keine abgehackten Hände, kein Arbeitsverbot für Frauen und auch nicht das Verbot zu studieren. Alles in allem ist Sufi Mohammeds Scharia vom Paschthunwali, dem Stammesrecht der Paschtunen, durchwirkt. Dabei handelt es sich gewiss nicht um ein rechtsstaatliches System im westlichen Sinne, doch gibt es den Menschen zumindest eine Form von nachvollziehbarer, akzeptierter und wirksamer Rechtsprechung.

Islamische Gerichte sind in Somalia die einzige Ordnungsmacht

Das ist sehr viel in einem Land, in dem die einfachen Menschen Opfer von Willkür sind, gegen die sie sich praktisch nicht wehren können. Pakistaner, die vor einem staatlichen Gericht klagen, kommen so gut wie nie zu ihrem Recht – es sei denn, sie verfügen über viel Geld. Die Scharia, von der jetzt im Swat-Tal die Rede ist, soll aber vor allem das garantieren: dass die Menschen zu ihrem Recht kommen, schnell, billig und effizient. Letztlich füllt die Scharia das Vakuum, das der Staat aufgrund von Korruption und Inkompetenz nicht füllen will. Oder nicht füllen kann, weil er gar nicht mehr existiert.

Noch ein anderes Land hat gerade durch die »Einführung« der Scharia Schlagzeilen gemacht: Somalia. Sheik Sharif Achmed heißt der Verantwortliche. Somalias neuer Präsident, frisch gewählt von einem Übergangsparlament, das aus Sicherheitsgründen in Dschibuti tagen muss, gilt als Hoffnungsträger der internationalen Gemeinschaft. Nun hat er, so scheint es, seinen Ruf als »gemäßigter Islamist« schon wieder verspielt. Dabei hat Achmed lediglich verkündet, was in Somalia gängige Praxis ist. In einem Land, das wie kein zweites von Krieg zerstört worden ist, sind lokale Scharia-Gerichte seit Jahren die einzige Ordnungsmacht.

Achmeds Amtsantritt ist von den Menschen in Mogadischu mit Jubel begrüßt worden. Mitte 2006 stand er an der Spitze der Union Islamischer Gerichtshöfe (UIC), einer Allianz aus islamistischen Milizen und Geschäftsleuten. Die Gerichtshöfe hatten in der Hauptstadt 15 Jahre Dauerterror durch Clanmilizen beendet, einen halbwegs geregelten Handelsverkehr ermöglicht und die Übertragung von Fußballspielen verboten. Letzteres musste sie nach Protesten rückgängig machen, doch unter anderem diese Aktion besiegelte in den USA und Europa das Urteil, bei der UIC handele es sich um eine somalische Variante der Taliban. Die Folge war eine von den USA unterstützte Militärinvasion des Nachbarlandes Äthiopien, der Sturz der UIC, ein Dauerkrieg mit Zehntausenden von Toten und der Vormarsch einer fanatischen islamistischen Jugendmiliz, der al-Schabab. Nun soll Achmed mit Amerikas Segen versuchen, in Somalia Staat zu machen und die Radikalislamisten einzudämmen, die ihm den Kampf angesagt haben. Seine Proklamation der Scharia war auch ein Beschwichtigungsangebot an die Extremisten.

Wie weit die Interpretation der Scharia auseinandergehen kann, zeigte Ende vergangenen Jahres der Fall eines vermutlich 13-jährigen Mädchens in der Hafenstadt Kismayo, das nach einer Vergewaltigung als »Ehebrecherin« gesteinigt wurde. Dem horrenden Urteil ging offenbar eine heftige Auseinandersetzung zwischen Ältesten des lokalen Scharia-Gerichts, die das Mädchen schützen wollten, und Schabab-Milizionären voraus. Die Auslegung der Scharia ist längst Teil eines Machtkampfs zwischen Moderaten und Extremisten. Ob Erstere ihn gewinnen werden, ist fraglich. Bis jetzt gibt es nicht einmal eine stabile Waffenruhe.

 
Leser-Kommentare
  1. Scharia ist nbicht die einzig denkbare Ordnungsmacht für ein Gemeinwesen - auch nicht im Swat-tal oder in Somalia - und sie ist vor allem auch nicht ausdruck des Freiheitswillens von armen, unterdrückten Menschen, wie es hier im Text suggeriert wird.
    Das gegen Korruption und Unrecht angekämpft werden muss, ist klar und verständlich - aber dafür die scharia mit ihren gewaltbereiten milizen zu nehmen, ist ähnlich pervers als wenn man die Freikorps und später die SA als Ordnungsmacht in der ach so aus den fugen geradenen Weimarer Republik bezeichnen würde. Nicht, dass diese sich nicht so gerne verstanden sehen wollte.

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    • TDU
    • 08.03.2009 um 14:57 Uhr

    Sind die denn der Scharia immanent. Mit Schlächtern im Namen Gottes den christlichen Glauben und die Kirche an sich zu beurteilen, ist ja normal geworden. Hilft das den Christen guten Willens weiter oder müssen die erst "abschwören"?.

    ...zumindest in Somalia und Teilen von Pakistan - in Somalia hat sie den Menschen zumindest die Sicherheit gegeben auf öffentlicher Strasse nicht mißhandelt, getötet oder vergewaltigt zu werden.Bis Äthopien mit amerikanischen Waffen versucht hat die mordenden Drogen-Milizen an die Macht zu bringen , die ehemals an der Macht waren und die dem Westen klieber waren ( die vernachlässigbare Tatsache, dass diese willkürlich Menschen umbrachten, als waere dies nichts, muss man halt las Schicksal ansehen) war die Mehrheit der dort lebenden Menschen ganz zufrieden damit, auch wenn die Presse im Westen das anders dargetsellt hat. Es ist typische westliche Ignoranz, dass man glaubt, mit ihren westlichen "Segnungen" sei jedes Land auf der Erde auf den Weg der Besserung zu bringen. Es ist müßig zu diskutieren welche Staatsform besser ist, es kommt darauf an, welche Staatsform von der Masse der Bevölkerung getragen wird und dies ist nicht immer der liberale Geist wie im Westen , ja muss noch nichtmal Demokratie im Stil eines "Stimmzettel-fetischismus" sein.Beispiele gibt es dafür auch im ausserislamischen Raum:Waere in China die Revolution auf den Platz des himmlischen Friedens geglückt, dann gaebe es heute womöglich Millionen von Toten in einem Bürgerkrieg.Und wie kein anderes Land haben die Heilsversprechen von Marktwirtschaft und Demokratie Russland an den Rand des Abgrunds gebracht. Diese "Perestroka" ist den meisten Russen als tiefe Demütigung noch in schauerlicher Erinnerung.

    Fazit: Demokratie heißt nicht immer toll und der Westen sollte endlich mal die rosarote Brille ablegen und endlich über den Tellerrand blicken.

    • TDU
    • 08.03.2009 um 14:57 Uhr

    Sind die denn der Scharia immanent. Mit Schlächtern im Namen Gottes den christlichen Glauben und die Kirche an sich zu beurteilen, ist ja normal geworden. Hilft das den Christen guten Willens weiter oder müssen die erst "abschwören"?.

    ...zumindest in Somalia und Teilen von Pakistan - in Somalia hat sie den Menschen zumindest die Sicherheit gegeben auf öffentlicher Strasse nicht mißhandelt, getötet oder vergewaltigt zu werden.Bis Äthopien mit amerikanischen Waffen versucht hat die mordenden Drogen-Milizen an die Macht zu bringen , die ehemals an der Macht waren und die dem Westen klieber waren ( die vernachlässigbare Tatsache, dass diese willkürlich Menschen umbrachten, als waere dies nichts, muss man halt las Schicksal ansehen) war die Mehrheit der dort lebenden Menschen ganz zufrieden damit, auch wenn die Presse im Westen das anders dargetsellt hat. Es ist typische westliche Ignoranz, dass man glaubt, mit ihren westlichen "Segnungen" sei jedes Land auf der Erde auf den Weg der Besserung zu bringen. Es ist müßig zu diskutieren welche Staatsform besser ist, es kommt darauf an, welche Staatsform von der Masse der Bevölkerung getragen wird und dies ist nicht immer der liberale Geist wie im Westen , ja muss noch nichtmal Demokratie im Stil eines "Stimmzettel-fetischismus" sein.Beispiele gibt es dafür auch im ausserislamischen Raum:Waere in China die Revolution auf den Platz des himmlischen Friedens geglückt, dann gaebe es heute womöglich Millionen von Toten in einem Bürgerkrieg.Und wie kein anderes Land haben die Heilsversprechen von Marktwirtschaft und Demokratie Russland an den Rand des Abgrunds gebracht. Diese "Perestroka" ist den meisten Russen als tiefe Demütigung noch in schauerlicher Erinnerung.

    Fazit: Demokratie heißt nicht immer toll und der Westen sollte endlich mal die rosarote Brille ablegen und endlich über den Tellerrand blicken.

  2. Wie kurzsichtig vu. naiv sind diese "Islam-Versteher" !
    Wann werden sie je verstehn, wann werden sie je verstehn !????

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    • PeKara
    • 08.03.2009 um 14:33 Uhr

    Die Barbarei, Primitivismus und Finsternis der Scharia? Sie wurde von ungebildeten Männern für die Zementierung und Erhaltung deren Macht konzipiert und implementiert worden; sowie viele der päpstlichen Gesetze der Römisch-Katholischen Kirche Roms.
    Bei der Scharia gibt es nichts besonders zu verstehen: sie darf nicht eingesetzt werden. Auch nicht um Unzulänglichkeiten eines Staates auszugleichen.
    Der Islam ist historisch ca. 600 Jahre jünger als der Christianismus: irgendwann kommt auch im Islam die Zeit der Aufklärung. Bis dahin dürfen wir nicht mit machthungrigen Scharia-Männer paktieren!

    • PeKara
    • 08.03.2009 um 14:33 Uhr

    Die Barbarei, Primitivismus und Finsternis der Scharia? Sie wurde von ungebildeten Männern für die Zementierung und Erhaltung deren Macht konzipiert und implementiert worden; sowie viele der päpstlichen Gesetze der Römisch-Katholischen Kirche Roms.
    Bei der Scharia gibt es nichts besonders zu verstehen: sie darf nicht eingesetzt werden. Auch nicht um Unzulänglichkeiten eines Staates auszugleichen.
    Der Islam ist historisch ca. 600 Jahre jünger als der Christianismus: irgendwann kommt auch im Islam die Zeit der Aufklärung. Bis dahin dürfen wir nicht mit machthungrigen Scharia-Männer paktieren!

    • TDU
    • 08.03.2009 um 13:26 Uhr

    Gut sachlich dargestellt. Im Zusammenhang mit dem "Was ist eigentlich die Scharia" wünscht man sich mehr derartige Sachlichkeit bei diesem Thema. Dann könnte man auch die Fragen von Gemeinsamkeiten bis zu möglichen Unvereinbarkeiten mit unserem Rechtssystem herausarbeiten.

    Dabei muss zwischen dem freiwiilig sich daran halten und den Methoden und Verfahren der Durchsetzung der Gebote differenziert werden. Und damit ist es ein Unterschied, ob die Scharia in Pakistan eingeführt wird oder z. B. in Deutschland. An Hand der Beurteilung und rechtlicher Behandlung z. B. des Ehebruchs früher und heute könnte man das mal ableiten.

    Es ist ja niemand daran gehindert, das christliche Gebot, du sollst nicht begehren deines nächsten Weibs zu beachten. Aber die allgemeine Durchsetzung des Gebots mit den Mitteln aus früheren Zeiten, will doch wohl die überwiegende Mehrheit nicht in Deutschland. Und es ist doch gut, dass unsere Recht-setzung und sprechung, sich Entwicklungen anpassen kann.

    Wie die gleiche Frage in anderen Ländern geregelt wird? Damit sollte man sowieso mal behutsamer umgehen. Aber zwischen Polemisieren, auch in gut gemeinter Absicht, Aufoktroieren und Gleichgültigkeit gibt es sicher andere Möglichkeiten. Artikel wie die oben genannten tragen dazu bei, dies bewusst zu machen.

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    Wie die gleiche Frage in anderen Ländern geregelt wird?

    Das ist keine Frage des zu respektierenden kumulierten Willens einer souveränen Bevölkerungsmehrheit. Um frei entscheiden zu können, muss man wissen, was zur Auswahl steht. Und auch eine freie Bevölkerungsmehrheit kann Bürgern keine elementaren Rechte verweigern.

    Wenn Menschenrechte verletzt oder gar ignoriert werden, ist nicht Behutsamkeit gefordert, sondern sind Entschlossenheit und notfalls auch Brutalität erforderlich, um diese Schande der Menschheit auszumerzen.

    Die Forderung nach Zurückhaltung ist ja schon logisch absurd: Irgendwo nimmt jemand für sich in Anspruch, andere entrechten zu dürfen, will sich dann aber beklagen, wenn seine Diktatur von den bösen Westlern entrechtet wird? Was denn nun, ist er etwa der bessere Mensch? Entweder gilt der Primat der Freiheit, dem derjenige im Weg steht, oder es gilt das "Recht" des Stärkeren - für ihn wie für uns.

    Den längsten Teil der Menschheitsgeschichte waren Verbrecher die Stärkeren. Es erscheint mir armselig, jetzt, da sich das geändert hat, untätig zu bleiben.

    Wie die gleiche Frage in anderen Ländern geregelt wird?

    Das ist keine Frage des zu respektierenden kumulierten Willens einer souveränen Bevölkerungsmehrheit. Um frei entscheiden zu können, muss man wissen, was zur Auswahl steht. Und auch eine freie Bevölkerungsmehrheit kann Bürgern keine elementaren Rechte verweigern.

    Wenn Menschenrechte verletzt oder gar ignoriert werden, ist nicht Behutsamkeit gefordert, sondern sind Entschlossenheit und notfalls auch Brutalität erforderlich, um diese Schande der Menschheit auszumerzen.

    Die Forderung nach Zurückhaltung ist ja schon logisch absurd: Irgendwo nimmt jemand für sich in Anspruch, andere entrechten zu dürfen, will sich dann aber beklagen, wenn seine Diktatur von den bösen Westlern entrechtet wird? Was denn nun, ist er etwa der bessere Mensch? Entweder gilt der Primat der Freiheit, dem derjenige im Weg steht, oder es gilt das "Recht" des Stärkeren - für ihn wie für uns.

    Den längsten Teil der Menschheitsgeschichte waren Verbrecher die Stärkeren. Es erscheint mir armselig, jetzt, da sich das geändert hat, untätig zu bleiben.

  3. Goettlich wie die westlichen Regierungen und deren Schosshunde, die Medien, sich bemuehen eine Niederlage in einen Erfolg umzumuenzen.

    Hiermit fordere ich die Bibel als Rechtsgrundlage in Europa, dann haben wir vielleicht auch Ruhe vor diesen Kreationisten. Zusaetzlich koennten wir auch noch das e-Meter als Diagnosegeraet einsetzen, Wunschelruten zur Wassersuche und wenns gar nicht regnen will wird sicherlich ein Regentanz weiterhelfen ...

    Ist das Absicht dass dieser Artikle am Frauentag herauskommt?

    Gruss,
    pu

    P.S.: Den gleichen Kram gabs schon auf welt-online zu lesen, trotzdem gilt noch lange nicht: Die Korrektheit einer These steigt proportional mit der Anzahl der Anhaenger.

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    Angenommen 85% der Menschen in Deutschland würden sich die Bibel und ein "e-Meter" als Grundlage des Zusammenlebens wünschen - DANN MUSS DAS SO SEIN.

    Der "Staat" muss dem Volke dienen. Dieses wünscht sich in den Paschtunengebieten primär einen eigenen islamisch orthodoxen "Staat". Niemand zwingt die Einwohner von Paschtunistan in diesem Teil zu bleiben, dennoch leben die Menschen seit ca. 600 Jahren an den gleichen Orten nach den gleichen Grundsätzen und "vermehren" sich grossartig.

    Natürlich mögen und können wir aus unserer Philosophie deren Motivation nicht verstehen, aber verstehen wir die Menschen in Vatikanstadt? Zum Glück für die Vitalität dieser Welt kann man eine ganze Bevölkerung nicht "umerziehen". Nur durch Austausch und eigene Motivation kann sich etwas entwickeln z.B. durch wirtschaftliche Beziehungen.

    Gebt den Paschtunen endlich einen eigenen Staat. Gebt ihnen die Zeit selber und von sich aus ihr Zusammenleben zu organisieren (so wie sie es seit 500 Jahren tun). Wer weiss was aus Paschtunistan in 50 Jahren wird?

    Das Problem der Weimarer Republik war doch genau, dass sie es nicht geschafft hat, die "kleinen" Probleme der Mehrheit der Bevölkerung rechtzeitig zu lösen. Die Probleme wurden immer grösser, die Mehrheit immer unzufriedener und radikaler. Es ist wie im Fussball: Die Taktik wird für die Mannschaft gemacht und nicht umgekehrt.

    Ansonsten kann man ja einfach 33 Millionen Paschtunen nach Deutschland holen. Sie in einem leeren Ost-Bundesland ansiedeln und ihnen die demokratischen Rechte geben. Mal schauen, ob sie das Grundgesetz oder die Scharia wählen.

    Angenommen 85% der Menschen in Deutschland würden sich die Bibel und ein "e-Meter" als Grundlage des Zusammenlebens wünschen - DANN MUSS DAS SO SEIN.

    Der "Staat" muss dem Volke dienen. Dieses wünscht sich in den Paschtunengebieten primär einen eigenen islamisch orthodoxen "Staat". Niemand zwingt die Einwohner von Paschtunistan in diesem Teil zu bleiben, dennoch leben die Menschen seit ca. 600 Jahren an den gleichen Orten nach den gleichen Grundsätzen und "vermehren" sich grossartig.

    Natürlich mögen und können wir aus unserer Philosophie deren Motivation nicht verstehen, aber verstehen wir die Menschen in Vatikanstadt? Zum Glück für die Vitalität dieser Welt kann man eine ganze Bevölkerung nicht "umerziehen". Nur durch Austausch und eigene Motivation kann sich etwas entwickeln z.B. durch wirtschaftliche Beziehungen.

    Gebt den Paschtunen endlich einen eigenen Staat. Gebt ihnen die Zeit selber und von sich aus ihr Zusammenleben zu organisieren (so wie sie es seit 500 Jahren tun). Wer weiss was aus Paschtunistan in 50 Jahren wird?

    Das Problem der Weimarer Republik war doch genau, dass sie es nicht geschafft hat, die "kleinen" Probleme der Mehrheit der Bevölkerung rechtzeitig zu lösen. Die Probleme wurden immer grösser, die Mehrheit immer unzufriedener und radikaler. Es ist wie im Fussball: Die Taktik wird für die Mannschaft gemacht und nicht umgekehrt.

    Ansonsten kann man ja einfach 33 Millionen Paschtunen nach Deutschland holen. Sie in einem leeren Ost-Bundesland ansiedeln und ihnen die demokratischen Rechte geben. Mal schauen, ob sie das Grundgesetz oder die Scharia wählen.

    • Anonym
    • 08.03.2009 um 14:10 Uhr

    Mir gefällt die Verständnismeierei nicht mit der in diesem Land nach wie vor mit archaischer Barbarei umgegangen wird. In einer menschlichen Gesellschaft können nur universelle Menschenrechte und eine darauf basierende Gesetzesordnung vor der alle Menschen gleich sind das Fundament bilden auf der RECHT gesprochen wird (wir haben im Deutschen nicht umsonst den selben Begriff für Recht im gesetzlichen Sinne und Recht wie Gerechtigkeit!).

    MIt dem Argument man dürfe Menschen nicht zu ihrem Glück zwingen was man oft zwischen den Zeilen liest hätte auch das Mittelalter nie geendet. Aufklärung war ein unablässiges Zwingen der Menschen zu ihrem Glück. Scheinbar ist diese große Epoche in der Menschheitsgeschichte schon wieder zu lange her, das Gefühl beschleicht einen relativ häufig.

    Freilich kann man sagen auch wir in von der Aufklärung geprägten Gesellschaften leben nicht immer nach unseren Idealen. Klar, wir sind eben auch nur Menschen. Aber wir streben kontinuierlich danach. Seit Anbeginn stand im Grundgesetz die Gleichberechtigung von Mann und Frau, inzwischen haben wir ins in weiten Teilen der Gesellschaft dem genähert - noch ist die Gleichberechtigung nicht überall erreicht, dass wir dies aber nach wie vor als Ungerechtigkeit empfinden (und dementsprechend danach streben das auch noch zu verändern zB in Bezug auf gleiche Bezahlung im Berug) belegt was ich meine - wir streben danach uns als Mensch und Gesellschaft zu verbessern. Der Mensch irrt solang er strebt.. aber er muss streben.
    Das Problem vieler Gesellschaften außerhalb Europas besteht darin dass die Westeuropäer nicht nur Aufklärung und Co. hatten und auch erst in langen blutigen Prozessen aus einer gottesfürchtigen Gesellschaftsordnung entkamen sondern eben parallel dazu, und sicher nicht aus purem Zufall, einen ungekannten wissenschaftlich-technologischen Fortschritt erlebten. Wir schauen uns zwar heute voller Ehrfurcht kleine Artefakte aus früheren Kulturen an, Objektiv betrachtet ist sowas aber ein schlechter Witz im Vergleich zB zu Zeit.de und der ganzen Technologie die dahinter steckt, aber auch unserer Kulturtradition zB über solche Themen zu debattieren (mit Wildfremden und relativ gesittet, fähig andere Sichtweisen aufzunehmen).

    Dies ist alles Teil unserer Kultur, aus unserer Kultur erwachsen. Und dann haben andere Kulturen die auch diesen Lebensstandard wollen, nachvollziehbar, diese Errungenschaften übernommen ohne aber die geistigen und gesellschaftlichen Entwicklungen durchgemacht zu haben die unsere Vorfahren erst in die Lage versetzt haben zB mit offenem Geist Forschung zu betreiben und einen "Donnerwagen" (Auto) zu entwickeln und dergleichen mehr. Überspitzt gesagt ist das so als ob man einem Neandertaler, also einer unserer frühesten Vorfahren, eine Ausgabe von Goethes Faust in die Hand drückt und anschließend mit ihm über den Gottesbegriff diskutieren will. Das kann nicht funktionieren, selbst wenn er lernt zu lesen. Diese Gesellschaften brauchen dann eben sowas wie die Scharia mit einem Absolutheitsanspruch. Das heißt nicht dass man es akzeptieren darf - es irrt der Mensch solang er strebt...

  4. Kapitulationsgeschreibsel! Diese Interpretation der Scharia öffnet den importierten Schariaanhängern nur noch weiter Tür und Tor.
    Die Scharia ist, in JEDER Auslegung und Anwendung, Menschenverachtend und Frauenfeindlich!!

    Gutmenschentum in seiner schlimmsten Form.

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    • Anonym
    • 08.03.2009 um 15:08 Uhr

    Dem ist nicht hinzuzufügen. Unter dem Deckmantel des Kulturrelativismus hat sich die westliche Welt schon viel zu weit zurückgezogen. Irgendwo ist eine Grenze erreicht, an der man aufhören muss, die anderen anders sein zu lassen. Und zwar genau dann, wenn die anderen damit aufhören.

    Salus Publica Suprema Lex

    • Anonym
    • 08.03.2009 um 15:08 Uhr

    Dem ist nicht hinzuzufügen. Unter dem Deckmantel des Kulturrelativismus hat sich die westliche Welt schon viel zu weit zurückgezogen. Irgendwo ist eine Grenze erreicht, an der man aufhören muss, die anderen anders sein zu lassen. Und zwar genau dann, wenn die anderen damit aufhören.

    Salus Publica Suprema Lex

  5. Die Scharia ist ein ambivalentes Ding und so auch die Frage, ob ihre Einführung in Gebieten, welche bislang unter Anarchie standen, auf lange Sicht ein Vor- oder ein Nachteil sei. Denn sie ist eine Rechtssprechung aus einem religiösen Bekenntnis heraus und kennt kein von diesem religiösen Bekenntnis unabhängiges Recht und erinnert -- was Glaubensangelegenheiten angeht -- an die katholische Inquisition.

    Also Rechtssicherheit in vielen Dingen des tätglichen Lebens, aber um den Preis der Freiheit (die es in den erwähnten Gebieten natürlich nicht gab und gibt, d.h. hier gibt es die Scharia praktisch zum Nulltarif). Und aus Sicht der Scharia, das darf man nicht vergessen, war Afghanistan unter den Taliban geradezu ein idealer Rechtsstaat, aus westlicher Sicht hingegen eine groteske Diktatur und intellektuell ein Land auf dem niedrigst-möglichen Niveau, noch Lichtjahre hinter Nordkorea und auf einer Stufe mit Mauretanien (http://de.wikipedia.org/w...). Verglichen mit Afghanistan unter den Taliban erscheint der Irak unter Saddam Hussein geradezu als Leuchtturm der Aufklärung.

    Letztendlich ist es natürlich Angelegenheit des jeweiligen Volkes, welches (Un)Rechtssystem es sich auch immer gibt. Für den Westen und seinen "way of life" ist die Scharia ganz grundsätzlich eine Bedrohung eben weil sie aus einem religiösen Bekenntnis heraus Recht spricht - selbst wenn sie bei einer bestimmten Frage zum selben Ergebnis käme wie das deutsche Recht. Es ist bedauerlich, daß es Politiker gibt, die dies nicht verstehen, wie etwa Georg Barfuß (http://www.tagesspiegel.d...) - und der ist ausgerechnet bei der FDP.

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    • TDU
    • 08.03.2009 um 15:05 Uhr

    Namibia war doch auch ein bißchen Glück oder nicht?

    • TDU
    • 08.03.2009 um 15:05 Uhr

    Namibia war doch auch ein bißchen Glück oder nicht?

    • PeKara
    • 08.03.2009 um 14:33 Uhr

    Die Barbarei, Primitivismus und Finsternis der Scharia? Sie wurde von ungebildeten Männern für die Zementierung und Erhaltung deren Macht konzipiert und implementiert worden; sowie viele der päpstlichen Gesetze der Römisch-Katholischen Kirche Roms.
    Bei der Scharia gibt es nichts besonders zu verstehen: sie darf nicht eingesetzt werden. Auch nicht um Unzulänglichkeiten eines Staates auszugleichen.
    Der Islam ist historisch ca. 600 Jahre jünger als der Christianismus: irgendwann kommt auch im Islam die Zeit der Aufklärung. Bis dahin dürfen wir nicht mit machthungrigen Scharia-Männer paktieren!

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