Stimmt's? Hauptsache heiß

Anna Melzer aus Potsdam und Trudie Joras aus Bern fragen: Stimmt es, dass heiße Milch mit Honig gegen Erkältungen und Einschlafstörungen hilft?

Heiße Milch mit Honig ist so eine Art Allzweckwaffe aus der Hausmittel-Apotheke, deshalb werden heute gleich zwei Fragen dazu beantwortet.

Erstens zur Erkältung: Wenn es im Hals kratzt, kann heiße Milch mit Honig das Reizgefühl lindern, schon deshalb ist nichts dagegen einzuwenden. Außerdem gilt generell, dass heiße Getränke die Symptome von Erkältungen abmildern, wie jüngst eine Studie der Universität Cardiff ergeben hat.

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Ob der Honig allerdings irgendeine Wirkung dabei entfaltet, ist zweifelhaft. Zwar lassen sich in Naturhonig antibakterielle Wirkstoffe nachweisen, aber Erkältungen werden ja nicht immer von bakteriellen Infektionen begleitet. Außerdem sind die Wirkstoffe im handelsüblichen pasteurisierten Honig gar nicht mehr enthalten (Stimmts Nr. 48/2005), und spätestens beim Erhitzen über 40 Grad werden sie zersetzt. Wer auf eine medizinische Wirkung des Honigs hofft, sollte also die Milch erst ein bisschen abkühlen lassen.

Zweitens zur Einschlafhilfe: Milch enthält in relativ hoher Konzentration die Aminosäure Tryptophan. Unser Körper kann diesen Eiweißbaustein nicht herstellen, benötigt ihn aber, um im Hirn den Botenstoff Serotonin zu erzeugen. Der wiederum sorgt nicht nur für allgemeines Wohlbefinden, sondern beruhigt auch und hilft beim Einschlafen. Man kann Tryptophan in der Apotheke als »natürliches« Schlafmittel kaufen. Um auf die allgemein empfohlene Tryptophan-Dosis zu kommen, müsste man allerdings etwa zwei Liter Milch trinken. Im Honig dagegen ist die Konzentration nicht ausreichend.

Insgesamt kann man das Fazit ziehen: Die psychologische Wirkung des Heißgetränks ist wichtiger als die pharmakologische. Vor allem für Kinder ist das Nuckeln an der Milchflasche schon für sich genommen eine Einschlafhilfe – Tryptophan hin oder her.

Die Adressen für »Stimmt’s«-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de . Das »Stimmt’s?«-Archiv: www.zeit.de/stimmts

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Leser-Kommentare
    • Gyro
    • 05.03.2009 um 14:23 Uhr

    Mir persönlich verhiflt ein abendlicher Becher (500 ml) Buttermilch zu einem tiefen, erholsamen Schlaf. Direkt beim Einschlafen (Bettschwere) hilft mir die Buttermilch dagegen eher weniger.

    Darauf bin ich durch Selbstbeobachtung gekommen. Weil ich eine tiefe Abneigung gegen warme Milch und besonders gegen warme Milch mit Honig habe, habe ich das Zeug nämlich nie als Schlafmittel in Erwägung gezogen.

    Möglicherweise enthält Buttermilch ja mehr Tryptophan als reguläre Milch?

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    http://www.bleibfit.at/le...

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    nahezu identisch: 45mg zu 47mg Trypt. / 100gr

    • spacko
    • 10.03.2009 um 20:04 Uhr

    Ich muss jeden Abend um die Lärche in unserem Garten laufen und anschließend nach dreimal nach Norden spucken. Dann kann ich wunderbar schlafen. Trippy!

    http://www.bleibfit.at/le...

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    nahezu identisch: 45mg zu 47mg Trypt. / 100gr

    • spacko
    • 10.03.2009 um 20:04 Uhr

    Ich muss jeden Abend um die Lärche in unserem Garten laufen und anschließend nach dreimal nach Norden spucken. Dann kann ich wunderbar schlafen. Trippy!

  1. http://www.bleibfit.at/le...

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    nahezu identisch: 45mg zu 47mg Trypt. / 100gr

    • gquell
    • 10.03.2009 um 12:20 Uhr

    Meine Frau und ich haben den ganzen Winter ohne die sonst gewohnte Erkältung überstanden. Ich mache uns jeden Abende einen Becher mit heißer Vollmich (einmal richtig aufkochen lassen), dazu eine gehäuften Teelöffel Kakao und einen bis zwei Teelöffel Fenchelhonig. Das ganze wird dann so heiß wie irgendmöglich getrunken.

    Ich schwöre inzwischen darauf. Früher haben wir mit allen möglichen Medikamenten und Nahrungsergänzungen hantiert, bis auf eine Vitamintablette, einmal Glucosaminsulfat und zwei Lachsölkapseln pro Tag nehmen wir heute nichts mehr. Und es geht uns besser als je zuvor. Ich gehe davon aus, daß die unabhängige Forschung irgendwann einmal den Grund für die Wirksamkeit von heißer Milch entdeckt.

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    • KMurx
    • 10.03.2009 um 21:16 Uhr

    "Früher haben wir mit allen möglichen Medikamenten und Nahrungsergänzungen hantiert, bis auf eine Vitamintablette, einmal Glucosaminsulfat und zwei Lachsölkapseln pro Tag nehmen wir heute nichts mehr."
    Also nur noch 4 Tabletten am Tag!

    • KMurx
    • 10.03.2009 um 21:16 Uhr

    "Früher haben wir mit allen möglichen Medikamenten und Nahrungsergänzungen hantiert, bis auf eine Vitamintablette, einmal Glucosaminsulfat und zwei Lachsölkapseln pro Tag nehmen wir heute nichts mehr."
    Also nur noch 4 Tabletten am Tag!

    • spacko
    • 10.03.2009 um 20:04 Uhr

    Ich muss jeden Abend um die Lärche in unserem Garten laufen und anschließend nach dreimal nach Norden spucken. Dann kann ich wunderbar schlafen. Trippy!

    • KMurx
    • 10.03.2009 um 21:16 Uhr

    "Früher haben wir mit allen möglichen Medikamenten und Nahrungsergänzungen hantiert, bis auf eine Vitamintablette, einmal Glucosaminsulfat und zwei Lachsölkapseln pro Tag nehmen wir heute nichts mehr."
    Also nur noch 4 Tabletten am Tag!

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