Familie Rosenkranz (1) Wir und die Wucht der Welt
Was lässt die Krise übrig von dem, was Deutschland ausmacht? Zu Besuch bei einer fast ganz normalen Familie
Wrist - Am 29. Oktober des vergangenen Jahres gegen 12 Uhr erreichte ein Ausläufer der Weltfinanzkrise ein weiß verputztes Einfamilienhaus mit verklinkerten Giebeln, das in einem kleinen Ort mit Namen Wrist in Schleswig-Holstein steht, in der Stellauer Straße 5b. In dem Haus wohnen Manuel Rosenkranz, 41, Werkzeugmacher, seine Frau Christina Rosenkranz, 40, Kinderpflegerin, und ihre Kinder Jonathan und Josephine, die 19 und 13 Jahre alt sind und beide das Gymnasium im nahe gelegenen Bad Bramstedt besuchen. Wer diese vier näher kennenlernt, der wird sie am Ende für eine in vieler Hinsicht besondere Familie halten. Wer sie aber nicht näher kennt, der könnte in ihnen eine normale Mittelschichtsfamilie sehen, der vor vier Monaten widerfahren ist, wovor sich in diesen Tagen Umfragen zufolge ein gutes Drittel der Deutschen fürchtet.
Der 29. Oktober war ein Mittwoch. Gegen 12 Uhr rief Manuel Rosenkranz seine Frau an und berichtete ihr, was er soeben von seinem Chef erfahren hatte: dass der Autozulieferer HWU in Hohenlockstedt, vormals Nier, bei dem er seit 20 Jahren arbeitet, pleite sei. Und dass er selbst am Ende des Jahres seinen Arbeitsplatz verlieren werde.
Bis dahin hatte sich niemand in der Familie Rosenkranz sonderlich für die Probleme der Weltwirtschaft interessiert. Nun waren diese Probleme zu ihren geworden.
Wie erleben die Deutschen diese Krise? Wie verändern sie sich, wie werden sie sie überstehen? Es gibt keine Antworten auf solche Fragen, weil diese globale Depression beispiellos ist. Aber das Schicksal einer Familie, die härter als die meisten von der Rezession getroffen wird, ist auch ein Indikator für den Zustand des Landes. Wie wird Familie Rosenkranz in Wrist, Schleswig-Holstein, durch die Krise kommen?
Manuel Rosenkranz ist ein hoch gewachsener Mann, der sich dennoch leicht, fast schwerelos bewegt. Seine bedächtig formulierten Sätze spricht er mit dem rollenden R seiner Heimat, des Westerwalds. Am auffälligsten aber ist sein Lächeln, ein leises Lächeln, als wisse er etwas, das sein Gegenüber nicht weiß. Er lächelt, wenn sein Kollege aus dem Betriebsrat über seinen früheren Arbeitgeber lospoltert, und auch wenn Manuel Rosenkranz etwas Trauriges sagt, verschwindet dieses Lächeln nicht. In den Tagen nach dem 29. Oktober hat Manuel Rosenkranz kaum noch gelächelt. »Wie ein gebrochener Mann« habe er gewirkt, sagt sein Sohn.
Familienrat bei den Rosenkranz’, es kommen schwierige Zeiten, sagen die Eltern. Manuel Rosenkranz träumt von leeren Fabrikhallen und davon, dass jemand seine Werkbank ausräumt, die Kinderzeichnungen, Arbeitskalender und Fachbücher, die sich dort im Laufe von 20 Jahren angesammelt haben. Jonathan, der im Frühjahr Abitur macht, fragt sich, ob dies das Ende seiner Studienpläne sein könnte. Josephine, die 13-Jährige, liegt nachts wach und sorgt sich um ihre Kaninchen.
Andererseits ist die Familie von Panik weit entfernt. »Wir jammern doch auf hohem Niveau«, sagt Christina Rosenkranz. »Wir haben es warm, wir haben zu essen, wir haben ein Auto, und wenn wir eine Jeans brauchen, kaufen wir uns eine.« Sie ist die Optimistin der Familie. »Manuel, der kann so viel «, sagt sie, und so hat er es auch von Freunden gehört: »Du findest doch sofort wieder was.« Manuel Rosenkranz lächelt dazu, und vielleicht denkt er an seine Kollegen, die seit Anfang des Jahres auf Stellensuche sind, während er selbst zu einer kleinen Gruppe ehemaliger HWU-Arbeiter gehört, die noch bis zum Ende dieses Monats mit Restarbeiten beschäftigt werden. Sieben der 60 Arbeitslosen haben inzwischen neue Jobs gefunden.
- Datum 05.09.2009 - 13:22 Uhr
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- Serie Familie Rosenkranz
- Quelle DIE ZEIT, 12.03.2009 Nr. 12
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Viele Parallelen !
Dieser Bericht enthält sehr viele Parallelen zu meinen eigenen
Erfahrungen. Als zur Zeit der Wende 30jähriger Tischler bin
ich heute in Sachsen bei meinem 16. Arbeitgeber angestellt.
Ich gebe gerne zu, 2mal habe ich nicht die Probezeit überstanden,
die meisten der Tischlereien haben aber Konkurs anmelden
müssen. Darunter waren große Innenausbauer mit bis zu 80
Beschäftigten, aber auch kleine „Krauterbetriebe“. Mich hat es
von Sachsen schon nach Freiburg im Preisgau und für über 2
Jahre nach Mönchengladbach gezogen. Nicht weil ich wollte,
sondern weil dies die wirtschaftliche Notwendigkeit forderte.
Deshalb sind mir die Probleme der Familie Rosenkranz sehr
vertraut. Und deshalb war mein erster Gedanke : Ach, ist die
Krise im Westen nun auch angekommen ?
Erschrecken Sie nicht, dies ist eine hässliche Frage. Ich komme
auch nicht mit alten Ost – West Kamellen.
Meine Erfahrungen, weit ab von meinem Zuhause zu arbeiten
sind sehr durchwachsen. Meistens traf ich auf Unverständnis.
Was machst du so weit weg ? Findest du keine Arbeit bei euch
in Polen ? Geh doch in irgend ein Palettenwerk. Das könnt ihr
doch. Und: diese Fragen ließ ich mir nicht etwas 1990 gefallen,
sondern wurden in der Zeit zwischen 2002 und 2004 an mich
gestellt.
Und: in Sachsen betrug der Durchschnittsverdienst 2008
ca. 2.200 € - Brutto. Da lässt sich’s doch mit 3100 € Netto
gut jammern – oder ?
Erschrecken Sie bitte auch jetzt nicht. Ich gebe lediglich die
Erfahrungen wieder, wie ich selber gesammelt habe.
Ein Arbeitsplatzverlust ist fast immer mit Einschränkungen
verbunden. Dies ist eine schmerzliche Erfahrung die ich so wenig
Menschen wie möglich wünsche.
Die für mich sehr wichtige Frage in diesem Zeit Artikel steht fast am Ende: „Gibt es etwas, das in der Krise an Wert gewinnt ?“
Diese Frage kann ich nur mit einem „Ja“ beantworten. Zunächst
habe ich die staatliche Unterstützung schätzen gelernt; Freundschaften
sind enger geworden und meine Erfahrungen mit einer doppelten
Haushaltführung waren neu und positiv.
Noch eine Chance sehe ich, oder Wunsch habe ich: Vielleicht kommen
durch die Krise viele Menschen zum Nachdenken. Vielleicht gibt es
hinterher weniger Leute die sagen: Mit 3100 € lässt sich gut jammern
oder geh doch in dein Pakettenwerk.
Ich kan zu den anderen Berufen nicht viel sagen weil ich die Marktlage nicht kenne, aber was ich noch sehe ist das in vielen Metall branchen Roboter eingesetzt werden, In den Früheren besseren zeiten hat man die Philosophioe vertreten Roboter erleichtern uns die arbeit der Mench braucht dan weniger zutun, nun das stimt auch, aber wovon soll der Mench leben? der Roboter der sein arbeit übernommen hat zahlt ihm nicht die kosten den er hat, Ist es nicht sinnvoller diese wieder durch den Menchen zu ersetzen?, zahlen sind mir nicht bekannt, wieviele Roboter arbeiten die in den besseren zeiten den Menchen ersetz haben, aber sind die Roboter im Karrosserie im Auto und Metal branche nicht aus Profitgier eingeführt wurden?
Gehen wir dafon aus es sind insgesamt 100 000 dan hätte man doch 100 000 mehr beschäftigte.
Manchmal frage ich mich, auf welchem Planeten manche Menschen leben. Seit 1992 kenne ich das Gefühl eines unsicheren Arbeitsplatzes. Ich hatte bisher Glück und habe bisher, bis auf einmal, immer selbst gekündigt, weil ich mich beruflich verändern wollte oder konnte. Aber vom Grundsatz her weiß ich, dass mein Arbeitsplatz unsicher ist. Wir alle sind, wenn man so will, ein Jahr von HartzIV entfernt.
Menschen, die glauben, ihr Job ist sicher, weil ihr Arbeitgeber xyz heißt, die schlafen noch den Schlaf der Gerechten. Diese Zeiten sind definitiv vorbei und werden wohl nicht mehr wieder kommen. Ist das schlimm? Ich meine nein. Irgendwie verbergen sich dahinter auch Chancen. Ich arbeite gerne für meine jetzige Firma, habe nicht vor zu wechseln, mache mir aber auch nichts vor. Es kann morgen vorbei sein. Ich bin seit 20 Jahren im Job und habe "nur" 5 Arbeitgeber im Laufe meines Berufslebens gehabt (sieht man mal von zwei Betriebsübergängen ab, die ich nicht als freiwilligen Wechsel bezeichne). Der Gedanke, "Ich hab beim Daimler gelernt und geh beim Daimler in Rente" mag behaglich sein, er klingt aber irgendwie auch recht langweilig. Für mich jedenfalls. Natürlich wüsste ich auch gerne, dass ich die restlichen 27 Jahre auch in Lohn und Brot stehe, aber ich habe mich damit abgefunden, dass es diese Sicherheit nicht mehr gibt. Ich vertraue darauf, dass der demografische Faktor dafür sorgt, dass ich mit Anfang 40 eben nicht mehr zum alten Eisen gehöre, wie das noch vor einigen Jahren der Fall war.
Wenn ich den Arbeitsmarkt so beobachte, haben Firmen oftmals gar nicht mehr die Wahl, zwischen Jung und Alt zu entscheiden, sondern nur noch zwischen qualifiziert oder eben nicht qualifiziert für den jeweiligen Job. Meine Freundin hat Personalverantwortung und selbst wenn sie wollte, sie kann kaum noch aus jungen Bewerbern auswählen. Das war vor einigen Jahren noch anders. Da war man mit Anfang 40 schon zu alt. Das gilt sicher nicht für jeden Job, aber es mehren sich die Anzeichen, dass Alter nicht mehr das primäre Auswahlkriterium ist.
Doch nun zu Deinem Punkt, was die Robotter betrifft. Auch das ist Augenwischerei. Wir werden nicht auf Automatisierung verzichten können und auch nicht wollen. Es hat auch etwas Positives, dass Menschen nicht mehr verdonnert werden, 8 Stunden eine Schraube von links nach rechts zu drehen, weil das ein Robotter halt schneller, günstiger und fehlerfreier hinkriegt. Es stellt sich allerdings in dem Zusammenhang die Frage, was machen wir mit diesen Jobs, die Robotter günstiger machen können? Denn es ist ja nicht so, dass dadurch nur Jobs wegfallen. Irgendeiner hat den Robotter ja entwickelt und das waren sicher nicht wenige. Also sind neue Jobs entstanden, dafür alte weggefallen. Das war aber immer schon so. Es gibt heute keine Telefonistinnen mehr, die Dich verbinden, dafür gibt es eben Call-Center, die Dich abends nerven. Will sagen, alte Jobs fallen weg, neue Jobs entstehen (durch neue Technolgien, neue Bedürfnisse ect.).
Wir als Gesellschaft müssen uns darauf einstellen, dass wir im Laufe unseres Lebens mehrere Jobs machen werden. Das erfordert auch ein Umdenken bei Arbeitgebern. Nur, weil ich nicht 20 Jahre den Job A gemacht habe, heißt das noch lange nicht, dass ich diesen nicht auch mit 40 noch erlernen kann. Ich habe schließlich was gelernt, da kann ich auch was Neues lernen. Das müssen wir als Arbeitnehmer begreifen und die Arbeitgeber auch. Nur dann haben wir als Gesellschaft eine Chance, dass ein Schraubendreher bei Werksschließung nicht nach 20 Jahren Berufstätigkeit die restlichen 27 Jahre Däumchen drehen muss.
Manchmal frage ich mich, auf welchem Planeten manche Menschen leben. Seit 1992 kenne ich das Gefühl eines unsicheren Arbeitsplatzes. Ich hatte bisher Glück und habe bisher, bis auf einmal, immer selbst gekündigt, weil ich mich beruflich verändern wollte oder konnte. Aber vom Grundsatz her weiß ich, dass mein Arbeitsplatz unsicher ist. Wir alle sind, wenn man so will, ein Jahr von HartzIV entfernt.
Menschen, die glauben, ihr Job ist sicher, weil ihr Arbeitgeber xyz heißt, die schlafen noch den Schlaf der Gerechten. Diese Zeiten sind definitiv vorbei und werden wohl nicht mehr wieder kommen. Ist das schlimm? Ich meine nein. Irgendwie verbergen sich dahinter auch Chancen. Ich arbeite gerne für meine jetzige Firma, habe nicht vor zu wechseln, mache mir aber auch nichts vor. Es kann morgen vorbei sein. Ich bin seit 20 Jahren im Job und habe "nur" 5 Arbeitgeber im Laufe meines Berufslebens gehabt (sieht man mal von zwei Betriebsübergängen ab, die ich nicht als freiwilligen Wechsel bezeichne). Der Gedanke, "Ich hab beim Daimler gelernt und geh beim Daimler in Rente" mag behaglich sein, er klingt aber irgendwie auch recht langweilig. Für mich jedenfalls. Natürlich wüsste ich auch gerne, dass ich die restlichen 27 Jahre auch in Lohn und Brot stehe, aber ich habe mich damit abgefunden, dass es diese Sicherheit nicht mehr gibt. Ich vertraue darauf, dass der demografische Faktor dafür sorgt, dass ich mit Anfang 40 eben nicht mehr zum alten Eisen gehöre, wie das noch vor einigen Jahren der Fall war.
Wenn ich den Arbeitsmarkt so beobachte, haben Firmen oftmals gar nicht mehr die Wahl, zwischen Jung und Alt zu entscheiden, sondern nur noch zwischen qualifiziert oder eben nicht qualifiziert für den jeweiligen Job. Meine Freundin hat Personalverantwortung und selbst wenn sie wollte, sie kann kaum noch aus jungen Bewerbern auswählen. Das war vor einigen Jahren noch anders. Da war man mit Anfang 40 schon zu alt. Das gilt sicher nicht für jeden Job, aber es mehren sich die Anzeichen, dass Alter nicht mehr das primäre Auswahlkriterium ist.
Doch nun zu Deinem Punkt, was die Robotter betrifft. Auch das ist Augenwischerei. Wir werden nicht auf Automatisierung verzichten können und auch nicht wollen. Es hat auch etwas Positives, dass Menschen nicht mehr verdonnert werden, 8 Stunden eine Schraube von links nach rechts zu drehen, weil das ein Robotter halt schneller, günstiger und fehlerfreier hinkriegt. Es stellt sich allerdings in dem Zusammenhang die Frage, was machen wir mit diesen Jobs, die Robotter günstiger machen können? Denn es ist ja nicht so, dass dadurch nur Jobs wegfallen. Irgendeiner hat den Robotter ja entwickelt und das waren sicher nicht wenige. Also sind neue Jobs entstanden, dafür alte weggefallen. Das war aber immer schon so. Es gibt heute keine Telefonistinnen mehr, die Dich verbinden, dafür gibt es eben Call-Center, die Dich abends nerven. Will sagen, alte Jobs fallen weg, neue Jobs entstehen (durch neue Technolgien, neue Bedürfnisse ect.).
Wir als Gesellschaft müssen uns darauf einstellen, dass wir im Laufe unseres Lebens mehrere Jobs machen werden. Das erfordert auch ein Umdenken bei Arbeitgebern. Nur, weil ich nicht 20 Jahre den Job A gemacht habe, heißt das noch lange nicht, dass ich diesen nicht auch mit 40 noch erlernen kann. Ich habe schließlich was gelernt, da kann ich auch was Neues lernen. Das müssen wir als Arbeitnehmer begreifen und die Arbeitgeber auch. Nur dann haben wir als Gesellschaft eine Chance, dass ein Schraubendreher bei Werksschließung nicht nach 20 Jahren Berufstätigkeit die restlichen 27 Jahre Däumchen drehen muss.
Manchmal frage ich mich, auf welchem Planeten manche Menschen leben. Seit 1992 kenne ich das Gefühl eines unsicheren Arbeitsplatzes. Ich hatte bisher Glück und habe bisher, bis auf einmal, immer selbst gekündigt, weil ich mich beruflich verändern wollte oder konnte. Aber vom Grundsatz her weiß ich, dass mein Arbeitsplatz unsicher ist. Wir alle sind, wenn man so will, ein Jahr von HartzIV entfernt.
Menschen, die glauben, ihr Job ist sicher, weil ihr Arbeitgeber xyz heißt, die schlafen noch den Schlaf der Gerechten. Diese Zeiten sind definitiv vorbei und werden wohl nicht mehr wieder kommen. Ist das schlimm? Ich meine nein. Irgendwie verbergen sich dahinter auch Chancen. Ich arbeite gerne für meine jetzige Firma, habe nicht vor zu wechseln, mache mir aber auch nichts vor. Es kann morgen vorbei sein. Ich bin seit 20 Jahren im Job und habe "nur" 5 Arbeitgeber im Laufe meines Berufslebens gehabt (sieht man mal von zwei Betriebsübergängen ab, die ich nicht als freiwilligen Wechsel bezeichne). Der Gedanke, "Ich hab beim Daimler gelernt und geh beim Daimler in Rente" mag behaglich sein, er klingt aber irgendwie auch recht langweilig. Für mich jedenfalls. Natürlich wüsste ich auch gerne, dass ich die restlichen 27 Jahre auch in Lohn und Brot stehe, aber ich habe mich damit abgefunden, dass es diese Sicherheit nicht mehr gibt. Ich vertraue darauf, dass der demografische Faktor dafür sorgt, dass ich mit Anfang 40 eben nicht mehr zum alten Eisen gehöre, wie das noch vor einigen Jahren der Fall war.
Wenn ich den Arbeitsmarkt so beobachte, haben Firmen oftmals gar nicht mehr die Wahl, zwischen Jung und Alt zu entscheiden, sondern nur noch zwischen qualifiziert oder eben nicht qualifiziert für den jeweiligen Job. Meine Freundin hat Personalverantwortung und selbst wenn sie wollte, sie kann kaum noch aus jungen Bewerbern auswählen. Das war vor einigen Jahren noch anders. Da war man mit Anfang 40 schon zu alt. Das gilt sicher nicht für jeden Job, aber es mehren sich die Anzeichen, dass Alter nicht mehr das primäre Auswahlkriterium ist.
Doch nun zu Deinem Punkt, was die Robotter betrifft. Auch das ist Augenwischerei. Wir werden nicht auf Automatisierung verzichten können und auch nicht wollen. Es hat auch etwas Positives, dass Menschen nicht mehr verdonnert werden, 8 Stunden eine Schraube von links nach rechts zu drehen, weil das ein Robotter halt schneller, günstiger und fehlerfreier hinkriegt. Es stellt sich allerdings in dem Zusammenhang die Frage, was machen wir mit diesen Jobs, die Robotter günstiger machen können? Denn es ist ja nicht so, dass dadurch nur Jobs wegfallen. Irgendeiner hat den Robotter ja entwickelt und das waren sicher nicht wenige. Also sind neue Jobs entstanden, dafür alte weggefallen. Das war aber immer schon so. Es gibt heute keine Telefonistinnen mehr, die Dich verbinden, dafür gibt es eben Call-Center, die Dich abends nerven. Will sagen, alte Jobs fallen weg, neue Jobs entstehen (durch neue Technolgien, neue Bedürfnisse ect.).
Wir als Gesellschaft müssen uns darauf einstellen, dass wir im Laufe unseres Lebens mehrere Jobs machen werden. Das erfordert auch ein Umdenken bei Arbeitgebern. Nur, weil ich nicht 20 Jahre den Job A gemacht habe, heißt das noch lange nicht, dass ich diesen nicht auch mit 40 noch erlernen kann. Ich habe schließlich was gelernt, da kann ich auch was Neues lernen. Das müssen wir als Arbeitnehmer begreifen und die Arbeitgeber auch. Nur dann haben wir als Gesellschaft eine Chance, dass ein Schraubendreher bei Werksschließung nicht nach 20 Jahren Berufstätigkeit die restlichen 27 Jahre Däumchen drehen muss.
Das Verhältnis der Arbeitskräfte, die Roboter bauen entspricht im wesentlich dem der verbleibenden Arbeitskräfte, die jetzt mit Robotern arbeiten (müssen) > z.B. Opel Fertigungsstraße. Das dürfte einem Verhältnis von 1:10 entsprechen, also für einen Roboter-Bauer sind 10 Arbeitsplätze weggefallen.
Gruß, Bernd
*** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***
Das Verhältnis der Arbeitskräfte, die Roboter bauen entspricht im wesentlich dem der verbleibenden Arbeitskräfte, die jetzt mit Robotern arbeiten (müssen) > z.B. Opel Fertigungsstraße. Das dürfte einem Verhältnis von 1:10 entsprechen, also für einen Roboter-Bauer sind 10 Arbeitsplätze weggefallen.
Gruß, Bernd
*** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***
Das Verhältnis der Arbeitskräfte, die Roboter bauen entspricht im wesentlich dem der verbleibenden Arbeitskräfte, die jetzt mit Robotern arbeiten (müssen) > z.B. Opel Fertigungsstraße. Das dürfte einem Verhältnis von 1:10 entsprechen, also für einen Roboter-Bauer sind 10 Arbeitsplätze weggefallen.
Gruß, Bernd
*** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***
Das ist mir schon klar, dass das Verhältnis eines zugunsten der Entwickler ist. Worauf ich hinaus will ist, dass man nicht nur einseitig hochrechnen darf, welche Jobs wegfallen. Es werden immer Jobs sterben, dafür entstehen neue Jobs. Heute gibt es keine Droschkenkutscherfahrer mehr, dafür Taxifahrer. Aufgabe des Droschkenkutschenfahrers ist es (war es), einen Führerschein zu machen, um Taxi fahren zu können.
Wir haben heute Jobs, die es vor 20 Jahren gar nicht gab (Web-Designer). Nur einseitig zu bedauern, dass gewisse Jobs wegfallen und Menschen in die Arbeitslosigkeit rutschen, hilft diesen Menschen sicher nicht. Es würde aber helfen zu überlegen, wie man diese Menschen in andere Jobs bringen kann. Und da müssen wir als Gesellschaft eben akzeptieren, dass ein 40jähriger Dreher durchaus in der Lage ist, was Neues zu lernen. Und das ein 40jähriger eben nicht zum alten Eisen gehört. Mein Vater hat mit Anfang 60 Excel gelernt und kann damit mehr, als ich jemals können werde (weil es mich nicht interessiert).
Das ist mir schon klar, dass das Verhältnis eines zugunsten der Entwickler ist. Worauf ich hinaus will ist, dass man nicht nur einseitig hochrechnen darf, welche Jobs wegfallen. Es werden immer Jobs sterben, dafür entstehen neue Jobs. Heute gibt es keine Droschkenkutscherfahrer mehr, dafür Taxifahrer. Aufgabe des Droschkenkutschenfahrers ist es (war es), einen Führerschein zu machen, um Taxi fahren zu können.
Wir haben heute Jobs, die es vor 20 Jahren gar nicht gab (Web-Designer). Nur einseitig zu bedauern, dass gewisse Jobs wegfallen und Menschen in die Arbeitslosigkeit rutschen, hilft diesen Menschen sicher nicht. Es würde aber helfen zu überlegen, wie man diese Menschen in andere Jobs bringen kann. Und da müssen wir als Gesellschaft eben akzeptieren, dass ein 40jähriger Dreher durchaus in der Lage ist, was Neues zu lernen. Und das ein 40jähriger eben nicht zum alten Eisen gehört. Mein Vater hat mit Anfang 60 Excel gelernt und kann damit mehr, als ich jemals können werde (weil es mich nicht interessiert).
Das ist mir schon klar, dass das Verhältnis eines zugunsten der Entwickler ist. Worauf ich hinaus will ist, dass man nicht nur einseitig hochrechnen darf, welche Jobs wegfallen. Es werden immer Jobs sterben, dafür entstehen neue Jobs. Heute gibt es keine Droschkenkutscherfahrer mehr, dafür Taxifahrer. Aufgabe des Droschkenkutschenfahrers ist es (war es), einen Führerschein zu machen, um Taxi fahren zu können.
Wir haben heute Jobs, die es vor 20 Jahren gar nicht gab (Web-Designer). Nur einseitig zu bedauern, dass gewisse Jobs wegfallen und Menschen in die Arbeitslosigkeit rutschen, hilft diesen Menschen sicher nicht. Es würde aber helfen zu überlegen, wie man diese Menschen in andere Jobs bringen kann. Und da müssen wir als Gesellschaft eben akzeptieren, dass ein 40jähriger Dreher durchaus in der Lage ist, was Neues zu lernen. Und das ein 40jähriger eben nicht zum alten Eisen gehört. Mein Vater hat mit Anfang 60 Excel gelernt und kann damit mehr, als ich jemals können werde (weil es mich nicht interessiert).
Dass genau so viele Jobs entstehen, wie verschwinden, ist eine These, die sich bislang nicht bewahrheitet hat. Aber das macht ja gar nichts. Es gibt immer weniger Arbeitsplätze, aber es wird immer mehr produziert. Ist doch schön, vllt. müssen wir irgendwann alle weniger arbeiten? Und dazu ist die Automatisierung doch da: Um uns das Leben zu erleichtern. Wenn die Sozialsysteme umgebastelt werden und die Verteilung anders geregelt wird (=> BGE?), kann das nur ein Fortschritt sein.
ich bin der Meinung, es gibt auch andere Möglichkeiten seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, als sich bei irgendeinem Unternehmer zu verdingen und sich ihm auf Gedeih und Verderb auszuliefern. Das würde natürlich bedeuten, dass wir unseren eigenen Kopf anstrengen müssen und darüber nachdenken müssen, welche Alternativen es gibt. Das würde auch bedeuten, dass wir natürlich keine großen Reichtümer anhäufen würden. Aber wozu brauche ich ein dickes Konto, ein eigenes Haus ...? Eigentlich brauche ich nur so viel, dass ich satt werde, nicht frieren muss und ein irgendwie geartetes Dach über dem Kopf. Ich finde auch die Vorstellung: bei Daimler gelernt, bei Daimler in Rente gegangen echt langweilig. Da fragt doch jeder zu Recht: Mehr hast du in deinem Leben nicht kennengelernt? Da warst du doch lebendig begraben!?
Dass genau so viele Jobs entstehen, wie verschwinden, ist eine These, die sich bislang nicht bewahrheitet hat. Aber das macht ja gar nichts. Es gibt immer weniger Arbeitsplätze, aber es wird immer mehr produziert. Ist doch schön, vllt. müssen wir irgendwann alle weniger arbeiten? Und dazu ist die Automatisierung doch da: Um uns das Leben zu erleichtern. Wenn die Sozialsysteme umgebastelt werden und die Verteilung anders geregelt wird (=> BGE?), kann das nur ein Fortschritt sein.
ich bin der Meinung, es gibt auch andere Möglichkeiten seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, als sich bei irgendeinem Unternehmer zu verdingen und sich ihm auf Gedeih und Verderb auszuliefern. Das würde natürlich bedeuten, dass wir unseren eigenen Kopf anstrengen müssen und darüber nachdenken müssen, welche Alternativen es gibt. Das würde auch bedeuten, dass wir natürlich keine großen Reichtümer anhäufen würden. Aber wozu brauche ich ein dickes Konto, ein eigenes Haus ...? Eigentlich brauche ich nur so viel, dass ich satt werde, nicht frieren muss und ein irgendwie geartetes Dach über dem Kopf. Ich finde auch die Vorstellung: bei Daimler gelernt, bei Daimler in Rente gegangen echt langweilig. Da fragt doch jeder zu Recht: Mehr hast du in deinem Leben nicht kennengelernt? Da warst du doch lebendig begraben!?
Dass genau so viele Jobs entstehen, wie verschwinden, ist eine These, die sich bislang nicht bewahrheitet hat. Aber das macht ja gar nichts. Es gibt immer weniger Arbeitsplätze, aber es wird immer mehr produziert. Ist doch schön, vllt. müssen wir irgendwann alle weniger arbeiten? Und dazu ist die Automatisierung doch da: Um uns das Leben zu erleichtern. Wenn die Sozialsysteme umgebastelt werden und die Verteilung anders geregelt wird (=> BGE?), kann das nur ein Fortschritt sein.
ich bin der Meinung, es gibt auch andere Möglichkeiten seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, als sich bei irgendeinem Unternehmer zu verdingen und sich ihm auf Gedeih und Verderb auszuliefern. Das würde natürlich bedeuten, dass wir unseren eigenen Kopf anstrengen müssen und darüber nachdenken müssen, welche Alternativen es gibt. Das würde auch bedeuten, dass wir natürlich keine großen Reichtümer anhäufen würden. Aber wozu brauche ich ein dickes Konto, ein eigenes Haus ...? Eigentlich brauche ich nur so viel, dass ich satt werde, nicht frieren muss und ein irgendwie geartetes Dach über dem Kopf. Ich finde auch die Vorstellung: bei Daimler gelernt, bei Daimler in Rente gegangen echt langweilig. Da fragt doch jeder zu Recht: Mehr hast du in deinem Leben nicht kennengelernt? Da warst du doch lebendig begraben!?
Es gibt wirklich schlimmeres als beim Daimler zu arbeiten. Aber jeder wie er meint.
Leben Sie von H4, aber jammern sie nicht, wenn Ihnen die Sozialleistungen gestrichen werden. Wohlstand entsteht eben dadurch, dass Menschen Werte schaffen.
--
"that book is dead sexy" -- Xach on #lisp about "Practical Common Lisp"
Hallo Maharadscha,
ein Kommentar, der sicher noch polarisieren wird. Ihre Wortwahl verdingen und ausgeliefert scheint auf schlimmen Erfahrungen zu basieren ?
Ich selber habe in mittelständigen Betrieben eher positive Erfahrungen mit Unternehmern gemacht. Dazu gibt es im Forum auch einen sehr interessanten Leserartikel.
Und aus meinen positiven Erfahrungen heraus habe ich mich nie "verdingt" gefühlt, habe meinen Kopf auch gern angestrengt und bin deshalb immer fair entlohnt worden. Also über den vereinbarten Löhnen.
Aber so unterschiedlich sind eben die Erfahrungen.
Zu Ihrem Satz: Bei Daimler gelernt und bei Daimler in Rente. Dies wäre auch nicht mein Lebensentwurf. Aber so, wie Sie die dort arbeitenden Menschen darstellen empfinde ich es als nicht fair.
Es gibt wirklich schlimmeres als beim Daimler zu arbeiten. Aber jeder wie er meint.
Leben Sie von H4, aber jammern sie nicht, wenn Ihnen die Sozialleistungen gestrichen werden. Wohlstand entsteht eben dadurch, dass Menschen Werte schaffen.
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"that book is dead sexy" -- Xach on #lisp about "Practical Common Lisp"
Hallo Maharadscha,
ein Kommentar, der sicher noch polarisieren wird. Ihre Wortwahl verdingen und ausgeliefert scheint auf schlimmen Erfahrungen zu basieren ?
Ich selber habe in mittelständigen Betrieben eher positive Erfahrungen mit Unternehmern gemacht. Dazu gibt es im Forum auch einen sehr interessanten Leserartikel.
Und aus meinen positiven Erfahrungen heraus habe ich mich nie "verdingt" gefühlt, habe meinen Kopf auch gern angestrengt und bin deshalb immer fair entlohnt worden. Also über den vereinbarten Löhnen.
Aber so unterschiedlich sind eben die Erfahrungen.
Zu Ihrem Satz: Bei Daimler gelernt und bei Daimler in Rente. Dies wäre auch nicht mein Lebensentwurf. Aber so, wie Sie die dort arbeitenden Menschen darstellen empfinde ich es als nicht fair.
Ich habe zuerst 2000 (in einer SPIEGEL-Serie über die Welt des 21. Jahrhunderts) und drei Jahre später in Artikeln über Jeremy Rifkins Buch "Arbeit ohne Zukunft" gelesen, dass durch verschiedene wohlbekannte Faktoren - vor allem aber durch den stetigen technologischen Fortschritt - die Arbeitsmenge in von der heutigen Gesellschaft bezahlten Jobs dramatisch abnehmen wird. Will sagen: Unser Wirtschaftssystem wird künftig immer weniger Menschen anständig entlohnen.
Ich verlange gar nicht, dass ein Mensch das Recht haben muss, sein ganzes Leben lang bei ein und derselben Firma ein und dieselbe Tätigkeit zu verrichten (wer will das schon). Es ist nur, global betrachtet, ein Irrglaube zu meinen, die Zeiten würden noch einmal besser. Hierzulande beten wir anscheinend ja darum, dass der Geburtenrückgang es schon richten wird. Ich erinnere mich aber noch an eine ältere Ausgabe des "Presseclubs", in dem sich ZEIT-Mitarbeiterin Elisabeth Niejahr diesbezüglich skeptisch zeigte.
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