Finanzkrise Traumschiff zu SonderpreisenSeite 2/2
Den ägyptischen Hoteliers am Roten Meer fehlen hingegen nicht die einheimischen Touristen, sondern die russischen. Wegen des schwachen Rubels bleiben diese massenweise weg. In den Urlaubsgebieten gingen die Buchungen gegenüber dem Vorjahr um 30 Prozent zurück. Jetzt unterstützt das Tourismusministerium in Kairo Hoteliers und Fluggesellschaften finanziell. So ist es ihnen möglich, ihre Betten oder Sitzplätze günstiger anzubieten. Auch in anderen Ländern rund ums Mittelmeer werden wegen der schwachen Nachfrage Zimmerpreise neu verhandelt. Schon jetzt häufen sich die Sonderangebote in deutschen Reisebüros.
Wer lieber in Deutschland bleiben möchte, kann als Städtereisender von der Krise profitieren, sagt Ameropa-Chef Martin Katz: »Die gehobene Hotellerie in den Großstädten leidet darunter, dass Geschäftsreisende ausbleiben und Kongresse und Tagungen abgesagt werden.« Viele dieser freien Zimmer werden dann als Bausteine preisgünstiger Städtereisen von Ameropa angeboten oder über Buchungsplattformen im Internet an Schnäppchenjäger verkauft.
Die Urlaubswilligen profitieren auch von der Angst der Anbieter. Laut der Stiftung für Zukunftsfragen in Hamburg, die seit 25 Jahren das Reiseverhalten der Deutschen analysiert, war die Zahl der Zauderer noch nie so hoch: Jeder Dritte weiß noch nicht, ob er dieses Jahr überhaupt verreisen wird. Ein Befund, den auch die Anbieter kennen. Weil sie fürchten, dass sonst kaum jemand bucht, senken viele die Preise. TUI etwa lockte jüngst mit der Aktion »10.000 Kinder gratis«. Andere Veranstalter bieten ähnliche Rabatte.
Der Preisverfall trifft selbst eine Branche, die bislang von Krisen weitgehend verschont blieb: die Luxusreisen. Einwöchige Transatlantik-Kreuzfahrten auf der Queen Mary 2 einschließlich Rückflug ab New York gibt es in diesem Frühjahr schon für 2490 Euro – nicht etwa in der fensterlosen Innenkabine, sondern in einer luxuriösen Princess-Suite. Die Deilmann-Reederei mit ihrem Traumschiff Deutschland oder auch Hapag-Lloyd gehen etwas dezenter vor und entdecken all-inclusive für sich: Auf bestimmten Törns sind plötzlich Getränke und Landausflüge gratis – unter dem Strich ein Rabatt von mehreren Hundert Euro.
Auch die Luxusbauten Dubais lassen sich derzeit zu relativ erschwinglichen Preisen besuchen: Laut dem Veranstalter ETWC, der schwerpunktmäßig Reisen in die Emirate anbietet, haben viele der Fünfsternehotels in Dubai ihre Preise um die Hälfte gesenkt, Zimmer sind so günstig wie seit sieben Jahren nicht mehr. Eine Entwicklung, die auch in der Branche nicht nur negativ gesehen wird: In Zeiten der Krise sinkt manch ein überzogener Preis auf ein normales Niveau.
- Datum 16.03.2009 - 09:01 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 12.03.2009 Nr. 12
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Man muss ich immer fragen, ob man sich über fallende Preise freuen soll. Im ersten Schritt sicher aber wir wissen auch wohin die "geiz ist geil" haltung führt. Letztendlich wird alles billiger, weil die leute weniger geld in der Tasche haben oder gar keinen job mehr haben-
ibsofern liest man immer mit gemischten gefühlen, alles wird billiger...
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