Zeitgeschichte Tod an der Mauer
136 Menschen starben am »antifaschistischen Schutzwall« der DDR in Berlin. Er wurde zum Inbegriff des Kalten Krieges
Der 11. Mai 1975 ist ein sonniger Sonntagmorgen. In Berlin-Kreuzberg, im Westteil der Stadt, spielt ein Fünfjähriger mit den Nachbarskindern Ball. Der Kleine hat Geburtstag, der Ball ist ein Geschenk. Als er die nahe Böschung hinab in die Spree rollt, eilt das Kind hinterher und versucht, ihn mit einem Stock herauszufischen, es verliert das Gleichgewicht und fällt ins Wasser. Schlimm genug, denn es hat noch nicht Schwimmen gelernt. Schlimmer aber: Es fällt in einen Grenzfluss, der an dieser Stelle in ganzer Breite zu Ost-Berlin gehört – und das ist sein Todesurteil.
Der Junge fällt von West- nach Ost-Berlin, fällt über eine Grenze, die der einen Seite als Grenze zwischen dem amerikanischen und dem sowjetischen Sektor der besetzten deutschen Hauptstadt gilt, der anderen Seite aber als Staatsgrenze zwischen der Hauptstadt der DDR und der »besonderen politischen Einheit Westberlin«. Aus politischen Gründen ist diese Grenze von West-Berlin aus offen, wird indes von Ost-Berlin aus durch bewaffnete Posten scharf bewacht.
Gewiss hätte das Kind von Passanten rasch gerettet werden können. Unter diesen Umständen aber wagt sich niemand in das von der nahen Oberbaumbrücke aus bewachte Gewässer. Man ruft den Grenzern auf der Brücke zu, sie sollen etwas unternehmen, man ruft die Westberliner Feuerwehr.
Die Feuerwehr erscheint, der Brandmeister verhandelt mit den Grenzern, vergeblich. Stunden vergehen, bis ein DDR-Taucher das tote Kind schließlich birgt, nur wenige Meter vom Westufer entfernt holt er es hoch, vor den Augen der Eltern und zahlloser Schaulustiger. Man fordert ihn auf, es ans Westufer zu bringen, doch genau das darf er nicht. Jede Bewegung auf das westliche Ufer zu kann als Fluchtversuch gedeutet werden. Der kleine Leichnam wird ins Grenzboot geschafft, in Ost-Berlin obduziert und erst dann an einem innerstädtischen Grenzübergang den Eltern übergeben.
Der Junge ist schon das vierte Kind, das nach dem Mauerbau an dieser Stelle ertrinkt, weil man sich zwischen Ost und West noch nicht über praktikable Modalitäten verständigen konnte, Unfälle dieser Art zu verhindern. Erst jetzt sperrt West-Berlins Senat das Ufer konsequent ab, und zwischen Ost und West einigt man sich endlich auf ein System von lebensrettenden Signalanlagen.
Der Tod der Kinder erzählt in besonders drastischer Weise von der Absurdität, eine lebendige, in Jahrhunderten gewachsene Stadt so zu spalten, dass das Ufer zur einen, das Wasser zu einer anderen Welt gehört. Dass ein fünfgeschossiges Haus Teil der einen, der Bürgersteig davor aber Teil der anderen Hemisphäre ist. Dass der U-Bahntunnel mit Waggons und Passagieren dem West-Reich, das Lüftungsgitter neben dem belebten Gehweg darüber aber dem Ost-Reich angehört. Zwei Städte in einer, nur einen Schritt voneinander entfernt, und dieser Schritt konnte das Leben kosten. So wurde der Fußweg vor jenen fünfgeschossigen Mietskasernen unmittelbar an der Bernauer Straße in den Tagen nach dem Mauerbau noch als Fluchtweg genutzt. Aus dem Fenster sprangen die Menschen hinab, die Westberliner Feuerwehr stand helfend bereit. Dennoch kam es in der Hektik zu schweren Unfällen, für einige der Flüchtlinge wurde der Sprung in die Freiheit zum Sprung in den Tod. Sie waren die ersten »Mauertoten«, was der Bernauer Straße eine traurige Berühmtheit eintrug. Hier befindet sich heute die Gedenkstätte Berliner Mauer.
Stacheldraht, Signalzäune, Wachtürme, Spanische Reiter
Die Anfänge der Tragödie liegen in den Nachkriegsjahren. Zwischen 1945 und 1961 flüchteten dreieinhalb Millionen Menschen aus der sowjetischen Besatzungszone und späteren DDR in die Bundesrepublik Deutschland. Im Sommer 1961 steht die DDR vor dem Zusammenbruch. Am 13.August dieses Jahres erteilt der Chef der allmächtigen Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) Walter Ulbricht den Befehl, die innerdeutsche Grenze und in Berlin die Sektorengrenzen abzuriegeln. Mitten in der Stadt wird das Pflaster aufgerissen, werden Barrikaden aufgeschichtet und Stacheldrahtzäune gezogen. Wenige Tage später, in der Nacht vom 17. zum 18. August, beginnen Bautrupps, den Draht durch eine Mauer aus Hohlblocksteinen zu ersetzen.
Von der Mitte der sechziger Jahre an baut die DDR die Sperranlagen weiter aus, Betonplatten und Wachtürme gehen in Serienproduktion, es entsteht ein nahezu unüberwindbares System, das zehn Jahre darauf durch eine äußere Mauer aus industriell gefertigten Betonsegmenten abgeschlossen wird, wie sie zuvor in der Landwirtschaft Verwendung fanden: als Lagerwände für Stallmist.
Jetzt ist das Bollwerk komplett: »Feindwärts« gesehen, beginnt der zwischen 15 und etwa 150 Meter breite Todesstreifen mit einer zwei bis drei Meter hohen »Hinterlandmauer« oder einem »Hinterlandsperrzaun«, es folgt ein gut zwei Meter hoher »Kontakt-Signalzaun« mit mehreren Drahtreihen unter elektrischer Spannung, die bei Berührung akustische oder optische Signale aussenden. Die ausgereifte Version dieses Zauns ist 50 Zentimeter tief ins Erdreich eingelassen, um ein Unterkriechen zu verhindern; der Alarm wird »still« ausgelöst, und der Flüchtling wähnt sich noch sicher, während ihn die Grenzposten schon ins Visier nehmen. (Minen und Selbstschussanlagen gibt es, anders als an der übrigen innerdeutschen Grenze, in Berlin allerdings nicht.) Parallel zum Signalzaun ist an unübersichtlichen Stellen eine Hundelaufanlage installiert. Es folgt ein Abschnitt mit Beobachtungstürmen und Erdbunkern der Grenzsoldaten und einem meist asphaltierten Kolonnenweg für motorisierte Streifen. Daneben im Sand der immer frisch geharkte Kontrollstreifen, der jede Fußspur verrät. Eine Lichttrasse sorgt für günstige Sicht- und Schussbedingungen. Dann ein »Kfz-Sperrgraben« oder Doppelreihen Spanischer Reiter, zuletzt jene eigentliche Betonmauer, bis zu vier Meter hoch, zehn Zentimeter dick, mit einer Rohrauflage, die es erschweren soll, Halt zu finden.
»Freundwärts« zieht sich ein nur mit Sondergenehmigung zugängliches Grenzgebiet ins Land, das von Polizei, Staatssicherheit und den freiwilligen »Helfern der Grenztruppen« bewacht wird. Ein etwa 50.000 Mann starkes Kommando dieser Truppen muss die 156 Kilometer lange Mauer um West-Berlin sichern und hat den Befehl, einen »Grenzdurchbruch« mit allen Mitteln zu verhindern, notfalls mit der Schusswaffe.
Die Berliner Grenzsicherung gehörte zum polizeilich-militärischen Komplex, dessen immense Kosten die DDR maßgeblich in den Bankrott trieben. Kein anderes Land des Ostblocks verwandte einen größeren Teil des Nationaleinkommens für Militärausgaben; mit 957 Mark pro Kopf der Bevölkerung waren sie drei Mal höher als in der Sowjetunion.
Dass Menschen beim Fluchtversuch erschossen wurden, wusste man im Osten allein vom Hörensagen oder aus den West-Medien. Nur vom Westen aus konnte man auf Aussichtsplattformen steigen, über die Mauer sehen und den Todesstreifen überblicken. Im Osten war es weit schwieriger, sich ein Bild von den Grenzanlagen zu machen. Dennoch haben, solange die DDR bestand, manche insgeheim an Fluchtplänen getüftelt.
Es wurden Tunnel gegraben, Luft- und Wassergefährte konstruiert, Autos zu raffinierten Menschenschmuggelwagen umgebaut. Im April 1973 scheiterte die Flucht eines Ingenieurs, der sich eine vermeintlich schusssichere Weste aus Stahlplättchen gebastelt hatte, im Kugelhagel am Reichstagsufer. Fast hätte er es geschafft. Passanten sammelten sich in nächster Nähe auf westlicher Seite. Um den Sterbenden aus deren Sicht zu schaffen, schob der wachhabende Grenzoffizier ihn in die Spree, wo er wegen seiner Rüstung sofort versank.
Winfried Freudenberg klebte gemeinsam mit seiner Frau einen 13 Meter hohen Gasballon aus Frühbeetfolie zusammen. Als sie beim Befüllen des Ballons nachts überrascht wurden, kappte der Mann auf Bitten seiner Frau allein den Anker und stieg auf, doch viel zu hoch, denn die Reißleine zum Gasablassen versagte. Am Morgen des 8. März 1989 entdeckte ein Wanderer am Westberliner Teufelsberg das Luftgefährt in großer Höhe und hielt es für einen Wetterballon. Beim Versuch, doch noch irgendwie zu landen, stürzte Freudenberg ab. Er war das letzte Opfer der mörderischen Grenze.
Anhand der Unterlagen der Staatssicherheit und der Grenztruppen lassen sich erst jetzt viele Fälle rekonstruieren. Solange die DDR existierte, wurden die Mauertoten, wenn es irgend ging, verschwiegen oder »legendiert«, das heißt, man erfand Todesursachen, fälschte Totenscheine, kriminalistische Befunde und Obduktionsberichte. Wissende Angehörige, Soldaten, Ärzte wurden unter Strafandrohung zum Schweigen genötigt.
Ich wuchs in der DDR auf, in der Nähe der Mauer, wenn auch nicht im unmittelbaren Grenzgebiet. Schlief ich bei offenem Fenster, hörte ich immer wieder mal die Maschinenpistolen der Grenzer bellen. Ob das Übungen waren oder echte Einsätze, konnte ich nicht wissen. Die Grenzerkasernen lagen unserem Haus gegenüber, dann und wann weckte uns nächtlicher Alarm. Wir sahen Leuchtraketen, die aus dem nahen Wald aufstiegen, und ausrückende Fahrzeuge, hörten Befehlsgeschrei. Nie gab es nach einem solchen Einsatz irgendeine offizielle Erklärung in unserer Schule, in der Zeitung, im Radio der DDR oder im Fernsehen. Nur aus den Westsendern konnte man manchmal mehr erfahren.
Tote verschwinden spurlos, Zeugen müssen schweigen
Aber auch die Westseite wusste längst nicht alles, was an der Mauer geschah; denn für die Grenzer war es oberste Pflicht, einen verletzten Flüchtling aus der Sicht westlicher Augenzeugen zu schaffen. Erst wenn das gelungen war, sollte man ihm Erste Hilfe leisten. Aufgrund dieses Befehls sind einige Flüchtlinge verblutet, weil man sie zunächst in »Deckung« brachte und erst dann medizinisch versorgte, als die Beobachter im Westen sich zerstreut hatten oder es dunkel genug geworden war.
Geheimhaltung war alles. So wurden verletzte Flüchtlinge durch die halbe Stadt transportiert, nur um sie möglichst in einer Militär- oder Polizeiklinik abzuliefern. Auch bei solchen Irrfahrten sind einige von ihnen gestorben. 1980 versuchte ein 18-jähriges Mädchen zusammen mit zwei Freunden im Norden der Stadt die Flucht. Als einer der jungen Männer bereits die Mauer überklettert hatte, eröffneten die Grenzer das Feuer. Die junge Frau wurde von ihrem Freund gerade auf die Mauerkrone gezogen, als sie ein Schuss in den Bauch traf. Sie stürzte ab. Der hinzugezogene Militärarzt ließ sie schnellstmöglich in das nächstgelegene zivile Krankenhaus transportieren – und wurde dafür streng gerügt. Denn nun musste die Stasi, wie in anderen Fällen auch, alle Mitwisser zum Schweigen verpflichten.
Noch nach der Wende hatten es die Gerichte schwer, für die sogenannten Mauerschützenprozesse aussagewillige Zeugen zu finden. Diejenigen, die direkt an der Grenze wohnen durften, waren meist ausgesuchte, zuverlässige Kader, oft bis heute der Hammer-und-Zirkel-Fahne treu. Andere schüchterte man in der DDR so massiv ein, dass sie ihre Erlebnisse gründlich in sich vergruben. So wurde in einer wolkenlosen Vollmondnacht des Jahres 1984 die Bewohnerin eines Pankower Mietshauses von MP-Salven geweckt. Von ihrem Fenster aus musste sie mitansehen und -hören, wie ein junger Mann auf dem Todesstreifen schreiend starb. Er hatte am Tag zuvor als Dachdecker auf ihrem Haus gearbeitet, dabei die Grenze gründlich studiert und offenbar für überwindbar gehalten. Noch in derselben Nacht wurde die Zeugin von der Stasi vernommen und so lange festgehalten, bis die Schweigeverpflichtung unterschrieben war. Selbst nach der Wende schien es ihr unmöglich, die verbotenen Erinnerungen an jene Nacht wachzurufen.
Wenn der Fluchtversuch vom Westen aus nicht bemerkt worden war, fühlte die Stasi verdeckt oder im offenen Verhör bei den Angehörigen, Freunden, Kollegen vor: ob sie etwas von den Fluchtabsichten wussten, was selten zugegeben wurde, denn Mitwisserschaft war strafbar. (Zum Schutz ihrer Angehörigen behielten viele ihre Absichten ganz für sich, um sich erst nach gelungener Flucht aus dem Westen zu melden.) Wenn niemand, weder im Westen noch im Osten, wusste, wo der Getötete abgeblieben war, hatte die Stasi freie Hand. Sie konnte den Toten verschwinden und anonym bestatten lassen, gegebenenfalls eine passende Todesursache erfinden und mit gefälschten Dokumenten belegen. Über ein junges Paar, das nach einer gescheiterten Flugzeugentführung Selbstmord begangen hatte, durften die Eltern nur verbreiten, die Kinder wären mit dem Motorrad verunglückt. Einer Ehefrau wurde vorgelogen, ihr Mann wäre mitten im Wald einem bislang unaufgeklärten Verbrechen zum Opfer gefallen; zum Beweis zeigte man ihr Fotos des Trabant, mit dem ihr Mann an die Grenze gefahren war. Eigens, um diese Fotos zu machen, hatte die Stasi das Auto an den angeblichen, grenzfernen Tatort schaffen lassen, mitten in einen Kiefernwald.
Die Flucht wird zur letzten Möglichkeit des Protests
Angehörige der Opfer wurden jahrelang belogen, von der Stasi bespitzelt, auf »konspirativem Wege« diffamiert oder, wie die Eltern des 1962 erschossenen Peter Fechter, als politisch verdächtig schikaniert. Manche haben sich so auch zu Spitzeldiensten für die Stasi erpressen lassen.
Akzeptiert haben die meisten DDR-Bürger die Mauer nie, aber verdrängt; zu aussichtslos war die Situation an der Frontlinie der beiden Weltsysteme. Und dennoch gab es Einzelne, die dagegen anrannten. Wie viele es waren, die es versuchten, lässt sich wohl nicht mehr ganz klären. Auch wie viele von ihnen auf der Flucht starben, kann man nicht mit letzter Sicherheit sagen. Das Zentrum für zeithistorische Forschung in Potsdam und die Gedenkstätte Berliner Mauer nennen insgesamt 136 Menschen, die zwischen 1961 und 1989 erschossen wurden oder – wie jene Kinder – auf andere Weise Opfer der Grenze wurden. Der letzte Flüchtling, der an der Mauer durch Kugeln starb, war der 21-jährige Chris Gueffroy aus Berlin. Der Grenzer, der ihn in der Nacht des 5. auf den 6. Februar 1989 in Treptow tödlich getroffen hatte, erhielt nach der Wende eine Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung. Zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde 1999 allerdings auch noch Rudolf Müller, der bei dem Versuch, seine Familie durch einen Tunnel nach West-Berlin zu holen, im Juni 1962 den DDR-Grenzer Reinhold Huhn erschossen hatte.
Tollkühn, todesmutig, verrückt – wie immer man jene heute sieht, die es gewagt haben: In ihren Taten spiegelt sich das Monströse des Bauwerks selbst. Der schlichten, bitteren, aber auch der ganz und gar unglaublichen Geschichten gibt es viele. Da ist der mit Sand beschwerte Lkw, der mit Höchstgeschwindigkeit auf die Sperren zurast. Da ist der junge Mann, der aus der Ost-Berliner S-Bahn springt – just an jener Stelle, wo der Zug befehlsgemäß besonders schnell fährt, weil West-Berlin zum Greifen nahe ist. Er wird überrollt. Und da ist der alte Mann, der gerade von seinem unheilbaren Krebsleiden erfahren hat und dem Leben ein Ende setzen will, indem er im Grenzstreifen aller Aufforderungen und Warnschüsse ungeachtet auf den Postenturm zuläuft, bis man ihn niederschießt.
Lauter »verrückte« Unternehmungen, die immer auch ein Protest waren, ein existenzielles Aufbegehren. Von außen her konnte es scheinen, als hätte der Mauerbau die DDR nach 1961 tatsächlich befriedet. Nur diese Verzweiflungstaten gaben ein dramatisches Zeichen der massenhaften Sehnsucht, die sich nach wie vor hinter dem »Schutzwall« staute.
Von der Mauer ist kaum noch etwas vorhanden, ihre Reste stehen überall in der Welt als Erinnerung an jenen 9. November vor zwanzig Jahren, da sie fiel. Als Erinnerung aber auch an die, denen sie zum Schicksal wurde. Gedenken an die Toten heute: Das ist kein abgestandenes Ritual. Sondern nachgetragene Achtsamkeit für alle, die sich nicht abfinden wollten und die sich tödlich verletzten an diesem Eisspalt des Kalten Krieges.
Der Autor ist Schriftsteller und Journalist und lebt in Potsdam. Mehr zum Thema auch auf der Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung
www.chronik-der-mauer.de
- Datum 13.08.2009 - 18:14 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 12.03.2009 Nr. 12
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die Mauer zwischen den Machtblöcken des Kalten Krieges ist weg. Aber die Toten nicht. Die mit technologischen Mitteln überwachte und mit body-guards der Mitgliedsländer (auch und sehr stark Deutschlands) brutal gesicherte "Ummauerung" der EU kostete seit 2005 ca. 16.000 (sechzehntausend) Menschen das Leben, darunter sehr viele Kinder. Aber auch hier werden die Tod bringenden Aktionen geheim gehalten und die Toten nicht gezählt. Nicht nur die DDR-Medien haben da mitgemacht sondern die Westmedien incl. die ZEIT handhaben es nicht anders. Sie schweigen mit den Tätern und verschweigen die Opfer.
In meinem Kommentar von 14:50 Uhr habe ich mich verschrieben. Anstatt body-guards muss es heißen border-guards. So heißen die von den Mitgliedstaaten der EU gestellten Grenztruppen, die von der EU Agency Frontex gemanaged werden und die für die massenhaften Grenztoten verantwortlich sind, d.h. verantwortlich sind die sie entsendenden Mitgliedstaaten u.a. Deutschland. Das verabscheuenswürdigste Verbrechen der DDR hat Gesamtdeutschland also sauber übernommen, mit all seinen Begleiterscheinungen, die es überhaupt erst möglich machen, wie wegschauen, nicht berichten, in einer Grauzone des Halb- oder Nicht-Legalen agieren etc.etc.
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