Technik im Alltag Volksautomatik

Ab jetzt erscheint wöchentlich in der ZEIT eine neue Technik-Seite. Zum Auftakt: Die Handschaltung verschwindet aus dem Auto. Neue Getriebe sind schneller und sparsamer

Fahrer von Automatikautos haben es hierzulande schwer. Nicht genug, dass sie als Weicheier gelten. Sie müssen für ihre Schaltfaulheit auch noch ständig draufzahlen. Das beginnt beim kräftigen Aufschlag auf den Kaufpreis. Dann schluckt der teure Automat stets mehr Sprit als eine Karre mit Normalgetriebe – und ist trotzdem lahmer. Am Ende verkauft sich der Gebrauchte auch noch schlechter, da müde Spritfresser abschrecken. Kein Wunder, dass die meisten Deutschen Neuwagen mit Handschaltung bestellen.

Noch. Denn die Trendwende ist in vollem Gang. Ein neuer Typus von Automatikgetriebe findet sich zunehmend in Klein-, Mittelklasse- und Sportwagen, und die Tester sind voller Lob: Das Doppelkupplungsgetriebe (DKG) schaltet schneller als ein Rennprofi. Es ist beim Spritverbrauch nicht nur besser als der klassische Automat, sondern auch sparsamer als das Handschaltgetriebe. Nebenbei macht es Autos auch noch spritziger, es beschleunigt besser. Der Automatikfahrer – ein Weichei? Schnee von gestern. Clever ist er, cool und vielleicht sogar sexy.

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Wohin die Entwicklung geht, das zeigen zwei prominente Neuerscheinungen: im Sport-Luxusbereich der große viertürige Porsche Panamera, dessen Produktion im September anläuft. Und bei den Kleinwagen der jüngste VW Polo, der Mitte des Jahres auf die Straße kommt.

Der Supersportler Panamera bietet zwei Motorvarianten mit 400 oder 500 PS. Den stärksten gibt es nur mit Automatik. Keine Handschaltung mehr, eine Revolution. Porsche-Fahrer definierten sich nicht zuletzt über die virtuose Bedienung des Schaltknüppels, denn es ging um viel Schall und Rauch. Aus, vorbei. Umweltgesetze und moderne Mechatronik fördern das Umdenken.

Porsche lebt vom Verkauf möglichst schneller Spitzentechnik. Und steht politisch unter Druck, den hohen Verbrauch seiner Fahrzeugflotte zu senken. Aus dieser Perspektive lohnt ein Blick auf die Daten des Panamera. Die stärkste Version bringt ihre 500 PS mit spritzehrendem Allradantrieb auf die Straße und verbraucht mit Automatik 12,9 Liter pro 100 Kilometer im EU-Mix. Die 100 PS schwächere Einstiegsversion hat keinen Allradantrieb, serienmäßig eine 6-Gang-Handschaltung – und schluckt fast so viel: 12,5 Liter. Das gleiche Fahrzeug verbraucht jedoch mit neuer Automatik nur 11,4 Liter, also deutlich weniger. Zudem beschleunigt es besser als mit Handschaltung, es erreicht Tempo 100 in 5,4 statt 5,6 Sekunden.

Leser-Kommentare
    • peto1
    • 16.03.2009 um 16:19 Uhr

    Ich wundere mich das die schalttechnick überhaubt solange überlebt hat :-)

  1. Eine neue Serie zur Technik in der ZEIT: Schön. Aber wie ein DSG funktioniert, habe ich dem Artikel nicht entnehmen können (dem übrigens die Schemazeichnung der Print-Ausgabe fehlt, aber da habe ich es auch nicht verstanden).

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    Hallo CarstenH, vielleicht wollen sie sich den folgenden Artikel des Heise-Verlags anschauen. Dieser bedient eventuell eher Ihr technisches Interesse:
    http://www.heise.de/autos...

    Hallo CarstenH, vielleicht wollen sie sich den folgenden Artikel des Heise-Verlags anschauen. Dieser bedient eventuell eher Ihr technisches Interesse:
    http://www.heise.de/autos...

  2. ...hätte es kaum besser als Herr Schuh schreiben können. Zugegebenermaßen ist es durchaus so, dass es Kombinationen aus Motor und Getriebe gibt, bei denen die mit Doppelkupplungsgetriebe für den geringeren Verbrauch sorgt. Das von Herrn Schuh angeführte Beispiel des Porsche Panamera ist laut Porsche ein solches Beispiel. Aber eben nur laut Porsche. Wenn Herr Schuh je einen solchen gefähren hätte, wüsste er, dass die von ihm zitierten Angaben zum Durchschnittsverbrauch Werte sind, die eben nur für den genormten EU-Mix gelten, in der Praxis aber in keinem Fall zu halten sind.
    Des weiteren erwähnt Herr Schuh zugunsten der Auto-Hersteller nicht, dass es auch Fahrzeuge gibt, bei denen die Verwendung eines Doppelkupplungsgetriebes eben nicht für einen niedrigeren, sondern für einen höheren Verbrauch sorgt im Vergleich zum selben Motor mit Schaltgetriebe. Ein Beispiel dafür soll genannt sein: Das aktuelle Modell des VW Golf verbraucht mit einem 81kW-Dieselmotor mit 5-Gang-Schaltgetriebe entweder 4,9 Liter auf 100km oder, in der bislang so genannten BlueMotion-Variante, gar nur 4,5 Liter. Mit 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe verbraucht das Fahrzeug mit dem selben Motor 5,3 Liter.
    Das Doppelkupplungsgetriebe ist eine schöne Technologie, es als Heilsbringer für Komfort und Verbrauch hinzustellen halte ich angesichts der von mir zitierten Zahlen für vermessen.

  3. Wer den Artikle liest, erfährt zwar bis ins letzte Detail, welche Fahrzeuge mit welcher Ausstattung in Zukunft wie viel Benzin sparen - wie die neue Technik funktioniert wird aber leider nicht verständlich und ausführlich genug erklärt. Schade, denn DAS wäre interessant gewesen!

  4. Ich will ein Auto fahren und keine "Hochgeschwindigkeits-Gehhilfe" steuern!

    Bisher habe ich noch jedes Auto mit Schaltgetriebe kostengünstiger gefahren als eines mit Automatik!

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    Ihre Meinung gründet vermutlich auf Erfahrungen mit der "klassischen" Automatik. Das war gestern. Und vorgestern. Im Artikel wird zumindest der Vorteil, den ein Doppelkupplungsgetriebe (DKG) gegenüber einer solchen "klassischen" Automatik hat, sehr wohl deutlich. Und es gibt durchaus Fahrzeuge, die mit dem DKG weniger verbrauchen als mit einem Schaltgetriebe bei gleichem Motor. Bei gleicher Fahrweise auch kein Wunder, wenn während der mit Schaltgetriebe vergleichsweise langen Schaltzeigen zwar Treibstoff verbrannt, aber nicht für Vortrieb genutzt wird.

    Ihre Meinung gründet vermutlich auf Erfahrungen mit der "klassischen" Automatik. Das war gestern. Und vorgestern. Im Artikel wird zumindest der Vorteil, den ein Doppelkupplungsgetriebe (DKG) gegenüber einer solchen "klassischen" Automatik hat, sehr wohl deutlich. Und es gibt durchaus Fahrzeuge, die mit dem DKG weniger verbrauchen als mit einem Schaltgetriebe bei gleichem Motor. Bei gleicher Fahrweise auch kein Wunder, wenn während der mit Schaltgetriebe vergleichsweise langen Schaltzeigen zwar Treibstoff verbrannt, aber nicht für Vortrieb genutzt wird.

  5. 6. Lesen!

    Ihre Meinung gründet vermutlich auf Erfahrungen mit der "klassischen" Automatik. Das war gestern. Und vorgestern. Im Artikel wird zumindest der Vorteil, den ein Doppelkupplungsgetriebe (DKG) gegenüber einer solchen "klassischen" Automatik hat, sehr wohl deutlich. Und es gibt durchaus Fahrzeuge, die mit dem DKG weniger verbrauchen als mit einem Schaltgetriebe bei gleichem Motor. Bei gleicher Fahrweise auch kein Wunder, wenn während der mit Schaltgetriebe vergleichsweise langen Schaltzeigen zwar Treibstoff verbrannt, aber nicht für Vortrieb genutzt wird.

    Antwort auf "Was soll der Quatsch?"
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    Die Schaltzeiten hängen immer vom Autofahrer ab, wie schnell er im Verkehr reagiert.

    Mit dem guten alten 353-er Wartburg lag ich stets unter den Werksangaben und unter den Angaben meiner Kollegen und Bekannten.
    In der Stadt war der mit knapp über 8 Litern dabei und auf der Autobahn mit knapp unter 7 Litern.
    Heute fahre ich einen 14 Jahre alten R19 und der liegt auch ständig unter den Werksangaben, sogar mit breiteren Reifen.

    Wer natürlich im innerstädtischen Verkehr mit dem dritten oder vierten Gang durch die Gegend heizt, der brauch sich über zu hohen Sprit-Verbrauch nicht wundern.
    Die meiste Zeit fahre ich hier im fünften Gang.

    An der Kreuzung wird beim Anfahren auch mal ein Gang übersprungen und das Gas weggenommen, wenn der Wagen rollt.

    Wenn er rollt, dann kommt auch mal der Gang raus und zum Abbremsen dient die Schaltung auch.
    Die Betriebsbremse brauche ich nur zum Anhalten oder wenn mir mal einer vors Auto fährt.

    Die eigentlichen "Spritfresser" sind immer noch die Fahrzeugführer selbst:

    Wen die Ampel auf "Rot" geht, dann wird nochmal richtig "Gas" gegeben - man muss ja schneller als der andere sein, wenigstens aber kann man dann vor ihm stehen und eher losfahren.

    Meine Führerscheinprüfung legte ich auf einem guten alten IFA W50 ab - das war wenigstens noch Autofahren pur.

    Wer kann heute schon noch mit Zwischen-Kuppeln und Zwischen-Gas-Geben ein Auto fahren?
    Im Gebirge und an Steigungen praktiziere ich das heute noch, trotz synchronisierter Getriebe-beim "schnellen" Gangwechsel am Berg!

    Die Schaltzeiten hängen immer vom Autofahrer ab, wie schnell er im Verkehr reagiert.

    Mit dem guten alten 353-er Wartburg lag ich stets unter den Werksangaben und unter den Angaben meiner Kollegen und Bekannten.
    In der Stadt war der mit knapp über 8 Litern dabei und auf der Autobahn mit knapp unter 7 Litern.
    Heute fahre ich einen 14 Jahre alten R19 und der liegt auch ständig unter den Werksangaben, sogar mit breiteren Reifen.

    Wer natürlich im innerstädtischen Verkehr mit dem dritten oder vierten Gang durch die Gegend heizt, der brauch sich über zu hohen Sprit-Verbrauch nicht wundern.
    Die meiste Zeit fahre ich hier im fünften Gang.

    An der Kreuzung wird beim Anfahren auch mal ein Gang übersprungen und das Gas weggenommen, wenn der Wagen rollt.

    Wenn er rollt, dann kommt auch mal der Gang raus und zum Abbremsen dient die Schaltung auch.
    Die Betriebsbremse brauche ich nur zum Anhalten oder wenn mir mal einer vors Auto fährt.

    Die eigentlichen "Spritfresser" sind immer noch die Fahrzeugführer selbst:

    Wen die Ampel auf "Rot" geht, dann wird nochmal richtig "Gas" gegeben - man muss ja schneller als der andere sein, wenigstens aber kann man dann vor ihm stehen und eher losfahren.

    Meine Führerscheinprüfung legte ich auf einem guten alten IFA W50 ab - das war wenigstens noch Autofahren pur.

    Wer kann heute schon noch mit Zwischen-Kuppeln und Zwischen-Gas-Geben ein Auto fahren?
    Im Gebirge und an Steigungen praktiziere ich das heute noch, trotz synchronisierter Getriebe-beim "schnellen" Gangwechsel am Berg!

  6. Hallo CarstenH, vielleicht wollen sie sich den folgenden Artikel des Heise-Verlags anschauen. Dieser bedient eventuell eher Ihr technisches Interesse:
    http://www.heise.de/autos...

    Antwort auf "Schön, aber ... "
  7. Ich habe es bisher auch noch nie zu einem Automatikgetriebe geschafft, da halten einen die Preise in Deutschland doch sehr ab, obwohl ich es mag und geniese (z.B. bei Leihwagen, ...)
    Habe aber bei der Gelegenheit eine Frage:
    Wo kommen die hohen Verbrauchsunterschiede beim Wandlergetriebe her - in den offiziellen Angaben? Mir kommt das immer zu viel vor und deckt sich nicht recht mit meinen wenigen Erfahrungen.
    Natürlich unabhängig von den konkreten Zahlen, welche ja mit Praxis wenig zu tun haben (sondern die Differenz Schalt - Automatik).
    Klar, Auto ist schwerer. Und wie beschrieben wird beim Anfahren mehr Energie "verbraten", aber letzteres dürfte sich doch eigentlich nur bei Stadtfahrten etwas auswirken ...?
    _
    Und es hängt immer vom Fahrstil ab :-) Wobei mich das Wandlergetriebe eher zu "gemütlicheren" Fahren verleitet. Fahre aber auch mit Schaltgetriebe in der Stadt mit dem 5.Gang (sind zwar 2 weniger als 7 - aber da ich nur 5 habe ;-) Benzin verbrenne ich eher auf der Autobahn.
    Wenn irgendwann der Preis stimmt, kommt mir mit Sicherheit ein Doppelgetriebe ins Auto.

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