Schein und Sein

Viel war spekuliert worden, jetzt steht fest: Am 15. April übernimmt der frühere Schweizer Finanzminister Kaspar Villiger das Amt des Verwaltungsratspräsidenten bei der Züricher Großbank UBS. Vergangene Woche gab das Kreditinstitut dies bekannt, kurz nachdem publik geworden war, dass Oswald Grübel, einst Chef des Erzrivalen Credit Suisse, künftig der Vorstandschef ist. Der Austausch der Spitze ist das bislang letzte Kapitel eines großen Dramas – des Sturzes der UBS.

Begonnen hat das Drama am 1. Oktober 2007, als das ehemalige Aushängeschild des Bankenlands Schweiz mit einer Abschreibung von vier Milliarden Franken überraschte. Im Versuch, zu Topadressen wie Goldman Sachs aufzuschließen, hatte die UBS große Risiken bei Wertpapieren aufgebaut, die auf US-Immobilienkrediten basierten. Nach dem Einbruch des US-Immobilienmarktes verloren sie nun an Wert. So viele Werte mussten berichtigt werden, dass die UBS 2008 einen Verlust von 20 Milliarden Franken verzeichnete. Sie musste mit einem für die kleine Schweiz historischen Rettungspaket von rund 50 Milliarden Franken (35 Milliarden Euro) gestützt werden. Der Fall der UBS erschüttert die Schweiz – zumal die Bank sich dem Vorwurf der USA ausgesetzt sieht, Kunden beim Steuerbetrug geholfen zu haben, und zumal sie jüngst mit der Preisgabe von Kundendaten die Debatte über das Bankgeheimnis anheizte. sto

 
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