ZEITSPIEGEL Günter Wallraff
Seine Undercover-Recherche in deutschen Obdachlosenheimen war gerade erschienen, da beriefen die Verantwortlichen der Städte Hannover und Frankfurt am Main auch schon Pressekonferenzen ein. Für seine ZEITmagazin- Reportage Unter null (Nr. 11/09) quartierte sich Günter Wallraff unter anderem eine Nacht lang in einer Notschlafstelle in Hannover ein. Als er sich dort bedroht fühlte, konnte Wallraff nicht flüchten, weil die Eingangstür verschlossen war und das Wachpersonal nicht auf sein Klopfen reagierte. Eine Sprecherin der Stadt sagte, man wolle die Vorwürfe aufklären, denn es könne »nicht sein, dass der Bunker nachts verschlossen ist und niemand mehr hinauskommt, der dies möchte«. Die SPD in Hannover forderte die Schließung des Bunkers. Auch in Frankfurt reagierten Politiker auf Wallraffs Bericht, er habe sich im Containerdorf am Ostpark gefühlt , als sei er »in ein Schubfach gesteckt«. Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld betonte, dass Wallraff sich in einer Notübernachtungsstätte einquartiert habe. »Wir stellen hier sicher, dass kein Mensch in Frankfurt am Main ohne Dach über dem Kopf sein muss«, sagte Birkenfeld. Günter Wallraffs Erlebnisse sollen bald auch als ARD-Dokumentarfilm zu sehen sein. AWA
- Datum 12.03.2009 - 07:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 12.03.2009 Nr. 12
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