Kosovo Der linke KriegSeite 2/2

Eine »ganz, ganz große Ausnahme« hat Joschka Fischer die Selbst-Mandatierung der Nato im Kosovokrieg genannt. Die Spannung zwischen einer humanitären Pflicht zu militärischer Intervention und den Interessen der Vetomächte im Sicherheitsrat besteht bis heute fort. Der FDP-Vorsitzende Wolfgang Gerhardt erklärte dazu während des Krieges: »Man kann uns vorwerfen, dass wir uns nicht auf rechtlich sicherer Seite befinden. Aber ich bin überzeugt, dass wir uns auf der menschlich sicheren Seite befinden.« So einfach wird es sich die Völkergemeinschaft auf Dauer nicht machen können. Trotzdem war es richtig, dass Europäer und Amerikaner die Unterdrückung, Vertreibung und Vernichtung der Albaner im Kosovo durch einen Krieg, auch ohne Mandat, beendet haben.

Zweieinhalb Jahre nach der Kosovo-Intervention beschloss der Bundestag eine weitere deutsche Kriegsbeteiligung, diesmal in Afghanistan. Nach dem Schock des 11. September verlief das ohne moralischen Überschuss. Gemessen an diesem Krieg, gemessen an den Perspektiven Afghanistans, wird man die Lage im Kosovo, wie prekär sie bis heute auch erscheint, als Erfolg bewerten.

 
Leser-Kommentare
  1. Wenn die Intervention im Kosovo richtig gewesen sein soll, dann hätte man aus dem selben Grund auch Militärschläge gegen Israel durchführen müssen um das Massaker zu verhindern. Bevor jetzt wieder jemand mit Hamas und Raketenbeschuss kommt: Die Kosovoalbaner und Kroaten waren sicherlich auch keine Engel. Die Heuchelei schreit hier zum Himmel. Fischer wollte ein "neues Auschwitz" verhindern und schuf dabei ein neues Auschwitz für die serbische Zivilbevölkerung. Es ist eine Schande dass der Mann hier in Deutschland überhaupt noch was zu sagen hat.

  2. Man müsste versuchen militärische aufrüstung der weltpolizei überlassen, und ich meine nicht jetzt GB bzw.USA die haben genug schaden angerichtet. In meiner kultur denken wir nicht im hir und jetzt. wir denken globaler, wir denken an unsere Enkel. Sollen sie über Mienenfelder laufen?

  3. Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    In dieser Angelegenheit scheinen die Deutschen Spezialisten zu sein, zum damaligen Zeitpunkt fast genau 60 Jahre zuvor, hatte man schon mal mit einer lüge Polen überfallen und damit den 2WK ausgelöst.
    (Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf NS-Vergleiche. Die Redaktion/jk)

    In dieser Angelegenheit scheinen die Deutschen Spezialisten zu sein, zum damaligen Zeitpunkt fast genau 60 Jahre zuvor, hatte man schon mal mit einer lüge Polen überfallen und damit den 2WK ausgelöst.
    (Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf NS-Vergleiche. Die Redaktion/jk)

  4. hätte den Serben gegen die albanische Landnahme helfen sollen!
    Naja es kam anders, mit dem Ergebnis, eines Mafia Clan Regimes islamischer Prägung mitten in Europa.
    Super Politik.
    Der Autor glaubt aber immer noch den Märchenerzählern von der UCK.
    Auf das Gejammere aus Pallywood fallen ja auch die Meisten rein.
    (Anmerkung: Bitte tragen Sie zu einer sachbezogenen Debatte bei. Die Redaktion/jk)

  5. Durch den Einsatz gegen Serbien hat die Internationale Gemeinschaft mit dem Kosovo wirklich einen Musterstaat geschaffen: (siehe auch: http://www.zeit-fragen.ch... Deutschland braucht noch ein paar Jahre, um dieses Niveau zu erreichen)! Die damalige Akteure einer Rot-Grünen Koalition können wirklich stolz darauf sein, dass sie daran mitgewirkt haben. Ihren Verdienst hat natürlich auch die heutige Bundesregierung, welche die Unabhängigkeit des Kosovo anerkannt hat. Ich freue mich schon jetzt auf den Beitritt des Kosovo zur EU, vermutlich haben sich dann die entsprechenden Gesellschaften auch schon hinreichend aufeinander zuentwickelt, bereits jetzt sind ja in Deutschland und anderswo in Europa Experten dabei, eine reibungslose Transformation zu gewährleisten.

  6. In dieser Angelegenheit scheinen die Deutschen Spezialisten zu sein, zum damaligen Zeitpunkt fast genau 60 Jahre zuvor, hatte man schon mal mit einer lüge Polen überfallen und damit den 2WK ausgelöst.
    (Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf NS-Vergleiche. Die Redaktion/jk)

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    Ich bin auch Deutscher und habe immer entschieden die Jugoslavien Kriege abgelehnt. Alleine weil gar nicht klar war, wer die Guten und wer die Bösen waren. Serbien bekam den schwarzen Peter vorallem weil es tratditioneller Verbündeter Russlands war. Aus strategischen Gründen wollte man diesen Staat zerstören und zu einem Mini-Staat degradieren.

    Ich bin auch Deutscher und habe immer entschieden die Jugoslavien Kriege abgelehnt. Alleine weil gar nicht klar war, wer die Guten und wer die Bösen waren. Serbien bekam den schwarzen Peter vorallem weil es tratditioneller Verbündeter Russlands war. Aus strategischen Gründen wollte man diesen Staat zerstören und zu einem Mini-Staat degradieren.

  7. Wie schon im Beitrag 3 verlinkt, gibt es ernsthafte Belege dafür, dass der sogenannte Hufeisenplan, auf den Joschka seine Auschwitzargumentation aufbaute, eine Fälschung war.

    Gerade vor ein paar Tagen gab es die sehr interessante Meldung, dass der Chef des serbischen Geheimdienstes unter Milosevic und Verantwortliche für unzählige Menschenrechtsverletzungen wohl ein CIA Agent war.

    http://www.sundayherald.c...

    http://leninology.blogspo...

    Welch ein reiches Recherchefeld für mutige Journalisten!

    Was soll man von einem Journalismus halten, der diese Punkte auslässt, von "Vernichtung" spricht, d.h., weiterhin der nicht mehr haltbaren Völkermordsthese anhängt und weiter der absurden Legende von der "moralischen Natur" der Kriege des westlichen Bündnisses anhängt?

    Ich denke, die Antwort auf diese Frage ist sehr einfach: NICHTS!

    v.

  8. Der Autor wischt die Kritik der letzten auch 10 Jahre einfach beiseite (bzw. nennt sie gar nicht).

    2 Punkte für alle zur Erinnerung (ich will hier nicht erneut das ganze Fass aufmachen, hat ja eh keinen Sinn):

    - der albanische Nationalismus gegenüber den Serben ist älter als Jugoslavien (es gabe eine albanische SS-Einheit, die massenhaft ihre serbischen Nachbarn massakrierte -damals gab es im Kosovo noch mehr Serben als Albaner)

    - nicht nur die serbische Minderheit floh/ wurde vertrieben, nein auch alle anderen Minderheiten (Juden, Roma usw.). Wer war dann wohl der Nationalist?

    Na immer noch so klar wer hier die Guten und wer die Bösen sind. Man darf eben nicht jedem Journalisten glauben - da ist häufig Unvermögen und politische Parteiung im Spiel.

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