Was ist das Meister-Bafög?
Offiziell ist das Meister-Bafög eigentlich das »Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz«: Es fördert finanziell alle, die mithilfe einer Fortbildung beruflich aufsteigen wollen. Dabei ist es egal, in welchem Beruf sie stattfindet und ob sie in Vollzeit, Teilzeit, in einer Schule, bei einer anderen Bildungseinrichtung oder per Fernunterricht durchgeführt wird. Hauptsache, die angestrebte Qualifikation liegt über der jetzigen − aber nicht oberhalb der Meisterebene. Akademische Abschlüsse, zum Beispiel ein Hochschulabschluss, werden nicht mitfinanziert.

Wer kann die Förderung bekommen?
Das Meister-Bafög richtet sich an Fachkräfte aus der Industrie, dem Handwerk und der Verwaltung, die eine erste Ausbildung nach der Handwerkerordnung oder dem Berufsbildungsgesetz abgeschlossen haben und nun einen höheren Abschluss anstreben. Zum Beispiel wird ein Kaufmann unterstützt, wenn er staatlich geprüfter Betriebswirt an einer Fachschule für Wirtschaft werden will, oder ein Industriemechaniker, der sich auf die Meisterprüfung vorbereitet. Neu ist, dass man das Meister-Bafög auch erhalten kann, wenn man sich zum Erzieher oder in der Altenpflege fortbilden will. Anträge für das Meister-Bafög kann man bei den kommunalen Ämtern für Ausbildungsförderung in den Landkreisen stellen.

Gibt es auch Einschränkungen?
Nur wenige. Die Fortbildung muss mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassen und mit einer staatlichen Prüfung oder einer öffentlich-rechtlichen abschließen, wie zum Beispiel einer IHK-Prüfung. Zudem gibt es für den angestrebten Abschluss neben einer Höchst- auch eine Mindestgrenze: Er muss über dem Niveau einer Facharbeiter-, Gesellen- und Gehilfenprüfung oder eines Berufsfachschulabschlusses sein. Eine Altersbeschränkung gibt es hingegen nicht. Und auch Eigeninitiative wird mit der Reform ab Juli nicht mehr bestraft: Wer schon einen Kurs absolviert und diesen selbst oder mithilfe einer anderen Förderung finanziert hat, kann für einen weiteren das Meister-Bafög bekommen.

Wie hoch ist die Förderung?
Das Meister-Bafög besteht aus drei Säulen: Zum einen werden die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren mit einem Betrag von bis zu 10226 Euro gefördert. 30,5 Prozent davon sind ein Zuschuss, der Rest ein Darlehen, das zurückgezahlt werden muss. Zum anderen kann man für die Anfertigung eines Prüfungsstückes ein Darlehen aufnehmen, das die Hälfte der entstehenden Kosten, aber nicht mehr als 1534 Euro deckt. Wer die Fortbildung in Vollzeit macht, kann zudem einen Betrag für den Lebensunterhalt bekommen, der vom Einkommen und Vermögen abhängt und sich aus einem Zuschuss und einem Darlehen zusammensetzt. Derzeit gibt es bis zu 670 Euro pro Monat für Alleinstehende und 885 Euro für Verheiratete, für jedes Kind kommen ab Juli jeweils nochmals 210 Euro (statt bisher 179 Euro) hinzu. Dieses »Kindergeld« wird nun nicht mehr als Darlehen gewährt, sondern ist zur Hälfte ein Zuschuss. Alleinerziehende erhalten für die Betreuungskosten ihrer Kinder, die nicht älter als zehn Jahre sind, zusätzlich bis zu 113 Euro pro Kind.

Wie lange bekommt man das Geld?
So lange, wie man den Kurs oder den Lehrgang besucht. Eine Fortbildung in Vollzeit darf nicht länger als drei Jahre dauern, eine in Teilzeit nicht länger als vier Jahre.

Und wie ist das mit der Rückzahlung?
Nach der Fortbildung gibt es eine Karenzzeit von bis zu sechs Jahren, in der man das Darlehen nicht zurückzahlen muss. Danach muss man es innerhalb von zehn Jahren in monatlichen Raten tilgen. Ein Teil des Darlehens kann künftig auch erlassen werden: Wer die Fortbildung besteht, muss nur noch 75 Prozent des Betrages zurückzahlen, der auf die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren entfiel. Wer eine Existenz gründet und einen Mitarbeiter einstellt, bekommt eine weitere Reduzierung von 33 Prozent gewährt.