Mein Deutschland (Teil 1) Wie ich die Mauer öffnete
9. November 1989, es ist 18.53 Uhr. Pressekonferenz in Ost-Berlin. Die neue Reiseregelung der DDR tritt in Kraft. Wann? "Unverzüglich"

© Sean Gallup/Getty Images
Berliner Mauerreste - Relikte der Vergangenheit

Berliner Mauerreste - Relikte der Vergangenheit
Gegen 20 Uhr passiert mein Volvo die Wache am Eingang zur Waldsiedlung Wandlitz im Norden Berlins, dem Wohnort für Mitglieder des SED-Politbüros. Es ist der Abend des 9. November 1989, eine denkwürdige Pressekonferenz liegt hinter mir. Ich bin noch ein wenig aufgedreht. Wer von den Illuminaten des Politbüros hat schon einen solchen unzensierten Auftritt vor der Weltpresse absolviert?
Dem Korrespondenten der italienischen Nachrichtenagentur Ansa sei Dank, geht es mir durch den Kopf. Zehn Minuten vor Schluss der Pressekonferenz hat der Reporter noch diese Frage gestellt: »Sie haben doch Anfang der Woche ein Reisegesetz veröffentlicht. War das nicht ein Fehler?«
Er zielte damit auf das unverständliche Wortungetüm, das vom Neuen Deutschland am Wochenanfang veröffentlicht worden war. Dieses Reisegesetz hatte noch am selben Abend auf den inzwischen regulären Montagsdemos eine Protestwelle ausgelöst. Die Zweifel an den Absichten des Politbüros wollte ich vor den Pressevertretern ausräumen mit der Ankündigung einer hastigen Korrektur des ellenlangen Gesetzes durch eine knappe und eindeutige Regierungsverordnung. Mein Vorhaben hätte ich unter dem Druck der Umstände fast aus dem Blick verloren – bis mir die Frage des Ansa-Mannes Stichwort und Anstoß zu meiner Antwort gab. Sie sollte, was ich nicht ahnte, weit mehr verändern als nur die Reisefreiräume für DDR-Bürger.
Die Fenster in fast allen Häusern der Waldsiedlung in Wandlitz sind dunkel. Hier hat noch Wohnrecht, wer inzwischen aus dem Politbüro ausscheiden musste. Offenbar haben die anderen Bewohner nichts mitbekommen von der Pressekonferenz, von meiner Darstellung der jüngsten ZK-Entscheidungen – freie Wahlen im nächsten Jahr, Einschränkung der bürokratischen Kompetenzen der Staatlichen Plankommission, weitere Ausschlüsse von Alten aus dem Politbüro –, ach ja, und von der Reiseregelung, die noch einmal einen Wust von verfänglichen Fragen auslöste. Zu Hause gibt es einen Topf Kaffee von meiner Frau. Entspannung ist angesagt nach diesem turbulenten Tag. Es ist der 24. Tag, seit wir Honecker entmachteten. Seither lebe ich in einer Blase von Euphorie.
Die Menschen sind zwar gegen uns, aber Stück um Stück kommen wir ihnen näher – wir, die, wenn auch späten, Gorbatschow-Nachahmer.
Die Ruhe des Wandlitz-Abends wird jäh unterbrochen. Das Telefon schrillt. Als ich abnehme, meldet sich ein Mitarbeiter der Bezirksleitung der SED. »Ich rufe an vom Übergang Bornholmer. Ein paar Hundert haben sich hier versammelt. Aber die Posten machen keine Anstalten, sie durchzulassen.« Der Anrufer hat die Pressekonferenz im Fernsehen mitverfolgt. Er hat keinen Zweifel, dass meine Ankündigung der Reisefreiheit »ab sofort, unverzüglich« gültig sei. Ich antworte, ebenso überzeugt wie der Anrufer von der Rechtskraft meiner Ankündigung: »Danke, aber da ist wohl, verflixt noch mal, wieder eine Panne passiert, vermutlich bei der Übermittlung an diesen Grenzübergang. Nehme an, sie wird in Kürze behoben sein. Ruf mich bitte dann noch mal an.«
Eine Viertelstunde später ist der Mann erneut am Apparat. Seine Unruhe ist deutlich spürbar: »Noch Dutzende, wenn nicht Hunderte mehr sind inzwischen hier eingetrudelt. Trotz Hinweisen auf deine Mitteilung: Sie lassen sie nicht durch.«
Jetzt ist auch bei mir der Zwirn dünn: Mein Gott, wenn es durch die Informationspanne zu einer Zuspitzung kommt! Hier die erwartungsfreudige Menschenmenge, und da die sich ihnen verweigernden Grenzposten.
Ich muss sofort zurück nach Berlin, um das bedrohliche Knäuel am Übergang Bornholmer Straße aufzulösen. Wir kommen von Norden, über die Schönhauser Allee. Dort, wo sie von der Wisbyer und Bornholmer Straße gekreuzt wird, ist die Schönhauser durch eine Autokette blockiert. Die Kühlerhauben zeigen nur in eine Richtung: Grenzübergang Bornholmer Brücke. In die verstopfte Bornholmer Straße ist kein Einbiegen möglich.
- Datum 17.04.2009 - 20:00 Uhr
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- Serie Mein Deutschland
- Quelle DIE ZEIT, 19.03.2009 Nr. 13
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Eine blutige US-Operation im Norden Afghanistans hat nach stern.de-Informationen die Führung der Bundeswehr brüskiert: Ohne jede Abstimmung drangen Amerikaner in das Haus eines Bezirksbürgermeisters ein und töteten fünf Menschen - darunter zwei Hausangestellte und den Koch.
US-Truppen haben nach stern.de-Informationen die Führung der Bundeswehr in Nordafghanistan schwer brüskiert. Ohne es anzukündigen oder abzustimmen, drang ein US-Kommando in das Haus des Bürgermeisters des Bezirks Emamsahib, Sufi Manan, ein. Dort töteten sie zwei Leibwächter, zwei Hausangestellte und den Koch. Zwei Angehörige Manans seien gefangen genommen worden, teilte die afghanische Polizei mit.
Unter den deutschen Truppen, die den Norden Afghanistans kontrollieren, hat der Vorfall für erhebliche Verstimmung gesorgt. Die Motive der Amerikaner seien unklar, da Manan nicht zu den Anhängern der Taliban gehöre. Die Tötungen würden außerdem die militärische Lage im Norden destabilisieren, da nun mit Racheakten zu rechnen sei, hieß es.
cr mit Agenturen
Wieso wird das in der Zeit nicht erwaehnt. Wieso bringen diese Spinner deutsche Soldaten in Gefahr!!!!???
... dazu tendiert, seinen Beitrag zum Fall der Mauer etwas aufzuhübschen, bleiben zwei Dinge, die bemerkenswert sind.
Das ist zuerst die Tatsache eines "Wunders", eines Wunders darüber, dass bei der unklaren Nachrichtenlage für die DDR-Grenztruppen kein einziger Schuss fiel...und zweitens die Tatsache, dass Günter Schabowski einer der Wenigen, vielleicht sogar der Einzige der ehemaligen Politbüromitglieder ist, der die Wende voll und ganz begrüsst hat und dem Verschwinden der DDR nicht nachtrauert.
Wenn man die geistigen Ergüsse des SPD-Ministerpräsidenten Sellering liest, der viel Gutes in der DDR zu erkennen glaubt, hätte man die Mauer besser zugelassen. Was Sellerings Mecklenburg-Vorpommern anbelangt, sollte man ernsthaft darüber nachdenken, sie wieder hochzuziehen, damit er mal so richtig die Vorzüge des DDR-Regimes genießen kann. MannoMann von was für Diktaturen-Freunde wird dieses Land mittlerweile nur regiert? Langsam aber sicher wird es wirklich Zeit, solchen Dummköpfen massiv Widerstand zu leisten.
Egal wie es Herr Sellering gemeint hat, er ist wieder mal einer, der es gewagt hat, in der DDR Gutes zu entdecken. Und da müssen die in die Spur gehen, die natürlich empört den Unrechtsstaat betonen müssen. Es stimmt, die DDR war eine Ditkatur mit allem, was eine Diktatur ausmacht. Aber, Entschuldigung, wir waren 17 Millionen Menschen und der größte Teil von ihnen waren rechtschaffene Leute, die auch nur leben wollten und das Pech hatten, in diesen Grenzen zu leben und leben zu müssen. Wir haben gesungen, getanzt und gelacht, wir haben gegegssen und gefeiert und sogar Kinder gezeugt. Mitten hinein in diesen Staat. Es gab Leute, denen es gut ging und die sich einen "Wartburg" leisten konnten und es gab Leute, die schafften es nicht zum Trabbi. Und wir haben uns nicht alle nur moralisch verdreht, wir haben nur das gemacht, was man in jedem Land macht: um zu Überleben und durchzukommen hat sich mancher angepaßt und gesagt, was er nicht geglaubt hat. Nur das ist in der Demokratie nicht anders. Heute werden Daten gesammelt, von denen keiner weiß, wer sie mal in die Hände kriegt, die einen bangen um ihren Arbeitsplatz und der Herr Mehdorn darf AUS POLITISCHEN GRÜNDEN weiter sein Unwesen treiben. Aber ich will nicht vergleichen, ich finde es nur traurig, wenn mit den Pfeilen auf andere die eigene Gütigkeit herausgestellt werden soll. Wenn es um die Macht geht, ist es mit Moral und Anstand schnell vorbei. Dem politischen System der DDR trauere ich nicht nach, umso peinlicher, wenn dann damalige Zustände plötzlich in der Demokratie wieder erfunden werden (die Ganztagsschule wollten schon die Russen in der DDR einführen, Gott sei Dank wurde das den Kindern erspart - nun holt uns diese Fehlgeburt der Pädagogik ein.). Warum darf man nicht sagen: das war gut, ohne als Diktaturen-Freund beschimpft zu werden? Soll ich mich für mein Leben im Unrechtsstaat entschuldigen müssen, nur weil ich einfach gelebt habe? Und soll ich diese Zeit immer nur beschimpfen müssen, nur um nicht als ewig gestrig verschrien zu werden. Die DDR war nicht gut, aber wir haben Gutes erlebt und manches (!) auch gut gestaltet. Und manche Pflicht-Brigade-Veranstaltung hat glatt dazu geführt, dass Freundschaften entstanden. Nein, ich beschönige nichts. Aber es kotzt mich an, immer nur als einer aus dem Unrechtsstaat beschimpft zu werden. Wir brauchten unsere Kräfte nötiger um zu verhindern, dass der heutige Staat in die Unmenschlichkeit abrutscht. Demokratien sind nicht an sich gut, man muß sie gestalten. Und damit sollten anfangen.
Egal wie es Herr Sellering gemeint hat, er ist wieder mal einer, der es gewagt hat, in der DDR Gutes zu entdecken. Und da müssen die in die Spur gehen, die natürlich empört den Unrechtsstaat betonen müssen. Es stimmt, die DDR war eine Ditkatur mit allem, was eine Diktatur ausmacht. Aber, Entschuldigung, wir waren 17 Millionen Menschen und der größte Teil von ihnen waren rechtschaffene Leute, die auch nur leben wollten und das Pech hatten, in diesen Grenzen zu leben und leben zu müssen. Wir haben gesungen, getanzt und gelacht, wir haben gegegssen und gefeiert und sogar Kinder gezeugt. Mitten hinein in diesen Staat. Es gab Leute, denen es gut ging und die sich einen "Wartburg" leisten konnten und es gab Leute, die schafften es nicht zum Trabbi. Und wir haben uns nicht alle nur moralisch verdreht, wir haben nur das gemacht, was man in jedem Land macht: um zu Überleben und durchzukommen hat sich mancher angepaßt und gesagt, was er nicht geglaubt hat. Nur das ist in der Demokratie nicht anders. Heute werden Daten gesammelt, von denen keiner weiß, wer sie mal in die Hände kriegt, die einen bangen um ihren Arbeitsplatz und der Herr Mehdorn darf AUS POLITISCHEN GRÜNDEN weiter sein Unwesen treiben. Aber ich will nicht vergleichen, ich finde es nur traurig, wenn mit den Pfeilen auf andere die eigene Gütigkeit herausgestellt werden soll. Wenn es um die Macht geht, ist es mit Moral und Anstand schnell vorbei. Dem politischen System der DDR trauere ich nicht nach, umso peinlicher, wenn dann damalige Zustände plötzlich in der Demokratie wieder erfunden werden (die Ganztagsschule wollten schon die Russen in der DDR einführen, Gott sei Dank wurde das den Kindern erspart - nun holt uns diese Fehlgeburt der Pädagogik ein.). Warum darf man nicht sagen: das war gut, ohne als Diktaturen-Freund beschimpft zu werden? Soll ich mich für mein Leben im Unrechtsstaat entschuldigen müssen, nur weil ich einfach gelebt habe? Und soll ich diese Zeit immer nur beschimpfen müssen, nur um nicht als ewig gestrig verschrien zu werden. Die DDR war nicht gut, aber wir haben Gutes erlebt und manches (!) auch gut gestaltet. Und manche Pflicht-Brigade-Veranstaltung hat glatt dazu geführt, dass Freundschaften entstanden. Nein, ich beschönige nichts. Aber es kotzt mich an, immer nur als einer aus dem Unrechtsstaat beschimpft zu werden. Wir brauchten unsere Kräfte nötiger um zu verhindern, dass der heutige Staat in die Unmenschlichkeit abrutscht. Demokratien sind nicht an sich gut, man muß sie gestalten. Und damit sollten anfangen.
Im Grundgesetz steht :" Die Würde des Menschen ist unantastbar " und " Jeder hat das Recht seine Meinung frei zu äußern ". Eigentlich sind es diese zwei Präambeln, die basislegend zum Begriff Freiheit gehören. Wie sieht es damit aus in der Bundesrepublik Deutschland ? Es sind nur die Meinungen frei, die dem political correctness Rechnung tragen. Äußert jemand Zweifel am Holocaust , kritisiert jemand Israel und die Juden, sagt jemand Neger statt Farbiger oder Zigeuner statt Roma ist es mit der Würde desjenigen nicht mehr weit her und die Meinungsfreiheit gilt nicht mehr: Nun frage ich mich besorgt, was ist das denn anderes als eine " etwas anders geartete Diktatur ".
Meinungsfreiheit heißt nicht, jeder kann UNWIDERSPROCHEN Blödsinn erzählen, sondern Meinungsfreiheit bedeutet: Das Äussern einer Meinung wird nicht (von staatlicher Seite) bestraft. Schon am Arbeitsplatz sieht das anders aus und dort könnte man durchaus auch von fehlender Meinungsfreiheit sprechen.
ABER: Wenn jemand eine andere Aussage kritisiert, so ist das keine Einschränkung der Meinungsfreiheit, gleich wenn dadurch des Kritisierten Ruf durchaus leiden kann. Immerhin trifft entweder die Kritik durchaus zu, so handelt es sich tatsächlich um eine Meinungsäusserung, oder aber sie ist aus der Luft gegriffen, was im Zweifelsfalle den Straftatsbestand der Verleumdung erfüllte - zumindest sofern tatsächlich ein Ruf zu leiden hatte. In der Regel ist Ersteres der Fall.
Was Ihre Beispiele anbelangt, so frage ich mich, warum sie so tief in die Mottenkiste greifen müssen und dann auch noch so daneben. Zweifelsohne ist die Leugnung der Massenmorder der Nazis und damit insbesondere des Holocaustes verboten. Das sieht erst einmal merkwürdig aus (immerhin wird dem Menschen sonst die Dummheit nicht untersagt) eine Abschaffung aber stärkte ärgerlicher Weise noch üblere Geister. Das bedeutet allerdings nicht, jegliches Zweifeln stünde unter Strafe - gleichwenn wer sich mit den historischen Quellen beschäftigt wohl seine Zweifel mehr als ausräumen kann. Aber wie Sie auf die Idee kommen, die Meinungsfreiheit gülte nicht für Menschen, die Israel kritisieren (was auch immer das sein mag?) frage ich mich dann doch. Wenn ich Zeitungen aufschlage, so finde ich zuhauf Kritik am Handeln des Staates Israel, nicht nur hier in der Zeit, sondern in den meisten Medien dieses Landes - die meisten davon haben sogar die Propaganda der Hamas bei der letztigen Gaza Aktion ohne nähere Prüfung übernommen, mindestens was die Zahlen der Opfer anbelangte. Was also soll verboten sein? Oder meinen sie etwa Herrn Blüm, der einen Parteikollegen aus Frankfurt anmaulte, er möge doch bitte aus dem Gaza-Streifen abziehen. Wer da einen Zusammenhang feststellt, erkennt auch, vielleicht wurde Herr Blüm nicht zu unrecht kritisiert. Ausserdem welche Folgen hatte es ansonsten für Herrn Blüm? Keine, er ist weiterhin Mitglied der CDU und auch die katholische Kirche hat ihn weder exkommuniziert noch in ihren Karfreitagsfürbitten seine Vernunft erbeten, ich wette sogar, seine Nachbarn und Freunde grüßen ihn auch weiterhin. Wo also ist das Problem?
Nein, von Diktatur kann wohl keine Rede sein. Die Meiungsfreiheit wird garantiert und auch grobster Unfug bleibt erlaubt. Das heißt allerdings nicht, es werde jedem abgenommen, sich so zu erklären, dass andere auch bereit sind zuzuhören. Denn unterschiedlich sind die Menschen und sie hören eben auch nur selektiv zu.
Manchmal lässt sich nur mit dem Kopf schütteln, in welcher Gesellschaft man doch lebt.
Meinungsfreiheit heißt nicht, jeder kann UNWIDERSPROCHEN Blödsinn erzählen, sondern Meinungsfreiheit bedeutet: Das Äussern einer Meinung wird nicht (von staatlicher Seite) bestraft. Schon am Arbeitsplatz sieht das anders aus und dort könnte man durchaus auch von fehlender Meinungsfreiheit sprechen.
ABER: Wenn jemand eine andere Aussage kritisiert, so ist das keine Einschränkung der Meinungsfreiheit, gleich wenn dadurch des Kritisierten Ruf durchaus leiden kann. Immerhin trifft entweder die Kritik durchaus zu, so handelt es sich tatsächlich um eine Meinungsäusserung, oder aber sie ist aus der Luft gegriffen, was im Zweifelsfalle den Straftatsbestand der Verleumdung erfüllte - zumindest sofern tatsächlich ein Ruf zu leiden hatte. In der Regel ist Ersteres der Fall.
Was Ihre Beispiele anbelangt, so frage ich mich, warum sie so tief in die Mottenkiste greifen müssen und dann auch noch so daneben. Zweifelsohne ist die Leugnung der Massenmorder der Nazis und damit insbesondere des Holocaustes verboten. Das sieht erst einmal merkwürdig aus (immerhin wird dem Menschen sonst die Dummheit nicht untersagt) eine Abschaffung aber stärkte ärgerlicher Weise noch üblere Geister. Das bedeutet allerdings nicht, jegliches Zweifeln stünde unter Strafe - gleichwenn wer sich mit den historischen Quellen beschäftigt wohl seine Zweifel mehr als ausräumen kann. Aber wie Sie auf die Idee kommen, die Meinungsfreiheit gülte nicht für Menschen, die Israel kritisieren (was auch immer das sein mag?) frage ich mich dann doch. Wenn ich Zeitungen aufschlage, so finde ich zuhauf Kritik am Handeln des Staates Israel, nicht nur hier in der Zeit, sondern in den meisten Medien dieses Landes - die meisten davon haben sogar die Propaganda der Hamas bei der letztigen Gaza Aktion ohne nähere Prüfung übernommen, mindestens was die Zahlen der Opfer anbelangte. Was also soll verboten sein? Oder meinen sie etwa Herrn Blüm, der einen Parteikollegen aus Frankfurt anmaulte, er möge doch bitte aus dem Gaza-Streifen abziehen. Wer da einen Zusammenhang feststellt, erkennt auch, vielleicht wurde Herr Blüm nicht zu unrecht kritisiert. Ausserdem welche Folgen hatte es ansonsten für Herrn Blüm? Keine, er ist weiterhin Mitglied der CDU und auch die katholische Kirche hat ihn weder exkommuniziert noch in ihren Karfreitagsfürbitten seine Vernunft erbeten, ich wette sogar, seine Nachbarn und Freunde grüßen ihn auch weiterhin. Wo also ist das Problem?
Nein, von Diktatur kann wohl keine Rede sein. Die Meiungsfreiheit wird garantiert und auch grobster Unfug bleibt erlaubt. Das heißt allerdings nicht, es werde jedem abgenommen, sich so zu erklären, dass andere auch bereit sind zuzuhören. Denn unterschiedlich sind die Menschen und sie hören eben auch nur selektiv zu.
Manchmal lässt sich nur mit dem Kopf schütteln, in welcher Gesellschaft man doch lebt.
Egal wie es Herr Sellering gemeint hat, er ist wieder mal einer, der es gewagt hat, in der DDR Gutes zu entdecken. Und da müssen die in die Spur gehen, die natürlich empört den Unrechtsstaat betonen müssen. Es stimmt, die DDR war eine Ditkatur mit allem, was eine Diktatur ausmacht. Aber, Entschuldigung, wir waren 17 Millionen Menschen und der größte Teil von ihnen waren rechtschaffene Leute, die auch nur leben wollten und das Pech hatten, in diesen Grenzen zu leben und leben zu müssen. Wir haben gesungen, getanzt und gelacht, wir haben gegegssen und gefeiert und sogar Kinder gezeugt. Mitten hinein in diesen Staat. Es gab Leute, denen es gut ging und die sich einen "Wartburg" leisten konnten und es gab Leute, die schafften es nicht zum Trabbi. Und wir haben uns nicht alle nur moralisch verdreht, wir haben nur das gemacht, was man in jedem Land macht: um zu Überleben und durchzukommen hat sich mancher angepaßt und gesagt, was er nicht geglaubt hat. Nur das ist in der Demokratie nicht anders. Heute werden Daten gesammelt, von denen keiner weiß, wer sie mal in die Hände kriegt, die einen bangen um ihren Arbeitsplatz und der Herr Mehdorn darf AUS POLITISCHEN GRÜNDEN weiter sein Unwesen treiben. Aber ich will nicht vergleichen, ich finde es nur traurig, wenn mit den Pfeilen auf andere die eigene Gütigkeit herausgestellt werden soll. Wenn es um die Macht geht, ist es mit Moral und Anstand schnell vorbei. Dem politischen System der DDR trauere ich nicht nach, umso peinlicher, wenn dann damalige Zustände plötzlich in der Demokratie wieder erfunden werden (die Ganztagsschule wollten schon die Russen in der DDR einführen, Gott sei Dank wurde das den Kindern erspart - nun holt uns diese Fehlgeburt der Pädagogik ein.). Warum darf man nicht sagen: das war gut, ohne als Diktaturen-Freund beschimpft zu werden? Soll ich mich für mein Leben im Unrechtsstaat entschuldigen müssen, nur weil ich einfach gelebt habe? Und soll ich diese Zeit immer nur beschimpfen müssen, nur um nicht als ewig gestrig verschrien zu werden. Die DDR war nicht gut, aber wir haben Gutes erlebt und manches (!) auch gut gestaltet. Und manche Pflicht-Brigade-Veranstaltung hat glatt dazu geführt, dass Freundschaften entstanden. Nein, ich beschönige nichts. Aber es kotzt mich an, immer nur als einer aus dem Unrechtsstaat beschimpft zu werden. Wir brauchten unsere Kräfte nötiger um zu verhindern, dass der heutige Staat in die Unmenschlichkeit abrutscht. Demokratien sind nicht an sich gut, man muß sie gestalten. Und damit sollten anfangen.
Ich frage mich oft, was können wir dafür, dass wir in diese Diktatur hineingeboren wurden? Sollen wir uns noch dafür entschuldigen? Im Gegenteil! Wir haben schließlich auch etwas geleistet und geschaffen, trotz dieser Mangelwirtschaft. Ja, wir haben sogar schöne Momente erlebt. Freundschaften waren intensiver, Zusammenhalt an der Tageordnung. Wir haben also das Beste daraus gemacht und sind irgendwie durchgekommen. Und als es unerträglich wurde, haben wir das einzig Richtige getan: Wir haben unseren Kopf an zahlreichen Montagen hingehalten, um diesem Unrecht den Garaus zu machen. Dazu hat viel Mut gehört und darauf können wir stolz sein.
Stattdessen wird uns unser Hintergrund noch heute vorgehalten. Keinen interessiert, dass wir aus einer anderen Gesellschaftsordnung kommen und die uns- ob wir es wollten oder nicht - doch geprägt hat. Das hat einen Anpassungsprozess von uns gefordert, der nicht immer einfach war. Auch darauf können wir stolz sein, dass wir auch in diesem neuen System unseren Weg machen, trotz schlechterer Voraussetzungen!
Deshalb möchte ich mich nicht dafür entschuldigen müssen, dass ich aus dem Osten komme oder gar auf meine Heimat schimpfen müssen. Schlimm genug, dass ich dort nicht leben kann, weil es noch immer nicht genügend Arbeitsplätze für qualifizierte Arbeitskräfte gibt. Ich werde es mir nicht nehmen lassen, an die schönen Augenblicke zu denken, genauso wenig wie ich die Unterdrückung und Drangsalierung durch den Staat und seine Organisationen vergessen werde!
Lasst uns doch froh sein, dass wir die Wende '89 geschafft haben und jetzt in einem Rechtsstaat leben. Damit können wir endlich mit der ewig selben Leier über die DDR aufhören. Das hilft heute keinem mehr weiter! Lasst uns lieber gemeinsam mit unseren Stärken aus West und Ost unsere Demokratie gestalten - denn die hat es auch nötig...
Mit der Einzeldiskussion: " War dieses nun Unrecht und dieses evetuell nicht " lassen viele, glaube ich, den gößeren " Überblick " außer acht.
Ist es nicht so:
Die DDR war ein Unrechtsstaat in dem es zu 30% auch gerecht zuging. Die BRD ist natürlich ein Rechtsstaat in dem es zu 30% ungercht zugeht. Wir haben uns immerhin verbessert.
Können wir uns darauf ausruhen, oder müssen wir weiter ackern ?
Euer ( Ex-Ost- ) Harzer
Ich frage mich oft, was können wir dafür, dass wir in diese Diktatur hineingeboren wurden? Sollen wir uns noch dafür entschuldigen? Im Gegenteil! Wir haben schließlich auch etwas geleistet und geschaffen, trotz dieser Mangelwirtschaft. Ja, wir haben sogar schöne Momente erlebt. Freundschaften waren intensiver, Zusammenhalt an der Tageordnung. Wir haben also das Beste daraus gemacht und sind irgendwie durchgekommen. Und als es unerträglich wurde, haben wir das einzig Richtige getan: Wir haben unseren Kopf an zahlreichen Montagen hingehalten, um diesem Unrecht den Garaus zu machen. Dazu hat viel Mut gehört und darauf können wir stolz sein.
Stattdessen wird uns unser Hintergrund noch heute vorgehalten. Keinen interessiert, dass wir aus einer anderen Gesellschaftsordnung kommen und die uns- ob wir es wollten oder nicht - doch geprägt hat. Das hat einen Anpassungsprozess von uns gefordert, der nicht immer einfach war. Auch darauf können wir stolz sein, dass wir auch in diesem neuen System unseren Weg machen, trotz schlechterer Voraussetzungen!
Deshalb möchte ich mich nicht dafür entschuldigen müssen, dass ich aus dem Osten komme oder gar auf meine Heimat schimpfen müssen. Schlimm genug, dass ich dort nicht leben kann, weil es noch immer nicht genügend Arbeitsplätze für qualifizierte Arbeitskräfte gibt. Ich werde es mir nicht nehmen lassen, an die schönen Augenblicke zu denken, genauso wenig wie ich die Unterdrückung und Drangsalierung durch den Staat und seine Organisationen vergessen werde!
Lasst uns doch froh sein, dass wir die Wende '89 geschafft haben und jetzt in einem Rechtsstaat leben. Damit können wir endlich mit der ewig selben Leier über die DDR aufhören. Das hilft heute keinem mehr weiter! Lasst uns lieber gemeinsam mit unseren Stärken aus West und Ost unsere Demokratie gestalten - denn die hat es auch nötig...
Mit der Einzeldiskussion: " War dieses nun Unrecht und dieses evetuell nicht " lassen viele, glaube ich, den gößeren " Überblick " außer acht.
Ist es nicht so:
Die DDR war ein Unrechtsstaat in dem es zu 30% auch gerecht zuging. Die BRD ist natürlich ein Rechtsstaat in dem es zu 30% ungercht zugeht. Wir haben uns immerhin verbessert.
Können wir uns darauf ausruhen, oder müssen wir weiter ackern ?
Euer ( Ex-Ost- ) Harzer
Ich frage mich oft, was können wir dafür, dass wir in diese Diktatur hineingeboren wurden? Sollen wir uns noch dafür entschuldigen? Im Gegenteil! Wir haben schließlich auch etwas geleistet und geschaffen, trotz dieser Mangelwirtschaft. Ja, wir haben sogar schöne Momente erlebt. Freundschaften waren intensiver, Zusammenhalt an der Tageordnung. Wir haben also das Beste daraus gemacht und sind irgendwie durchgekommen. Und als es unerträglich wurde, haben wir das einzig Richtige getan: Wir haben unseren Kopf an zahlreichen Montagen hingehalten, um diesem Unrecht den Garaus zu machen. Dazu hat viel Mut gehört und darauf können wir stolz sein.
Stattdessen wird uns unser Hintergrund noch heute vorgehalten. Keinen interessiert, dass wir aus einer anderen Gesellschaftsordnung kommen und die uns- ob wir es wollten oder nicht - doch geprägt hat. Das hat einen Anpassungsprozess von uns gefordert, der nicht immer einfach war. Auch darauf können wir stolz sein, dass wir auch in diesem neuen System unseren Weg machen, trotz schlechterer Voraussetzungen!
Deshalb möchte ich mich nicht dafür entschuldigen müssen, dass ich aus dem Osten komme oder gar auf meine Heimat schimpfen müssen. Schlimm genug, dass ich dort nicht leben kann, weil es noch immer nicht genügend Arbeitsplätze für qualifizierte Arbeitskräfte gibt. Ich werde es mir nicht nehmen lassen, an die schönen Augenblicke zu denken, genauso wenig wie ich die Unterdrückung und Drangsalierung durch den Staat und seine Organisationen vergessen werde!
Lasst uns doch froh sein, dass wir die Wende '89 geschafft haben und jetzt in einem Rechtsstaat leben. Damit können wir endlich mit der ewig selben Leier über die DDR aufhören. Das hilft heute keinem mehr weiter! Lasst uns lieber gemeinsam mit unseren Stärken aus West und Ost unsere Demokratie gestalten - denn die hat es auch nötig...
Meinungsfreiheit heißt nicht, jeder kann UNWIDERSPROCHEN Blödsinn erzählen, sondern Meinungsfreiheit bedeutet: Das Äussern einer Meinung wird nicht (von staatlicher Seite) bestraft. Schon am Arbeitsplatz sieht das anders aus und dort könnte man durchaus auch von fehlender Meinungsfreiheit sprechen.
ABER: Wenn jemand eine andere Aussage kritisiert, so ist das keine Einschränkung der Meinungsfreiheit, gleich wenn dadurch des Kritisierten Ruf durchaus leiden kann. Immerhin trifft entweder die Kritik durchaus zu, so handelt es sich tatsächlich um eine Meinungsäusserung, oder aber sie ist aus der Luft gegriffen, was im Zweifelsfalle den Straftatsbestand der Verleumdung erfüllte - zumindest sofern tatsächlich ein Ruf zu leiden hatte. In der Regel ist Ersteres der Fall.
Was Ihre Beispiele anbelangt, so frage ich mich, warum sie so tief in die Mottenkiste greifen müssen und dann auch noch so daneben. Zweifelsohne ist die Leugnung der Massenmorder der Nazis und damit insbesondere des Holocaustes verboten. Das sieht erst einmal merkwürdig aus (immerhin wird dem Menschen sonst die Dummheit nicht untersagt) eine Abschaffung aber stärkte ärgerlicher Weise noch üblere Geister. Das bedeutet allerdings nicht, jegliches Zweifeln stünde unter Strafe - gleichwenn wer sich mit den historischen Quellen beschäftigt wohl seine Zweifel mehr als ausräumen kann. Aber wie Sie auf die Idee kommen, die Meinungsfreiheit gülte nicht für Menschen, die Israel kritisieren (was auch immer das sein mag?) frage ich mich dann doch. Wenn ich Zeitungen aufschlage, so finde ich zuhauf Kritik am Handeln des Staates Israel, nicht nur hier in der Zeit, sondern in den meisten Medien dieses Landes - die meisten davon haben sogar die Propaganda der Hamas bei der letztigen Gaza Aktion ohne nähere Prüfung übernommen, mindestens was die Zahlen der Opfer anbelangte. Was also soll verboten sein? Oder meinen sie etwa Herrn Blüm, der einen Parteikollegen aus Frankfurt anmaulte, er möge doch bitte aus dem Gaza-Streifen abziehen. Wer da einen Zusammenhang feststellt, erkennt auch, vielleicht wurde Herr Blüm nicht zu unrecht kritisiert. Ausserdem welche Folgen hatte es ansonsten für Herrn Blüm? Keine, er ist weiterhin Mitglied der CDU und auch die katholische Kirche hat ihn weder exkommuniziert noch in ihren Karfreitagsfürbitten seine Vernunft erbeten, ich wette sogar, seine Nachbarn und Freunde grüßen ihn auch weiterhin. Wo also ist das Problem?
Nein, von Diktatur kann wohl keine Rede sein. Die Meiungsfreiheit wird garantiert und auch grobster Unfug bleibt erlaubt. Das heißt allerdings nicht, es werde jedem abgenommen, sich so zu erklären, dass andere auch bereit sind zuzuhören. Denn unterschiedlich sind die Menschen und sie hören eben auch nur selektiv zu.
Manchmal lässt sich nur mit dem Kopf schütteln, in welcher Gesellschaft man doch lebt.
Mit der Einzeldiskussion: " War dieses nun Unrecht und dieses evetuell nicht " lassen viele, glaube ich, den gößeren " Überblick " außer acht.
Ist es nicht so:
Die DDR war ein Unrechtsstaat in dem es zu 30% auch gerecht zuging. Die BRD ist natürlich ein Rechtsstaat in dem es zu 30% ungercht zugeht. Wir haben uns immerhin verbessert.
Können wir uns darauf ausruhen, oder müssen wir weiter ackern ?
Euer ( Ex-Ost- ) Harzer
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