Luftfahrt Dieses Auto fliegt nach Timbuktu
Auf vier Rädern und durch die Luft: Abenteurer sind von London aus übers Mittelmeer bis in die afrikanische Wüste gereist. Mr. Laughton, erzählen Sie mal, was taugt das SkyCar?

© skycar expedition team
Den Gleitschirm aus dem Kofferraum holen, den Propeller anwerfen und abheben: Das SkyCar über der Wüste
Von fliegenden Autos träumen die Menschen, seit es Autos gibt. Schon 1917 konstruierte der Amerikaner Glenn Curtiss ein Autoplane mit Flügeln von 12 Metern Spannweite; wie viele spätere Modelle hielt es sich kaum in der Luft. Erst das SkyCar, entwickelt von der britischen Firma Parajet, hat jetzt den Härtetest bestanden. Der 45-jährige Abenteurer und Unternehmer Neil Laughton fuhr und flog es 9000 Kilometer weit, von London bis nach Timbuktu.
Dem SkyCar reichen 200 Meter Anlauf und Tempo 60 zum Abheben. Geflogen wird in 600 bis 900 Meter Höhe. Auf der Straße beschleunigt es von null auf hundert in 4,5 Sekunden. Laughton, der bei den Royal Marines war, den höchsten Berg jedes Kontinents bezwang sowie Arktis und Antarktis durchwandert hat, berichtete Ende vergangener Woche in Londons Royal Geographical Society von seiner Reise übers Mittelmeer und durch die Sahara. Wir nutzten die Gelegenheit, ihm ein paar Fragen zu stellen.
DIE ZEIT: Wie sind Sie an das SkyCar gekommen? Hat James Bond es irgendwo geparkt und den Schlüssel stecken lassen?
Neil Laughton: Von wegen – James Bond wünscht sich vielleicht, eines Tages mit unserem fliegenden Auto auch mal eine Runde zu drehen! Mein Freund Giles Cardozo hatte seit seiner Jugend davon geträumt. Er brauchte nur jemanden, der ihm in den Hintern tritt und das Geld auftreibt.
ZEIT: Es ist nicht das erste fliegende Auto!
Laughton: Es ist das erste, das für den Straßenverkehr zugelassen ist. Seit fünf Jahrzehnten gab es Entwürfe, aber die meisten Erfinder sind von einer Struktur mit festen oder einklappbaren Flügeln ausgegangen, deren Chassis dann auch auf der Straße fahren konnte. Wir dagegen haben ein verkehrsgerechtes Auto genommen, es geländegängig gemacht und es mit Parajet- und Paraglider-Technik kombiniert. Wir können einfach den Gleitschirm aus dem Kofferraum holen, den Propeller anwerfen und abheben.
ZEIT: Sie sind mit dem SkyCar in 42 Tagen nach Timbuktu teils gefahren, teils geflogen. Warum haben Sie am Ärmelkanal die Fähre genommen?
Laughton: Ich wäre gern über den Kanal geflogen. Aber obwohl das SkyCar als Flugzeug registriert ist, fehlte uns ein Zertifikat, und der Flug wäre illegal gewesen – leider! In Spanien waren die Behörden etwas nachsichtiger.
ZEIT: Wie war der Flug über die Straße von Gibraltar?
Laughton: Beim ersten Versuch musste ich auf See notlanden – das war nicht so gut. Beim zweiten Mal hatten wir die Kontrollhebel des Segels falsch eingestellt, und ich wäre beinahe aus 15 Meter Höhe über dem Wasser abgesprungen. Aber dann bin ich doch zurückgeklettert und konnte am Strand notlanden. Beim dritten Anlauf lief alles wie am Schnürchen, und ich war in 15 Minuten drüben. Meine Begleiter brauchten drei Stunden mit der Fähre.
ZEIT: Wie fühlt sich das an, in einem Auto von einem Kontinent zum anderen zu schweben?
Laughton: Von einem Strand in Spanien abzuheben und kurz danach in Nordafrika zu landen war toll – und etwas bizarr, um ehrlich zu sein.
- Datum 31.03.2009 - 12:07 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 19.03.2009 Nr. 13
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ist ja ganz nett, dass da jemand der super abenteurer ist. aber als flugzeug möchte ich dieses gefährt noch lange nicht bezeichnen. der abenteurer hat mit seinem gefährt, dass tatsächlich in der luft geblieben ist, viel aufmerksamkeit erhalten- das wars. mit einem 5er BMW hat die leichtkarosse aber nicht viel gemeinsam. auf einem golfplatz wird man niemals starten dürfen und mitten in Hannover mal kurz abheben ist auch nicht drin.
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