Das Wort hat Hochkonjunktur in der Krise. Perfekter Sturm. Es gibt inzwischen kaum noch eine Führungskraft, die bei der Bekanntgabe der jüngsten Misserfolge auf den meteorologischen Superlativ verzichtet. Die Volkswirte der Deutschen Bank überschrieben eine ganze Studie damit. Windstärke 10 statt Eigenkapitalrendite 25.

Auch Georg Schaeffler, der glücklose Industrieerbe, fühlt sich inmitten eines »perfekten Sturms«, wie er dem Spiegel erläuterte. Was nebenbei erklärt, warum sich die Frau Mama, die übrigens nicht nur in den Augen des Sohnes »eine elegante, gut aussehende Frau« (ebendort) ist, in diesen Wochen warm anziehen muss.

Noch eine Nummer größer hat es Klaus Kleinfeld, der in die USA abgewanderte frühere Siemens-Chef. Die Aluminiumbranche, so formulierte der Alcoa-Vorstandschef jüngst, erlebe »einen perfekten Sturm historischen Ausmaßes«. Bei so einem Wetter muss man aufpassen, dass einem der Starkwind nicht die Rolex vom Handgelenk reißt.

Perfekter Sturm. Fast schwärmerisch klingen die Manager, wenn sie ihn beschwören. Gemeint ist etwas anderes. Gemeint ist: Was kann ich fürs Wetter? Das wär ja noch schöner. Da ist man gut aufgestellt – und dann das. Tröstet euch, ihr Topmanager. Am Ende des Tages geht zwar die Sonne unter. Aber die Dunkelheit ist nicht nachhaltig . Rüdiger Jungbluth