Mein Onkel war Diplomat in Jordanien, das fand ich als Jugendliche sehr aufregend – und war enttäuscht, von ihm zu hören, dass ich als deutsche Frau in der islamisch-arabischen Welt nichts ausrichten könnte. In meinem 5000-Seelen-Dorf im tiefsten Schwaben galt es ja schon als revolutionär, wenn man zum Studieren nach München ging. Heute träume ich davon, in Istanbul zu studieren und von der Pike auf zu lernen, wie man Filme macht. Meine investigativen Dokumentationen hätten natürlich einen politischen Hintergrund. Sie sollten die Menschen berühren, sie ermutigen und ihnen Lebensfreude vermitteln.

Ich könnte mich natürlich auch im türkischen Parlament einmischen; nach 23 Jahren Türkeipolitik wäre das eine echte Herausforderung! In jedem Fall fände ich es spannend und großartig, vor Ort mitzuerleben, wie die unterschiedlichen Kulturen aufeinandertreffen und wie das Leben dort pulsiert.