Deutsche Geschichte Der Erinnerungstisch ist reich gedeckt

Geschichtsaufarbeitung in Deutschland: Die DDR-Diktatur wird vorbildlich erforscht. Doch die Ergebnisse dürfen nicht politisch instrumentalisiert werden

Ein Gedankenspiel, nichts weiter. Aber es kann vielleicht die Konkurrenzgefühle ein wenig drosseln, mit denen wir in Deutschland seit Jahren über den vermeintlich so ungleichen Umgang mit »zweierlei Vergangenheiten« streiten: Blendete man die beiden Verläufe auf einer imaginären Zeitachse übereinander, so wäre unser heutiger Stand der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit der Geschichte der DDR am bundesrepublikanischen NS-Diskurs des Jahres 1965 zu messen. Die Vorstellung trägt aus vielen Gründen nicht sehr weit, aber eines macht sie doch schlagartig klar: 20 Jahre nach dem Fall der Mauer hat die immer wieder geführte Klage über ein zu geringes Interesse an der Geschichte der DDR auch eine alarmistische Note.

Im Gegensatz zu dem, was heute vielfach suggeriert wird, begann die historisch-kritische Auseinandersetzung mit der DDR nicht erst, als diese aufgehört hatte zu existieren. In ihren Möglichkeiten zwar ungleich eingeschränkter als die Zeitgeschichtsschreibung über die Bundesrepublik, hatte es im Westen doch stets auch eine ernst zu nehmende DDR-Forschung gegeben. Und trotzdem änderte sich im Winter 1989/90 alles. Nur ein paar Tage nach dem »Sturm« auf die Stasi-Zentrale in Ost-Berlin am 15. Januar 1990 überschlugen sich vor allem die westdeutschen Medien mit Berichten über das bis dahin unbekannte Ausmaß der Bespitzelung, die menschenverachtenden Praktiken und die Allgegenwart der sogenannten Sicherheitsorgane, und schon in den frühen neunziger Jahren füllte die Literatur zu diesem Thema eine kleine Bibliothek. Mag auch der Gestus des Sensationellen und des Skandals, in dem damals über Täter und Opfer (und über deren gar nicht so seltenen Rollentausch) verhandelt wurde, im Rückblick ein wenig an das halb aufklärerische, halb apologetische Sprechen über Gestapo und SS in der Bundesrepublik der frühen fünfziger Jahre erinnern: Die Tatsache, dass eine intensive öffentliche Debatte über die DDR-Vergangenheit entstand und sich schnell über den Kreis der Bürgerrechtler hinaus entfaltete, muss nicht zuletzt als ein kritischer Reflex auf die Geschichte des bundesdeutschen Umgangs mit der NS-Vergangenheit verstanden werden.

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Vier Jahrzehnte nach dem Neubeginn in Bonn waren die Westdeutschen wohl mehrheitlich der Auffassung, dass die Realität des »Dritten Reiches« in der Bundesrepublik lange Zeit »verdrängt« worden war; die im Zeichen des eisernen Antifaschismus erzogenen Ostdeutschen hatten ohnehin nie anderes vermutet. Dieses Bewusstsein von der skandalösen Schonung der nationalsozialistischen Täter und der Ignoranz gegenüber ihren Opfern, das seit den sechziger Jahren – nicht allein in den Achtundsechzigern, aber gleichsam mit ihnen – herangewachsen war, kam jetzt mit Blick auf die DDR-Vergangenheit zum Tragen: Was nach dem Ende der »ersten Diktatur« irreparabel falsch gelaufen war, namentlich bei der strafrechtlichen Ahndung von NS-Verbrechen, das sollte sich bei der »zweiten Diktaturbewältigung« nicht wiederholen.

Ein deutliches Indiz dafür, dass nicht nur Westdeutsche so dachten, waren die noch in der Endphase der DDR eröffneten Verfahren vor allem wegen Wahlfälschung und Amtsmissbrauch, die oft auf Anzeigen aus der Bevölkerung basierten. Die meisten Ermittlungen kamen allerdings erst nach der Vereinigung in Gang, und sie zielten keineswegs nur auf die Spitzen des verflossenen Regimes. In Berlin ging eine eigens eingerichtete Staatsanwaltschaft II in etwa 21.000 Fällen (Stand Ende 1997) dem Verdacht auf »Regierungskriminalität« und Justizunrecht nach (sie war außerdem zuständig für »vereinigungsbedingte Wirtschaftskriminalität«); es kam in den neuen Bundesländern zu rund 62.000 Ermittlungsverfahren gegen schätzungsweise 100.000 Personen. Zwar standen im Laufe dieser Anstrengungen insgesamt weniger als 1000 Personen vor Gericht, und lediglich etwa die Hälfte davon wurde (meist zu Bewährungsstrafen) verurteilt. Dennoch machten die Prozesse gegen Honecker, Krenz und weitere Mitglieder des Politbüros, gegen einen Teil der militärischen Führung und gegen etliche mutmaßliche »Mauerschützen« unmissverständlich klar, dass der Rechtsstaat Bundesrepublik die schweren Menschenrechtsverletzungen in der DDR nach deren Ende nicht einfach auf sich beruhen lassen wollte.

Mehr noch als die mühseligen Gerichtsverfahren, in denen erlittenes Unrecht vielleicht nicht angemessen gesühnt, wohl aber deutlich benannt werden konnte, signalisierte die Gründung der rasch so genannten Gauck-Behörde, dass ein »Schlussstrich« nicht infrage kam. Denn im Tauziehen um die Akten setzten sich die Bürgerrechtler durch, jedenfalls in Bezug auf jenen Teil des gewaltigen Datenbestandes der Staatssicherheit, der nicht schon in den ersten Tagen und Wochen nach der Maueröffnung gezielt vernichtet oder beiseite geschafft worden war. Nachdem die Regierung Kohl bei den Verhandlungen zum Einigungsvertrag einem Gesetz der Volkskammer nicht hatte folgen wollen, das eine dezentrale Lagerung und Verwaltung der geretteten Stasi-Akten gewährleisten sollte, war im September 1990 im ehemaligen Mielke-Ministerium eine Gruppe von Archivbesetzern in Hungerstreik getreten. Als Ergebnis hektischer Verhandlungen wurde der Rostocker Pfarrer und Bürgerrechtler Joachim Gauck am Tag der Deutschen Einheit zum Sonderbeauftragten der Bundesregierung für die Stasi-Unterlagen ernannt. Damit begann der Aufbau einer Behörde, deren Dimensionen und Aufgaben für Jahre nirgendwo in Osteuropa eine Parallele fanden.

Schon wenig später lief die Überprüfung Hunderttausender auf eine frühere Stasi-Tätigkeit an. Sie betraf vor allem Ostdeutsche, die im Staatsdienst waren oder in diesen aufgenommen werden wollten – und addierte sich bis zur Einschränkung des Verfahrens im Dezember 2006 auf etwa 1,75 Millionen Anfragen. Hinzu kamen die persönlichen Anträge auf Akteneinsicht, die seit dem Inkrafttreten des Stasi-Unterlagengesetzes vom 20. Dezember 1991 rund 1,6 Millionen Menschen stellten. Insgesamt führte diese Praxis zu einer politischen und gesellschaftlichen Präsenz der DDR-Vergangenheit, die durchaus mit jener während der Entnazifizierung nach dem Zweiten Weltkrieg zu vergleichen ist.

Anders als damals spielten Mitgliedschaft und Rang in der SED für sich genommen zwar keine Rolle – und das war, wie sich bald zeigen sollte, ein folgenreicher Unterschied. Aber die Dimensionen des Durchleuchtungsverfahrens produzierten historisch bekannte Reaktionen: Denn von den solchermaßen enttarnten Zuträgern oder Mitarbeitern der Geheimdienste betrachteten sich bald etliche als Opfer der neuen politischen Verhältnisse. Dabei waren jene, die zwar wichtige Parteifunktionen (etwa als Schuldirektoren) bekleidet, sich aber nicht der Stasi verpflichtet hatten, vielfach ohnehin völlig unbehelligt geblieben. Ähnliches galt anfangs auch für die zahlreichen Inoffiziellen Mitarbeiter der Stasi im Westen.

Den nachträglichen Beschönigungen und verniedlichenden Erinnerungen, wie sie nach 1945 zu beobachten waren und wohl nach jedem politischen Umsturz zu gewärtigen sind, standen allerdings bereits kurz nach der friedlichen Revolution vielerorts aufblühende zeitgeschichtliche Initiativen entgegen. Dazu trug sehr bei, dass ostdeutsche, westdeutsche und auch ausländische Historiker schon im Moment des Untergangs der DDR Zugang zu deren Nachlass suchten und erhielten. Denn anders als nach dem Ende des NS-Regimes, als die Siegermächte, nicht zuletzt zur Vorbereitung des Nürnberger Prozesses, die deutschen Akten erst einmal beschlagnahmten, waren viele Bestände des SED-Staates und seiner sogenannten Massenorganisationen sofort offen.

Leser-Kommentare
  1. als objektive Betrachtung all der Verbrechen und Fehler aller Menschen und Gesellschaftsordnungen. Etwas Perfektes hat es noch nicht gegeben, und haben wir immer noch nicht. Man hat hier dann ja auch noch die altbundesrepublikanische Geschichtsschreibung und -Reflektion. Auch hier hat sich ja so Manches nach der Wende geändert bzw. neu dargestellt, denke ich mal.

    Sie grübelten und grübelten und grübelten, konnten das Leben und sich selbst sogar ergründen. Dann starben sie aus. Die Reflektion verbrauchte den Großteil ihrer Lebenskraft - man konnte aber dennoch nicht auf sie verzichten...
    All das kann man sich, immerhin, schon aus der Bibel ableiten.

  2. Wenn es in der deutschen Geschichte nach 1945 jemals "Tugendterror" gegeben haben sollte, dann höchstens im Zusammenhang mit dem Thema des Dritten Reiches. Nicht in der DDR, sondern in der Bonner Republik wurde dieses Thema zum einem Metaphysicum der Staatsraison ausgebaut. Dieser archimedische Punkt verträgt natürlich keine Konkurrenz. Schon gar nicht durch ostdeutsche Bürgerrechtler, die der intellektuellen Tradition der Bonner Republik die Lufthoheit streitig machen könnten. Sehr durchsichtig, sehr selbstbezüglich, was Norbert Frei hier vorträgt.

    Sammy Senkbley

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    Die Geschichtsbetrachtung, die hier so objektiv daherkommt, hat sehr viel mehr mit der (alt)bundesrepublikanischen Betrachtungsweise zu tun, als dem Autor lieb sein kann. So weit, so schlecht. Gefährlich wird es dann, und das klingt auch im Text durch, wenn via Bundeszentrale für Politische Bildung, die so objektiv und unvoreingenommen ist wie die Leute, die sie finanzieren, sowie über eine apologetische Informations- und Bildungspolitik bis in die Schulen hinein der westdeutsche Standpunkt den Leuten aus den neuen Bundesländern aufgepropft werden soll, weil man sich 20 Jahre nach der deutschen Einheit immer noch vor einer Ossifizierung fürchtet oder zu träge ist, sich mit den Erfahrungen und der Sichtweise zu beschäftigen, die wirklich typisch für die DDR-Bevölkerung war. Lieber hält man sich an die ewiggleichen DDR-Oppositionellen, deren Widerstand zum DDR-Regime man sich sicher sein und bei denen man hoffen kann, die eigenen Betrachtungen über die DDR bestätigt zu sehen.

    Das man allerdings auf diese Art niemals zu einem wirklich umfassenden Geschichtsbild über die ostdeutsche Geschichte kommen wird, liegt auf der Hand. Auch die innere Wiedervereinigung bleibt dabei immer wieder auf der Strecke. Der erste Schritt, sich ein reales Bild über die DDR zu machen, dürfte meiner Meinung nach sein, endlich zu akzeptieren, daß es nun einmal verschiedene Ansichten über die DDR-Geschichte gibt, vor allem dann, wenn es sich um die eigenen Biographie handelt. die genauso ihre Existenzberechtigung haben wie die westdeutschen. Die Beurteilung und die Betrachtungsweisen hängen nun einmal unauflöslich mit dem Standpunkt und den einzelnen Lebensläufen zusammen. Man sollte davon absehen, jede von der offiziell gewünschten abweichende Ansicht über die DDR als Ostalgie zu verdammen. Vor allem aber gilt es dabei auf Apologetik zu verzichten. Eine apologetische Geschichtsbetrachtung in einer liberalen Demokratie ist der Tod der Demokratie.

    Es gilt nach wie vor: Solange ich das Recht habe, frei und öffentlich nachzufragen, ob dieses Gemeinwesen noch eine Demokratie ist, solange ist es auch eine.

    Die Geschichtsbetrachtung, die hier so objektiv daherkommt, hat sehr viel mehr mit der (alt)bundesrepublikanischen Betrachtungsweise zu tun, als dem Autor lieb sein kann. So weit, so schlecht. Gefährlich wird es dann, und das klingt auch im Text durch, wenn via Bundeszentrale für Politische Bildung, die so objektiv und unvoreingenommen ist wie die Leute, die sie finanzieren, sowie über eine apologetische Informations- und Bildungspolitik bis in die Schulen hinein der westdeutsche Standpunkt den Leuten aus den neuen Bundesländern aufgepropft werden soll, weil man sich 20 Jahre nach der deutschen Einheit immer noch vor einer Ossifizierung fürchtet oder zu träge ist, sich mit den Erfahrungen und der Sichtweise zu beschäftigen, die wirklich typisch für die DDR-Bevölkerung war. Lieber hält man sich an die ewiggleichen DDR-Oppositionellen, deren Widerstand zum DDR-Regime man sich sicher sein und bei denen man hoffen kann, die eigenen Betrachtungen über die DDR bestätigt zu sehen.

    Das man allerdings auf diese Art niemals zu einem wirklich umfassenden Geschichtsbild über die ostdeutsche Geschichte kommen wird, liegt auf der Hand. Auch die innere Wiedervereinigung bleibt dabei immer wieder auf der Strecke. Der erste Schritt, sich ein reales Bild über die DDR zu machen, dürfte meiner Meinung nach sein, endlich zu akzeptieren, daß es nun einmal verschiedene Ansichten über die DDR-Geschichte gibt, vor allem dann, wenn es sich um die eigenen Biographie handelt. die genauso ihre Existenzberechtigung haben wie die westdeutschen. Die Beurteilung und die Betrachtungsweisen hängen nun einmal unauflöslich mit dem Standpunkt und den einzelnen Lebensläufen zusammen. Man sollte davon absehen, jede von der offiziell gewünschten abweichende Ansicht über die DDR als Ostalgie zu verdammen. Vor allem aber gilt es dabei auf Apologetik zu verzichten. Eine apologetische Geschichtsbetrachtung in einer liberalen Demokratie ist der Tod der Demokratie.

    Es gilt nach wie vor: Solange ich das Recht habe, frei und öffentlich nachzufragen, ob dieses Gemeinwesen noch eine Demokratie ist, solange ist es auch eine.

  3. in dieser müsste all dies ja aufgehen. Dann gibt oder gab es ja vielleicht auch noch Demokraturen.

    Das Hauptverbrechen, die Hauptgefahr des Sozialismus - bzw. des Kalten Krieges - war doch aber wohl der Dritte Weltkrieg, die Möglichkeit eben, alles andere, fast alles andere, nachhaltig zu vernichten!
    Wer hat denn nun aber diesen angefangen, wer hat den denn nun gewonnen, wer und warum diesen beendet...?!? Oder ist er gar noch nicht so richtig beendet...?!? Welches System hatte gleich nochmal die beiden letzten heißen Weltkriege verzapft?!? (Weil es damals (fast) nur dieses System gab...?)

    Oh nein, jetzt kommt man schon wieder in den Bereich der Endzeit-Diskussionen, in tiefgründigstes Grübeln...
    Der Anfang vom Ende, das war wohl (um) die Zeit, als man den Weltuntergangspropheten Jesus zum Gott erhob und zum Zentrum einer neuen Welt-Religion, einer damals neuen Welt- und Selbstsicht, machte.

    Mit einer solchen Sichtweise, wohl nur, scheint mir, kann man hier zu einem Ergebnis kommen - wenngleich auch nicht zu einem Traumergebnis....
    Oder?

    • tom310
    • 29.03.2009 um 22:52 Uhr

    Tolle Analyse der Aufarbeitung der DDR-Geschichte, allein es fehlt ein entscheidender Punkt. Die aufgezählten Arbeiten zur DDR-Geschichte beschränken sich aber auf ein rein akademisches, intellektuelles und teilweise museales Territorium. Beim "kleinen Mann" kommt nichts davon an. Was bei ihm ankommt, ist aber die meist juristische Auseinandersetzung von "der hat" und "kann es aber nicht beweisen". Dabei verkommt die Aufarbeitung meist zur Realsatire und verfehlt ihr Ziel.
    Hauptproblem dürfte sein, dass tatsächlich nicht alles schlecht war. Man konnte in der DDR leben und im Gegensatz zum 3. Reich waren die Grundbedürfnisse gedeckt und "Otto Normalbürger" hat vom Unrecht in der DDR kaum etwas mitbekommen (Man vergleiche mit Douglas Adams' "Problem-anderer-Leute-Feld"). Die Aufarbeitung von erlebter Geschichte ist auch immer eine Aufarbeitung des eigenen Lebenslaufs: (v)erklärt man die eigene Geschichte, so wird der eigene Lebenslauf schnell zur Lebenslüge. Der"kleine Mann" meidet das; man trifft diese Menschen täglich, manchmal glaube ich sogar, sie sind in der Mehrheit.

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    ihrem Lebenslauf nicht irgendetwas (mehr oder weniger Wichtiges) schönreden, die also keine partielle Verdrängung oder Leugnung der Realität nötig haben, die die Wahrheit, die volle ungeschminkte Wahrheit auch wirklich aushalten können...?

    Mir ist da bzw. so, ehrlich gesagt, noch keiner aufgefallen. Man muss nur ganz genau hinsehen und ganz genau über alle Nachdenken - schon wird man m.E. - bei Erwachsenen Menschen natürlich nur - fast immer fündig...
    Gut, philosophisch Selbstmörder, weiß nicht ob es diese wirklich gibt, hab ich bisher noch nicht persönlich kennengelernt, ja, hier könnte es sein - nur die sind dann eben nicht mehr unter uns...! (Nackt unter rassigen Hunden, sag ich mal...).
    (Sollten Sie hier etwa, bzw. wirklich, der erste absolute Nichtschöner sein...?!)
    Der eine hat einen umgebracht und einen Baum umgesägt, der andere hat sein Geld zu einem Geldinstitut gebracht, welches, über zig Ecken, einen mitfinanziert hat, der andere umbringen ließ, bzw. welches die Waffenproduzenten mitfinanziert hat - und bzw. oder die "Umweltsünd-Betriebe bzw. -Wirtschaft"...: Das moderne Leben ist ja sooo schööön!

    • T-800
    • 30.03.2009 um 9:59 Uhr

    Man konnte in der DDR leben und im Gegensatz zum 3. Reich waren die Grundbedürfnisse gedeckt

    Im Dritten Reich waren die Grundbedürfnisse der gesunden Volksdeutschen auch gedeckt - auf Kosten von Millionen von unterdrückten, beraubten und ermordeten Menschen. Und das war auch ganz klar in den Zeitungen nachzulesen.

    ihrem Lebenslauf nicht irgendetwas (mehr oder weniger Wichtiges) schönreden, die also keine partielle Verdrängung oder Leugnung der Realität nötig haben, die die Wahrheit, die volle ungeschminkte Wahrheit auch wirklich aushalten können...?

    Mir ist da bzw. so, ehrlich gesagt, noch keiner aufgefallen. Man muss nur ganz genau hinsehen und ganz genau über alle Nachdenken - schon wird man m.E. - bei Erwachsenen Menschen natürlich nur - fast immer fündig...
    Gut, philosophisch Selbstmörder, weiß nicht ob es diese wirklich gibt, hab ich bisher noch nicht persönlich kennengelernt, ja, hier könnte es sein - nur die sind dann eben nicht mehr unter uns...! (Nackt unter rassigen Hunden, sag ich mal...).
    (Sollten Sie hier etwa, bzw. wirklich, der erste absolute Nichtschöner sein...?!)
    Der eine hat einen umgebracht und einen Baum umgesägt, der andere hat sein Geld zu einem Geldinstitut gebracht, welches, über zig Ecken, einen mitfinanziert hat, der andere umbringen ließ, bzw. welches die Waffenproduzenten mitfinanziert hat - und bzw. oder die "Umweltsünd-Betriebe bzw. -Wirtschaft"...: Das moderne Leben ist ja sooo schööön!

    • T-800
    • 30.03.2009 um 9:59 Uhr

    Man konnte in der DDR leben und im Gegensatz zum 3. Reich waren die Grundbedürfnisse gedeckt

    Im Dritten Reich waren die Grundbedürfnisse der gesunden Volksdeutschen auch gedeckt - auf Kosten von Millionen von unterdrückten, beraubten und ermordeten Menschen. Und das war auch ganz klar in den Zeitungen nachzulesen.

  4. ihrem Lebenslauf nicht irgendetwas (mehr oder weniger Wichtiges) schönreden, die also keine partielle Verdrängung oder Leugnung der Realität nötig haben, die die Wahrheit, die volle ungeschminkte Wahrheit auch wirklich aushalten können...?

    Mir ist da bzw. so, ehrlich gesagt, noch keiner aufgefallen. Man muss nur ganz genau hinsehen und ganz genau über alle Nachdenken - schon wird man m.E. - bei Erwachsenen Menschen natürlich nur - fast immer fündig...
    Gut, philosophisch Selbstmörder, weiß nicht ob es diese wirklich gibt, hab ich bisher noch nicht persönlich kennengelernt, ja, hier könnte es sein - nur die sind dann eben nicht mehr unter uns...! (Nackt unter rassigen Hunden, sag ich mal...).
    (Sollten Sie hier etwa, bzw. wirklich, der erste absolute Nichtschöner sein...?!)
    Der eine hat einen umgebracht und einen Baum umgesägt, der andere hat sein Geld zu einem Geldinstitut gebracht, welches, über zig Ecken, einen mitfinanziert hat, der andere umbringen ließ, bzw. welches die Waffenproduzenten mitfinanziert hat - und bzw. oder die "Umweltsünd-Betriebe bzw. -Wirtschaft"...: Das moderne Leben ist ja sooo schööön!

    • T-800
    • 30.03.2009 um 9:59 Uhr

    Man konnte in der DDR leben und im Gegensatz zum 3. Reich waren die Grundbedürfnisse gedeckt

    Im Dritten Reich waren die Grundbedürfnisse der gesunden Volksdeutschen auch gedeckt - auf Kosten von Millionen von unterdrückten, beraubten und ermordeten Menschen. Und das war auch ganz klar in den Zeitungen nachzulesen.

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    es waren auch nicht wirklich alle Grundbedürfnisse für manche Regimegegner in der DDR voll bzw. ausreichend abgedeckt, so das nach freiem Aufenthalt (statt Knast...!).

    es waren auch nicht wirklich alle Grundbedürfnisse für manche Regimegegner in der DDR voll bzw. ausreichend abgedeckt, so das nach freiem Aufenthalt (statt Knast...!).

  5. 7. Bingo!

    Die Geschichtsbetrachtung, die hier so objektiv daherkommt, hat sehr viel mehr mit der (alt)bundesrepublikanischen Betrachtungsweise zu tun, als dem Autor lieb sein kann. So weit, so schlecht. Gefährlich wird es dann, und das klingt auch im Text durch, wenn via Bundeszentrale für Politische Bildung, die so objektiv und unvoreingenommen ist wie die Leute, die sie finanzieren, sowie über eine apologetische Informations- und Bildungspolitik bis in die Schulen hinein der westdeutsche Standpunkt den Leuten aus den neuen Bundesländern aufgepropft werden soll, weil man sich 20 Jahre nach der deutschen Einheit immer noch vor einer Ossifizierung fürchtet oder zu träge ist, sich mit den Erfahrungen und der Sichtweise zu beschäftigen, die wirklich typisch für die DDR-Bevölkerung war. Lieber hält man sich an die ewiggleichen DDR-Oppositionellen, deren Widerstand zum DDR-Regime man sich sicher sein und bei denen man hoffen kann, die eigenen Betrachtungen über die DDR bestätigt zu sehen.

    Das man allerdings auf diese Art niemals zu einem wirklich umfassenden Geschichtsbild über die ostdeutsche Geschichte kommen wird, liegt auf der Hand. Auch die innere Wiedervereinigung bleibt dabei immer wieder auf der Strecke. Der erste Schritt, sich ein reales Bild über die DDR zu machen, dürfte meiner Meinung nach sein, endlich zu akzeptieren, daß es nun einmal verschiedene Ansichten über die DDR-Geschichte gibt, vor allem dann, wenn es sich um die eigenen Biographie handelt. die genauso ihre Existenzberechtigung haben wie die westdeutschen. Die Beurteilung und die Betrachtungsweisen hängen nun einmal unauflöslich mit dem Standpunkt und den einzelnen Lebensläufen zusammen. Man sollte davon absehen, jede von der offiziell gewünschten abweichende Ansicht über die DDR als Ostalgie zu verdammen. Vor allem aber gilt es dabei auf Apologetik zu verzichten. Eine apologetische Geschichtsbetrachtung in einer liberalen Demokratie ist der Tod der Demokratie.

    Es gilt nach wie vor: Solange ich das Recht habe, frei und öffentlich nachzufragen, ob dieses Gemeinwesen noch eine Demokratie ist, solange ist es auch eine.

  6. es waren auch nicht wirklich alle Grundbedürfnisse für manche Regimegegner in der DDR voll bzw. ausreichend abgedeckt, so das nach freiem Aufenthalt (statt Knast...!).

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