Film Kein schöner Land

Die alte Unübersichtlichkeit: Im Film "Deutschland 09" blicken 13 Regisseure auf die Lage der Nation.

"Joshua" aus dem gleichnamigen Filmbeitrag von Dany Levy bringt die Welt um ihn herum zum Tanzen

"Joshua" aus dem gleichnamigen Filmbeitrag von Dany Levy bringt die Welt um ihn herum zum Tanzen

Denk ich an Deutschland in der Nacht…« Klar, dieser Vorwurf musste kommen: Heinrich Heine kannte noch den Adressaten seines politischen Zorns. Auch die Regisseure von Deutschland im Herbst, also Kluge, Fassbinder, Schlöndorff et al., hatten ihn klar vor Augen. Nur die dreizehn Autoren des Episodenfilms Deutschland 09, so befanden die Kritiker auf der Berlinale , tappen im Dunkeln. Sie drehen dreizehn Kurzfilme zur Lage der Nation, aber die Nation finden sie nicht. Deutschland 09 – » ein Debakel« (FAS).

Ja, es stimmt, die politischen Energien des aufwendigen Gemeinschaftswerks bündeln sich nicht, etliches ist missglückt. Aber warum ist es so? Liegt es an den Regisseuren – oder doch an dem Land, das sie beschreiben? Tatsächlich zählt der Berichts- und Empfindungszeitraum von Deutschland 09 zu den aufregendsten Epochen der Bundesrepublik: Es ist jenes neoliberale Experiment, das gerade mit großem Knall zu Ende geht und dessen Ruinen nun mit Steuermitteln zwangsbegrünt werden. Es sind die Jahre der Ruck-Reden, des Shareholder-Value-Denkens und der »Du bist Deutschland«-Kampagnen. Es sind die Jahre der rot-grünen Umverteilung von unten nach oben und der von einem VW-Manager mundfertig dargereichten Hartz-IV-Gesetze. Und es ist die große Zeit der Siegertypen, die vom »Abschmelzen der Beschäftigungsdichte« reden – und danach handeln.

Aber es ist merkwürdig. Im filmischen Rückblick scheint diese Ära von synthetischer Glätte, Spott und Häme der Regisseure perlen ab. Wolfgang Beckers Satire Krankes Haus zündet nicht, sein Wiederbelebungsversuch am scheintoten »Volkskörper« ist anämischer Slapstick. Becker betet das neoliberale Abrakadabra noch einmal herunter (»zu sozial ist unsozial«), aber man kann die Phrasen nicht mehr hören, denn auch die Parodie klingt inzwischen so dämlich wie das Original. Auch bei Tom Tykwers Film Feierlich reist weiß man rasch, wie der Hase läuft. Ein Manager, Herr Feierlich (Benno Fürmann), jettet kreuz und quer durch seinen Firmenkosmos, um die Einkaufspreise zu drücken. Überall trifft er auf den geleckten Lifestyle-Kapitalismus, auf Armani-Vuitton-Prada, und nur Starbucks gibt ihm Heimat und Trost. Globalisierung macht die Welt ähnlich. Hatten wir das Thema nicht schon einmal erfolgreich durchgenommen?

Man weiß auch nicht, welchen Teufel den Regisseur Hans Steinbichler geritten hat, aber das Dringlichste, was ihm zur Lage der Nation einfällt, ist die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Steinbichlers Held, ein Reaktionär vom Obersalzberg (Sepp Bierbichler), reist mit der Knarre an den Main, um die Redaktion über den Haufen zu schießen. Sein Grund? Der Abschied von der Fraktur. »Das ist nicht mehr meine Zeitung.« Armes Deutschland.

Etwas Altes geht zu Ende, aber das Neue ist noch nicht in Sicht, es bleibt ein »Dazwischen«. Christoph Hochhäusler füllt das Vakuum mit einem großen Raunen und rechnet gleich mit der ganzen eiskalten Moderne ab, den anonymen Mächten aus dem Westen. Irgendwann haben sie unser unschuldiges Land überfallen und auf den Mond der »Rationalität« verfrachtet, wobei die Deutschen, die ewigen Opfer, ihre Kultur zurücklassen mussten, um endlich Effizienz zu lernen. Eine deutsche Frau kann der Gehirnwäsche entkommen, sie malt das Wort »Deutschland« in den Mondsand, und man sieht noch einmal die schöne, alte Erde.

Wenn politische Fantasien keinen Adressaten mehr finden, dann fliegen sie eben zum Mond, wo sie dann auch gerne bleiben dürfen. Der Gegner ist dann die »Vernunft«, die »Moderne« oder welche Strohpuppe auch immer. Der »Körper des Staates« jedenfalls taugt nicht mehr zum Widersacher, er ist nämlich ein Patient. In Dany Levys Film Joshua sitzt die Regierungsmacht in Gestalt von Angela Merkel aschfahl beim Psychiater und sucht ihre »Idee von Deutschland«. Sie wird sie nicht finden, denn nach der neoliberalen Mobilmachung sind alle depressiv. Dort allerdings, wo der Staat noch einmal mächtig in Erscheinung tritt, bekommt Deutschland 09 politische Schärfe, wie bei Fatih Akin oder Hans Weingartner, der den realen Fall eines Berliner Stadtsoziologen verhandelt, der unschuldig im Gefängnis landet. Weingartner zielt auf den Präventiv-Staatspolitiker Schäuble, doch wenn er die Herren des Morgengrauens reden lässt, dann tropft der süße Honig des Klischees. Das Schlimme ist: Viele Verfassungsschützer reden ja wirklich so. Fatih Akin stellt ein Interview mit Murat Kurnaz nach, der in Guantánamo einsaß, obwohl die US-Regierung angeboten hatte, ihn laufen zu lassen. Doch der damalige Kanzleramtsminister Steinmeier wollte Kurnaz nicht nach Deutschland zurückholen, und die rot-grünen Moraltrompeter (»Menschenrechte!«) wollten es auch nicht. Dafür rechnet Akin mit Frank-Walter Steinmeier ab, wie es keiner vor ihm getan hat. Der Herr Minister ist der Kalte und Mitleidlose, der große moralische Versager, und natürlich: der Unwählbare. Steinmeier hätte Kurnaz von der Folter erlösen können – und hat sich nicht einmal bei ihm entschuldigt.

Vielleicht liegt das Zentrum der Nation an der Peripherie, an den Rändern, den Niederschlägen des Politischen. Dominik Graf führt auf Super-8-Material die schicke Tristesse einer Republik vor, die ihre Vergangenheit abstreift wie eine peinliche Hülle, die überquillt von Emotional Design , ganz transparent und ganz tot. Anrührend ist Isabelle Stevers Besuch beim »Klassenrat« einer Münchner Grundschule; Silke Enders zeigt die neudeutsche Klassengesellschaft, und mit schneidender Präzision erfindet sie eine Realität, die es tatsächlich gibt. Auf der einen Seite die Deklassierten in der Suppenküche; auf der anderen Seite die reizbare Bionade-Bourgeoisie, die sich am Stadtrand breitmacht. Hier die Hartz-IV-Flegel, dort die nöligen Gören mit den kleckerfreien Laura-Ashley-Strickjacken, jene Sauberkinder mit weißem Krägelchen, die schon heute wissen, dass sie morgen Elite sind.

Hinreißend bizarr ist Romuald Karmakars Ramses, ein Film über einen gleichnamigen Exiliraner, der einer Stripteasebar vorsteht und die Schweinereien seiner honorigen Kundschaft Revue passieren lässt. Die Sex-Bar ist Karmakars kleine Großmetapher für eine pervers versachlichte Welt, deren letzte Leidenschaften in die Libido-Ökonomie zu fließen scheinen. Am Ende dankt Ramses dem »deutschen Volk« für die Gastfreundschaft und sehnt sich zurück nach Nordpersien, in das »Land der Väter«, wo er sterben möchte. In dieser Trostlosigkeit bekommt das Wort Heimat einen berührenden Klang, wie auch in Angela Schanelecs Film Erster Tag, wo ein immergleiches Morgenlicht über den Dingen liegt. Nebel steigt auf am Fluss, ein ICE rast vorbei, ein Mädchen ist allein zu Haus. Alles wird so bleiben, wie es ist, aber wer weiß? Es ist Morgen, der Morgen nach dem Heute, ein neuer Tag. Noch ist Stille, Innehalten, Geschehenlassen. Ein Esel trabt aus dem Scheunentor ins Freie.

 
Leser-Kommentare
    • Anonym
    • 26.03.2009 um 17:15 Uhr

    klar gibt es nichts typisch deutsches. Ein deutscher Familienvater, mitte 30, mit metallrandiger Brille, kurzen Haaren, einer knallig farbigen Funktionsjacke, blauer Jeans und unscheinbaren Turnschuhen der die Einkäufe in seinen VW lädt könnte genauso ein Holländer, Franzose oder Brite sein. Das hat erstmal auch gar nichts mit großen Themen wie Einwanderung oder Zerstörung der eigenen Kultur durch Ignoranz - wohl in Folge des Krieges und Leugnung des "Deutschtums" als Mittel des "nie wieder" - zu tun. Klar ist es bedauerlich wenn die Leute "Jingle Bells" (meist auch falsch ausgesprochen) zu Weihnachten singen (jeder Amerikaner aber "O Tannenbaum"). Und dass keiner mehr Kleinode wie das Volkslied "Die Gedanken sind frei" kennt der unter 40 Jahren alt ist.

    Es hat viel banalere Ursachen, Globalisierung, Leben und Konsumgüter von der Stange.. wir leben im Zeitalter der totalen Konvergenz. Alles gleich, große Stückzahlen..

    ich denk dies ist auch der Grund warum zB wir Bayern so beliebt sind um sich entweder an uns zu reiben oder hier her zu ziehen. Wir stellen noch etwas dar. Unterscheiden uns noch. Man kann noch sagen was ein typischer Bayer sei und wird diese Figur nicht nur im Heimatmuseum finden können, sondern auch im normalen Alltagsleben. Es gibt hier zB Trachtler die beklagen dass Lederhosen heutzutage zu Niedrigpreisen aus China kämen und von der Stange gekauft werden von den jungen Leuten zu den Volksfesten. Ja was heißt denn das? DAS ES NOCH EINE LEBENDIGE KULTUR IST! Heute strickt ja auch keiner mehr selbst seine Pullis oder holt sich Schuhe beim Schuster.

    Und warum fallen den meisten Ausländern in aller Welt beim Begriffe "Deutschland" vor allem typisch bayrische Dinge ein? Klar, weil es sonst nichts gibt was man typisch nennen könnte! Das Land zwischen Mannhei und Kiel ist gleichförmig und westlich-durchschnittlich wie es nur irgendwie geht. Was dann dazu führt dass die Nichtbayern regelmäßig bayrische Kulturgüter für sich vereinnahmen. Da wird dann auf einmal aus unserem Biergarten ein "typisch deutscher Biergarten" (also eine Außenterasse wo man unter Coca-Cola Sonnenschirmen auf weißen Plastikstühlen ein schlecht gemachtes "Wiener Schnitzel" serviert bekommt, und Pilsener in winzigen Gläsern). Und im Ausland rühmt man sich des Bieres, dabei kommt das Bier dezidiert aus Bayern und wird hier auch als Kulturgut gepflegt. Es gibt tausende kleine und mittelgroße Brauereien und eine ungeheure Vielfalt an Bieren. Im deutschen Ausland hingegen regiert - wie einmal - die Uniformität und die großen Brauereikonzerne mit ihren Marken. Naja, deren Fernsehwerbung bringt den Preißn wenigstens bei dass es nicht Weizen sondern Weissbier heißt....

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    • spacko
    • 26.03.2009 um 17:44 Uhr

    dass die Amis bei Deutschland an Lederhosen und Oktoberfest denken, aber all die von Ihnen geschilderten Eigentümlichkeiten dieses Bergvolkes lassen für mich nur einen Schluss zu: die Bayern sind die größte nationale Minderheit in Deutschland, weit vor den Sorben.
    Typisch deutsch: Pessimismus, Skeptizismus, und natürlich der deutsche Schuldkomplex, den gerade viele Deutsche damit wettmachen wollen, dass sie notfalls im Alleingang die Welt retten möchten - eine merkwürdige Mischung aus Schuld und Selbstüberschätzung. Beispiele: Waldsterben, Tschernobyl, Klima, Ozonloch, Vogelgrippe....
    All diese Dinge führten und führen gerade in unserem Land zu überzogenen Hysterieausbrüchen, unsere Nachbarn interessiert das wenig. Auch die Bayern sind da cooler...

    Wenn Japaner oder Amerikaner an Deutschland denken, dann denken sie tatsächlich an Lederhosen und Dirndl. Das liegt aber einzig daran, daß Bayern nach dem 2. Weltkrieg U.S.-besetzte Zone war und dadurch der Kulturexport angeheizt wurde.

    Wenn Russen an Deutschland denken, dann sehen sie die Ex-DDR, FKK, Ostee-Ferien. Wenn Engländer an Deutschland denken, dann sehen sie Schleswig-Holsteinische Strände und Yacht-Häfen, Niedersächsische Gestüte oder Berlin bei Nacht, usw, usw.

    Fragen sie mal wer kauziger ist, ursprünglicher und heimatverbundener : ein Bayerischer Bauer oder ein Nordfriesischer Krabbenfischer ?

    Und wie sieht es mit dem schwäbischen "Schaffe, schaffe, Häus'le baue'" aus ? Oder sagen wir mal lieber "Mercedes baue". Und Volkswagen aus Niedersachsen.

    Nee, nee, min lever, so einfach ist das nicht.
    Je nachdem, welchen Bildungsstand der jeweilige Betrachter hat und über welche Kanäle er Deutschland kennenlernt, ist das Bild sehr verschieden.

    Da kann man an weltberühmte Autos, Pferde, Weine oder Bauwerke denken.
    Und da liegt die Krux : Deutschland ist vielseitig, auf allen Ebenen. Von den Alpen bis Nord und Ostee, vom Ruhrgebiet bis ins tiefe Sachsenland.

    Nun suchen wir mal, was der Artikel und damit der Episodenfilm zu finden versagt haben : Was macht Deutschland aus, was ist typisch, was vereint Deutschland im Jahre 2009 ? Und was grenzt Deutschland damit von anderen Ländern ab ?

    Ich fange mal : Fleiss, Leidensfähigkeit, Perfektionismus, Friedlichkeit, Umweltbewusstsein, Gemeinschaftsdenken, Toleranz....

    Zu jedem dieser Attribute und noch mehr könnte man hervorragende Episodenfilme machen.

    • spacko
    • 26.03.2009 um 17:44 Uhr

    dass die Amis bei Deutschland an Lederhosen und Oktoberfest denken, aber all die von Ihnen geschilderten Eigentümlichkeiten dieses Bergvolkes lassen für mich nur einen Schluss zu: die Bayern sind die größte nationale Minderheit in Deutschland, weit vor den Sorben.
    Typisch deutsch: Pessimismus, Skeptizismus, und natürlich der deutsche Schuldkomplex, den gerade viele Deutsche damit wettmachen wollen, dass sie notfalls im Alleingang die Welt retten möchten - eine merkwürdige Mischung aus Schuld und Selbstüberschätzung. Beispiele: Waldsterben, Tschernobyl, Klima, Ozonloch, Vogelgrippe....
    All diese Dinge führten und führen gerade in unserem Land zu überzogenen Hysterieausbrüchen, unsere Nachbarn interessiert das wenig. Auch die Bayern sind da cooler...

    Wenn Japaner oder Amerikaner an Deutschland denken, dann denken sie tatsächlich an Lederhosen und Dirndl. Das liegt aber einzig daran, daß Bayern nach dem 2. Weltkrieg U.S.-besetzte Zone war und dadurch der Kulturexport angeheizt wurde.

    Wenn Russen an Deutschland denken, dann sehen sie die Ex-DDR, FKK, Ostee-Ferien. Wenn Engländer an Deutschland denken, dann sehen sie Schleswig-Holsteinische Strände und Yacht-Häfen, Niedersächsische Gestüte oder Berlin bei Nacht, usw, usw.

    Fragen sie mal wer kauziger ist, ursprünglicher und heimatverbundener : ein Bayerischer Bauer oder ein Nordfriesischer Krabbenfischer ?

    Und wie sieht es mit dem schwäbischen "Schaffe, schaffe, Häus'le baue'" aus ? Oder sagen wir mal lieber "Mercedes baue". Und Volkswagen aus Niedersachsen.

    Nee, nee, min lever, so einfach ist das nicht.
    Je nachdem, welchen Bildungsstand der jeweilige Betrachter hat und über welche Kanäle er Deutschland kennenlernt, ist das Bild sehr verschieden.

    Da kann man an weltberühmte Autos, Pferde, Weine oder Bauwerke denken.
    Und da liegt die Krux : Deutschland ist vielseitig, auf allen Ebenen. Von den Alpen bis Nord und Ostee, vom Ruhrgebiet bis ins tiefe Sachsenland.

    Nun suchen wir mal, was der Artikel und damit der Episodenfilm zu finden versagt haben : Was macht Deutschland aus, was ist typisch, was vereint Deutschland im Jahre 2009 ? Und was grenzt Deutschland damit von anderen Ländern ab ?

    Ich fange mal : Fleiss, Leidensfähigkeit, Perfektionismus, Friedlichkeit, Umweltbewusstsein, Gemeinschaftsdenken, Toleranz....

    Zu jedem dieser Attribute und noch mehr könnte man hervorragende Episodenfilme machen.

    • spacko
    • 26.03.2009 um 17:44 Uhr

    dass die Amis bei Deutschland an Lederhosen und Oktoberfest denken, aber all die von Ihnen geschilderten Eigentümlichkeiten dieses Bergvolkes lassen für mich nur einen Schluss zu: die Bayern sind die größte nationale Minderheit in Deutschland, weit vor den Sorben.
    Typisch deutsch: Pessimismus, Skeptizismus, und natürlich der deutsche Schuldkomplex, den gerade viele Deutsche damit wettmachen wollen, dass sie notfalls im Alleingang die Welt retten möchten - eine merkwürdige Mischung aus Schuld und Selbstüberschätzung. Beispiele: Waldsterben, Tschernobyl, Klima, Ozonloch, Vogelgrippe....
    All diese Dinge führten und führen gerade in unserem Land zu überzogenen Hysterieausbrüchen, unsere Nachbarn interessiert das wenig. Auch die Bayern sind da cooler...

    Antwort auf "Klischees.."
  1. Wenn Japaner oder Amerikaner an Deutschland denken, dann denken sie tatsächlich an Lederhosen und Dirndl. Das liegt aber einzig daran, daß Bayern nach dem 2. Weltkrieg U.S.-besetzte Zone war und dadurch der Kulturexport angeheizt wurde.

    Wenn Russen an Deutschland denken, dann sehen sie die Ex-DDR, FKK, Ostee-Ferien. Wenn Engländer an Deutschland denken, dann sehen sie Schleswig-Holsteinische Strände und Yacht-Häfen, Niedersächsische Gestüte oder Berlin bei Nacht, usw, usw.

    Fragen sie mal wer kauziger ist, ursprünglicher und heimatverbundener : ein Bayerischer Bauer oder ein Nordfriesischer Krabbenfischer ?

    Und wie sieht es mit dem schwäbischen "Schaffe, schaffe, Häus'le baue'" aus ? Oder sagen wir mal lieber "Mercedes baue". Und Volkswagen aus Niedersachsen.

    Nee, nee, min lever, so einfach ist das nicht.
    Je nachdem, welchen Bildungsstand der jeweilige Betrachter hat und über welche Kanäle er Deutschland kennenlernt, ist das Bild sehr verschieden.

    Da kann man an weltberühmte Autos, Pferde, Weine oder Bauwerke denken.
    Und da liegt die Krux : Deutschland ist vielseitig, auf allen Ebenen. Von den Alpen bis Nord und Ostee, vom Ruhrgebiet bis ins tiefe Sachsenland.

    Nun suchen wir mal, was der Artikel und damit der Episodenfilm zu finden versagt haben : Was macht Deutschland aus, was ist typisch, was vereint Deutschland im Jahre 2009 ? Und was grenzt Deutschland damit von anderen Ländern ab ?

    Ich fange mal : Fleiss, Leidensfähigkeit, Perfektionismus, Friedlichkeit, Umweltbewusstsein, Gemeinschaftsdenken, Toleranz....

    Zu jedem dieser Attribute und noch mehr könnte man hervorragende Episodenfilme machen.

    Antwort auf "Klischees.."
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    • T-800
    • 27.03.2009 um 12:51 Uhr

    Ich fange mal : Fleiss, Leidensfähigkeit, Perfektionismus, Friedlichkeit, Umweltbewusstsein, Gemeinschaftsdenken, Toleranz....
    .
    Ich mache mal weiter: Großmachtstreben, Intoleranz, Nationalismus, Bürokratie, Volksgemeinschaftsdenken, Weltkriege,...
    .
    Jetzt denken Sie vielleicht: "Aber ich rede doch vom heutigen Deutschland, der BRD!". Achso. Dann sollten wir vielleicht erstmal den Begriff "Deutschland" klären. Komisch, dass das weder der Artikel, noch die Kommentare in Angriff nehmen. Was ist Deutschland? Und was ist dieses Deutschland tatsächlich, was macht es aus? Wie Sie richtig bemerkt haben, kann man da zu ganz unterschiedlichen Schlüssen kommen. Auch als "Deutscher".
    .
    Ich sage: Deutschland existiert lediglich in den Köpfen. Da jeder einen eigenen Kopf hat, gibt es auch viele Deutschlands. Alles andere: Das Land, der Staat, das "Volk", die Gesellschaft - sind Dinge, die teilweise selbst Konstrukte sind, sich nur teilweise überlappen und keineswegs zusammen ein einheitliches, objektives "Deutschland" ergeben. Ich plädiere daher für die Abschaffung des Nationen- und Deutschlandbegriffs - und auch für ein Ende von Filmen "zur Lage der Nation". :-)

    • T-800
    • 27.03.2009 um 12:51 Uhr

    Ich fange mal : Fleiss, Leidensfähigkeit, Perfektionismus, Friedlichkeit, Umweltbewusstsein, Gemeinschaftsdenken, Toleranz....
    .
    Ich mache mal weiter: Großmachtstreben, Intoleranz, Nationalismus, Bürokratie, Volksgemeinschaftsdenken, Weltkriege,...
    .
    Jetzt denken Sie vielleicht: "Aber ich rede doch vom heutigen Deutschland, der BRD!". Achso. Dann sollten wir vielleicht erstmal den Begriff "Deutschland" klären. Komisch, dass das weder der Artikel, noch die Kommentare in Angriff nehmen. Was ist Deutschland? Und was ist dieses Deutschland tatsächlich, was macht es aus? Wie Sie richtig bemerkt haben, kann man da zu ganz unterschiedlichen Schlüssen kommen. Auch als "Deutscher".
    .
    Ich sage: Deutschland existiert lediglich in den Köpfen. Da jeder einen eigenen Kopf hat, gibt es auch viele Deutschlands. Alles andere: Das Land, der Staat, das "Volk", die Gesellschaft - sind Dinge, die teilweise selbst Konstrukte sind, sich nur teilweise überlappen und keineswegs zusammen ein einheitliches, objektives "Deutschland" ergeben. Ich plädiere daher für die Abschaffung des Nationen- und Deutschlandbegriffs - und auch für ein Ende von Filmen "zur Lage der Nation". :-)

  2. Das es die Deutschen als solche seit 1945 nicht mehr gibt !
    Wenn im Ausland bewundernd von der deutschen Identität und Leistung gesprochen wird, bezieht man sich auf die "dunklen" Jahre bis 1945.
    Noch heute können sie mit Menschen sprechen, die die Deutschen und Deutschland vor der "guten" Zeit - also vor 1946 - entweder außerhalb Deutschlands oder innerhalb Deutschlands persönlich kennengelernt haben - und 99 % sprechen mit Hochachtung und Respekt von damals. Auf Grund dieser positiven Erfahrungen, sind die Kinder und Kindeskinder dieser Ausländer mit großer Erwartung nach Deutschland gegangen - und fanden "Dschörmännie": ein Land und Volk ohne Identität, selbsthassend, selbstverachtend, ohne Geschichtskenntnisse, alles nichtdeutsche liebend ( bishin zu den Besatzern- die als "Befreier " gefeiert werden ) - ein kulturell, politisch und geschichtlich totes Land - einfach uninteressant und unwichtig.

  3. Zitat Zeit:

    "Vielleicht, weil niemand mehr weiß, was diese Nation ausmacht."

    Genau das ist das deutsche Problem.

    Da der Deutsche sich ja heutzutage schon schämt “Zum Geburtstag alles Gute” zu singen, und statt dessen lieber im schrecklichsten Englisch “Happy Birthday” kräht, kann man es 13 Filmemachern auch nicht verdenken, wenn die keinen richtigen Film zur “Lage der deutschen Nation” mehr hinbekommen.

    Im Übrigen kenne ich auch keine andere Nation, die derartig gering schätzend und zum Teil sogar abwertend zu ihrer Nation steht, wie die Deutschen es leider nur allzu häufig tun.
    Kein Wunder, stolz auf Deutschland zu sein, rückt Einen hierzulande ja gleich in die Rechtsextremistenecke.

    Übrigens, daran haben auch unsere deutschen Medien einen nicht unerheblichen Anteil, danke.

    Vielleicht sollte man mal ab und an einen Blick auf diesen Link werfen

    Schaden tuts nicht.

    "Der eigentliche Fehler der Deutschen ist, daß sie, was vor ihren Füßen liegt, in den Wolken suchen."
    Arthur Schopenhauer, 1788 - 1860

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    • th
    • 26.03.2009 um 23:16 Uhr

    und ausserdem würde ich zum Geburtstag lieber "Viel Glück und viel Segen" singen, als "Zum Geburtstag alles Gute" (zu welcher Melodie?)

    Mir scheint, dass die schwindende kulturelle Identität etwas mit dem Verlust an Religiosität und Tradition zu tun hat, und nicht mit Lederhosen, Dirndln und Biergärten, oder dem falschen Gebrauch von englischen Ausdrücken.

    Es gibt wohl kaum eine fundamentalere Bekräftigung einer kulturellen Gemeinsamkeit, als gemeinsamer Gesang traditioneller Lieder, und kaum einen kräftigeren, emotionaleren Ausdruck der deutschen Kultur, als einige Kirchenlieder Luthers ("Ein feste Burg", "Vom Himmel hoch") oder in der Nachfolge Luthers ("Lobet den Herren"). Warum das so ist, oder ob das gut ist, darüber kann man streiten - aber wer diese Lieder kennt, wird mir wohl zustimmen.

    Das bemerkenswerte ist nun, dass Religiosität und insbesondere religiöse Lieder z.B. in der amerikanischen oder englischsprachigen populären Kultur ebenfalls eine wichtige Rolle spielen ("Amazing Grace","Oh when the Saints"), bis hin zur Trivialisierung ("On the Rivers of Babylon") - dieser Zusammenhang ist den Deutschen nur meist nicht bewusst. Dieselben Leute, die sich vehement gegen das Eindringen alles Religiösen in ihren Alltag wehren, haben nichts dagegen, wenn dies auf Englisch geschieht - weil sie es dann nicht verstehen.

    So singen sie gerne "on the Rivers of Babylon" ohne sich was dabei zu denken, aber niemals "an Wasserflüssen Babylon" weil sie das verstehen, und es ihnen unangenehm ist. Analog dann auch ohne Religion: Lieber "Happy Birthday to you" als "Viel Glück und viel Segen" (das würde ihnen zu nahe gehen, zu ernst gemeint sein, zu wenig "plastic").

    Wer sich die englische und amerikanische, oder die französische Literatur, Kunst und Musik etwas näher anschaut, wird die vielfältigen Bezüge zu früheren Kunstwerken entdecken, ob es sich nun um Shakespeare-Verfilmungen mit Kenneth Branagh oder um Roman Polanskis Macbeth handelt, oder um einen französischen Film zu Themen aus dem "Age classique" mit Gerard Depardieu.
    Man entdeckt aber auch bei genauerem Hinsehen, wieviel Shakespeare-Drama im Buch eines englischen Historikers über die Hitlerzeit steckt.

    Diese Verbundenheit mit der eigenen Geschichte - welche andere Einflüsse nicht ausschliesst, sondern sie sich aneignet - läßt eine Kultur kräftig werden, läßt eigene Stile entstehen. Man denke an die vielfältigen, natürlich witzig gebrochenen, Anleihen der britischen Pop-Kultur der sechziger Jahre beim englischen und europäischen Barock: von perückenähnlichen langen Haaren und bunter Herrenkleidung bis hin zum pseudo-Bach "A whiter shade of pale".
    Die in Deutschland so beliebte "Last night of the proms" mit "Rule, Britannia" und "Land of Hope and Glory" mag man da schon gar nicht mehr erwähnen.

    Der Unterschied zwischen deutschen und englischen Bands und Zuhörern ist, dass die einen die Anleihe bei der Vergangenheit scheuen, während die anderen ihren Spass daran haben.

    Ich vermute aber, dass der Bezug der Durchschnittsdeutschen zu unserer kulturellen Tradition keineswegs abgerissen ist, sondern dass diese Tradition im Gegenteil so emotional aufgeladen ist, dass man sich davor scheut, und sie lieber wegpackt. Ob das nun gesund ist? Ein selbstverständlicher Umgang damit könnte doch eine gewisse Leichtigkeit bewirken, die uns guttäte.

    • th
    • 26.03.2009 um 23:16 Uhr

    und ausserdem würde ich zum Geburtstag lieber "Viel Glück und viel Segen" singen, als "Zum Geburtstag alles Gute" (zu welcher Melodie?)

    Mir scheint, dass die schwindende kulturelle Identität etwas mit dem Verlust an Religiosität und Tradition zu tun hat, und nicht mit Lederhosen, Dirndln und Biergärten, oder dem falschen Gebrauch von englischen Ausdrücken.

    Es gibt wohl kaum eine fundamentalere Bekräftigung einer kulturellen Gemeinsamkeit, als gemeinsamer Gesang traditioneller Lieder, und kaum einen kräftigeren, emotionaleren Ausdruck der deutschen Kultur, als einige Kirchenlieder Luthers ("Ein feste Burg", "Vom Himmel hoch") oder in der Nachfolge Luthers ("Lobet den Herren"). Warum das so ist, oder ob das gut ist, darüber kann man streiten - aber wer diese Lieder kennt, wird mir wohl zustimmen.

    Das bemerkenswerte ist nun, dass Religiosität und insbesondere religiöse Lieder z.B. in der amerikanischen oder englischsprachigen populären Kultur ebenfalls eine wichtige Rolle spielen ("Amazing Grace","Oh when the Saints"), bis hin zur Trivialisierung ("On the Rivers of Babylon") - dieser Zusammenhang ist den Deutschen nur meist nicht bewusst. Dieselben Leute, die sich vehement gegen das Eindringen alles Religiösen in ihren Alltag wehren, haben nichts dagegen, wenn dies auf Englisch geschieht - weil sie es dann nicht verstehen.

    So singen sie gerne "on the Rivers of Babylon" ohne sich was dabei zu denken, aber niemals "an Wasserflüssen Babylon" weil sie das verstehen, und es ihnen unangenehm ist. Analog dann auch ohne Religion: Lieber "Happy Birthday to you" als "Viel Glück und viel Segen" (das würde ihnen zu nahe gehen, zu ernst gemeint sein, zu wenig "plastic").

    Wer sich die englische und amerikanische, oder die französische Literatur, Kunst und Musik etwas näher anschaut, wird die vielfältigen Bezüge zu früheren Kunstwerken entdecken, ob es sich nun um Shakespeare-Verfilmungen mit Kenneth Branagh oder um Roman Polanskis Macbeth handelt, oder um einen französischen Film zu Themen aus dem "Age classique" mit Gerard Depardieu.
    Man entdeckt aber auch bei genauerem Hinsehen, wieviel Shakespeare-Drama im Buch eines englischen Historikers über die Hitlerzeit steckt.

    Diese Verbundenheit mit der eigenen Geschichte - welche andere Einflüsse nicht ausschliesst, sondern sie sich aneignet - läßt eine Kultur kräftig werden, läßt eigene Stile entstehen. Man denke an die vielfältigen, natürlich witzig gebrochenen, Anleihen der britischen Pop-Kultur der sechziger Jahre beim englischen und europäischen Barock: von perückenähnlichen langen Haaren und bunter Herrenkleidung bis hin zum pseudo-Bach "A whiter shade of pale".
    Die in Deutschland so beliebte "Last night of the proms" mit "Rule, Britannia" und "Land of Hope and Glory" mag man da schon gar nicht mehr erwähnen.

    Der Unterschied zwischen deutschen und englischen Bands und Zuhörern ist, dass die einen die Anleihe bei der Vergangenheit scheuen, während die anderen ihren Spass daran haben.

    Ich vermute aber, dass der Bezug der Durchschnittsdeutschen zu unserer kulturellen Tradition keineswegs abgerissen ist, sondern dass diese Tradition im Gegenteil so emotional aufgeladen ist, dass man sich davor scheut, und sie lieber wegpackt. Ob das nun gesund ist? Ein selbstverständlicher Umgang damit könnte doch eine gewisse Leichtigkeit bewirken, die uns guttäte.

    • th
    • 26.03.2009 um 23:16 Uhr

    und ausserdem würde ich zum Geburtstag lieber "Viel Glück und viel Segen" singen, als "Zum Geburtstag alles Gute" (zu welcher Melodie?)

    Mir scheint, dass die schwindende kulturelle Identität etwas mit dem Verlust an Religiosität und Tradition zu tun hat, und nicht mit Lederhosen, Dirndln und Biergärten, oder dem falschen Gebrauch von englischen Ausdrücken.

    Es gibt wohl kaum eine fundamentalere Bekräftigung einer kulturellen Gemeinsamkeit, als gemeinsamer Gesang traditioneller Lieder, und kaum einen kräftigeren, emotionaleren Ausdruck der deutschen Kultur, als einige Kirchenlieder Luthers ("Ein feste Burg", "Vom Himmel hoch") oder in der Nachfolge Luthers ("Lobet den Herren"). Warum das so ist, oder ob das gut ist, darüber kann man streiten - aber wer diese Lieder kennt, wird mir wohl zustimmen.

    Das bemerkenswerte ist nun, dass Religiosität und insbesondere religiöse Lieder z.B. in der amerikanischen oder englischsprachigen populären Kultur ebenfalls eine wichtige Rolle spielen ("Amazing Grace","Oh when the Saints"), bis hin zur Trivialisierung ("On the Rivers of Babylon") - dieser Zusammenhang ist den Deutschen nur meist nicht bewusst. Dieselben Leute, die sich vehement gegen das Eindringen alles Religiösen in ihren Alltag wehren, haben nichts dagegen, wenn dies auf Englisch geschieht - weil sie es dann nicht verstehen.

    So singen sie gerne "on the Rivers of Babylon" ohne sich was dabei zu denken, aber niemals "an Wasserflüssen Babylon" weil sie das verstehen, und es ihnen unangenehm ist. Analog dann auch ohne Religion: Lieber "Happy Birthday to you" als "Viel Glück und viel Segen" (das würde ihnen zu nahe gehen, zu ernst gemeint sein, zu wenig "plastic").

    Wer sich die englische und amerikanische, oder die französische Literatur, Kunst und Musik etwas näher anschaut, wird die vielfältigen Bezüge zu früheren Kunstwerken entdecken, ob es sich nun um Shakespeare-Verfilmungen mit Kenneth Branagh oder um Roman Polanskis Macbeth handelt, oder um einen französischen Film zu Themen aus dem "Age classique" mit Gerard Depardieu.
    Man entdeckt aber auch bei genauerem Hinsehen, wieviel Shakespeare-Drama im Buch eines englischen Historikers über die Hitlerzeit steckt.

    Diese Verbundenheit mit der eigenen Geschichte - welche andere Einflüsse nicht ausschliesst, sondern sie sich aneignet - läßt eine Kultur kräftig werden, läßt eigene Stile entstehen. Man denke an die vielfältigen, natürlich witzig gebrochenen, Anleihen der britischen Pop-Kultur der sechziger Jahre beim englischen und europäischen Barock: von perückenähnlichen langen Haaren und bunter Herrenkleidung bis hin zum pseudo-Bach "A whiter shade of pale".
    Die in Deutschland so beliebte "Last night of the proms" mit "Rule, Britannia" und "Land of Hope and Glory" mag man da schon gar nicht mehr erwähnen.

    Der Unterschied zwischen deutschen und englischen Bands und Zuhörern ist, dass die einen die Anleihe bei der Vergangenheit scheuen, während die anderen ihren Spass daran haben.

    Ich vermute aber, dass der Bezug der Durchschnittsdeutschen zu unserer kulturellen Tradition keineswegs abgerissen ist, sondern dass diese Tradition im Gegenteil so emotional aufgeladen ist, dass man sich davor scheut, und sie lieber wegpackt. Ob das nun gesund ist? Ein selbstverständlicher Umgang damit könnte doch eine gewisse Leichtigkeit bewirken, die uns guttäte.

    Antwort auf "Deutschland"
  4. Vielleicht liegt es daran, dass die Deutschen ihre Nation nicht mehr finden oder nicht mehr empfinden, weil Deutschland ein "besetztes Land " ist.
    Besetzt ( erobert, vereinnahmt ) von vorderasiatischen, balkanischen, osteuropaeischen, asiatischen und afrikanischen Voelkern, die sich doppelt so schnell vermehren als die Deutschen selbst. Das fuehrt dann irgendwann dazu, dass sie sich nicht mehr zurecht finden, dass sie das Gefuehl haben, das Land gehoert ihnen nicht mehr. Hinzu kommt der Verlust der eigenen moralischen und kulturellen Werte, weil diese sich gegen uebermaechtige, importierte Fremdwerte nicht mehr durchsetzen koennen und absterben.

    Das Rad ist nicht zurueck zu drehen. In 100 Jahren wird kein Mensch mehr auf die Idee kommen, Filme ueber "Deutschland 3009 " zu drehen, weil es Deutschland nicht mehr gibt. Doch, es gibt es noch, als ein von fremden Voelkern mit deutschem Pass bewohntes Territorium, genannt "Deutschland".

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    • T-800
    • 27.03.2009 um 11:37 Uhr

    Eine solche "Überfremdung" (passt wohl besser zu dem was Sie meinen als "Besetzung"), sollte sie denn wirklich stattfinden, ist ein völlig normaler Vorgang. Denken Sie an die Völkerwanderung! Sowas passiert eben, nichts währt ewig, auch wenn manche Apologeten des Nationalstaates sowas behaupten mögen. Deutschland gibt es - je nach Definition - seit höchstens einigen Jahrhunderten, in dieser Form erst seit Jahrzehnten. Und irgendwann wird es nicht mehr sein. Na und? Die sogenannten "Deutschen" sind ja selbst Fremde hier, langfristig betrachtet... letztendlich sind alle Menschen nur Gäste.

    • th
    • 27.03.2009 um 18:19 Uhr

    so schnell ist die deutsche Kultur nicht kaputtzukriegen. Ausserdem wird sie von den Einwanderern - mit einigen Ausnahmen - viel zu hoch geschätzt. Es ist das _Selbstbild_, das in den letzten Jahren in der Öffentlichkeit und in den Medien heruntergemacht wird, nicht das Sein, sondern das Bewusstsein davon. Von aussen sind Deutsche im allgemeinen ganz gut zu erkennen und von den Nachbarvölkern zu unterscheiden. Man vergleich nur einmal deutsche und französische Politiker nach ihrem Habitus, nach ihrer Art sich zu kleiden, sich zu bewegen, zu sprechen ... da liegen Welten dazwischen.

    Einwanderung kann eine sehr positive Sache sein: das haben schon die brandenburgisch-preussischen Herrscher gewusst, die keineswegs in nationalen Kategorien dachten. Allerdings funktioniert Einwanderung besser, wenn die Spielregeln klar sind und respektiert werden.

    • T-800
    • 27.03.2009 um 11:37 Uhr

    Eine solche "Überfremdung" (passt wohl besser zu dem was Sie meinen als "Besetzung"), sollte sie denn wirklich stattfinden, ist ein völlig normaler Vorgang. Denken Sie an die Völkerwanderung! Sowas passiert eben, nichts währt ewig, auch wenn manche Apologeten des Nationalstaates sowas behaupten mögen. Deutschland gibt es - je nach Definition - seit höchstens einigen Jahrhunderten, in dieser Form erst seit Jahrzehnten. Und irgendwann wird es nicht mehr sein. Na und? Die sogenannten "Deutschen" sind ja selbst Fremde hier, langfristig betrachtet... letztendlich sind alle Menschen nur Gäste.

    • th
    • 27.03.2009 um 18:19 Uhr

    so schnell ist die deutsche Kultur nicht kaputtzukriegen. Ausserdem wird sie von den Einwanderern - mit einigen Ausnahmen - viel zu hoch geschätzt. Es ist das _Selbstbild_, das in den letzten Jahren in der Öffentlichkeit und in den Medien heruntergemacht wird, nicht das Sein, sondern das Bewusstsein davon. Von aussen sind Deutsche im allgemeinen ganz gut zu erkennen und von den Nachbarvölkern zu unterscheiden. Man vergleich nur einmal deutsche und französische Politiker nach ihrem Habitus, nach ihrer Art sich zu kleiden, sich zu bewegen, zu sprechen ... da liegen Welten dazwischen.

    Einwanderung kann eine sehr positive Sache sein: das haben schon die brandenburgisch-preussischen Herrscher gewusst, die keineswegs in nationalen Kategorien dachten. Allerdings funktioniert Einwanderung besser, wenn die Spielregeln klar sind und respektiert werden.

    • T-800
    • 27.03.2009 um 11:37 Uhr

    Eine solche "Überfremdung" (passt wohl besser zu dem was Sie meinen als "Besetzung"), sollte sie denn wirklich stattfinden, ist ein völlig normaler Vorgang. Denken Sie an die Völkerwanderung! Sowas passiert eben, nichts währt ewig, auch wenn manche Apologeten des Nationalstaates sowas behaupten mögen. Deutschland gibt es - je nach Definition - seit höchstens einigen Jahrhunderten, in dieser Form erst seit Jahrzehnten. Und irgendwann wird es nicht mehr sein. Na und? Die sogenannten "Deutschen" sind ja selbst Fremde hier, langfristig betrachtet... letztendlich sind alle Menschen nur Gäste.

    Antwort auf "Die verlorene Nation"

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