Finanzkrise Falscher Beifall

Im jüngsten amerikanischen Plan zur Bankenrettung schlummern Gefahren

Timothy Geithner: Gewagtes Rezept zur Rettung der Banken

Der amerikanische Finanzminister Timothy Geithner hat mit seinem Plan zur Bankenrettung einen beeindruckenden Publikumserfolg gelandet. Kaum war er verkündet, schossen in aller Welt die Aktienindizes in die Höhe.

Dabei ist die Idee im Grundsatz alles andere als neu. Schon Geithners ungeliebter Vorgänger Henry Paulson, der ehemalige Goldman-Sachs-Banker im Dienst der Regierung George W. Bushs, bastelte Ende 2007 an ähnlichen Entwürfen: an einer Art Quarantäne für die vielen toxischen Wertpapiere, die seit Ausbruch der Krise die Bilanzen der Banken belasten und ihnen das normale Geschäftsleben fast unmöglich machen.

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Geithners Rezept lautet kurz gesagt so: Das Finanzministerium und interessierte Investoren sollen zu je 50 Prozent den Banken diese Wertpapiere abkaufen. Die Banken riskieren dabei weitere Verluste, haben aber durch die nun gesäuberte Bilanz wieder die Möglichkeit, private Anleger anzulocken. Sobald sich die Wirtschaft erholt, sind viele giftige Wertpapiere wieder weniger giftig, und die privaten Investoren sowie der Staat streichen Spekulationsgewinne ein. Doch wie soll man private Investoren wie Hedgefonds und Private-Equity-Gesellschaften zu diesem riskanten Geschäft überreden? Geithners Antwort: Um die Papiere attraktiv zu machen, sichert der Staat sie gegen einen Totalausfall ab.

Bisher ist das noch Theorie. Geithners Theorie. Noch gibt es keine Käufer, und wie viele Papiere die Banken unter diesem Programm anbieten wollen, bleibt ebenfalls abzuwarten. Denn der Verkauf könnte bei den Geldinstituten eine neue Runde kapitalzehrender Abschreibungen auslösen. Damit Geithners Plan also überhaupt eine Chance hat, braucht er die Mitwirkung der Finanzbranche. Die Wall Street nutzt dies als Verhandlungsmacht, um weitere ungeliebte Reformen zu verhindern.

Wenn der Plan am Ende läuft, trägt der Steuerzahler das größte Risiko. Er versichert die Papiere ja gegen den Totalausfall. Was vielleicht auch erklärt, warum Geithner für seinen Plan geschickt den US-Kongress umgeht. Das Geld für die Aufkaufaktion kommt direkt aus der Staatskasse, von der Notenbank und von der Bankenaufsicht, und braucht so nicht von den Volksvertretern genehmigt zu werden.

Beifall an der Börse für Obamas Finanzminister? Den sollte man nicht als Empfehlung verstehen, sondern als Anlass zur Skepsis.

 
Leser-Kommentare
  1. Jede Form der spekulativen Kapitalaneignung die nicht an der produktiven
    Investionspolitik eines Unternehmens/Bank/usw. orientiert ist gehört enteignet!

    Und wer dem zum trotz nichts davon hält müsste man ins Casino mit alle samt seinem Vermögen weiterhin zocken lassen!

    Die Börsen gehören ebenfalls abgeschafft! Realpolitik statt Zahlschuldpolitik!

    Grüsse
    Trizmachine

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    was "spekulative Kapitalaneignung" sein soll und wie sich die "Spekulation" von anderen Investitionsmotiven unterscheidet.

    was "spekulative Kapitalaneignung" sein soll und wie sich die "Spekulation" von anderen Investitionsmotiven unterscheidet.

  2. Dies ist ganz sicher nicht der Weg, die Weltwirtschaftskrise in den Griff zu bekommen. Die Banken - nicht nur in den USA - haben uns diese Probleme eingebrockt und nun sollen sie durch "geniale" Entgiftungsaktionen von den faulen Hypothekenpapieren befreit werden. Die Banker werden also für ihre bösen Taten belohnt (befreit) und können so mit ihren üblen "Tricksereien" (so schrieb ich bereits im vergangenen Jahr) erneut beginnen. Es ist wie der "Tanz um das Goldene Kalb" und keiner hat etwas dazugelernt. Wie muss es in den USA zugehen, wenn derartige Massnahmen von der Börse als Nonplusultra begrüsst werden?

    Herzliche Grüsse aus HILDESHEIM!

    Klaus Metzger

  3. was "spekulative Kapitalaneignung" sein soll und wie sich die "Spekulation" von anderen Investitionsmotiven unterscheidet.

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    Eine spekulative Kapitalaneigung tritt ein, wenn auf die Entwicklung der Preisbildung eines Produkts gezielt wird ohne reale Bezugkoordinaten (Märkte/Fördermengen/Zeit/Verteilung) eines Produkts zu berücksichtigen. Der Unterschied liegt darin das in der Bindung zur produktiven Preisentwicklungen Investitionen denen ein Wachstum vorausgeht, d.h. auch reale Reproduktion auf höherer Stufenleiter gewährt sein muss.
    Ohne reale Investitionen keine reale Wachstumentwicklung!

    Sie können mir glauben, das der Grund der globalen Krise folgender ist:

    Die distributierte Diversifikation von Kapitalanlagen!

    Grüsse
    Trizmachine

    (entfernt wg. Doppelpostings. Die Redaktion/jk)

    Eine spekulative Kapitalaneigung tritt ein, wenn auf die Entwicklung der Preisbildung eines Produkts gezielt wird ohne reale Bezugkoordinaten (Märkte/Fördermengen/Zeit/Verteilung) eines Produkts zu berücksichtigen. Der Unterschied liegt darin das in der Bindung zur produktiven Preisentwicklungen Investitionen denen ein Wachstum vorausgeht, d.h. auch reale Reproduktion auf höherer Stufenleiter gewährt sein muss.
    Ohne reale Investitionen keine reale Wachstumentwicklung!

    Sie können mir glauben, das der Grund der globalen Krise folgender ist:

    Die distributierte Diversifikation von Kapitalanlagen!

    Grüsse
    Trizmachine

    (entfernt wg. Doppelpostings. Die Redaktion/jk)

  4. Der Hausbesitzer,der auf Schulden sein Haus in der USA gebaut hat,
    und oft nicht richtig beraten worden ist,wie kann er wieder aus der
    Schuldenfalle kommen ?Der Rentner,der seine Pension auf
    Fonds gesetzt hat und jetzt mit viel weniger Geld auskommen muß,
    der sogar wieder arbeiten muß,wie könnte er aus seiner Situation
    herauskommen?
    Die Antwort ist einfach:Präsident Obama lebt sie vor!
    Er war Sozialarbeiter und ist jetzt Präsident.
    Wie wäre es wenn die Manager und Finanzexperten,
    die gepokert haben jetzt Sozialarbeiter und Schuldnerberatungen
    für die Opfer der Finanzkrise durchführen würden ?
    Wenn der kleine Mann seine Schulden wieder zahlen kann,so
    ist sein Kredit kein fauler Kredit mehr sonder ein rückzahlbarer !

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    Wenn Sie sich schon so erwärmend für die "armen" Häuslebauer einsetzen, denen ihre Immobilien man könnte fast schon meinen gegen ihren ausdrpcklichen Willen aufgezwungen wurden, dann seien Sie wenigstens so fair und richten Sie den Blick auf alle Immobilienbesitzer.

    Dieser Perspektivwechsel zeitigt nämlich sogleich überraschende Folgen.

    Wie haben Sie zum Beispiel vor, dem hart schuftenden Detroiter Vorstädter, der in den letzten dreißig Jahren sein Haus abbezahlt hat, weil er es sich vom Mund abgespart hat, erklären, daß er sein Leben lang für den Kredit arbeiten musste, während der Staat nun all denjenigen unter die Arme greifen will, die in letzten Jahren durchaus nicht ungierig Hypotheken aufgenommen haben, von denen von vornherein klar war, daß sie die nie zurückbezahlen können?

    Empfinden Sie das als gerecht? Was würden Sie denn dem Menschen sagen, wenn Sie ihn auf seiner Veranda sähen und sagen hörten: "Tja, der Ehrliche ist immer der Dumme, so und anders"?

    Wenn Sie sich schon so erwärmend für die "armen" Häuslebauer einsetzen, denen ihre Immobilien man könnte fast schon meinen gegen ihren ausdrpcklichen Willen aufgezwungen wurden, dann seien Sie wenigstens so fair und richten Sie den Blick auf alle Immobilienbesitzer.

    Dieser Perspektivwechsel zeitigt nämlich sogleich überraschende Folgen.

    Wie haben Sie zum Beispiel vor, dem hart schuftenden Detroiter Vorstädter, der in den letzten dreißig Jahren sein Haus abbezahlt hat, weil er es sich vom Mund abgespart hat, erklären, daß er sein Leben lang für den Kredit arbeiten musste, während der Staat nun all denjenigen unter die Arme greifen will, die in letzten Jahren durchaus nicht ungierig Hypotheken aufgenommen haben, von denen von vornherein klar war, daß sie die nie zurückbezahlen können?

    Empfinden Sie das als gerecht? Was würden Sie denn dem Menschen sagen, wenn Sie ihn auf seiner Veranda sähen und sagen hörten: "Tja, der Ehrliche ist immer der Dumme, so und anders"?

  5. Wenn Sie sich schon so erwärmend für die "armen" Häuslebauer einsetzen, denen ihre Immobilien man könnte fast schon meinen gegen ihren ausdrpcklichen Willen aufgezwungen wurden, dann seien Sie wenigstens so fair und richten Sie den Blick auf alle Immobilienbesitzer.

    Dieser Perspektivwechsel zeitigt nämlich sogleich überraschende Folgen.

    Wie haben Sie zum Beispiel vor, dem hart schuftenden Detroiter Vorstädter, der in den letzten dreißig Jahren sein Haus abbezahlt hat, weil er es sich vom Mund abgespart hat, erklären, daß er sein Leben lang für den Kredit arbeiten musste, während der Staat nun all denjenigen unter die Arme greifen will, die in letzten Jahren durchaus nicht ungierig Hypotheken aufgenommen haben, von denen von vornherein klar war, daß sie die nie zurückbezahlen können?

    Empfinden Sie das als gerecht? Was würden Sie denn dem Menschen sagen, wenn Sie ihn auf seiner Veranda sähen und sagen hörten: "Tja, der Ehrliche ist immer der Dumme, so und anders"?

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    Das sehe ich ganz genauso! Diesiges wahnsinnige amerikanische Schuldensystem hat zu dieser Entwicklung geführt und keiner hat es gestoppt. Eine Deutsche, die in Atlanta/USA lebt, hat in ihren Beiträgen auf diese Fehlentwicklungen hingewiesen. Kürzlich ging ein Fall durch das deutsche TV: Einer jungen, farbigen Kranken-
    schwester hat man 8 (!) Häuser/Bruchbuden "angedreht", die sie niemals finanzieren konnte. Sie ist in der Zwischenzeit vom Erdboden verschwunden. Karin weist immerwieder darauf hin, dass auch die DEUTSCHE BANK auf kriminelle Art und Weise im Raum ATLANTA faule Kredite "angedreht" hat.

    Herzliche Grüsse in HILDESHEIM!

    Klaus Metzger

    Ich habe mit meinem Artikel eigentlich nur zum Nachdenken anregen wollen.
    Das Pokern hat sicher nicht nur die Manager und Bankdirektoren
    betroffen.Ich denke das Buch von Erich Fromm "Sein und Haben" ist
    dreißig Jahre alt.Ich denke es hat bisher noch nicht die nötige Wirkung
    gehabt.
    Trotzdem,ohne dass der Schuldner auf die
    Beine kommt,kann er seine Schulden nicht bezahlen.
    Ich würde mich freuen,wenn aber viele die jetzt noch immer
    "Hoch zu Roß" Managergehälter und Abfertigungen einstecken,
    wo sie selbst nur wenig beigetragen haben,absteigen und
    das in Ordnung bringen helfen,was sie ausgelöst haben.
    Ich finde Sozialarbeiter und Umschuldner wirklich
    bewundernswerte und tolle Berufe,ob allerdings dabei
    Manager-Gehälter herauskommen?
    Ich habe dabei nur überlegt,wie es langfristig möglich
    wäre Obamas ehrgeizigen Plan umzusetzen.
    In welchem Umfang es dabei nötig ist Geld zu drucken
    und ob China solche faulen Kredite über Umwege
    gerne finanziert,wobei erheblichste Spannungen
    enstehen werden das braucht sicher viel Augenmaß !
    Aber wenn Sie wollen,ich habe mit dem Gleichnis vom
    verlorenen Sohn aus der Bibel durchaus kein Problem.
    Ich habe noch niemanden gesehen der auch nur einen Groschen
    nach seinem Tod mitgenommen hat!

    Das sehe ich ganz genauso! Diesiges wahnsinnige amerikanische Schuldensystem hat zu dieser Entwicklung geführt und keiner hat es gestoppt. Eine Deutsche, die in Atlanta/USA lebt, hat in ihren Beiträgen auf diese Fehlentwicklungen hingewiesen. Kürzlich ging ein Fall durch das deutsche TV: Einer jungen, farbigen Kranken-
    schwester hat man 8 (!) Häuser/Bruchbuden "angedreht", die sie niemals finanzieren konnte. Sie ist in der Zwischenzeit vom Erdboden verschwunden. Karin weist immerwieder darauf hin, dass auch die DEUTSCHE BANK auf kriminelle Art und Weise im Raum ATLANTA faule Kredite "angedreht" hat.

    Herzliche Grüsse in HILDESHEIM!

    Klaus Metzger

    Ich habe mit meinem Artikel eigentlich nur zum Nachdenken anregen wollen.
    Das Pokern hat sicher nicht nur die Manager und Bankdirektoren
    betroffen.Ich denke das Buch von Erich Fromm "Sein und Haben" ist
    dreißig Jahre alt.Ich denke es hat bisher noch nicht die nötige Wirkung
    gehabt.
    Trotzdem,ohne dass der Schuldner auf die
    Beine kommt,kann er seine Schulden nicht bezahlen.
    Ich würde mich freuen,wenn aber viele die jetzt noch immer
    "Hoch zu Roß" Managergehälter und Abfertigungen einstecken,
    wo sie selbst nur wenig beigetragen haben,absteigen und
    das in Ordnung bringen helfen,was sie ausgelöst haben.
    Ich finde Sozialarbeiter und Umschuldner wirklich
    bewundernswerte und tolle Berufe,ob allerdings dabei
    Manager-Gehälter herauskommen?
    Ich habe dabei nur überlegt,wie es langfristig möglich
    wäre Obamas ehrgeizigen Plan umzusetzen.
    In welchem Umfang es dabei nötig ist Geld zu drucken
    und ob China solche faulen Kredite über Umwege
    gerne finanziert,wobei erheblichste Spannungen
    enstehen werden das braucht sicher viel Augenmaß !
    Aber wenn Sie wollen,ich habe mit dem Gleichnis vom
    verlorenen Sohn aus der Bibel durchaus kein Problem.
    Ich habe noch niemanden gesehen der auch nur einen Groschen
    nach seinem Tod mitgenommen hat!

  6. Das sehe ich ganz genauso! Diesiges wahnsinnige amerikanische Schuldensystem hat zu dieser Entwicklung geführt und keiner hat es gestoppt. Eine Deutsche, die in Atlanta/USA lebt, hat in ihren Beiträgen auf diese Fehlentwicklungen hingewiesen. Kürzlich ging ein Fall durch das deutsche TV: Einer jungen, farbigen Kranken-
    schwester hat man 8 (!) Häuser/Bruchbuden "angedreht", die sie niemals finanzieren konnte. Sie ist in der Zwischenzeit vom Erdboden verschwunden. Karin weist immerwieder darauf hin, dass auch die DEUTSCHE BANK auf kriminelle Art und Weise im Raum ATLANTA faule Kredite "angedreht" hat.

    Herzliche Grüsse in HILDESHEIM!

    Klaus Metzger

    Antwort auf "Schief-Lagen"
  7. Eine spekulative Kapitalaneigung tritt ein, wenn auf die Entwicklung der Preisbildung eines Produkts gezielt wird ohne reale Bezugkoordinaten (Märkte/Fördermengen/Zeit/Verteilung) eines Produkts zu berücksichtigen. Der Unterschied liegt darin das in der Bindung zur produktiven Preisentwicklungen Investitionen denen ein Wachstum vorausgeht, d.h. auch reale Reproduktion auf höherer Stufenleiter gewährt sein muss.
    Ohne reale Investitionen keine reale Wachstumentwicklung!

    Sie können mir glauben, das der Grund der globalen Krise folgender ist:

    Die distributierte Diversifikation von Kapitalanlagen!

    Grüsse
    Trizmachine

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    Ihre Definition lautet:

    "Eine spekulative Kapitalaneigung tritt ein, wenn auf die Entwicklung der Preisbildung eines Produkts gezielt wird ohne reale Bezugkoordinaten (...) eines Produkts zu berücksichtigen."

    Gegen diese Definition spricht zunächst mal nichts, daher wenden wir sie mal auf einen relativ einfach alltäglichen Zusammenhang an und sehen, was dabei herauskommt.

    Als ich noch zur Schule ging, gab es um die Ecke einen kleinen Laden, den man früher wohl "Tante Emma" genannt hätte. Unter anderem bot dieser Laden frische Milch an. Dazu musste die Milch natürlich vorher angekauft werden, und zwar von kleinen Bauern in der Umgebung. Die Milch (also das Produkt) wurde also von diesem Laden angekauft, mit dem alleinigen Zweck, sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu veräußern. Weshalb? Ja zum einen, weil's Leute gibt, die die Milch wollen, und zum andern, weil die Betreiberin des Ladens natürlich etwas mehr für das Produkt (die Milch) verlangt, als sie dafür bezahlt hat. Schließlich muß die Dame ja auch von irgendwas leben.

    Was macht sie also? Sie macht zunächst mal genau das, was Sie in Ihrer Definition fordern: Sie zielt auf die Entwicklung eines Preises, nämlich: Daß sie die Milch, die sie vom Bauern eingekauft hat, zu einem höheren Preis weiterveräußert und diese Differenz als Gewinn vereinnahmen kann. Um die Milch selbst geht es ihr dabei nicht - die Milch wird nicht von ihr selbst konsumiert, sondern steht ausschließlich deshalb im Regal, weil sie sie veräußern will.

    Ist die Betreiberin des Tante-Emma-Ladens nun eine Spekulantin?

    Ihre Definition lautet:

    "Eine spekulative Kapitalaneigung tritt ein, wenn auf die Entwicklung der Preisbildung eines Produkts gezielt wird ohne reale Bezugkoordinaten (...) eines Produkts zu berücksichtigen."

    Gegen diese Definition spricht zunächst mal nichts, daher wenden wir sie mal auf einen relativ einfach alltäglichen Zusammenhang an und sehen, was dabei herauskommt.

    Als ich noch zur Schule ging, gab es um die Ecke einen kleinen Laden, den man früher wohl "Tante Emma" genannt hätte. Unter anderem bot dieser Laden frische Milch an. Dazu musste die Milch natürlich vorher angekauft werden, und zwar von kleinen Bauern in der Umgebung. Die Milch (also das Produkt) wurde also von diesem Laden angekauft, mit dem alleinigen Zweck, sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu veräußern. Weshalb? Ja zum einen, weil's Leute gibt, die die Milch wollen, und zum andern, weil die Betreiberin des Ladens natürlich etwas mehr für das Produkt (die Milch) verlangt, als sie dafür bezahlt hat. Schließlich muß die Dame ja auch von irgendwas leben.

    Was macht sie also? Sie macht zunächst mal genau das, was Sie in Ihrer Definition fordern: Sie zielt auf die Entwicklung eines Preises, nämlich: Daß sie die Milch, die sie vom Bauern eingekauft hat, zu einem höheren Preis weiterveräußert und diese Differenz als Gewinn vereinnahmen kann. Um die Milch selbst geht es ihr dabei nicht - die Milch wird nicht von ihr selbst konsumiert, sondern steht ausschließlich deshalb im Regal, weil sie sie veräußern will.

    Ist die Betreiberin des Tante-Emma-Ladens nun eine Spekulantin?

  8. (entfernt wg. Doppelpostings. Die Redaktion/jk)

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