Hartz IV – ein Massenphänomen? Allein in den ersten drei Jahren seit der Einführung haben 11,8 Millionen Menschen die Unterstützung erhalten. Wenn man die Rentner abzieht, die eine andere Grundsicherung beziehen, bekam fast jeder Fünfte in Deutschland bis Ende 2007 schon mal Hartz IV. Jetzt hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Sozialforschung eine Studie vorgelegt, die der Dauer des Bezugs nachgeht. Fazit: »Viele bleiben lange bedürftig.«

Um die Wirksamkeit des Konzepts vom »Fördern und Fordern« zu prüfen, haben die Autoren Tobias Graf und Helmut Rudolf die Menschen betrachtet, die erst im Februar und März 2005 Hartz IV beantragten; wer direkt aus der Sozial- oder Arbeitslosenhilfe kam, blieb also außen vor. Es zeigte sich: Besonders schwierig ist die Lage von Alleinerziehenden . Über die Hälfte von ihnen lebte auch drei Jahre später von Hartz IV, die große Mehrheit durchgängig; nur ein kleiner Teil hatte zwischendurch mal einen Job. Alleinerziehenden mangelt es vor allem an Kita-Plätzen. Wenn sie ihre Kinder unterbringen könnten, schätzt Frank Weise , Chef der Bundesagentur für Arbeit, könnten 400000 bis 500000 heute Bedürftige eine Arbeit aufnehmen. Mehr Kita-Plätze wären also speziell für Alleinerziehende eine sehr effektive Form des Förderns. UMT