Krisenpolitik Die HintermännerSeite 6/6
Muss man nicht die Gründe für seine Fehler kennen, damit man sie beim nächsten Mal vermeiden kann?
»Wir haben uns blenden lassen«, sagt ein anderer hochrangiger Mitarbeiter im Finanzministerium. »Wir alle. Wir dachten tatsächlich, es würden Werte geschaffen, und wenn doch mal jemand mehr Kontrolle forderte, haben die Banker gleich gedroht: Entweder ihr lasst uns in Ruhe, oder wir müssen ins Ausland gehen. Wir haben uns erpressen lassen.« So könnten es Asmussen und Weidmann niemals ausdrücken, selbst wenn sie es dächten. Schon gar nicht jetzt.
Denn nun tagt der G-20-Gipfel, die Schlacht um die Köpfe hat begonnen, um die Wähler. Merkels Kanzleramtschef de Maizière sitzt in einer Dienstlimousine der Bundesregierung, lässt sich nach Bonn fahren und blättert im Generalanzeiger. »Die Abwrackprämie läuft wirklich toll«, sagt er, aber zufrieden klingt er nicht.
Und sonst? Die Politik hat Macht zurückerobert von den Banken, ein wenig Macht. Der Vorstand der Deutschen Bank verzichtet auf Bonuszahlungen. Die Politik hat die Banken stabilisiert. Und sie ist dabei, eine ihrer schärfsten Maßnahmen zu beschließen, die Enteignung einer Bank.
Tritt Martin Blessing, der Chef der teilweise verstaatlichten Commerzbank, jetzt zusammen mit Finanzminister Steinbrück in Talkshows auf, lässt der Banker dem Politiker den Vortritt. Der Minister redet, der Manager hört zu.
Als sich Jörg Asmussen, der Staatssekretär des Finanzministers, auf den Weg nach London macht, wo bald der G-20-Gipfel beginnt, trägt er in seiner Aktentasche einen Ordner mit dem Plan für die Finanzwelt der Zukunft, so, wie Deutschland sie sich vorstellt: weg mit den Steueroasen, mehr Regelungen für die Bankenwirtschaft, mehr Staat. Eine historische Chance, ein möglicher Triumph der Politik. Aber aus den Zeitungen hat Asmussen an diesem Morgen erfahren, dass die Engländer noch vor dem Gipfel ein großes Treffen allein mit Bankern abhalten. Noch bevor der deutsche Finanzminister mit dem britischen Regierungschef redet, hat schon ein anderer bei Gordon Brown gesessen – Josef Ackermann.
- Datum 21.04.2009 - 08:11 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 02.04.2009 Nr. 15
- Kommentare 26
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....Gute-Nachtgeschichte für ein kleines Kind.
Wobei ich zugeben muss nur die ersten Zeilen gelesen zu haben, da ich noch nicht ins Bett muss.
Der Staat hat kein Geld (!) und leiht Geld (?) den insolvenzbedrohten Banken? Oder leiht die Bank Geld dem Staat, damit sie die nächsten 50 Jahre (weit über meine realitätsnahe Grenze hinausgeschossen) das derzeitige fehlerbehaftete Finanzsystem am Leben zu erhalten?
Zuallererst und als Redakteur mit Verantwortung sollte man erst einmal erklären, was Geld überhaupt ist, wie es entsteht und wie es sich vermehrt. Das ist doch das eigentliche Problem! Das was der ahnungslose Mensch sieht, sind nur die Auswirkungen. Wielange sollen wir denn noch schlafen und die Realität ignorieren?
Wenn der Schreiberling soviel Zeit hatte um so eine Geschichte zu schreiben, sollte er sich mal für eine Fortsetzung von "Harry Potter" bewerben. Hat ganz gute Chancen ;)
Eine Handvoll tapferer politischer Beamter, an denen das wichtigste ihr Halsweh, die Krawatte und der Haarschnitt sind, rettet Deutschland aus der Bankenkrise. Danke ZEIT, danke den Damen und Herren Redakteuren, die diese Perle deutscher Dichtkunst darbieten. Da hätten sie sich aber auch noch den kleinen fatalen Ausflug in die Realität verkneifen können:
" Das Gesetz zur Finanzmarktstabilisierung musste von einer privaten Anwaltskanzlei vorformuliert werden."
Ja Freshfields war es, denen wir dieses schöne Finanzmarktstabilisierungsergänzungsgesetz, hier so schnöde, wie auch wahrheitswidrig, als "Enteignungsgesetz" (wer enteignet meine Schulden?) bezeichnet, verdanken. Freshfields hat uns (der Staat sind wir, die Bürger, falls das in Vergessenheit geraten sein sollte) bereits mit Cross Border-Leasing- und Toll Collect-Verträgen kräftig über den Tisch gezogen. Dann dürfen wir getrost davon ausgehen, dass diese "Enteignung" wieder auf unsere Kosten - horrende Kosten - gehen wird. Dank an die tapferen Helferlein von Merkbrück - das Bundesverdienstkreuz ist ihnen sicher.
kämpfen mit ihren verbliebenen Adlaten um die Macht. Strahlschlips-Kämpfer gehen auf die Strasse um ihr gutes Recht auf Lagengriff in die Volkswirtschaft zu verteidigen, geschult um mit einer 500-Euro-Note zu töten. Das wär doch mal ein Artikel, nicht immer das Gejammere des Besitzbürgertums um 10.000 Euro Anleihen zu 25 Prozent p.a., ich kanns nicht mehr hören.
Der Artikel verdient eine Fundamentalkritik. Hier einige Elemente:
1. Einen amtsmüden politischen Beamten Weidmann kann sich Angela Merkel eigentlich nicht leisten. Sie sollte darüber nachdenken, wie sie seine Müdigkeit behandeln kann.
2. Die Finanzkrise wird wahrscheinlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Kanzleramtschef de Maizière muss also seinen Untergebenen nicht unbedingt Druck machen. Die sollten auf gleicher Augenhöhe miteinander arbeiten.
3. Die Regierung sollte die Beschimpfungen von allen Seiten einfach ignorieren. Wer schimpft hat Unrecht. Im übrigen sollten die verschiedenen politisch relevanten Seiten ihre Beschimpfungen unterlassen und vernünftige Argumente suchen. So schlecht ist die Lage auch wieder nicht, sage ich mal.
4. Was soll's, wenn - wahrscheinlich - in diesem Jahr eine Million Menschen ihre Arbeit verlieren? Das ist doch notwendiger Teil der freien Marktwirtschaft und die Wohltaten der sozialen Marktwirtschaft federn das doch spielend ab. Arbeitsplatzsicherheit haben eben mal nur unsere vom Staat angestellten Beamten. Damit müssen die Nicht-Beamten leben, wenn nicht endlich eine andere Politik gemacht wird oder nicht ständig der Sozialstaat in Frage gestellt wird.
5. Das durch die Globalisierung verlorene Terrain kann am wenigsten durch die Banker zurück gewonnen werden - es sei denn durch politisches Wohlverhalten. Das ist ureigene Aufgabe internationaler politischer Verhandlungen.
6. Das Enteignungsgesetz bewirkt weniger eine Strangulierung der Märkte als eine der Manager, die mit Recht Angst um ihre Spitzengehälter haben. Schon jetzt wurden ihre Aktienpakete ja merklich weniger wert.
7. Halstabletten kann Weidmann ruhig weiter verwenden. Sie steigern sicher sein Wohlbefinden.
8. Selbstverständlich hat Ackermann Recht, wenn er eine Veränderung der ganzen Finanzmarktarchitektur fordert. Nur: Was meint er damit? Mein Vorschlag: Er soll sich nicht länger gegen die Einführung von Sozialismus und Kommunismus wehren. Dann wären seine Sorgen mit einem Schlag gelöst. Aber um das zu glauben fehlt ihm wohl jegliches Vertrauen in diese beiden zukunftsorientierten Gesellschaftsformen. Hoffentlich sehen das die deutschen Wähler demnächst genau so. Der grassierende deutsche Antikommunismus in der politischen Diskussion wird es wahrscheinlich leider zu verhindern wissen.
9. Die Gewinne der Deutschen Bank haben nicht die Deutsche Bank stark gemacht, sondern die Vermögen ihrer Manager schamlos erhöht.
10. Es ist eine Illusion Ackermanns zu meinen, er hätte die besten Investmentbanker.
11. Wir brauchen nicht unbedingt neue Regeln, auch nicht unbedingt mehr Regeln, wir brauchen unbedingt richtige und vernünftige Regeln. Und die bieten nun mal Sozialismus und Kommunismus an. Man sollte auch die antisozialistischen und antikommunistischen Warnungen Westerwellen schlicht ignorieren. Das täte den meisten gut.
12. Ich kann durchaus damit leben, dass Deutschland vielleicht in Zukunft nicht mehr Exportweltmeister sein wird. Das Leben ist kein Fussballspiel. Ackermann sollte nicht sein Lieblingshobby anderen Menschen vorschreiben wollen und die Strategie der Deutschen Bank am Fussballspiel ausrichten.
13. Mich würde sehr interessieren, ob die Berechnungen der Asiatischen Entwicklungsbank über die Vernichtung von 40 Billionen Euro wirklich stimmen. So viel Geld kann unmöglich aus dem Kreislauf der Weltwirtschaft verschwinden. Wenn es wirklich verschwunden ist wäre ich froh, wenn es bei den Armen dieser Welt gelandet wäre.
14. Der weltweite Wucher der Finanzmärkte ist wohl das Kernproblem der gegenwärtigen Finanzkrise. Er äussert sich vor allem in den exorbitant gestiegenen Einkommen gewisser Bankenkreise.
15. Wer will schon reich werden, wenn das so schwierig ist? Da kassiere ich doch lieber Hartz-IV und mache mir ein gutes Leben. Im übrigen ist es gar nicht so schwierig, reich zu werden. Man muss sich nur in den richtigen Kreisen aufhalten. Dann geht das mühelos.
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Mein Verdacht hat sich bestätigt, die Krise wird von einer Skatrunde im Nebenjob gemanagt. Es wird unabhängig vom Blatt immer contra re bock gespielt.
Über die Rolle z.B. von Asmussen im Aufsichtsrat der IKB und viele andere seiner Machenschaften hätte man ja gern mehr erfahren. Aber hier war ja offensichtlich Lobhudelei bestellt - und wurde prompt von der ZEIT geliefert.
"In einer Hierarchie neigt jeder Beschäftigte dazu, bis zu seiner Stufe der Unfähigkeit aufzusteigen."
Die Brandstifter sind jetzt Feuerwehrleute.
http://www.nachdenkseiten...
Sie sind keine Feuerwehrleute, aber sie tun so. Tatsächlich sind sie wohl hauptsächlich damit beschäftigt, ihre Spuren zu verwischen. Mit Geld. Unserem Geld.
Aber immerhin, Wo bleibt das Positive:
Zaghaft, im Verborgenen, werden jetzt selbst in der INSM-Presse Verantwortliche benannt. Nicht alle, natürlich. Unerwähnt bleibt, in welchen Geldinsituten der Herr Asmussen im Aufsichtsrat gesessen hat, und der Herr Finanzminister, ...
Was die Arbeitszeiten anbelangt, da kann ich nur hohl lachen:
Willkommen in der Realität der "sozialen" Marktwirschaft. Was für jede Krankenschwester eher üblich als die Ausnahme ist, führt hier zu weinerlichem Gegreine. Ekelhaft, so was.
Aber ich verstehe sie schon, die Forderer und Förderer: Es ist eine Sache, "Leitungsbereitschaft" von anderen zu fordern als sie selbst zu erbringen, nicht wahr?
Jetzt wird der Staat endgültig privatisiert.
Sie sind keine Feuerwehrleute, aber sie tun so. Tatsächlich sind sie wohl hauptsächlich damit beschäftigt, ihre Spuren zu verwischen. Mit Geld. Unserem Geld.
Aber immerhin, Wo bleibt das Positive:
Zaghaft, im Verborgenen, werden jetzt selbst in der INSM-Presse Verantwortliche benannt. Nicht alle, natürlich. Unerwähnt bleibt, in welchen Geldinsituten der Herr Asmussen im Aufsichtsrat gesessen hat, und der Herr Finanzminister, ...
Was die Arbeitszeiten anbelangt, da kann ich nur hohl lachen:
Willkommen in der Realität der "sozialen" Marktwirschaft. Was für jede Krankenschwester eher üblich als die Ausnahme ist, führt hier zu weinerlichem Gegreine. Ekelhaft, so was.
Aber ich verstehe sie schon, die Forderer und Förderer: Es ist eine Sache, "Leitungsbereitschaft" von anderen zu fordern als sie selbst zu erbringen, nicht wahr?
Jetzt wird der Staat endgültig privatisiert.
" Sein Gegner ist die Krise.." Uiih, das Gespenst aus Amerika und nicht etwa die Gesetze, die Hedgefonds hier in Deutschland zum Abkassieren einluden und Banken zum Zocken verleiteten.
" Nach Märklin ist auch Schiesser insolvent." So,so, aber die Gesetze, der Rot-Grün- Regierung, die diese Insolvenzen erst möglich machten, lässt man unangetastet.
Welch sensationelles journalistisches Neveau!
Ich habe eher das Gefühl, dass die Banker die Regierungen kontrollieren. Wenn man sich unser Geldsystem, in dem (private!) Banken Geld buchstäblich erzeugen können, anschaut, verwundert das auch nicht weiter
http://www.webinformation.at/material/Pyramidenspielgeldsystem.pdf
oder die Gier?
oder die Gier?
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