Frankreich Es riecht nach Kautschuk und RevolteSeite 3/3

»Das werden sie teuer bezahlen«, sagt der Gewerkschafter Manuel de Costa

Zuletzt trafen die Conti-Leute in ihren schwarzen Werksjacken ein, vorneweg der unvermeidliche Sarg für die Arbeitsplätze. Und als dann wieder einmal Reifen brannten, Knallkörper explodierten, Trommeln dröhnten, und die Internationale erklang, redete sich der christliche Gewerkschafter Manuel da Costa in Rage: »Sie betrügen uns, sie belügen uns, wenn das so weitergeht, gibt es eine Revolution!« Wohl kaum. Aber eine Revolte, das vielleicht. »Sie haben unseren Schweiß bekommen, jetzt wollen sie unser Blut. Aber sie werden teuer bezahlen«, sagt Xavier Mathieu, der Rote von der CGT. Dass es am Standort Hannover eher ruhig zugeht, enttäuscht ihn.

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Sowohl in Hannover als auch in Clairoix wird der Konflikt in einen großzügigen Sozialplan münden, und in beiden Fällen wird der Staat Härten lindern. Doch Frankreichs Politiker fürchten, dass die Gewerkschaften mancherorts die Kontrolle über die Wut verlieren könnten. Vertreter des Continental-Managements meiden mittlerweile die Nähe ihres Reifenwerks. Die nächste Sitzung des Gesamtbetriebsrats ist ans Mittelmeer verlegt worden, ins 1000 Kilometer entfernte Nizza. Es liegt etwas in der Luft, ein Geruch nach Kautschuk, Ruß und Rebellion.

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