Insolvenzen Mehr Masse als KlasseSeite 5/5
Es fehle in Deutschland noch an einer Sanierungskultur, meint Insolvenzprofi Pannen. Das Planverfahren sei ein nützliches Instrument, um gescheiterten Unternehmern eine zweite Chance zu geben. Während der Geschäftsinhaber bei einer Pleite im Normalfall alles verliert, ist der Insolvenzplan »für den Unternehmer eine Chance, weil er zumindest einen Teil seiner Werte erhalten kann«. Anders als bei einer herkömmlichen Pleite bleibt er Eigentümer, wenn auch oft mit einem herabgesetzten Anteil.
Selbst wenn Firmen nicht mehr zu retten sind, gibt es für Insolvenzverwalter einiges zu tun. »Dann muss man die Leiche aufmachen und schauen, ob die Organe noch da sind«, sagt Haarmeyer. »Wenn sie fehlen, muss man gucken, wer sie hat.« Es ist nämlich regelmäßig so, dass Firmen schon viele Monate insolvent sind, bevor die Geschäftsführer ihrer Pflicht nachkommen und zum Gericht gehen.
Oft wird auf den letzten Metern auch noch Vermögen beiseitegeschafft – zum Schaden der Gläubiger. Das Gesetz gibt dem Verwalter die Möglichkeit, solches Geld zurückzuholen. Er kann Verträge anfechten, die für das Unternehmen auffällig ungünstig waren, und nachteilige Geschäfte rückabwickeln. Er kann Geschäftsführer und Vorstände zur Haftung ziehen, wenn die etwas falsch gemacht haben. Zu seinen Aufgaben gehört es auch, all das Geld einzutreiben, das die Pleitefirma noch von anderen zu bekommen hat. Aber nicht einmal das schaffen viele Insolvenzverwalter. Stattdessen wickeln sie das Verfahren so schnell wie möglich ab. Für sie ist das ein gutes Geschäft, jedenfalls dann, wenn genügend Geld da ist, um die Vergütung des Insolvenzverwalters zu bezahlen, denn der darf sich als Erster bedienen.
So kommt es, dass die schwarzen Schafe der Branche die Forderungen oft schnell für einen Bruchteil ihres tatsächlichen Wertes an Spezialfirmen weiterverkaufen, statt sich selbst um die arbeitsintensive Beitreibung des Geldes zu kümmern. Das führt dann zu mageren Beitreibungsquoten von 15 Prozent, obwohl es eigentlich 35 Prozent sein könnten. Die besten Verwalter holen sogar 50 Prozent der ausstehenden Gelder zurück. Das macht aber Arbeit und erfordert bisweilen auch Mut. Und bei Weitem nicht alle Verwalter sind so angriffsfreudig wie der Hamburger Jan Wilhelm, der mit einigem Recht von sich sagen kann: »Ich zerre jeden in den Ring.«
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- Datum 29.05.2009 - 18:58 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 02.04.2009 Nr. 15
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Das Spekulationskartell
man sollte sich darüber im klaren sein, dass nach der inzwischen allseits bekannt gewordenen Spielbankenmethode, mit welcher die zu Glückspiel- und Zockervereinigungen verkommenen Banken - Privatbanken wie wohl auch öffentlich-rechtliche Banken - welche die Mehrheit ihrer gutgläubigen und naiven Kunden um Multimilliardenbeträge betrogen haben, nun auch die Eigenkapitaldiebstahlmethode der breiten Öffentlichkeit vertraut gemacht wird.
Dabei sind im wesentlichen die Unternehmen betroffen, die von Investoren genannten Unternehmenshandelsspekulanten okkupiert wurden. Übrigens ist einer der begeistertsten Befürworter dieses Unternehmenshandels ein gewisser Herr Gerhard Schröder, der mit der Hilfe seiner eloquenten Knappen Peer Steinbrück, Hans Eichel und Franz-Walter Steinmeier so gut wie alle Einfallstore für den Einfall der Eigenkapitaldiebe in die deutschen Produktionsunternehmen geöffnet hat. Hier nur der Hinweis auf das MoRaKG, die damit verknüpften Steuerbegünstigungen und teils sogar Steuersubventionen, die den sogenannten Private Equity Unternehmen zugeschanzt wurden, damit ihre Beutezüge in Deutschland auch wirklich richtig profitabel wurden.
Ob dabei persönliche Interessen des Herrn Schröder aufgrund von Verbandelungen mit Veranstaltern von Glücksspielsystemen des Typs Investmentfonds eine Rolle spielten, ob rechtliche Grenzen immer hinreichend respektiert wurden oder nicht, das liegt alles im Bereich der Spekulation, so wie die gesamte Investitionsbankenwirtschaft auf Spekulation gegründet ist.
Die Mehrheit der in 2009/2010 in den Bankrott treibenden Unternehmen in Deutschland, werden Unternehmen sein, die von Investitionsspekulationsfirmen mit dem Instrument des leveraged buyouts übernommen wurden, d.h. mit meistens 100%iger Fremdfinanzierung. Im System dieser Spekulationsmethode steht die Ausschleusung der Eigenkapitalsubstanz aus den übernommen Unternehmen und die Übertragung dieser Vermögenswerte auf das Private Equity Unternehmen. Die ihres Eigenkapitals beraubten Unternehmen wurden mit Fremdkrediten derart überladen, dass eigentlich so etwas wie eine Insolvenzsituation geschaffen wurde, die nur mit extrem verschachtelten und winkeladvokatorischen Konstruktionen noch im Bereich der theoretisch-formalen Legalität zu halten waren.
Aufgrund der extremsten Anspannungen der Liquiditätssituation in diesen Unternehmen, ist bei einer zu erwartenden, hinreichend negativen Geschäftsentwicklung zu erwarten, dass der Insolvenzfall eintritt, weil der sogen. Cash-Flow nicht mehr ausreicht, um die fälligen Fremdkredite zu bedienen. Angesichts der prekären Bankensituationen ist nicht damit zu rechnen, dass eine besonders ausgeprägte Nachgiebigkeit bei der Nichtbedienung der Kreditverbindlichkeiten dieser im Besitz von Private-Equity-Investoren befindlichen Unternehmen zu erwarten ist.
Diese zu erwartende Insolvenzlawine ist ursächlich auf die Finanzspekulations-wirtschaftsentwicklungs- und Förderungspolitik der Koalition Schröder-Fischer zurückzuführen. Dass weite Kreise der Parlamentarier der FDP und der CDU/CSU dieser massive Produktionswirtschaftszerstörungspolitik der Gruppe Schröder zugestimmt haben, bindet diese Spekulationswirtschaftsinsurgenten in die gesamtgesellschaftliche Verantwortung unabdingbar ein.
Es ist an der Zeit über die Problematik der Kapitalkonzentration im Besitz einer extremen Privatvermögensminderheit einen öffentlichen Diskurs zu beginnen und die Agitation und Propaganda solcher Lobbyorganisationen wie der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft als solche transparent zu machen. Wenn es uns nicht gelingt, dieser ruinösen Politik der Etablierung eines neuen Finanzspekulationsfeudalismus ein Ende zu bereiten, dann werden wir erleben, wie unsere gesamten Gesellschaftsstrukturen derart zerbrechen, dass uns allen noch Hören und Sehen vergehen wird.
Gehen Sie zu ihrem Bundestagskandidaten und fragen Sie ihn nach den Gründen, die zu dieser Politik im Deutschen Parlament führten / führen. Wenn Sie weitere Informationen brauchen, schauen sie nach bei: www.lobbycontrol.de und www.transparency.de und lesen sie einfach einmal ein kleines Büchlein: „Wir sind besser, als wir glauben – Wohlstand für alle“ von Peter Bofinger – ISBN-10: 3-499-62107-X.
Und damit Sie sich nicht länger von den Propagandisten, Agitatoren und von einschlägigen Organisationen „bezahlten Experten“ verladen lassen müssen, lesen Sie doch einfach selbst bei Ludwig Erhard nach, was „Marktwirtschaft“ in Wirklichkeit ist. http://www.ludwig-erhard-...
PS: Lesen Sie speziell auf der Seite 211 nach, was Erhard zum Thema "Lohnerhöungen" schreibt und lassen Sie es sich auf Ihrer Zunge zergehen.
Das Buch ist sogar umsonst, direkt von der Quelle und ein Kernbeitrag zum Kulturerbe Deutschlands.
Experience is the only way to understand.
aber das schöne Zitat aus dem Artikel, betreffend die Firma Märklin:
"Auch wenn ein großer Teil der Verluste durch Beraterhonorare verursacht wurde..."
ist wirklich zu schade, um sang- und klanglos zu verschwinden.
Mene mene tekel uphasin.
Erhalten die Richter der Insolvenzgerichte Insolvenzpläne auf Pennälerniveau (Habermas), die ganz offenbar nicht imstande sind, das notwendig Wissenschaftliche (Durkheim) eines solchen Plans einzuholen, sabotiert dies offen die judikative Gewalt. Weil selbst so genannte Stars der Branche der Insolvenzverwalter keine akademischen Grade besitzen und nahezu ausschließlich Rechtsanwälte sind, gefährden sie systemisch äußerst geltendes Insolvenzrecht. Gegenwärtig vereiteln daher Insolvenzverwalter eine wirksame Eröffnung eines Insolvenzverfahrens vielmehr und lassen sich dieses verwerfliche Tun im Gegenzug sogar noch reichlich entgelten.
Insolvenzverwalter, die nicht sauber arbeiten und sich zuerst bereichern wollen, gibt es leider deutlich mehr als man denkt.
Ich persönlich kenne zwei, einen würde ich als dubios einstufen, den anderen als Betrüger.
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