Über Gott und die Welt
Der Biophysiker und Bestsellerautor Stefan Klein führt für das ZEITmagazin regelmäßig Gespräche mit Wissenschaftlern über die großen Fragen, auf die wir keine letzten Antworten haben. Diesmal spricht er mit dem Physik-Nobelpreisträger Steven Weinberg.
Übermäßiger Respekt ist keine Regung, die mich oft plagt. Ich fragte mich allerdings doch, wie ich Steven Weinberg begegnen sollte, einem Mann, der wie kaum ein anderer lebender Physiker unsere Vorstellung vom Aufbau und der Entstehung des Universums geprägt hat. Und nicht nur als Forscher, auch als Naturphilosoph und Schriftsteller tat sich der Nobelpreisträger Weinberg hervor. Mit seinem Bestseller "Die ersten drei Minuten" von 1977 über die Zeit nach dem Urknall begeisterte er eine ganze Generation für die Physik – auch mich. Mit seinen glänzend geschriebenen Essays über Wissenschaft und Religion sorgt er bis heute regelmäßig für Wirbel.
Doch alle Befangenheit verflüchtigte sich, als ich das bescheidene Zimmer an der Universität von Texas in Austin betrat, in dem Weinberg vor einer Tafel mit mathematischen Symbolen saß. Ohne selbst aufzustehen, bot mir der 75-Jährige einen Platz an und begann mich in eine Konversation zu verwickeln, die so freundlich war, als hätten wir uns schon lange gekannt. Während des Gesprächs lachte er immer wieder laut auf. Seine Hände spielten unterdessen mit dem vergoldeten Knauf eines Spazierstocks.
Stefan Klein: Professor Weinberg, ist es wahr, dass Sie die große Entdeckung Ihres Lebens in einem roten Sportwagen gemacht haben?
Steven Weinberg: Ja, in einem Chevrolet Camaro. Das war 1967. Ich versuchte damals, die starken Kräfte zu verstehen, die den Atomkern zusammenhalten. Aber ich gelangte nirgendwohin. Meine Rechnungen ergaben wieder und wieder, dass es Teilchen mit der Masse null geben müsse. Doch das widersprach allen Experimenten. Da ging mir plötzlich auf, dass das gewichtslose Teilchen nichts anderes ist als das Photon…
Klein: … anschaulich gesprochen, das längst bekannte Elementarteilchen des Lichts.
Weinberg: Genau. Meine Überlegungen stimmten, nur betrafen sie ein ganz anderes Problem, als ich dachte. Ich hatte eine Theorie für die starken Kräfte im Atomkern gesucht und eine für die Strahlung des Lichts und bestimmte Phänomene der Radioaktivität gefunden.
Klein: Wie ein Detektiv, der die Spur zu einem Verbrechen verfolgt und dabei ein ganz anderes aufklärt.
Weinberg: So ähnlich. Und das alles begriff ich, als ich durch die Straßen von Boston zur Arbeit fuhr.
Klein: Nicht sehr verkehrssicher.
Weinberg: Wenigstens habe ich am Steuer nicht telefoniert. Aber es ist wirklich ein Problem: Wir theoretischen Physiker denken ständig über das nach, woran wir uns gerade versuchen – wie Komponisten und Dichter vielleicht auch. Und darüber vergesse ich eben, was ich eigentlich in dem Laden kaufen wollte, den ich gerade betreten habe.
Klein: Ihr Heureka hinter dem Lenkrad hat der Grundlagenphysik eine neue Richtung gegeben. So entstand das sogenannte Standardmodell, die heute allgemein akzeptierte Vorstellung vom Aufbau der Materie und der Entstehung des Universums. Ahnten Sie das in diesem Moment?
Weinberg: Meistens rennt man ja in eine Sackgasse. In diesem Fall spürte ich immerhin, dass an meiner Idee etwas dran sein könnte. So war es denn eine große Freude, eine Theorie auszuarbeiten, die vielleicht stimmte. Dass ich tatsächlich richtig lag, zeigten erst Experimente sechs Jahre später. Das war die zweite große Freude.
Klein: Die moderne Physik kennt vier Grundkräfte, die sich in ihrer Stärke und Reichweite unterscheiden: die Schwerkraft, die elektromagnetische Kraft, die schwache und die starke Kernkraft. Sie und Ihre Kollegen hatten begriffen, wie man zwei dieser Naturkräfte – die elektromagnetische Kraft und die schwache Kernkraft –, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, auf eine einzige Grundkraft zurückführen kann. Und verschiedene Phänomene als eine Einheit zu erkennen bedeutet für einen Grundlagenphysiker so etwas wie den Heiligen Gral zu erreichen. Warum eigentlich?
Weinberg: Weil wir zu einem einfacheren Verständnis der Natur vorstoßen wollen. Und der Weg zur Einfachheit ist Vereinheitlichung. Denken Sie an Newton, der erkannte, dass die Planeten denselben Gesetzen folgen wie ein zu Boden fallender Stein. Es gibt also nicht getrennte Naturgesetze für Himmel und Erde, wie man bis dahin dachte – nur die Gravitation, die überall herrscht. Das war ein großer Fortschritt.
Klein: Doch für die Vereinheitlichung zahlen Sie einen hohen Preis. Sie mögen zwar die Zahl der Naturgesetze verringern. Dafür wird es aber immer schwieriger, diese wenigen grundlegenden Gesetze zu verstehen. Nur noch einigen Eingeweihten gelingt das.
Weinberg: Das ist leider wahr. Allerdings hatte das Publikum im 17. Jahrhundert mit Newton auch seine Not. Heute begreift jeder Abiturient die von ihm entdeckten Gesetze. Voltaire hat sie mit seinen Kommentaren der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Klein: Vor allem gebührt dieser Ruhm Voltaires Geliebter, Émile du Châtelet. Sie verfasste die meisten der Kommentare. Aber wie auch immer: Betrübt es Sie, wenn zum Beispiel auf einer Party keiner Ihre Arbeit versteht?
Weinberg: Ja. Manchmal ist es sehr frustrierend. So hatte ich einmal vor dem Kongress in Washington über das Projekt eines neuen Teilchenbeschleunigers hier in Texas vorzutragen. Da fragte mich einer der Abgeordneten: »Wofür braucht Ihr einen Beschleuniger? Macht das doch einfach mit einem großen Computer.« Er hatte nicht begriffen, dass ein Computer nichts ausrechnen kann über Phänomene, die keiner kennt. Denn mit dem Beschleuniger wollten wir ja gerade neue Naturgesetze entdecken. Noch schlimmer aber sind Leute, die einen nur dafür bewundern, dass man etwas tut, was sie nicht verstehen. Viele glauben ja, dass unzugängliche Dichtung zwangsläufig tiefsinnig sei. Wir sollten uns überhaupt nichts darauf einbilden, dass Physik schwer zu verstehen ist – sondern etwas dagegen tun.
Klein: Den Teilchenbeschleuniger wünschten Sie sich, weil sich die Grundkräfte erst bei sehr hohen Energien vereinigen, wie sie in den ersten Augenblicken nach dem Urknall vorherrschten oder eben auch im Beschleuniger herstellbar sind. Aus dem Projekt in Texas wurde aber nichts.
Weinberg: Leider war ich in politischen Dingen nie sehr erfolgreich.
Klein: Dafür hat das Standardmodell alle bisherigen Tests an den schwächeren Beschleunigern des Genfer Kernforschungszentrums glänzend bestanden. Und im vorigen Jahr ging dort eine Maschine in Betrieb, der LHC, welcher ähnliche Energien erreichen soll wie Ihr Wunschapparat in Texas. Leider gab es gleich eine heftige Explosion im unterirdischen Beschleunigertunnel, und der LHC ist bis auf Weiteres kaputt. Waren Sie enttäuscht, als Sie davon erfuhren?
Weinberg: Natürlich. Aber es heißt ja, dass der Beschleuniger im Herbst wieder laufen soll. Wir haben schon so lange gewartet – auf ein paar Monate Verzögerung kommt es nun auch nicht mehr an.
Klein: Welche Entdeckungen erhoffen Sie sich?
Weinberg: Wenn irgendjemand wüsste, was kommt, könnten wir uns die Experimente ja sparen. Die meisten von uns rechnen damit, dass man ein neues Elementarteilchen namens Higgs-Boson aufspüren wird…
Klein: …welches dafür verantwortlich sein soll, dass alle Dinge eine Masse haben.
Weinberg: Aber wenn das alles ist, was wir finden, wäre es wirklich sehr enttäuschend. Ich persönlich wünsche mir Aufschluss über die dunkle Materie…
Klein: …eine geheimnisvolle Substanz, von der es im Universum fünfmal mehr geben muss als von allen bekannten Erscheinungsformen der Materie.
Weinberg: Wir haben bisher nicht die geringste Ahnung, woraus sie besteht. Schön wäre es auch, wenn wir eine neue, Supersymmetrie genannte Ordnung im Reich der bekannten Elementarteilchen feststellen könnten. Davon reden wir nun schon seit mehr als dreißig Jahren. Es wäre sehr aufregend, die Supersymmetrie nun wirklich zu sehen.
Klein: Das Standardmodell, das Sie damals in Ihrem Auto mitbegründet haben, ist nicht vollständig. Zum einen sind bisher alle Versuche gescheitert, die Schwerkraft miteinzubeziehen. Zum anderen enthält es Zahlenwerte, die sich nicht aus der Theorie selbst ergeben, sondern als Messergebnisse eingefügt werden müssen. Darum versuchen Physiker seit mehr als dreißig Jahren Naturgesetze jenseits des Standardmodells zu finden. Bisher vergebens.
Weinberg: Das Standardmodell ist nun einmal sehr erfolgreich. Aber sehen Sie sich das einmal ein. (Er zieht ein rotes Büchlein aus der Schreibtischschublade.) Darin finden Sie alles, was wir heute über Elementarteilchen wissen: Tabellen, Zahlenkolonnen. Das ist also unsere Theorie. Wie hässlich sie ist! Das ist bestimmt nicht das, was wir wollen. Unser Sinn für Schönheit gehört nun einmal zu unserem Job.
Klein: Was nennen Sie denn eine schöne Theorie über die Natur?
Weinberg: Eine, in der sich die Zusammenhänge zwangsläufig ergeben. Alles fügt sich ineinander, und wenn Sie auch nur eine Kleinigkeit verändern möchten, ist das ganze Gebäude zerstört. Solche Theorien gibt es: Denken Sie nur an die Quantenmechanik, welche die Dynamik der Atome und Elementarteilchen beschreibt. Das Standardmodell besitzt diese Geschlossenheit nicht.
Klein: Warum sollte eigentlich die Natur so beschaffen sein, dass Menschen ihre Gesetze zwangsläufig und schön finden?
Weinberg: Wenn ich das wüsste. Möglicherweise ist sie nicht so beschaffen, und wir hängen einem Wunschdenken nach. Andererseits aber hat uns diese Suche nach Schönheit schon weit gebracht: Im Lauf der Zeit haben Forscher einige sehr ansprechende Naturgesetze gefunden. Und wenn wir nicht weitersuchen, finden wir bestimmt keine weiteren. Ich jedenfalls finde dieses unsichere Ziel so attraktiv, dass es sich lohnt, mein Leben damit zu verbringen.
Klein: Vielleicht stand Ihre eigene Theorie der Suche im Wege – das Standardmodell war einfach zu erfolgreich. Haben Sie Ihren Geistesblitz in den Straßen von Boston manchmal bereut?
Weinberg: Nein. Ideen bauen aufeinander auf. Das Standardmodell war ein Schritt, der notwendig war, bevor wir den nächsten tun können. Wenn ich eine Entdeckung der Physik bereue, dann die der Kernspaltung – aus ganz anderen Gründen.
Klein: Wonach Sie sich sehnen, ist ein Gesetz, welches das ganze Universum beschreibt. Viele sagen "Weltformel" oder "Theorie von allem" dazu.
Weinberg: Ich mag diese Ausdrücke nicht. Sie erwecken den Eindruck, wir würden alles verstehen, wenn wir an diesem Ziel angelangt sind. Aber so wird es nicht sein. Denken Sie an Phänomene wie das Bewusstsein oder auch nur die Turbulenz in Flüssigkeiten und Gasen. Die physikalischen und chemischen Gesetze, die ihnen zugrunde liegen, kennen wir schon. Dennoch sind wir weit davon entfernt, unser Bewusstsein oder das Wetter begriffen zu haben. Deswegen nenne ich das Ziel unserer Suche lieber eine "letztgültige Theorie".
Klein: Selbst viele Physiker zweifeln am Wert solch einer letztgültigen Theorie, die uns gerade über einige der interessantesten Dinge dann doch nichts verrät.
Weinberg: Das ist ungerecht. Denn immerhin wird unsere Theorie das Ende aller Erklärungen sein. In unserer Welt haben wir es mit Zufällen und Gesetzmäßigkeiten zu tun. Zufälle können Sie nicht weiter erklären. Es ist sinnlos zu fragen, warum ausgerechnet vor 65 Millionen Jahren ein Komet die Erde traf und damit die Dinosaurier auslöschte. Etwas anderes ist es, wenn Sie etwas über die Regeln der Vererbung bei den Sauriern oder anderen Lebewesen herausfinden wollen. Ihnen liegen Gesetzmäßigkeiten zugrunde, die der Biochemie. Nun können Sie wiederum die biochemischen Gesetze erklären, nämlich durch die der Atomphysik. Dann kommt die Teilchenphysik, und immer so weiter. Und ganz gleich, wonach Sie fragen: Am Schluss landen Sie immer bei der letztgültigen Theorie. Dort enden alle Fragen nach dem Warum.
Klein: Kennen Sie die russischen Matroschkas?
Weinberg: Sie meinen diese Holzpuppen, die man am Bauch auseinanderziehen kann?
Klein: Genau. Und dann kommt eine kleinere, wiederum zerlegbare Puppe zum Vorschein – bis man irgendwann eine kleinste, unteilbare Puppe findet. Daran erinnert mich Ihr Traum von einer letztgültigen Theorie. Aber wer sagt, dass die Suche je zum Ende kommt? Es könnte ja immer eine noch kleinere Puppe geben.
Weinberg: Gut möglich. Andererseits sehen wir, dass die Erklärungen auf jeder Stufe, die wir bisher erklommen haben, immer umfassender wurden. Das macht mir Mut. Eine andere Frage ist, ob unsere Gehirne mächtig genug sind, diese immer umfassenderen Gesetze auch zu verstehen. Hunde können Sie schließlich auch keine höhere Mathematik lehren.
Klein: Ich frage mich, inwieweit die Sehnsucht nach einem allumfassenden Gesetz des Universums unser kulturelles Erbe ist. Juden, Christen und Muslime glauben an den einen allmächtigen Gott. Mitunter erscheint mir die Suche nach der letztgültigen Theorie wie Monotheismus in einer neuen, weltlicheren Form.
Weinberg: Ein interessanter Gedanke – immerhin entstand die Wissenschaft in ihrer heutigen Form in Europa. Aber ich würde Ihr Argument lieber umdrehen: Der Wunsch nach einem Gott und einer Theorie für den ganzen Kosmos mögen dieselbe Ursache haben. Monotheismus entwickelte sich, weil die Menschen die Vielgötterei zu kompliziert fanden. Und so wie es unbefriedigend ist, die Gewitter auf Zeus, die Seuchen auf Apollo und die Erntenöte auf Demeter zu schieben, wollen auch wir Physiker statt des unübersichtlichen Standardmodells lieber eine einheitliche Erklärung der Welt.
Klein: Sie meinen, der Wunsch nach einem einzigen Grund für alles entspricht der menschlichen Natur?
Weinberg: Wir haben diesen Wesenszug – das genau umgekehrte Verlangen allerdings auch. Wenn Sie in die Oper gehen, suchen Sie keine einfachen Erklärungen, sondern wollen auf der Bühne die ganze Vielfalt und Komplexität des Lebens erfahren.
Klein: Verschiedene Menschen haben unterschiedliche ästhetische Bedürfnisse.
Weinberg: Nein, eher tragen wir alle widersprüchliche Bedürfnisse in uns. Wir wollen beides, Einfachheit und Fülle.
Klein: Sie haben Ihre erste Begegnung mit den Symbolen der höheren Mathematik einmal als eine Vision magischer Zeichen beschrieben.
Weinberg: Ich ging in der New Yorker Bronx zur Schule. Eines Tages stieß ich in der Bibliothek zufällig auf ein Buch über Wärmelehre, und darin sah ich dieses Zeichen: ∫o. Es steht für eine Operation der Infinitesimalrechnung, ein Integral über einer geschlossenen Kurve. Aber das wusste ich nicht. Ich fühlte nur, dass dieses Symbol sehr mächtig sein musste – so ähnlich, wie es Faust gehen mag, als er am Anfang von Goethes Drama auf das Pentagramm stößt. Als ich lernte, dass das Zeichen mathematisch präzise Aussagen über Wärme erlaubt, fand ich es noch aufregender: Wer solche Symbole versteht, dachte ich, könnte die Natur beherrschen.
Klein: Sie träumten von Macht.
Weinberg: Nicht in dem Sinne, dass ich mit meinem Wissen etwas anstellen wollte. Ich wollte die Natur intellektuell beherrschen. Also begann ich, mir selbst höhere Mathematik beizubringen. So kam ich mir wie ein Zauberlehrling vor, als ich mit der Zeit die Symbole immer besser verstand.
Klein: Welche Gefühle haben Sie heute beim Nachdenken über die Natur?
Weinberg: Ein Empfinden von Schönheit, des Staunens und eines Mysteriums. Denn wie weit auch immer wir kommen werden auf der Suche nach einer letztgültigen Theorie, so werden wir doch nie erfahren, warum die Naturgesetze so sind, wie sie sind. Ein Geheimnis wird immer bleiben.
Klein: Viele Menschen, auch manche Ihrer Kollegen, nennen es Gott.
Weinberg: Ich nicht.
Klein: Warum nicht?
Weinberg: Weil der Respekt vor unserer Geschichte es mir verbietet. Das Wort "Gott" hatte jahrhundertelang im Westen eine ziemlich scharf umrissene Bedeutung: Es meinte ein in bestimmter Weise persönliches Wesen, einen Schöpfer, der sich mit Fragen von Gut und Böse befasst. An einen solchen Gott glaube ich nicht. Wenn nun Einstein einen kosmischen Geist von Schönheit und Harmonie "Gott" nennt, so verleiht er diesem Begriff eine ganz neue Bedeutung. Mir scheint, er tut einem bewährten Wort Gewalt an. Schließlich erfüllt mich das Nachdenken über die Natur auch nicht annähernd mit den Emotionen, die ich gegenüber einem persönlichen Gott hätte. Die Naturgesetze sind unpersönlich, sie interessieren sich nicht für uns. Wie könnte ich für sie warme Gefühle wie für einen anderen Menschen oder selbst für meine Siamkatze hegen?
Klein: Ihr Buch "Die ersten drei Minuten", in dem Sie das Standardmodell erklären, endet mit einem berühmten Satz: "Je begreiflicher uns das Universum wird, desto sinnloser erscheint es uns auch." Was meinten Sie damit?
Weinberg: Dass wir nichts finden, was unserem Leben einen objektiven Sinn verleiht. Denn in den Naturgesetzen ist nichts erkennbar, was uns eine besondere Stellung im Universum verleiht. Dies bedeutet nicht, dass ich mein Leben sinnlos finde. Wir können einander lieben und versuchen, die Welt zu verstehen. Doch diesen Sinn müssen wir unserem Leben selbst geben. Vielleicht erinnern Sie sich, dass auf den von Ihnen genannten Satz noch einer folgt: "Das Bestreben, das Universum zu verstehen, hebt das menschliche Leben ein wenig über eine Farce hinaus und verleiht ihm einen Hauch von tragischer Würde."
Klein: Wieso tragisch?
Weinberg: Tragisch, gemessen an dem, was man einst glaubte. Die Menschen hielten sich selbst für Figuren in einem kosmischen Drama: Wir wurden geschaffen, haben gesündigt, werden erlöst – eine ganz große Geschichte. Nun merken wir, dass wir eher wie Schauspieler sind, die ohne Regieanweisung auf einer Bühne herumstehen, und dass uns nichts anderes übrig bleibt, als hier ein bisschen Drama, dort ein wenig Komödie zu improvisieren. Ich empfinde dies als einen Verlust.
Klein: Man könnte es auch als Gewinn an Freiheit sehen.
Weinberg: Wenn Ihnen das gelingt, herzlichen Glückwunsch. Ich könnte es gerne und kann es nicht. Ich empfinde eine gewisse Sehnsucht nach dem vergangenen Zeitalter des Glaubens. Ich fühle mich von der Religion angezogen. Und meine Abneigung der Religion gegenüber rührt gerade daher, dass ich ein Verlangen nach etwas fühle, von dem ich weiß, dass es unwahr ist.
Klein: Haben Sie immer so empfunden?
Weinberg: Meine Eltern waren keine besonders gläubigen Juden. Bis zum Alter von vielleicht zwölf Jahren glaubte ich, dass es so etwas wie einen Gott geben müsse, auch wenn ich keiner bestimmten Religion anhing. Dann erschienen mir diese Ideen plötzlich dumm, und dabei ist es geblieben.
Klein: Sie haben sich sehr scharf ausgesprochen: »Wir Wissenschaftler sollten alles tun, um die Macht der Religion zu schwächen. Dies wird sich schlussendlich vielleicht als unser wichtigster Beitrag zur Zivilisation erweisen.« Was macht Sie so wütend?
Weinberg: Die Geschichte. Ich sehe den Niedergang der wissenschaftlich so produktiven griechischen Antike im Wesentlichen als ein Werk des erstarkenden Christentums. Der byzantinische Kaiser Justinian I. ließ die platonische Akademie schließen, weil Neugierde als das sicherste Zeichen von Unglauben galt. Auch sonst scheint mir die Religion mehr Schaden als Gutes anzurichten. Denken Sie nur an all die Religionskriege – bis heute. In unseren Tagen fürchten viele den militanten Islam; im 16. und 17. Jahrhundert war das Christentum grausam intolerant. Aber mit dem Alter sind meine Tiraden gegen die Religion milder geworden. Denn ich hatte nie das Gefühl, dass sie irgendwen überzeugten.
Klein: Religionen können auch milder werden. Das Christentum heute ist nicht mehr sonderlich intolerant.
Weinberg: Stimmt, es hat sich im 18. Jahrhundert verändert…
Klein: …unter dem Einfluss von Aufklärung und Wissenschaft.
Weinberg: Weswegen ich denke, dass eine unserer wichtigsten Aufgaben darin besteht, religiöse Gewissheiten zu schwächen.
Klein: Der Bundesstaat Texas, in dem Sie leben, ist nicht gerade für seine religiöse Offenheit bekannt. Fühlen Sie sich mit Ihren Ansichten nicht mitunter etwas einsam?
Weinberg: Keineswegs. Erstaunlich viele Menschen empfinden wie ich. Sie sagen mir immer wieder, wie gerne sie meine Essays gelesen haben. Und die anderen sind meist viel weniger religiös, als es scheint. Sie versuchen einen nicht zu bekehren, weil sie sich über ihren Glauben selbst unsicher sind.
Klein: Vielleicht haben sie auch einfach nur gute Manieren.
Weinberg: Das allein ist es nicht. Ich musste einmal vor der obersten Schulbehörde meine Meinung darlegen, wie man in den Klassenzimmern unseres Staates mit Darwins Evolutionstheorie umgehen sollte. Ich empfahl, die religiösen Verwicklungen außer Acht zu lassen und einfach nur zu lehren, was gute Wissenschaft ist. Wir haben die Auseinandersetzung gewonnen – einfach, weil die Regierung nicht als rückständig erscheinen wollte. Ernstlich, Gläubige hätten anders entschieden.
Klein: Forschung und Glaube können friedlich nebeneinander bestehen, wenn sich beide auf getrennte Sphären beschränken. Wissenschaft kümmert sich um das Mess- und Beweisbare; die Religion um Werte und Vorstellungen, die sich der empirischen Überprüfung entziehen.
Weinberg: Sicherlich. Aber dies bedeutet für die Religion einen gewaltigen Rückzug, denn sie wollte einmal viel mehr. Und diesen Rückzug anzutreten ist für sie gefährlich, weil sofort die Frage auftaucht, warum ich glauben soll, was doch nicht überprüft werden kann. Aus gutem Grund tagt die Kommission, die im Vatikan vor jeder Seligsprechung die dem Kandidaten zugeschriebenen Wunder überprüft, unter strenger Geheimhaltung.
Klein: Die Menschen glauben trotzdem. Ich vermute, auch ein Hang zur Religiosität gehört zu unserer Natur.
Weinberg: Na und? Wir haben auch eine Anlage, uns die Bäuche mit Zucker und Fett vollzuschlagen, und kämpfen dagegen an.
Klein: Aber es kostet uns Kraft. Wie leben Sie Ihren Atheismus?
Weinberg: Die großen Werke der Kunst können uns trösten, und der Humor. In einem dieser Woody-Allen-Filme, mir ist entfallen, in welchem, erlebt der Held große Existenzangst… Jedenfalls gelangt er irgendwie in ein Kino, in dem ein Film der Marx Brothers spielt.
Klein: Das ist in Hannah und ihre Schwestern.
Weinberg: Der Humor auf der Leinwand versöhnt Woody Allens Protagonisten mit seinem Leben. Wir können uns über uns selbst amüsieren – nicht mit einem schneidenden, sondern mit einem gutherzigen Humor, wie wir ihn bei den ersten Schritten eines Kindes empfinden. Wir lachen über all seine Anstrengungen, aber wir tun es voll Sympathie. Und wenn uns das Lachen einmal vergeht, bleibt noch immer die grimmige Befriedigung darüber, dass wir auch ohne Wunschdenken leben können.
Steven Weinberg, 75, lehrt theoretische Physik an der Universität von Texas. Mit den Kollegen Sheldon Glashow und Abdus Salam entwickelte er die erfolgreichste Theorie der modernen Teilchenphysik.
Stefan Klein ist Biophysiker. Der 43-Jährige hat die Bestseller "Die Glücksformel", "Zeit. Der Stoff, aus dem das Leben ist" und "Da Vincis Vermächtnis oder Wie Leonardo die Welt neu erfand" geschrieben.
- Datum 7.4.2009 - 13:49 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 02.04.2009 Nr. 15
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Eine physikalische Weltformel habe ich nicht, nur eine Vorstellung des Universums: Das Universum ist für den Menschen nur teilweise sichtbar, da das Spektrum des für den Menschen sichtbaren Lichts begrenzt ist. Hubble kann unser Weltbild zwar erweitern, aber dem Menschen sind Grenzen der Sichtbarkeit gesetzt. Hinter diesem sichtbaren Universum ist das transzendente unsichtbare Universum. Platon beschreibt diesen Sachverhalt in seiner Zwei-Welten-Theorie. Nach Platon tritt die ewige unsterbliche Seele nach dem Tod in dieses transzendente Universum ein, sie sieht das Universum in seiner Ganzheit. Das Christentum sagt dazu: Die Seele schaut Gott. Gott ist das Universum. Daran glaube ich.
Ich kann derzeit nicht sehen, was im Nebenraum vor sich geht. Würden Sie diesen als Teil des unfassbaren, transzendenten Universums bezeichnen? Wenn Sie auf diese Frage mit "Ja" Antworten, so sind Sie vermutlich ein Solipsist, was ich merkwürdig finden würde.
Anyways: Wenn Sie Ihre letzten drei Sätze meinen, dann sind Sie, trotzdem Sie Ihren Glauben mit einer Bibelpassage (Ich nehme Sie hier mal beim Wort und recherchiere nicht nach.) ein Pantheist und damit kein Christ.
Welche Anhaltspunkte haben Sie eigentlich für die Existenz einer unsterblichen Seele?
Und Überhaupt: Was hat Ihr Kommentar eigentlich mit dem Interview zu tun?
Ich kann derzeit nicht sehen, was im Nebenraum vor sich geht. Würden Sie diesen als Teil des unfassbaren, transzendenten Universums bezeichnen? Wenn Sie auf diese Frage mit "Ja" Antworten, so sind Sie vermutlich ein Solipsist, was ich merkwürdig finden würde.
Anyways: Wenn Sie Ihre letzten drei Sätze meinen, dann sind Sie, trotzdem Sie Ihren Glauben mit einer Bibelpassage (Ich nehme Sie hier mal beim Wort und recherchiere nicht nach.) ein Pantheist und damit kein Christ.
Welche Anhaltspunkte haben Sie eigentlich für die Existenz einer unsterblichen Seele?
Und Überhaupt: Was hat Ihr Kommentar eigentlich mit dem Interview zu tun?
Hallo PGMN
Ich meinte das Transzendente des Universums und bezog mich auf Platons Zwei-Welten-Lehre. Das Transzendente in diesem Sinn ist das für den Menschen unsichtbare Universum. Da es das natürliche Sehvermögen des Menschen übersteigt ist es transzendent.
Für die Existenz einer unsterblichen Seele sehe ich keine wissenschaftlichen Anhaltspunkte. Für mich ist das ein Wunsch, eine Hoffnung und ein Glaube. Ob wir unsterblich sind sehen wir vielleicht nach unserem Tod. Bis dahin gilt es für mich, ein gutes Leben zu führen.
LG
Weinberg sagt über den Anfang seiner Laufbahn als Physiker: "...und darin sah ich dieses Zeichen: ∫o. Es steht für eine Operation der Infinitesimalrechnung, ein Integral über einer geschlossenen Kurve."
Eine nicht geschlossene Kurve nennt man in Amerika "lose Enden" und man findet die entsprechende Situation unästhetisch. Ich denke, solange die Physik nur lose Enden liefert, ist sie nicht nur unästhetisch, sondern schädlich, weil bewusstseinsspaltend. Das loseste Ende ist die nicht geklärte Tatsache, dass der Urknall Physiker wie Weinberg hervorgebracht hat, die über den Urknall (und die ersten 3 Minuten danach) nachdenken. Hier bräuchte man ein Art "∫o", eine Art "Integral über einer geschlossenen Kurve".
Schade, dass Weinberg, der ja aus einer jüdischen Tradition kommt, nicht über das Bild aus der Genesis "der Geist über den Wassern" nachgedacht hat - der Geist über dem Geist-in-der-Zeit: eine geschlossene Kurve. Schade, dass er nichts über die Kreise (Mandalas) der indischen Veden gehört hat.
Schade auch, dass sich amerikanische Physiker immer noch so wenig mit dem Phänomen der Information und des Wissens befassen, wie der Platoniker Weizsäcker das getan hat. Vielleicht sollten Physiker gezwungen werden, eine objektorientierte Programmiersprache zu lernen. Dann wäre das Denken ganz anders, dann würde man Elementarteilchen als "Klassen" sehen können, vergleichbar mit den "Ideen" von Plato. Dann hätte man keine Probleme mit Loops und geschlossenen Kreisen. Und Kreisen in Kreisen.
Und was ist mit dem Kreis der monotheistischen Religionen und mit ihrem persönlichen Gott? Wenn die Person an Ende herauskommt, müsste sie in irgendeiner Form am Anfang schon drinstecken. Und was sind Anfang und Ende? Kategorien einer 4. Dimension, die in eine höhere Dimension oder mehrere höhere Dimensionen eingebettet ist?
Und weil wir schon beim Bekennen sind: ich bekenne mich zum selbstinteragierenden, selbstreferentiellen Bewusstsein, ich bekenne mich zum gleichermaßen persönlichen und abstrakten Gott, der in den Veden und den Upanischaden, in der Bibel und im Koran, und demnächst auch ein der Physik seinen Ausdruck findet. Physik wird ohnehin demnächst nur noch im Bewusstsein betrieben werden können....
liegt es daran, dass physik nicht nur mit objekten denkt, sondern eben jene sprache entdecken möchte, in der diese objektorientierte programmierung eingebettet ist.
genauso eben wie die neurowissenschaften zu erforschen versuchen, wie aus sinnlosen einheiten des hirns, sprich den nervenzellen, etwas komplexes wie gedächtnis, wahrnehmung, bewusstsein usw. entstehen kann.
es reicht eben nicht, an der oberfläche zu bleiben, manchmal muss man den dingen auf den grund gehen, und nachsehen, wie die gerade aktuelle programmiersprache durch eine mächtigere ersetzt werden kann.
und zum rest: sie haben noch viel zu viel ausgelassen an ach so wichtigem reli-blabla. xenophanes meint einst, dass jedes lebewesen die götter nach seinem eigenen abbild erschafft, bei uns menschen sind's eben die kulturen, und deren gibt es viele. was sie jedoch ein, beschreibt weinberg sehr präzise, wenn auch einseitig.
Die traurige Wahrheit ist nämlich, dass ich, obwohl ich mich ansonsten für einen recht angenehmen Zeitgenossen halte, Physiker bin und Ihren Kommentar weder so dastehen lassen kann, noch will.
Zunächst möchte ich zu Ihrer Forderung, dass Physiker eine Objektorientierte Programmiersprache lernen sollen, auch wenn ich den von Ihnen angegebenen Grund dafür beim besten Willen nicht nachvollziehen kann, sagen, dass dem, zumindest während meines Studiums, sowieso schon so ist. Der Grund, warum ich Ihre Argumentation in diesem Punkt nicht nachvollziehen kann, ist wohl der, dass eine bestimmte Sichtweise die Physik nicht weiterbringen wird. Je nachdem, welches Problem man vor sich hat, sind bestimmte Ansätze nötig um zu einer Lösung zu gelangen. Sind diese Lösungen aber gefunden fügt sich die jeweilige Theorie, si sie denn experimentell verifiziert wurde, meist (die Fälle, in denen dies nicht geschieht lassen sich meines Wissens an einer Hand abzählen) harmonisch in das existierende Theoriengebäude ein. Ihre Forderung, Physiker sollten sich mehr mit bestimmten Philosophien auseinandersetzen, ist im Übrigen rundheraus abzulehnen. Wer garantiert, dass sich das Universum tatsächlich so verhält, wie von der jeweiligen Philosophie vorhergesagt? Die Philosophie ist eine Geisteswissenschaft, während die Physik eine Naturwissenschaft ist. Man kann nicht mit einer vorher existierenden Erwartung an die Erforschung eines Phänomens herangehen, da, falls die Realität von der Erwartung abweicht, dies möglicherweise nicht erkannt wird. Ich will es mal so ausdrücken: Wenn sich die Philosophie und die Naturwissenschaften uneins sind, dann hat die Philosophie eben Pech gehabt.
Ihre Forderung, die Physik dürfe keine "losen Enden" liefern, ist ein wenig kurzsichtig. Ja, einzelne Theorien haben möglicherweise lose Enden. Innerhalb des gesamten existierenden Theoriengebäudes gibt es aber nur sehr wenige davon. Und stellen Sie sich vor: Das sind die Themen an denen am meisten geforscht wird, um dem losen Ende bis zum Schluss zu folgen um zu sehen, ob es nicht doch irgendwo festgebunden ist. Je länger die Physik Forschung betreibt, desto weniger lose Enden wird es geben. Natürlich kann nicht von Anfang an ein konsistentes Bild der Wirklichkeit abgeliefert werden. Dies braucht Zeit. Wenn Sie sofort ein konsistentes Bild von irgendetwas wollen, dann sollten Sie "Herr der Ringe" lesen, aber nicht erwarten, dass das, was Sie lesen irgendetwas mit der Realität zu tun hat. Es ist wohl unnötig zu sagen, aber Ihre Ausführungen über die Mathematik sind recht wirr sind und Ihre Vorstellung über Ihre gan spezielle "vierte Dimension" entbehrt bisher jeglicher experimenteller Befunde.
Was Ihre "Bekenntnis" angeht, so möchte ich folgendes sagen: Ein Gott ist die Mutter aller losen Enden. Woher kommt dieser Gott und was sind die Beweise dafür? Falls die "Beweise" die jeweiligen "heiligen" Texte sind, so sind diese nicht zulässig, da sie als Beweise einen logischen Zirkelschluss darstellen. Einen "Gott" in der Physik einzuführen ist übrigens nicht möglich, ohne diesen auch wirklich nachzuweisen. Dass dies in nächster Zeit, oder jemals, passiert, halte ich für fast unmöglich. An Ihrer Stelle würde ich also nicht darauf warten.
An dieser Stelle würde mich einmal folgendes Interessieren: Leute wie Sie scheinen sich immer unglaublich sicher zu sein, welche Entdeckungen die Physik noch machen wird, was an ihr schief läuft oder welche Fehler sie gemacht hat. Ich frage Sie nun: WARUM glauben Sie, von so etwas mehr Ahnung zu haben als die jeweiligen Experten, obwohl Beiträge wie der Ihrige eindeutig zeigen, dass Sie von dem, worüber Sie reden keine Ahnung haben? (Mit "Experten" meine ich noch nicht einmal mich selbst. Ich meine Leute wie Herrn Weinberg, gegen den ich wohl noch nicht einmal ein Nichts bin.)
Nagut ich verrate es euch, in dieser sogenannten Dunklen Materie ist eine noch uns Unbekannte Form von Kernuniversum, der die Geschicke unser Unerversums lenkt. ;-)
liegt es daran, dass physik nicht nur mit objekten denkt, sondern eben jene sprache entdecken möchte, in der diese objektorientierte programmierung eingebettet ist.
genauso eben wie die neurowissenschaften zu erforschen versuchen, wie aus sinnlosen einheiten des hirns, sprich den nervenzellen, etwas komplexes wie gedächtnis, wahrnehmung, bewusstsein usw. entstehen kann.
es reicht eben nicht, an der oberfläche zu bleiben, manchmal muss man den dingen auf den grund gehen, und nachsehen, wie die gerade aktuelle programmiersprache durch eine mächtigere ersetzt werden kann.
und zum rest: sie haben noch viel zu viel ausgelassen an ach so wichtigem reli-blabla. xenophanes meint einst, dass jedes lebewesen die götter nach seinem eigenen abbild erschafft, bei uns menschen sind's eben die kulturen, und deren gibt es viele. was sie jedoch ein, beschreibt weinberg sehr präzise, wenn auch einseitig.
Die traurige Wahrheit ist nämlich, dass ich, obwohl ich mich ansonsten für einen recht angenehmen Zeitgenossen halte, Physiker bin und Ihren Kommentar weder so dastehen lassen kann, noch will.
Zunächst möchte ich zu Ihrer Forderung, dass Physiker eine Objektorientierte Programmiersprache lernen sollen, auch wenn ich den von Ihnen angegebenen Grund dafür beim besten Willen nicht nachvollziehen kann, sagen, dass dem, zumindest während meines Studiums, sowieso schon so ist. Der Grund, warum ich Ihre Argumentation in diesem Punkt nicht nachvollziehen kann, ist wohl der, dass eine bestimmte Sichtweise die Physik nicht weiterbringen wird. Je nachdem, welches Problem man vor sich hat, sind bestimmte Ansätze nötig um zu einer Lösung zu gelangen. Sind diese Lösungen aber gefunden fügt sich die jeweilige Theorie, si sie denn experimentell verifiziert wurde, meist (die Fälle, in denen dies nicht geschieht lassen sich meines Wissens an einer Hand abzählen) harmonisch in das existierende Theoriengebäude ein. Ihre Forderung, Physiker sollten sich mehr mit bestimmten Philosophien auseinandersetzen, ist im Übrigen rundheraus abzulehnen. Wer garantiert, dass sich das Universum tatsächlich so verhält, wie von der jeweiligen Philosophie vorhergesagt? Die Philosophie ist eine Geisteswissenschaft, während die Physik eine Naturwissenschaft ist. Man kann nicht mit einer vorher existierenden Erwartung an die Erforschung eines Phänomens herangehen, da, falls die Realität von der Erwartung abweicht, dies möglicherweise nicht erkannt wird. Ich will es mal so ausdrücken: Wenn sich die Philosophie und die Naturwissenschaften uneins sind, dann hat die Philosophie eben Pech gehabt.
Ihre Forderung, die Physik dürfe keine "losen Enden" liefern, ist ein wenig kurzsichtig. Ja, einzelne Theorien haben möglicherweise lose Enden. Innerhalb des gesamten existierenden Theoriengebäudes gibt es aber nur sehr wenige davon. Und stellen Sie sich vor: Das sind die Themen an denen am meisten geforscht wird, um dem losen Ende bis zum Schluss zu folgen um zu sehen, ob es nicht doch irgendwo festgebunden ist. Je länger die Physik Forschung betreibt, desto weniger lose Enden wird es geben. Natürlich kann nicht von Anfang an ein konsistentes Bild der Wirklichkeit abgeliefert werden. Dies braucht Zeit. Wenn Sie sofort ein konsistentes Bild von irgendetwas wollen, dann sollten Sie "Herr der Ringe" lesen, aber nicht erwarten, dass das, was Sie lesen irgendetwas mit der Realität zu tun hat. Es ist wohl unnötig zu sagen, aber Ihre Ausführungen über die Mathematik sind recht wirr sind und Ihre Vorstellung über Ihre gan spezielle "vierte Dimension" entbehrt bisher jeglicher experimenteller Befunde.
Was Ihre "Bekenntnis" angeht, so möchte ich folgendes sagen: Ein Gott ist die Mutter aller losen Enden. Woher kommt dieser Gott und was sind die Beweise dafür? Falls die "Beweise" die jeweiligen "heiligen" Texte sind, so sind diese nicht zulässig, da sie als Beweise einen logischen Zirkelschluss darstellen. Einen "Gott" in der Physik einzuführen ist übrigens nicht möglich, ohne diesen auch wirklich nachzuweisen. Dass dies in nächster Zeit, oder jemals, passiert, halte ich für fast unmöglich. An Ihrer Stelle würde ich also nicht darauf warten.
An dieser Stelle würde mich einmal folgendes Interessieren: Leute wie Sie scheinen sich immer unglaublich sicher zu sein, welche Entdeckungen die Physik noch machen wird, was an ihr schief läuft oder welche Fehler sie gemacht hat. Ich frage Sie nun: WARUM glauben Sie, von so etwas mehr Ahnung zu haben als die jeweiligen Experten, obwohl Beiträge wie der Ihrige eindeutig zeigen, dass Sie von dem, worüber Sie reden keine Ahnung haben? (Mit "Experten" meine ich noch nicht einmal mich selbst. Ich meine Leute wie Herrn Weinberg, gegen den ich wohl noch nicht einmal ein Nichts bin.)
Obwohl die Ihre Frage nicht an mich gerichtet ist
Ich miche mich mal an dierser stelle ein ;-)
Einen "Gott" in der Physik einzuführen ist übrigens nicht möglich, ohne diesen auch wirklich nachzuweisen.
Naja ers gibt soviel was man nicht nachweisen oder beweisen kann, aber es gibt sie trotzdem, Man sollte sich an dieser stelle eher fragen kann das alles was der Mensch sich Vorstellen kann auch wirklich sein in uns erfassbarem form?
Ich frage Sie nun: WARUM glauben Sie, von so etwas mehr Ahnung zu haben als die jeweiligen Experten, obwohl Beiträge wie der Ihrige eindeutig zeigen, dass Sie von dem, worüber Sie reden keine Ahnung haben? (Mit "Experten" meine ich noch nicht einmal mich selbst. Ich meine Leute wie Herrn Weinberg, gegen den ich wohl noch nicht einmal ein Nichts bin.)
Ich denke es gibt zwei möglichkeiten, entweder hat man das Jenie in sich endeckt oder Nach Neustem erkenntnissen ist Jenie kein zufall sondern eine art Authismus
aber einen streitpunkt kan es nicht geben wen man nichts in der hand hat oder? also woula... ;-)
Ihre Existenz und die von Herrn Professor Weinberg - das ist der Gottesbeweis. Und Ihre Abstraktonsfähigkeit. Also stellen Sie Ihr Licht nicht so unter den Scheffel. In hundert Jahren ist Weinberg auch nur ein Halbwissender, nach dem kein Hahn mehr kräht. Dann wird auch das Bewusstsein der Physiker von den Teilchen zum Menschen und zum Bewusstsein und zum Selbst vorgedrungen sein. die Ärmsten - immer nur an Teilchen denken.
Der ultimative Zirkelschluss steht übrigens in den Upanishaden: "Tat tvam asi - Du bist DAS." - das Feld, der Gott, die letzte Größe.
Im übrigen war die Geschichte der Wissenschaft ein langer Abstraktions- und damit Meditationsprozess, der noch andauert:
Hier noch einige Buchempfehlungen dazu:
Lisa Randall: Warped Passages. Unraveling the Mysteries of the Universe's Hidden Dimensions. New York 2005 (zum Thema Dimensionen)
A. Zee: Fearful Symmetry. The Search for Beauty in Modern Physics;
Princeton University Press, Princeton 2000 (zum Thema Symmetrie)
Frank Close: Luzifers Vermächtnis, Eine physikalische Schöpfungsgeschichte, Beck, Müchen, 2002
Obwohl die Ihre Frage nicht an mich gerichtet ist
Ich miche mich mal an dierser stelle ein ;-)
Einen "Gott" in der Physik einzuführen ist übrigens nicht möglich, ohne diesen auch wirklich nachzuweisen.
Naja ers gibt soviel was man nicht nachweisen oder beweisen kann, aber es gibt sie trotzdem, Man sollte sich an dieser stelle eher fragen kann das alles was der Mensch sich Vorstellen kann auch wirklich sein in uns erfassbarem form?
Ich frage Sie nun: WARUM glauben Sie, von so etwas mehr Ahnung zu haben als die jeweiligen Experten, obwohl Beiträge wie der Ihrige eindeutig zeigen, dass Sie von dem, worüber Sie reden keine Ahnung haben? (Mit "Experten" meine ich noch nicht einmal mich selbst. Ich meine Leute wie Herrn Weinberg, gegen den ich wohl noch nicht einmal ein Nichts bin.)
Ich denke es gibt zwei möglichkeiten, entweder hat man das Jenie in sich endeckt oder Nach Neustem erkenntnissen ist Jenie kein zufall sondern eine art Authismus
aber einen streitpunkt kan es nicht geben wen man nichts in der hand hat oder? also woula... ;-)
"Naja ers gibt soviel was man nicht nachweisen oder beweisen kann, aber es gibt sie trotzdem, Man sollte sich an dieser stelle eher fragen kann das alles was der Mensch sich Vorstellen kann auch wirklich sein in uns erfassbarem form?"
Haben Sie ein Beispiel zur Hand?
"Naja ers gibt soviel was man nicht nachweisen oder beweisen kann, aber es gibt sie trotzdem, Man sollte sich an dieser stelle eher fragen kann das alles was der Mensch sich Vorstellen kann auch wirklich sein in uns erfassbarem form?"
Haben Sie ein Beispiel zur Hand?
Haben Sie ein Beispiel zur Hand?
Ja Dutzende Tausende ob im Altag oder in der Geschichte, ein beispiel aus dem altag, Wie soll man etwas beweisen wenn es keinen Zeugen gab?
und aus der Geschichte, Früher glaubte der Mensch an Gebilde, nicht aus überzeugung sondern aus Unwissenheit weil sie dafür keine erklärung hatten.
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