Meinung Besessen vom Leid

Europa hätschelt die Palästinenser und dämonisiert Israel, um sich von seiner Schuld am Holocaust zu befreien

Auch nach dem offiziellen Ende des Gaza-Krieges gibt es bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen radikalen Palästinensern und Israel; im Bild die Grenze Gazas zu Ägypten nach einem israelischen Luftangriff

Auch nach dem offiziellen Ende des Gaza-Krieges gibt es bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen radikalen Palästinensern und Israel; im Bild die Grenze Gazas zu Ägypten nach einem israelischen Luftangriff

An der Grenze zwischen der Demokratischen Republik Kongo und dem Sudan sind in den vergangenen Wochen mindestens ebenso viele Menschen der Gewalt zum Opfer gefallen wie bei den jüngsten israelischen Operationen in Gaza – und doch beschäftigt der Terror in Afrika die europäischen Medien höchstens am Rande. Offenbar haben die Palästinenser etwas, das den Kongolesen und Sudanesen fehlt. Etwas, das ihnen die geballte Aufmerksamkeit der europäischen Medien beschert.

Anders auch als die Millionen Vertriebenen und Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg konnten die Palästinenser sich ihren Status als Dauerflüchtlinge erhalten. Bis heute, sechzig Jahre später, werden Palästinenserstädte als Flüchtlingslager bezeichnet; inzwischen tragen vier Generationen von Palästinensern von Geburt an das Etikett »Flüchtling«.

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Die Palästinenser in Gaza haben eine religiös-faschistische Partei gewählt, deren erklärtes Ziel die Vernichtung der Juden ist. Voller Enthusiasmus versprach Hamas Krieg und Märtyrertum mit Slogans wie »Palästinenser lieben den Tod mehr als das Leben« oder »Kein Opfer ist zu groß, um Israel zu vernichten«.

Nun gab Israel den Bewohnern von Gaza das, was diese sich angeblich mehr als alles andere wünschen: eine Gelegenheit, heldenhaft Widerstand zu leisten und Juden zu töten. Doch statt ihre tiefe Befriedigung über diese Chance zu äußern, schrien die Palästinenser auf, sie würden mit unverhältnismäßiger Härte behandelt, und den Juden müsse das Schießen auf Frauen und Kinder verboten werden. Dieselben Leute, die Gewalt und Krieg forderten, zeigten den Medien, wie brutal sie von den Juden angefasst wurden.

Als der Palästinenser Sami Kuntar, der 1979 einem vierjährigen Mädchen mit dem Gewehrkolben den Schädel eingeschlagen hatte, im vergangenen Juli von Israel freigelassen wurde, gratulierte Hamasführer Ismail Haniya Kuntar zum »großen Sieg im Widerstand; der Beweis, dass unser Weg richtig ist«.

Jahrelang hat Hamas Raketen auf Israel abgefeuert, doch die europäischen Medien zuckten nur mit den Schultern. In einem blutigen Bürgerkrieg vertrieb Hamas die sogenannte gemäßigte Fatah aus Gaza; die Medien reagierten gelangweilt. Jeden Tag prophezeien die Hamasführer Israel einen qualvollen Untergang; Europa gähnt. Und wenn die Provokation für Israel unerträglich wird und es gegen Hamas zurückschlägt, mit einem Bruchteil der Gewalt, die diese Organisation gegen Israel einsetzen würde, wenn sie nur könnte, dann treffen die Reporter sich auf dem Flughafen Tel Aviv, um vom grausamen Tod von Frauen und Kindern zu berichten.

Leser-Kommentare
  1. Wenn ich das lese:

    Im Gegenteil, seit Jahrzehnten fühlt der Kontinent sich von den Juden erpresst. Europas Sympathie für die Palästinenser hat wenig mit deren elenden Lebensbedingungen zu tun. Europa liebt die Palästinenser, weil es sich auf diese Weise von seiner Schuld am Massenmord frei machen kann.

    Kann es auch sein, dass mich das als normaler Deutscher alles nicht interessiert und ich für diese Gruppen nur als Vorwand diene? Palästina und Israel sind mir gelinde gesagt sch...egal! Sollen die doch machen, was sie wollen. Lasst mich nur damit in Ruhe!
    Wir haben doch selbst genug Probleme

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    • df
    • 07.04.2009 um 16:24 Uhr

    Denn die sind eifrig dabei unsere Steuergelder zu verschwenden um die Schäden
    zu begleichen, die Israel mit seinen Kriegen anrichtet. Ob der Libanon oder der Gaza-Streifen sobald die Milliardenschäden an der Infrastruktur geschätzt waren, war die EU übereifrig dabei unsere Steuergelder für den Wiederaufbau zu verschenken. Damit muss Schluss sein!
    Die USA schenken Israel die Waffen und die EU bezahlt den Wiederaufbau nachdem Israel wieder einen Krieg geführt hat. Es reicht! Wenn Israel Kriege führen will, dann sollte es auch die gesamten Kosten dafür tragen. Ich will dafür keine Steuern mehr bezahlen Herr Steinmeier und Frau Merkel!

    Natürlich haben Sie genug Probleme, das ist unverkennbar. Aber wenn Sie das Thema so sehr mitnimmt - und es Ihnen "reicht", warum beunruhigen Sie sich dann durch lesen und kommentieren?
    Wäre es da nicht sinnvoller die, überschaubaren, Ressourcen zu sammeln, um die Ruhe, die Sie sich wünschen zu realisieren?

    PS.: Die Definition eines "normalen Deutschen", als jemand, den "alles nicht interessiert", halte ich für heikel.

    ... ist schlimmer als Ablehnung.

    • df
    • 07.04.2009 um 16:24 Uhr

    Denn die sind eifrig dabei unsere Steuergelder zu verschwenden um die Schäden
    zu begleichen, die Israel mit seinen Kriegen anrichtet. Ob der Libanon oder der Gaza-Streifen sobald die Milliardenschäden an der Infrastruktur geschätzt waren, war die EU übereifrig dabei unsere Steuergelder für den Wiederaufbau zu verschenken. Damit muss Schluss sein!
    Die USA schenken Israel die Waffen und die EU bezahlt den Wiederaufbau nachdem Israel wieder einen Krieg geführt hat. Es reicht! Wenn Israel Kriege führen will, dann sollte es auch die gesamten Kosten dafür tragen. Ich will dafür keine Steuern mehr bezahlen Herr Steinmeier und Frau Merkel!

    Natürlich haben Sie genug Probleme, das ist unverkennbar. Aber wenn Sie das Thema so sehr mitnimmt - und es Ihnen "reicht", warum beunruhigen Sie sich dann durch lesen und kommentieren?
    Wäre es da nicht sinnvoller die, überschaubaren, Ressourcen zu sammeln, um die Ruhe, die Sie sich wünschen zu realisieren?

    PS.: Die Definition eines "normalen Deutschen", als jemand, den "alles nicht interessiert", halte ich für heikel.

    ... ist schlimmer als Ablehnung.

  2. ...ich habe selten so ein wirklich unsinnigen artikel gelesen und das sowas aus der feder von leon de winter kommt.... erstaunt mich...

    selbstverständlich ist die hamas eine terrorgruppe und warum diese ewiggestrigen und nur zur gewalt fähigen von der palästinensischen bevölkerung gewählt werden... das hat sich israel zu einem grossteil selber zuzuschreiben...

    eigentlich müsste israel für die "flüchtlinge" ohne land und zukunftsperspektive mehr verständnis aus ihrer eigenen geschichte her aufbringen müssen, sollen, können....
    aber dazu ist israel nicht fähig und holt einen lieberman oder einen bibi an die macht....

    auf israelischer seite sind genausoviele unfähige udn leider radikale politiker wie auf palästinensicher....
    und europa hat nicht die nase voll von den "juden" wie leon de winter das unterschwellig formuliert und dies mit dem holocaust verbindet sondern von der unfähigkeit der regierungen einen frieden zu schliessen...

    bin wirklich sehr enttäuscht von dem verfasser ....

  3. "[...]", das traue ich auch andren zu!
    Herr de Winter, wie recht hatte doch meine weise, Großmutter!

    [Gekürzt, bitte unterlassen Sie das Posten antisemitischer Inhalte. Vielen Dank. /Die Redaktion pt.]

    • Manu84
    • 07.04.2009 um 14:35 Uhr

    Überschrift: "Europa hätschelt die Palästinenser und dämonisiert Israel, um sich von seiner Schuld am Holocaust zu befreien"

    Hab ich auch schon oft genug genau andersrum gelesen: Europa hätschelt Israel, um sich voin seiner Schuld am Holocaust zu befreien.

    Ansonsten ein dummer und sinnfreier Artikel...frei nach dem Motto "Die linken Gutmenschen und die Moslems führen den Antisemitismus unserer Großeltern weiter"... leider ist eine objekive Betrachtung des Nahostkonflikts nicht mehr wirklich möglich, da in einem jahrzehntealten Streit jeder Dreck am Stecken hat. Und die Verallgemeinerung...Die Europäer, die Palästinenser, blahblah... (entfernt. Anmerkung: Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich. Die Redaktion/jk)

  4. Es wäre an dieser Stelle recht freundlich grundlegende Informationen zum Autor zu bekommen. Eigentlich dachte ich, dass es Usus wäre den Autor kurz vorzustellen.

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    .. über den Herrn und man wundert sich über nichts mehr.

    Der Artikel ist ja, mal sehr zurückhaltend ausgedrückt, ziemlich einseitig.

    Ich bin mir sicher, wenn Israel die illegale Besiedelung der besetzten Gebiete von Anfang nicht zugelassen bzw gefördert hätte, wäre die Hamas heute noch eine Splittergruppe.

    .. über den Herrn und man wundert sich über nichts mehr.

    Der Artikel ist ja, mal sehr zurückhaltend ausgedrückt, ziemlich einseitig.

    Ich bin mir sicher, wenn Israel die illegale Besiedelung der besetzten Gebiete von Anfang nicht zugelassen bzw gefördert hätte, wäre die Hamas heute noch eine Splittergruppe.

  5. .. über den Herrn und man wundert sich über nichts mehr.

    Der Artikel ist ja, mal sehr zurückhaltend ausgedrückt, ziemlich einseitig.

    Ich bin mir sicher, wenn Israel die illegale Besiedelung der besetzten Gebiete von Anfang nicht zugelassen bzw gefördert hätte, wäre die Hamas heute noch eine Splittergruppe.

  6. "selbstverständlich ist die hamas eine terrorgruppe und warum diese ewiggestrigen und nur zur gewalt fähigen von der palästinensischen bevölkerung gewählt werden... das hat sich israel zu einem grossteil selber zuzuschreiben...

    eigentlich müsste israel für die "flüchtlinge" ohne land und zukunftsperspektive mehr verständnis aus ihrer eigenen geschichte her aufbringen müssen, sollen, können....
    aber dazu ist israel nicht fähig und holt einen lieberman oder einen bibi an die macht...."

    (entfernt. Bitte verzichten Sie auf Zynismus. Die Redaktion/jk)

    "Die linken Gutmenschen und die Moslems führen den Antisemitismus unserer Großeltern weiter"

    Das trifft den Nagel auf den Kopf. Die unheimlichen Allianzen die während der letzten Konfrontation zwischen Israel und Hamas auf den Straßen Deutschlands und Rest-Europas den Tod Israels forderten, bestehend aus Neo - und Altnazis, Islamisten und Deutschlinken, sind mitnichten ein neues Phämomen, als vielmehr eine Fortsetzung europäischer Tradition.
    (Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen und unnötige Polemik. Die Redaktion/jk)

    Das Israel sich die Wahl der Hamas selbst zuzuschreiben habe, ist bodenlos hinterhältig und naiv. Wer so etwas sagt, der glaubt auch, dass mit der Hamas ein Frieden zu schließen sei, oder die Hamas gar an Frieden mit Israel interessiert sei.
    An dieser Stelle sei, wie so oft, auf die Hamas-Charta von 1988 verwiesen.

    Die Reaktionen auf den Artikel De Winters geben jenem eigentlich nur recht.

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    • PGMN
    • 07.04.2009 um 21:49 Uhr

    ist auch Ihr Kommentar. Was ich von dem Artikel halte sei einmal beiseite gestellt, aber Ihre Behauptung, gegensätzliche Meinungen zu einer Aussage würden diese nur validieren ist, gelinde gesagt, höchst verachtenswert. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob Sie sehen, was Sie getan haben. Sie haben die Aussage Herrn de Winters, die an sich ja möglicherweise durchaus richtig ist, in eine unangreifbare Position versetzt. Ich zitiere:

    "Die Reaktionen auf den Artikel De Winters geben jenem eigentlich nur recht."

    Solche Unterstellungen kennt man normalerweise nur aus ideologischen Diktaturen wie z.B. Scientology, der DDR und Frankreich in 1889. Ihnen sollte klar sein, dass solch eine Behauptung nicht nur moralisch äußerst fragwürdig ist, sondern auch, dass sie jegliche vorhandene Glaubwürdigkeit des von Ihnen verteidigten Artikels unterminiert, von der Beleidigung, die sie für die Mitkommentatoren darstellt, ganz zu schweigen.
    In einer rationalen und objektiven Diskussion muss es erlaubt sein, Ansichten infrage zu stellen, sofern es objekive Gründe dafür gibt. Ein Verbot dessen beraubt anderweitig gute Argumente ihrer Glaubwürdigkeit und gibt die jeweiligen Proponenten (Nur um klarzustellen: Ich meine damit Sie persönlich, ChelseaFC.) der Lächerlichkeit preis.

    Ich lade Sie ein, Ihre Ansichten noch einmal mit sachlichen Argumenten zu untermauern und ggf. werde ich Sie dabei unterstützen.

    "Die Reaktionen auf den Artikel De Winters geben jenem eigentlich nur recht."

    Dem stimme ich vollends zu - und es ist gut, dies hier offen lesen zu können; es hat sich am Klima in Deutschland offenbar so einiges geändert, wenn selbst im ZEIT-Forum derartige Meinungen unredigiert stehen, wohingegen man bei Erwiderungen redaktionelle Streichungen - auch Zensur genannt - wegen "Zynismus" oder "Polemik" findet.

    Ist das noch die ZEIT, deren Abonennt ich zehn Jahre lang war? Nun ja, wenn sie nur widerspiegelt, was sich in Deutschland Zeit-Geist ist ...

    • PGMN
    • 07.04.2009 um 21:49 Uhr

    ist auch Ihr Kommentar. Was ich von dem Artikel halte sei einmal beiseite gestellt, aber Ihre Behauptung, gegensätzliche Meinungen zu einer Aussage würden diese nur validieren ist, gelinde gesagt, höchst verachtenswert. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob Sie sehen, was Sie getan haben. Sie haben die Aussage Herrn de Winters, die an sich ja möglicherweise durchaus richtig ist, in eine unangreifbare Position versetzt. Ich zitiere:

    "Die Reaktionen auf den Artikel De Winters geben jenem eigentlich nur recht."

    Solche Unterstellungen kennt man normalerweise nur aus ideologischen Diktaturen wie z.B. Scientology, der DDR und Frankreich in 1889. Ihnen sollte klar sein, dass solch eine Behauptung nicht nur moralisch äußerst fragwürdig ist, sondern auch, dass sie jegliche vorhandene Glaubwürdigkeit des von Ihnen verteidigten Artikels unterminiert, von der Beleidigung, die sie für die Mitkommentatoren darstellt, ganz zu schweigen.
    In einer rationalen und objektiven Diskussion muss es erlaubt sein, Ansichten infrage zu stellen, sofern es objekive Gründe dafür gibt. Ein Verbot dessen beraubt anderweitig gute Argumente ihrer Glaubwürdigkeit und gibt die jeweiligen Proponenten (Nur um klarzustellen: Ich meine damit Sie persönlich, ChelseaFC.) der Lächerlichkeit preis.

    Ich lade Sie ein, Ihre Ansichten noch einmal mit sachlichen Argumenten zu untermauern und ggf. werde ich Sie dabei unterstützen.

    "Die Reaktionen auf den Artikel De Winters geben jenem eigentlich nur recht."

    Dem stimme ich vollends zu - und es ist gut, dies hier offen lesen zu können; es hat sich am Klima in Deutschland offenbar so einiges geändert, wenn selbst im ZEIT-Forum derartige Meinungen unredigiert stehen, wohingegen man bei Erwiderungen redaktionelle Streichungen - auch Zensur genannt - wegen "Zynismus" oder "Polemik" findet.

    Ist das noch die ZEIT, deren Abonennt ich zehn Jahre lang war? Nun ja, wenn sie nur widerspiegelt, was sich in Deutschland Zeit-Geist ist ...

    • Anonym
    • 07.04.2009 um 16:24 Uhr

    Wenn man Kommentare zu diesem Thema verfolgt, muss man in der Tat feststellen, das offensichtlich viele kritische Äußerungen wenig objektiv Israel anklagen.

    Ich denke dahinter verbirgt sich hauptsächlich einfach das Trauma der totalen Desillusionierung bezüglich der Brutalitäten eines Krieges, die Angst für eine miese Sache instrumentalisiert zu werden und der historisch, fundamentale Vertrauensverlust gegen jede Art von Führung wegen der berechtigten Befürchtung, nur verheizt zu werden für Interessen Dritter.

    Für die die einen sind das die Kapitalisten, für andere die Militärs. Im Grunde jede Gruppe der man Schlechtes zutraut.
    Daher der z.T. schon naive einseitige Pazifismus, daher die reflexartige und einseitige Verurteilung jeder Aktion, die aus der Position der Stärke heraus erfolgt (auch Antiamerikanismus).
    Jedes dieser Ereignisse schreckt die entsprechende Klientel aus ihrer heilen (Öko-) Welt auf und die erzwungene Kenntnisnahme, dass Gewalt eben doch manchmal unvermeidlich ist, es eben nicht genügt, händereichend Menschenketten zu bilden, um Frieden zu erreichen, wird mit heftigen Schuldzuweisungen verdrängt, für deren Beweis sich immer Ereignisse finden lassen, weil Krieg nun mal nur beschränkt kontrollierbar ist.
    Dass manchmal die Kriegsgründe falsch sind, bestärkt diese Haltung nur in ihrer Undifferenziertheit.

    Man wurde zu Recht auf traumatische Weise zur Verantwortung gezogen (2. Weltkrieg) und verweigert in Folge dessen jede Übernahme von Verantwortung, wenn Gewalt im Spiel ist. Im Grunde wie ein Kind, für das auch immer jemand Anderes Schuld sein muss, wenn ihm subjektives oder objektives Unrecht geschieht.

    Der Holocaust dient da lediglich als Rechtfertigung, warum derjenige, der Stärker ist auch immer das Schwein sein muss. Im Grunde allerdings ist das ein posttraumatisches Feigenblatt für die Verweigerung in der Weltpolitik Verantwortung entsprechend der Bedeutung des Landes zu übernehmen und sich auch der Herausforderung durch Gewalt zu stellen.

    Der Konflikt der Palästinenser mit den Israelis ist da deshalb so unangenehm, weil er im Grunde das einfache Bild von Gut und Böse,von kollektiver Verantwortung versus individueller Verantwortung zerstört.
    Weil derjenige der Verantwortung übernimmt, kaum darum herum kommt sich die Finger schmutzig zu machen.
    Und weil der Grad zwischen der einen Seite und der anderen Seite viel schmaler ist, als die Erhebung des Nationalsozialismusses zum Inbegriff des Bösen suggeriert.
    Deshalb war es auch so wichtig der Wehrmacht Kriegsverbrechen nachzuweisen, von denen kein vernünftiger Mensch je glauben kann, das sie nicht stattgefunden haben, aber eben auch nicht viel bedeutender waren als die Kriegsverbrechen anderer Beteiligter. Denn dieses Podest "des Reichs des Bösen" ist letztlich die Rechtfertigung für die gegenteilige Absetzbewegung in den einseitigen Pazifismus.

    Pazifismus ist eine gute Sache, doch muss man aufpassen, dass er nicht nur dazu dient sich aus der Verantwortung für die manchmal sehr hässliche Realität dient.

    Berthold Grabe

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