Schule Die Extrakraft

Das Projekt Teach First sucht Brennpunktschulen, die Unterstützung brauchen

DIE ZEIT: Sie wollen herausragende Absolventen aller Fächer dafür begeistern, zwei Jahre in Brennpunktschulen zu unterrichten. Wie begeistert sind die Brennpunktschulen von diesem Plan?

KAIJA LANDSBERG: Zugegeben, einige Schulen werden geradezu überschüttet mit gut gemeinten Hilfsangeboten. Da ist es nicht einfach, sich auf den ersten Blick abzuheben. Doch sobald wir den Schulen unser Konzept erläutert haben, ist ihr Interesse groß.

ZEIT: Was hat ein Kollegium davon, wenn es sich auch noch um Pädagogik-Anfänger kümmern soll?

LANDSBERG: Wir qualifizieren unsere Fellows drei Monate lang, bevor wir sie einsetzen. Sie arbeiten dann für zwei Schuljahre in den Schulen, 40 Stunden die Woche, helfen im Unterricht und bieten extracurriculare Aktivitäten an. Nach einem Jahr kommt der nächste Fellow dazu und wird von seinem Vorgänger eingearbeitet. Die Dauer und Nachhaltigkeit ihres Einsatzes sind es, die unsere Fellows für die Schulen so attraktiv machen.

ZEIT: Was für extracurriculare Aktivitäten sind das?

LANDSBERG: Eine Absolventin der Molekularmedizin, die in der Basketball-Jugendnationalmannschaft war, möchte eine Basketball-AG anbieten. Ein Biotechnologe möchte Improvisationstheater spielen. Zwei Beispiele unter vielen.

ZEIT: Wo suchen Sie nach Schulen?

LANDSBERG: In Nordrhein-Westfalen haben wir schon über 100 Bewerbungen. Ein paar mehr Schulen aus Ballungszentren wie Köln, Düsseldorf oder Essen wären schön. In Hamburg und Berlin geht die Bewerbungsphase erst richtig los. Was die Schulen wissen sollten: Unsere Fellows werden keinesfalls auf das normale Personalbudget angerechnet, ihr Einsatz ist immer ein Extra obendrauf.

Interview: Jan-Martin Wiarda

Kaija Landsberg, Geschäftsführerin von Teach First

Weitere Informationen im Internet: www.teachfirst.de

 
Leser-Kommentare
    • Remiem
    • 12.04.2009 um 14:18 Uhr

    LANDSBERG:[...]Was die Schulen wissen sollten: Unsere Fellows werden keinesfalls auf das normale Personalbudget angerechnet, ihr Einsatz ist immer ein Extra obendrauf.

    Bei personenbezogenen Spenden von Unternehmen, Stiftungen, Mäzenen (und öffentliche Hand) [http://www.teachfirst.de/programm] muss ich an Bestechung denken.

  1. Mag sein, dass die Qualifikationsmaßnahmen von Sponsoren finanziert werden. Die Schule muss den Fellow jedenfalls aus eigenen Mitteln bezahlen, irgendwas zwischen 2000 und 2500 Euro pro Monat.

    Man darf z.B. in Hamburg sogar Lehrerstunden in Honorarmittel umwandeln, um Geld für solche Ausgaben zu haben. Blöd nur, wenn die der Schule zugewiesenen Lehrerstunden mit Mühe grade zur Abdeckung der vorgeschriebenen Unterrichtsstunden reichen.

    miss_piggy

  2. Das Schulsystem ist eine ureigene Aufgabe des Staates. Die Sponsoren sollen ordentlich Steuern bezahlen, damit das Schulsystem gut finanziert ist.

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