G 20 Unsere Zeit kommt
Sie ist sogar schon da: Wie der G-20-Gipfel jenseits des Westens bewertet wird.
Ein Foto prägte den Gipfel für die ganze Welt: Der Amerikaner Barack Obama, der Russe Dmitrij Medwedjew und der Italiener Silvio Berlusconi witzeln herum wie Formel-1-Piloten auf dem Siegertreppchen, die Daumen in die Höhe gestreckt. Davor, aber zwei Stufen niedriger, sieht man die Köpfe des chinesischen Staatspräsidenten Hu Jintao und des saudischen Außenministers Saud al-Faisal. Sie sind etwas unschärfer im Bild. Souverän und gefasst wirken sie, fast etwas pikiert ob des Spektakels hinter ihnen.
Die Spieler der Welt von gestern markieren Siegerpose, die Vertreter der neuen Welt des 21.Jahrhunderts halten sich und ihre Gedanken bedeckt. Die Zeit spielt für sie. Wahrscheinlich wird dieser Gipfel von London als der Beginn einer neuen Ordnung in die Wirtschaftsgeschichte eingehen. In der vom Westen provozierten Weltkrise geht nichts mehr ohne die "anderen" – die Chinesen, Saudis, Inder, Argentinier, Indonesier, Türken. Wie sehen sie den G-20-Gipfel?
Für viele Regierungschefs stand zunächst weniger die eigene Stärke im Vordergrund als vielmehr die Tatsache, dass sie zum ersten Mal dem neuen starken Mann der USA begegneten. Barack Obama überstrahlte den Gipfel und die Nachrichtensendungen der Welt. Die G-20-Sherpas der chinesischen Regierung notierten befriedigt nach dem Treffen von Hu Jintao mit dem US-Präsidenten: Die Beziehungen seien "sehr konstruktiv", die weitere Zusammenarbeit sei "entscheidend" für das Wohl der Weltwirtschaft. Gleichwohl erlaubte sich Hu den einen oder anderen antiwestlichen Seitenhieb. Etwa: Die Welt solle die "Vielfalt der Entwicklungsmodelle respektieren".
Ein Satz, der den Saudis aus dem Herzen gesprochen ist. Das saudische Königshaus möchte als gleichberechtigter Spieler am Tisch der Großen sitzen, ohne sich dabei ständig für landesübliche Sitten im Umgang von Männern und Frauen rechtfertigen zu müssen. Reden wir lieber übers Geld. Saudi-Arabien nahm am G-20-Gipfel als stärkstes Land der aufsteigenden arabischen Golfstaaten teil. Sein Selbstbewusstsein, sagen saudische Diplomaten, schöpft das Land aus zweierlei Quellen. Erstens beeinflusst es mit seinem Verhalten die Öl- und Gaspreise in der Welt, es ist der wichtigste Einzellieferant von Erdöl für die USA und für China. Zweitens verfügen Saudi-Arabien und die Länder des Golfkooperationsrats über Devisenreserven, die jene Chinas deutlich übersteigen. Deshalb, pointiert ein arabischer Journalist, trafen sich in London eben auch die G20 und nicht die G8 plus China.
- Datum 22.09.2009 - 13:35 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 08.04.2009 Nr. 16
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Ich gehöre zum gemeinen Volk, das auf eigene Kosten von der Polit-Elite und seinem "Heiland" ferngehalten wurde. Für die Sicherheitsmaßnahmen rund um den Dreiergipfel wurden Steuergelder in Höhe von ca. 100 Millionen Euro verwendet.
Die Reisefreizügigkeit des Schengenabkommens wurde außer Kraft gesetzt, in Straßburg mußten Bürger ihre Wohnungen verlassen, um Scharfschützen Platz zu machen und in London wurde Mr. Tomlinson hinterrücks von vermummter paramilitärischer Polizei attackiert und verstarb darauf. Video hier:
http://www.guardian.co.uk...
Was ich also wahrnehme, ist eine zunehmende "Arroganz der Mächtigen", die ihre eigenen Werte wie Menschenrechte und Demokratie mit Füßen treten. Was es noch schlimmer macht ist die Tatsache, daß Massenmedien, z.B. die ZEIT, als selbstproklamierte "Vierte Gewalt" und "Verteidiger der Bürgerinteressen" nur noch willfährige Hofberichterstattung abliefern.
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Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]
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