Gedicht Nr. 16 Blaue Taube

Ein Gedicht von Charles Bukowski

Heute Nachmittag, halb
zwei oder so, als ich das
Auto waschen ließ, kam eine
blaue Taube spastisch durch
die Luft gesegelt, knallte
auf den Asphalt und lag mit
gespreizten Flügeln da, ein Auge
offen, zitternd, am Ende.
Ich ging zum Wagen, wo die Jungs
grade die Fensterscheiben ab-
lederten, da brauste ein Camaro
vorbei und überfuhr die Taube.
Einer der Jungs sagte
unwillkürlich »herrje!« als er
den roten Schmierfleck sah.
Ich hätte es nicht besser
ausdrücken können.

Ich gab ihm einen Vierteldollar
Trinkgeld und fuhr in östlicher
Richtung den Hollywood Boulevard
lang, dann rechts ab in die
Vermont

 
Leser-Kommentare
  1. Bukowski war genial. Dies Gedicht ist genau aus dem Leben gegriffen. Statt einer blauen Taube könnte es inzwischen auch ein Mensch sein.
    Willie Benzen

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  • Quelle DIE ZEIT, 08.04.2009 Nr. 16
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  • Schlagworte Gedicht | Charles Bukowski | Literatur | Hollywood
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